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Alzheimer früh erkennen - Tests können Aufschluss geben
Leidet man schon an einer Alzheimer-Demenz, wenn man mit zunehmendem Lebensalter immer vergesslicher wird? In den meisten Fällen ist diese Sorge sicherlich unbegründet, dennoch haben viele Menschen Angst vor der Alzheimer-Krankheit, die nicht nur das Gedächtnis schwinden lässt, sondern auch die Persönlichkeit verändert.
Welche Symptome sind aber tatsächlich ernst zu nehmende Warnsignale für eine Alzheimer-Demenz? Wie merkt man selbst, dass etwas nicht mehr stimmt? Bei welchen auffällig veränderten Verhaltensweisen sollten Angehörige aufmerksam werden? Auf diese und weitere Fragen wollen wir im Rahmen unserer Aktionswoche vom 25. bis 30. Oktober 2004 Antworten geben.
Wir wollen darüber informieren, warum es für den Therapieerfolg wichtig ist, die Krankheit rechtzeitig zu entdecken, welche Früherkennungstests den Ärzten zur Verfügung stehen, welche Behandlungsmöglichkeiten sinnvoll und vor allem wirksam sind. Darüber hinaus wollen wir den Angehörigen Tipps zum täglichen Umgang mit Demenzkranken geben, mit denen sich das familiäre Zusammenleben von Alzheimerkranken und Gesunden entspannen und harmonischer gestalten lässt.
Entsprechende Informationsmaterialien wie Plakate und Broschüren können wir auf Anfrage in begrenzter Menge zur Verfügung stellen. Nähere Informationen gibt es beim Koordinationsbüro im DGK
Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Stichwort Aktionswoche 'In Würde altern'
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel.: 0 64 21 / 293 - 174
Fax: 0 64 21 / 293 - 774
E-Mail: altern(à)kilian.de.
Hintergrund-Info:
Habe ich schon Alzheimer?
Die Angst vor der Alzheimer-Demenz ist groß in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Aufklärungsaktion, die das Deutsche Grüne Kreuz in 21 Städten im gesamten Bundesgebiet durchgeführt hatte. Vor allem Menschen, in deren Familie die Krankheit bereits einmal aufgetreten ist, machen sich Sorgen um die eigene gesundheitliche Zukunft. Andere beobachten bei sich selbst erste Anzeichen von Gedächtnisstörungen und befürchten, dies könne schon der Beginn einer Demenzerkrankung sein. Mit einschlägigen Präparaten aus Drogerien und Supermärkten wird dann oft vergeblich versucht, der zunehmenden Vergesslichkeit entgegen zu steuern.
Besser ist es, einen Arzt aufzusuchen und einen Test durchführen zu lassen. Im Wesentlichen bestehen die gebräuchlichen Testverfahren aus einigen Fragen, mit denen die Funktionstüchtigkeit des Gedächtnisses, die Orientierungsfähigkeit und das logische Denkvermögen geprüft werden. Mit diesen Tests gewinnt man nicht nur Gewissheit. Sollte sich der Demenz-Verdacht bestätigen, hat man auch die Chance zu einer optimalen Behandlung: Denn: Wird die Alzheimer-Krankheit früh erkannt, lässt sich ihr Fortschreiten tatsächlich erfolgreich verzögern. Die dafür benötigten Medikamente müssen allerdings vom Arzt verordnet werden. In erster Linie handelt es sich um Substanzen aus der Gruppe der Acetylcholinesterase-Hemmer, wie beispielsweise den Schneeglöckchen-Wirkstoff Galantamin. Dieser greift in die, durch die Alzheimer-Krankheit gestörte, Regulation bestimmter Gehirn-Botenstoffe ein und kann so Gedächtnis und geistige Leistungsfähigkeit bis zu vier Jahre stabilisieren, wie zahlreiche Studien belegen.
Typischerweise äußert sich eine Demenz allerdings nicht nur mit Gedächtnis- und Orientierungsstörungen. Auch auffällige Veränderungen im Verhalten und der Persönlichkeit wie zum Beispiel verstärkte Feindseligkeit bis hin zur Aggressivität oder eine Umkehrung des Schlaf-Wach-Rhythmus können Warnsignale sein. Gerade diese Verhaltensstörungen machen den Betroffenen und ihren Angehörigen das Leben besonders schwer. In solchen Fällen kann der Arzt die Situation mit einer Risperidon-Therapie entspannen. Die Symptome lassen sich damit wirkungsvoll bessern. Statt nur einfach ruhig gestellt zu werden, gelingt es mit diesem als einzigem in Deutschland für dieses Krankheitsbild zugelassenen Wirkstoff die Betroffenen tagsüber so aufnahmefähig zu halten, dass sie einfache Tätigkeiten wieder selbst erledigen können. Die Angehörigen werden dadurch bei der Pflege deutlich entlastet.
Die Diagnose Demenz gehört also eindeutig in die Hand des Arztes, denn nicht jede leichte Gedächtnisstörung muss gleich Alzheimer sein. Sollte sich der Verdacht aber bewahrheiten brauchen Betroffene und Angehörige fachmännischen Rat und Betreuung. Die medikamentöse Therapie leistet ihren Teil. Zusätzlich muss der Arzt den Angehörigen aber auch Hilfestellung und Tipps für das tägliche Zusammenleben mit dem Demenzkranken geben. Viele Probleme können schon vermieden werden, wenn die Angehörigen lernen, die veränderte Wahrnehmungswelt des Betroffenen zu akzeptieren und auf Streit und nutzlose Diskussionen zu verzichten.

