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Tourplan: Route 2005
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Alzheimer früh erkennen
Experten geben Tipps zur Früherkennung, führen erste Tests durch und beraten umfassend. An speziellen Erfahrungsstationen lernt der Besucher die Symptome der Erkrankung kennen und die Welt von Alzheimer-Patienten verstehen.
(dgk) Insgesamt 45 Städte wird der Infobus “Alzheimer früh erkennen” des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. und der Initiative Altern in Würde von April bis Juni 2005 besuchen. Der Startschuss fällt am 11. April in Hamburg, jeden Tag steht der Infobus danach in einer weiteren Stadt zwischen Kiel und Konstanz, Aachen und Dresden. Den vollständigen Tourplan kann man im Internet unter www.altern-in-wuerde.de nachlesen. (siehe unten)
Aufgrund der steigenden Lebenserwartung entwickelt sich die Alzheimer-Demenz zunehmend zu einer Volkskrankheit. Heute leiden bereits mehr als 700.000 Bundesbürger an Alzheimer; in 20 Jahren wird sich diese Zahl fast verdoppelt haben, schätzen Experten. Aber auch viele jüngere Menschen werden indirekt durch einen erkrankten Angehörigen mit dieser schwierigen Situation konfrontiert. Zu wissen, an welchen Symptomen man Alzheimer früh erkennen kann, ist nützlich, denn: Wird die Krankheit in einem frühen Stadium durch einen Arzt festgestellt, können die Symptome gut behandelt und eine Verschlimmerung hinaus gezögert werden.
Einer aktuellen Untersuchung zufolge erhalten derzeit allerdings nur etwa 13 Prozent aller Alzheimer-Patienten eine angemessene medikamentöse Therapie, wie sie in den Leitlinien der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft empfohlen wird. Mehr als 500.000 Alzheimer-Patienten bleiben demnach unterversorgt. Zum einen werden die frühen Anzeichen der Krankheit von Angehörigen und Ärzten häufig als normale Alterserscheinungen interpretiert, zum anderen herrscht bei vielen Ärzten auch noch Unkenntnis über die modernen therapeutischen Möglichkeiten.
Mit ihrer Infobusaktion wollen die Veranstalter auf die wachsende Zahl von Alzheimerkranken aufmerksam machen, über Früherkennungsmöglichkeiten und Tests informieren sowie Wissen vermitteln, welches für das Arztgespräch wichtig ist. Darüber hinaus soll um Verständnis für die Probleme der Betroffenen und ihrer Angehörigen geworben werden. Wer Fragen zur Alzheimer-Demenz hat, einen ersten Früherkennungstest durchführen möchte oder einen Demenzkranken in der Familie pflegt, sollte diese Chance zur Beratung nutzen.
Informieren und beraten
Warum ist die Früherkennung von Alzheimer so wichtig? Erste Anzeichen wie die zunehmende Vergesslichkeit von kurz zurückliegenden Ereignissen, sozialer Rückzug oder Feindseligkeit werden von Verwandten und Freunden oft erst spät wahrgenommen oder aber als typische Alterserscheinung betrachtet. Der Betroffene selbst nennt meist gute Gründe für die Veränderungen im Denken und Verhalten. Wenn ein Arzt die Diagnose Alzheimer-Demenz stellt, hat die Krankheit oft schon Jahre lang ihre Zerstörungsarbeit im Gehirn des betroffenen Menschen geleistet.
Am Infobus wird deshalb darüber aufgeklärt, welche Symptome und Verhaltensweisen auf eine beginnende Erkrankung hindeuten können, erste einfache Tests können durchgeführt werden, um den Anfangsverdacht zu erhärten oder zu widerlegen. Früh erkannt, kann die Zeit für eine wirksame Behandlung genutzt werden. Werden moderne Antidementiva, wie zum Beispiel der ursprünglich aus dem Schneeglöckchen gewonnene Wirkstoff Galantamin, rechtzeitig eingesetzt, können die geistigen Fähigkeiten und damit die Teilnahme am täglichen Leben für Monate bis Jahre noch gut erhalten werden. Die häufig durch die Demenz verursachten Verhaltensstörungen wie Aggressionen oder Wahnideen (zum Beispiel des Bestohlen- oder Hintergangenwerdens) und die damit verbundene Unruhe kann der dafür zugelassene Wirkstoff Risperidon wirkungsvoll mildern. Durch die richtige medikamentöse Therapie sowie begleitende nicht-medikamentöse Maßnahmen gewinnen die Betroffenen und ihre pflegenden Angehörigen deutlich mehr Lebensqualität. Auch Heimeinweisungen können vermieden werden. Experten beraten dazu am Infobus individuell und geben praktische Tipps zum Umgang mit Demenzkranken.
Erfahren und verstehen
Einen neuen und ungewöhnlichen Weg gehen die Veranstalter der Infobus-Tour, um in der Öffentlichkeit das Krankheitsbild bekannter zu machen und für mehr Verständnis für die Alzheimerkranken zu werben. Zu Alzheimer gehört mehr als nur die Vergesslichkeit. Angehörigen, Freunden und Bekannten fällt es oft schwer zu begreifen, was in dem Erkrankten vorgeht, warum er so verändert ist und seltsam handelt und reagiert. Missverständnisse, Ablehnung und Streit sind dann vorprogrammiert. Erfahrungsstationen, die am Infobus aufgebaut sind, sollen gesunden Menschen verdeutlichen, welche Symptome ein Alzheimerkranker entwickelt und wie er seine Umwelt erlebt. Ziel der Erfahrungsstationen ist also auch, das familiäre Miteinander von Kranken und Gesunden zu fördern.
Nähere Informationen zum Infobus Alzheimer-Demenz gibt es im Internet unter www.altern-in-wuerde.de sowie beim Organisationsbüro im
Deutschen Grünen Kreuz
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel.: 0 64 21 / 293 - 150
Fax: 0 64 21 / 293 - 750
E-Mail: ingolf.duerr(à)kilian.de.
Tourplan
jeweils von 10.00 bis 16.00 Uhr
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