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5. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft
für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie
Die Zahl verhaltensauffälliger alter Menschen hat in Deutschland die Millionengrenze überschritten und steigt weiter rapide. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen 5. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und - psychotherapie (DGGPP) in München. Ursache ist meist eine Demenzerkrankung wie zum Beispiel die Alzheimer-Krankheit. Oft würden die Verhaltensänderungen, die Teil der Krankheit sind, aber nicht frühzeitig und optimal behandelt. Die Last trügen dann vor allem Angehörige oder Pflegekräfte in den Heimen. Wirksame Therapien stehen zur Verfügung, werden aber noch zu selten genutzt, betonten Experten.
Obwohl gerade Verhaltensauffälligkeiten wie Unruhe, Aggressivität, Misstrauen, Umherlaufen in der Nacht, und wahnhafte Äußerungen bei dementen, also altersverwirrten Menschen das größte Problem für Angehörige und Pflegekräfte darstellen, werde diesen sehr häufigen Symptomen bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, berichtete Dr. Martin Haupt, Psychiater in Düsseldorf. Gründe dafür sieht Haupt darin, dass Angehörige es als peinlich empfänden, über solche Persönlichkeitsveränderungen zu sprechen und sie als normale Alterserscheinung abtäten. Ärzte sollten Angehörige deshalb gezielter nach solchen Symptomen fragen, denn demenzbedingte Verhaltensstörungen ließen sich wirksam behandeln.
Haupt stellte auf dem Kongress eine Studie mit insgesamt 303 Demenz-Patienten vor, die unter den typischen Verhaltensauffälligkeiten litten. Verglichen wurde dabei die Wirksamkeit zweier Wirkstoffe, dem neuen Risperidon und dem schon älteren Melperon. Risperidon schnitt dabei eindeutig besser ab, so Haupt. Bei den Patienten, die vier Wochen mit Risperidon behandelt worden waren, verringerten sich Aggressivität, Misstrauen und Unruhe deutlich, der Schlaf-Wach-Rhythmus normalisierte sich. Die Patienten wirkten wesentlich ausgeglichener, waren tagsüber wacher, weshalb auch die Gefahr von Stürzen erheblich reduziert war. Ein Vorteil von Risperidon, den Haupt besonders hervorhob, da die Patienten früher mit den alten Medikamenten oft nur ruhiggestellt worden wären, und so Stürze mit schweren Verletzungen fast an der Tagesordnung gewesen seien.
Auch das Urteil der Ärzte und Angehörigen spräche eindeutig für den Einsatz von Risperidon bei Demenz-bedingten Verhaltensstörungen. Über 90 Prozent schätzten die Krankheitssituation nach der Behandlung erheblich günstiger ein, zumal die Verträglichkeit sehr gut gewesen sei.
Aus seiner Erfahrung empfiehlt Haupt die Therapie mit Risperidon dann, wenn die Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen für die betreuenden Personen oder den Patienten selbst zum echten Problem werden und alle nicht-medikamentösen Maßnahmen ausgeschöpft wurden. Solche fortschrittliche Behandlungsverfahren bei Demenzerkrankungen würden hierzulande aber noch zu selten eingesetzt.
Quelle:
Symposium "Demenz-Patienten und ihre therapeutischen Chancen". DGGPP-Kongress, München, April 2003
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Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Stichwort: Verhaltensstörungen
Postfach 1207
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