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Sozialer Rückzug, Depression und Selbstmordgedanken könnenfrühe Anzeichen für eine Altersdemenz wie z. B. Alzheimer sein
Bericht von der 11. Internationalen Konferenz der International Psychogeriatric Association (IPA) in Chicago (August 2003)
Nicht die Gedächtnisausfälle allein sind die ersten und deutlichsten Symptome einer beginnenden Demenz. Frühe Vorboten können auch sein, wenn ältere Menschen ihre sozialen Kontakte vernachlässigen, sich mehr und mehr von Familie und Freunden zurückziehen, immer öfter in depressive Gemütslagen versinken und sich der Schlaf- Wachrhythmus verändert. Dies erklärte Professor Michael Davidson (Tel Aviv, Israel) bei einem internationalen Kongress von Gerontopsychiatern in Chicago.
Derzeit werde nicht einmal die Hälfte aller Demenzerkrankungen ärztlich diagnostiziert, weil solche Anzeichen nicht ausreichend beachtet würden. Dabei komme es bei neun von zehn Demenzpatienten im Verlauf der Krankheit zu auffälligen Verhaltensweisen wie Feindseligkeit, Aggressivität, Misstrauen und körperlicher Unruhe. Der Verdacht auf eine Demenz als Ursache läge insbesondere dann nahe, wenn im früheren Leben des Patienten noch keine dieser psychischen Veränderungen aufgetreten seien, so Davidson weiter.
Bei Fortschreiten der Demenz würden die Verhaltensauffälligkeiten dann immer gravierender, so dass sie letztlich den Ausschlag für die Entscheidung der Angehörigen geben, den Patienten in ein Pflegeheim einzuweisen. Dabei wirkten sich verbale und körperliche Aggressionen des Demenzkranken sowie ein gestörter Schlaf- Wachrhythmus mit nächtlichen Aufwachphasen und Umherlaufen besonders belastend auf die pflegenden Angehörigen aus, erläuterte Professor Mary-Ann Boyd (Edwardsville, USA).
Verhindern oder zumindest hinauszögern könne man dieses Schicksal durch den Einsatz moderner Medikamente wie zum Beispiel dem Wirkstoff Risperidon. Vor allem Aggressivität, Misstrauen, Unruhe und Wahnvorstellungen der alten Menschen ließen sich mit Risperidon besser in der Griff bekommen. Außerdem würde sich der häufig gestörte Tag-Nacht-Rhythmus wieder normalisieren, die Patienten seien tagsüber ansprechbar und schliefen nachts dafür länger durch. Im Gegensatz zu älteren Arzneimitteln weise Risperidon auch wesentlich weniger Nebenwirkungen auf, beschrieb Professor Peter de Deyn (Middelheim, Belgien) die aktuell zu empfehlende Behandlungsform demenzbedingter Verhaltensveränderungen.
Weil Demenzerkrankungen in unserer Gesellschaft nach wie vor stigmatisiert würden, scheuten sich Patienten und Angehörige häufig noch zum Arzt zu gehen. Selbst wenn die Symptome eigentlich unübersehbarer wären, würde sie so lange wie möglich verdrängt. Zu lange, meinen Experten, denn je früher man mit einer angemessenen Therapie beginne, um so besser lasse sich der Zustand des betroffenen Menschen stabilisieren.
Informationsbroschüren zum Thema Demenz mit Tipps für Angehörige zum richtigen Umgang mit Verhaltensstörungen können gegen Einsendung eines mit € 1,44 frankierten DIN A5-Rückumschlags bestellt werden bei
Deutsches Grünes Kreuz
Stichwort: Demenz
Postfach 1207
35002 Marburg
Abb. 1:
Verhaltensauffälligkeiten sind häufig die frühen Vorboten einer Demenz
Abb. 2:
Die zwei Seiten der Alzheimer-Demenz
Abb. 3 : Schnelltest Verhaltensänderungen bei Demenz


