DGK e.V. -Die AGMV (Arbeitsgemeinschaft Masern und Varizellen) ist eine gemeinsame Initiative des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline und Sanofi Pasteur MSD. Die wissenschaftliche Federführung liegt beim RKI. Das Deutsche Grüne Kr
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Arbeitsgemeinschaft Masern und Varizellen (AGMV)

Ziele

Die AGMV (Arbeitsgemeinschaft Masern und Varizellen) ist eine gemeinsame Initiative des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline und Sanofi Pasteur MSD. Die wissenschaftliche Federführung liegt beim RKI. Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) ist mit der Durchführung des Projektes beauftragt.

Das Masern-Sentinel der Arbeitsgemeinschaft Masern (AGM), mit dem seit 1999 in Arztpraxen auftretende Masernfälle erfasst wurden und dadurch in Ergänzung zu den Meldedaten (Infektionsschutzgesetz, IfSG) wertvolle Informationen zur Struktur und Besonderheiten der Masernmobidität gewonnen wurden, wurde um die Erfassung der Varizellen (Windpocken) ergeweitert. Die Arbeitsgemeinschaft Masern und Varizellen (AGMV) hat am 1. April 2005 die Arbeit aufgenommen.

Wichtige Ziele des Sentinels sind, nun auch die Häufigkeit der Varizellen und deren Komplikationen in den verschiedenen Altersgruppen zu erfassen, zumal nach IfSG für Varizellen und Herpes zoster keine Meldepflicht besteht. Der Schweregrad der Erkrankungen und die Häufigkeit der Komplikationen und Herpes-zoster-Fälle, eventuelle Impfdurchbrüche sowie die Akzeptanz der Varizellenimpfung sollen registriert werden. Eine generelle Impfempfehlung besteht seit Juli 2004 für Kinder von 11 bis 14 Monaten.

Masern und Varizellen sind keine harmlosen Infektionskrankheiten, wie viele Menschen glauben. Auch in Deutschland kommt es noch zu bleibenden Schädigungen und sogar zu Todesfällen.

Gesundheitspolitisches Ziel der Europäischen Region der WHO ist die Eliminierung der Masern, die in Deutschland immer noch grassieren. Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt dieses Ziel und hat ein Interventionsprogramm ins Leben gerufen, um die Maserninzidenz in den nächsten Jahren um 90 Prozent auf unter 1/100.000 Einwohner zu senken. Langfristig sollen damit die Masern in Deutschland ausgerottet werden, um die entsprechende Zertifizierung durch die WHO zu erreichen.

Erfahrungen aus den USA und anderen Ländern, in denen die Masern bereits eliminiert sind, zum Beispiel Skandinavien, zeigen, dass für eine dauerhafte Senkung der Maserninzidenz Impfraten von über 95 Prozent am Ende des zweiten Lebensjahres, eine zweimalige Masernimpfung (als kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Impfung) sowie eine konsequente Surveillance der Erkrankungsfälle erforderlich sind.

Eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Bekämpfungsprogramm ist demnach ein gut funktionierendes Meldesystem. Das neue Infektionsschutzgesetz, das seit dem 1.1.2001 in Kraft getreten ist, trägt dem Rechnung.


Maßnahme

Am 1. Oktober 1999 nahm – zunächst für drei Jahre – die Arbeitsgemeinschaft Masern (AGM) als bundesweites Masern-Sentinel-System ihre Arbeit auf. Mehr als 1.400 Ärztinnen und Ärzte (Kinder- und Allgemeinmediziner) im gesamten Bundesgebiet wirken ehrenamtlich daran mit. Das Deutsche Grüne Kreuz ist für die Organisation und das Studiensekretariat der AGM zuständig. Monatlich melden die Sentinel-Praxen alle in ihrer Praxis aufgetretenen Masernfälle, Masernverdachtsfälle, Varizellen-Neuerkrankungen und Herpes zoster sowie Komplikationen bei Masern und Varizellen an die AGM-Zentrale. Anhand eines detaillierten Erfassungsbogens werden die einzelnen Fälle registriert und statistisch ausgewertet. Zusätzlich werden beim nationalen Referenzzentrum für Masern, Mumps und Röteln am Robert Koch-Institut in Berlin Laborstichproben untersucht. Mit diesem Sentinel wird es erstmals gelingen, aktuelle epidemiologische Daten über Masern zu erhalten.

Seit April 2005 werden Varizellen-Neuerkrankungen der AGMV gemeldet. Etwa 620 Ärzte melden derzeit monatlich die Fälle aus ihrer Praxis.


Partner

Kooperationspartner der AGMV sind neben dem Robert Koch-Institut, dem DGK und den Sponsoren die Meldeärzte. Etwa 1.400 Ärzte beteiligen sich bundesweit und melden monatlich Masernverdachtsfälle, Varizellen-Neuerkrankungen und Herpes zoster sowie Komplikationen bei Masern und Varizellen.

Ein wissenschaftlicher Beirat, der sich aus Vertretern der niedergelassenen Kinderärzte und Allgemeinmediziner, Hochschulvertretern, Repräsentanten des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und Experten, die in der Impfprävention tätig sind, zusammensetzt, unterstützt und begleitet die Arbeit der AGMV.


Dem wissenschaftlichen Beirat gehören an:

    • Dr. Fabian Feil, Seuchenhygienereferent Niedersachsen, Hannover
    • Prof. Dr. Hartmut Hengel, Direktor des Instituts für Virologie, Universität Düsseldorf
    • Prof. Dr. Rüdiger von Kries, Institut für Soziale Pädiatrie der Ludwig-Maximilians-Universität, Mitglied der STIKO, München; Vorsitzender der AGMV
    • Prof. Dr. Burkhard Schneeweiß, Chefarzt der Abtlg. Pädiatrie Ostseeklinik Kühlungsborn, Berlin
    • Dr. Ingrid Seiffert, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Braunschweig
    • Prof. Dr. Klaus Wahle, Leiter des Arbeitsbereichs Allgemeinmedizin Universitätsklinik Münster, Mitglied der STIKO; 1. Stellvertretender Vorsitzender der AGMV
    • Dr. Michael Zinke, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Hamburg; 2. Stellvertretender Vorsitzender der AGMV

 


Kontakt:
Arbeitsgemeinschaft Masern und Varizellen
im Kilian
Schuhmarkt 4
35037 Marburg

Ansprechpartnerinnen:

Dr. Ute Arndt
Tel.: 0 64 21 / 2 93 - 116
E-Mail: ute.arndt(à)kilian.de

Dr. Andrea Grüber
Tel.: 0 64 21 / 2 93 - 126
E-Mail: andrea.grueber(à)kilian.de
Internet: www.agmv.de

 

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