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Der FBA-Kongress 2010 findet vom 4. - 06. März statt.
CCD. Stadthalle Congress Center, Düsseldorf
Weitere Informationen finden Sie
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FBA-Kongress, 28.02.-01.03.2008

- Folgende Experten standen bei der Pressekonferenz Rede und Antwort (von links): Prof. Dr. Heinz Kölbl (Mainz), Prof. Dr. mult. Wolfgang Holzgreve (Basel), Prof. Dr. Marion Kiechle (München), Dr. Christian Albring (Hannover), Moderatorin Maria-E. Lange-Ernst, Dr. Werner Harlfinger (Mainz), Dr. Gerda Enderer-Steinfort (Köln) und Dr. Michael Wojcinski (Bielefeld). Foto: DGK
Prävention zentrales Thema
Prävention war das zentrale Thema beim diesjährigen Fortbildungskongress der Frauenärztlichen BundesAkademie (FBA) des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), der vom 28. Februar bis zum 1. März im Congress Center Düsseldorf (CCD) stattfand.
„Der Fortbildungskongress soll mit einem vielfältigen Vortrags- und Kursangebot dazu beitragen, Klarheit bei der Diskussion um HPV-Tests, HPV-Impfung, Zytologie und Untersuchungsintervalle zu finden“, beschreibt Dr. Werner Harlfinger, Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz des BVF und zum 8. Mal Kongresspräsident, das Ziel des Fortbildungskongresses.
Während der Pressekonferenz zu Kongress-Beginn am Donnerstag, 28. Februar, stellte Harlfinger die Besonderheit des deutschen Vorsorge-Konzeptes gegenüber anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, den Niederlanden oder Schweden heraus. In diesen staatlich organisierten Gesundheitssystemen gibt es keine niedergelassenen Frauenärzte. In diesen Ländern werde die Krebsvorsorge auf den Krebsabstrich reduziert. In Deutschland, wie auch in der Schweiz und den USA, habe die Krebsvorsorge einen ganz anderen Stellenwert. „In Deutschland haben wir die besondere Situation, dass der Frauenarzt für alle Bereiche der Frauengesundheit zuständig ist. Er betreut und versorgt seine Patientinnen in ihrer medizinischen, psychischen und sozialen Gesamtheit“, so Harlfinger. Ein Ziel des Berufsverbandes der Frauenärzte sei es, gemeinsam mit der Schweiz und den USA, dieses Vorsorgekonzept im europäischen Rahmen zu positionieren.
Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, ging auf die Inzidenz des Zervixkarzinoms in Deutschland ein. Seit der Einführung der Krebsfrüherkennungsuntersuchung 1971 seien die Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs auf ein Drittel zurückgegangen. Dennoch betrage die Inzidenzrate in Deutschland 12 pro 100.000 Einwohner. Dies resultiert laut Albring unter anderem daraus, dass in Deutschland ein organisiertes Einladungssystem für Frauen fehlt. „80 Prozent der Gebärmutterhalskrebserkrankten hatten in den letzten drei bis fünf Jahren keine Krebsfrüherkennungsuntersuchung wahrgenommen“, so Albring. Primäre Aufgabe sei es daher, ein entsprechendes Einladungsverfahren zu entwickeln und in Deutschland zu etablieren.
Zur vorbeugenden HPV-Impfung führte Dr. Harlfinger aus, dass die HPV-Impfung den Anteil der auffälligen Befunde um etwa ein Drittel reduzieren könne. „Die HPV-Imfpung ist sicher und effektiv, selbst in der Schwangerschaft, selbst für bereits infizierte Frauen, und vermutlich auch für ältere Frauen“, so Harlfinger. Da bei etwa 65 Prozent der Frauen aber weiterhin auffällige Befunde auftreten könnten, sei die Weiterführung des Krebsfrüherkennungsprogramms von größter Wichtigkeit. In Bezug auf die vermeintlich im Zusammenhang mit der HPV-Impfung aufgetretenen Todesfälle mahnten alle Beteiligten einen verantwortungsbewussten und sensiblen Umgang mit der Thematik in den Medien an für eine sachliche, ganzheitliche Aufklärung im Sinne der Gesunderhaltung der Frau. „Es gibt bisher keine Beweise, dass die Todesfälle durch die Impfung verursacht wurden“, sagte Dr. Michael Wojcinski, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Bielefeld.
Zum Thema "Infektionen - Risiken in der Frühschwangerschaft" plädierte Dr. Wojcinski dafür, dass Frauen eine frühzeitige Beratung beim Frauenarzt am besten vor der Schwangerschaft wahrnehmen sollten mit dem Ziel, den Impfschutz vor der Schwangerschaft zu komplettieren.
Dr. Gerda Enderer-Steinfort, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Köln, die das Thema "Hormone und Schönheit der Frau - Märchen und Mythen" aufgriff, sprach sich dafür aus, dass die frauenärztliche Beratung auch die nach außen sichtbare Vitalitätserhaltung der Frau mit einschließen solle.
"Zu jeder Stufe der Harninkontinenz gibt es Therapieoptionen, die die Lebenssituation der Frauen maßgeblich positiv beeinflussen können", sagte Prof. Dr. Heinz Kölbl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten der Universität Mainz, der das Thema "Urogynäkologie - Inkontinenzchirurgie" vorstellte. Das Thema Harninkontitnenz sei in unserer Gesellschaft weiterhin ein Tabuthema. "40 Prozent der Frauen sprechen die Thematik nicht von sich aus an", so Kölbl. Eine wichtige Aufgabe der Frauenärzte sei es daher, bei diesem Thema aktiv auf die Frauen zuzugehen. "Das Problem ist heilbar", so die zentrale Aussage Kölbls.
Neue Entwicklungen zum Thema Frühdiagnostik bei Risikoschwangerschaften stellte Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve, Ordinarius für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität Basel, vor. Alternativ zur invasiven Frühdiagnostik, so Holzgreve, seien derzeit vielversprechende nichtinvasie frühgeburtliche Diagnoseverfahren in der Erprobung und Anwendung, die auf der Untersuchung von DNA des Kindes im Blut der Mutter basieren, und die das Risiko von Komplikationen, wie sie bei der invasiven Diagnostiik zu 1 Prozent auftreten können, ausschließen.
Weitere Informationen:
Berufsverband der Frauenärzte
FBA Frauenärztliche BundesAkademie

