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Hysterektomie

Hysterektomie (Gebärmutterentfernung)

Lesen Sie auch das Experten-Interview "Den Frauen die Gebärmutter erhalten – das ist das Ziel"

In Deutschland werden jährlich 150.000 Hysterektomien vorgenommen, ein Großteil aufgrund von Menstruationsstörungen. Die Mainzer Gynäkologen Sanitätsrat Dr. Werner Harlfinger und Dr. Rüdiger Söder halten jede zweite in Deutschland durchgeführte Hysterektomie für überflüssig. Lesen Sie am Ende dieser Seite, welche Alternative die beiden Experten vorschlagen.

Hysterektomie bedeutet, dass die Gebärmutter vollständig entfernt wird. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose oder in Regionalanästhesie (Betäubung eines größeren Körperbereiches).

Die Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) kann durch die Scheide (vaginale Operation), über einen offenen Bauchschnitt (Laparotomie) oder per Bauchspiegelung (Laparoskopie) erfolgen. Dabei wird über einen kleinen Einschnitt am Bauchnabel ein optisches Gerät (Laparoskop) mit einer kleinen Videokamera eingeschoben. Um das Bauchgewölbe aufzuspannen und die Sicht zu verbessern, wird CO2-Gas eingeblasen. Benötigte Instrumente werden über weitere Einschnitte in den Bauchraum eingeführt. Auf einem Monitor sieht der Operateur in Echtzeit das Operationsgebiet. Oftmals wird ebenfalls ein Instrument über die Scheide in die Gebärmutter eingeführt, um die Gebärmutter bewegen zu können. Bei allen Zugangswegen wird die Gebärmutter von der Umgebung (unter anderem Blase, Mastdarm) und den Aufhängestrukturen abgetrennt.

Es kann ausreichend sein, lediglich den Hauptteil (Corpus) der Gebärmutter herauszunehmen (suprazervikale Hysterektomie). Dies erfolgt in den meisten Fällen per Bauchspiegelung (laparoskopische suprazervikale Hysterektomie, LASH). Manchmal werden im selben Eingriff die Eierstöcke entfernt, wenn sich dort krankhafte Befunde zeigen oder die Entfernung prophylaktisch vorgenommen werden soll.

Trotz geplanter Entfernung lediglich des Gebärmutterkörpers kann es sich während der Operation als notwendig herausstellen, ebenfalls den Gebärmutterhals zu entfernen.


"Den Frauen die Gebärmutter erhalten – das ist das Ziel"

In Deutschland werden rund 150.000 Gebärmutterentfernungen im Jahr durchgeführt. Ca. 75.000 davon sind überflüssig! Denn es gibt eine Methode, die vielen Frauen die Entfernung der Gebärmutter ersparen kann. Die Mainzer Gynäkologen Sanitätsrat Dr. Werner Harlfinger und Dr. Rüdiger Söder setzen sich für die Durchführung dieser Goldnetz-Methode ein. Was die beiden verbindet, ist das Interesse an einer bestmöglichen Versorgung für Frauen.

Herr Dr. Harlfinger, was steckt hinter der Goldnetz-Methode?

Dr. Harlfinger: Das Goldnetz (NovaSure®) wird in die Gebärmutterhöhle eingeführt und entfaltet sich dort. Ein Vakuum wird gelegt, sodass sich das Netz fest an die Schleimhaut anschmiegt. Dann wird über einen Computer gesteuert eine bestimmte Menge Energie über zwei Minuten freigegeben. Dadurch wird die Gebärmutterschleimhaut verödet, anschließend wird die Sonde mit dem Goldnetz wieder entfernt. Für diesen Eingriff müssen unsere Patientinnen lediglich zwei Stunden einplanen. Anschließend sind sie körperlich nicht eingeschränkt.

Herr Dr. Söder, welche Vorteile hat die Goldnetz-Methode gegenüber den Verfahren der ersten Generation?

Dr. Söder: Es sind keine antihormonellen Vorbehandlungen, sprich künstliche Wechseljahre, nötig, die sonst über zwei Monate laufen müssten. Der Eingriff selbst ist wesentlich ungefährlicher. So kann das Netz nur dann erhitzt werden, wenn es definitiv in der intakten Gebärmutter liegt. Eine Erhitzung an anderer Stelle ist schlicht nicht möglich. Der ganze Vorgang der Verödung dauert lediglich 90 Sekunden, der Eingriff gerade mal 15 bis 20 Minuten. Eine OP mit dem sonst eingesetzten Rollerball erstreckt sich hingegen über mindestens 40 Minuten.

Und wie sieht es mit der Erfolgsquote aus?

Dr. Harlfinger: Sie ist mit 98 Prozent überzeugend hoch. Das bedeutet, die Patientinnen sind über Jahre oder für immer blutungsfrei. 75 Prozent haben gar keine Blutungen mehr und ca. 98 Prozent der Patientinnen sind mit dem Ergebnis des Eingriffes zufrieden. Diese haben also eine schwache Regelblutung, mit der sie sehr gut leben können. Die Einschränkungen
vor dem Eingriff sind sehr stark. Die Patientinnen haben aufgrund ihrer starken Blutungen mit vielen sehr unangenehmen Beschwerden zu kämpfen. Diese Methode ist für unsere Patientinnen ein extremer Gewinn an Lebensqualität.

Für welche Patientinnen kommt die Goldnetz-Methode infrage?

Dr. Söder: Für alle, die unter sehr, sehr starken Blutungen leiden. Diese können sich auch auf die Blutwerte auswirken, es kommt zu Eisenmangel, die Patientinnen fühlen sich schwach. Die Goldnetz-Methode ist nicht für Frauen gedacht, die sich durch ihre Menstruation gestört fühlen. Es geht um weit mehr – nämlich um Frauen, bei denen sonst die Gebärmutter entfernt werden müsste. Voraussetzung ist, dass die Gebärmutter ansonsten unauffällig ist, keine gutartigen Geschwülste vorliegen. Außerdem darf sie nicht über die Maßen vergrößert sein. Aber auch zu klein darf sie nicht sein, da dann das Goldnetz nicht einsetzbar ist. Das bedeutet, dass wir vorher eine gründliche Untersuchung mit Spiegelung der Gebärmutter und eine Gewebeprobe durchführen. Außerdem muss bei den Patientinnen ein abgeschlossener Kinderwunsch vorliegen.

Werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen?

Dr. Harlfinger: Im Gegensatz zu den Privaten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Sachkosten noch nicht. Die ärztliche Leistung wird jedoch abgedeckt. Kassenpatientinnen benötigen also eine Zusage der Kostenübernahme von ihrer Krankenkasse. Es handelt sich hierbei in Rheinland-Pfalz nach wie vor um Einzelfallentscheidungen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern hat es hier mittlerweile schon sehr viele dieser positiven Einzelfallentscheidungen gegeben. Und deshalb hoffen wir im Sinne unserer Patientinnen, dass weitere Krankenkassen diese sehr schonende und frauenfreundliche Methode genehmigen.

Sie beide setzen sich sehr für die Goldnetz-Methode ein?


Dr. Söder: Als berufspolitisch engagierte Gynäkologen ist es uns wichtig, dass wir uns für moderne Verfahren gezielt einsetzen. Es geht uns vor allem darum, dass wir unsere Patientinnen bestmöglich versorgen können. Deshalb führen wir Gespräche mit den Kassen. Herr Dr. Harlfinger setzt sich zudem landes – und auch bundesweit für aktuelle medizinische Methoden, wie eben auch diese NovaSure®-Methode ein.

Dr. Harlfinger: Als es diese Methode noch nicht gab, blieb bei diesem Krankheitsbild nur die Entfernung der Gebärmutter. Das ist ein einschneidender Eingriff für Frauen – psychisch wie körperlich. Und es gab die hohen Risiken der Folgeerkrankungen wie Harninkontinenz und Scheidensenkung. Wir sind überzeugt davon, dass es eine Routinemethode wird, wie dies bereits in England und den USA seit Jahren der Fall ist. Und dafür setzen wir uns gerne ein.


Sanitätsrat Dr. med. W. Harlfinger
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Große Langgasse/ Ecke Emmeranstraße 3
55116 Mainz
Tel.: 0 61 31/22 02 22
Fax: 0 61 31/23 37 10

Frauenarzt – Ambulante Operationen – Gynäkologische Endoskopie
Dr. R. Söder
Rheinstrasse 4
55116 Mainz
Tel.: 0 61 31/22 55 25
info@gyn-endoskopie.de
www.gyn-endoskopie.de

 

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