DGK e.V. -Humane Papillomviren (HPV)
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Gesundheit, Medizin, DGK, HPV. Humane Papillomviren, Aufklärungskampagne, Gebärmutterhalskrebs, Impfung, Geschlechtsverkehr, Hepatitis B, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis
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(Seite wird in Kürze umziehen)

 

www.rki.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

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Humane Papillomviren (HPV)
Aktuelles

Hinweis:
Weitere Fragen und Antworten zu dem Thema findet man bei der Partnerorganisation des DGK, dem Österreichischen Grünen Kreuz (ÖGK), das einen umfangreichen Fragenkatalog zusammengestellt hat: www.gruenes-kreuz.org/




Aktuelle Fragen zu Humanen Papillomviren (HPV) aus der DGK-Impfsprechstunde

1.    Ich habe gelesen, dass zwei Mädchen nach der HPV-Impfung gestorben sind. Stimmt es, dass die Impfung gegen HPV gefährlich ist?

Nach zwei im vergangenen Jahr aufgetretenen Todesfällen bei jungen Mädchen, die im zeitlichen Zusammenhang zu einer HPV-Impfung aufgetreten waren, sehen sowohl die Europäische Arzneimittelzulassungsbehörde (EMEA) als auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen bei Frankfurt derzeit keine Veranlassung dafür, von einer HPV-Impfung abzuraten, und warnen vor Panikmache.

In seiner Stellungnahme erklärt das PEI, dass beide Todesfälle aufgrund unbekannter Ursachen als „plötzlicher ungeklärter Tod“ ohne nachweisbaren ursächlichen Zusammenhang zur vorangegangenen Impfung eingestuft werden. Gleichermaßen wird der Todesfall eines jungen Mädchens in Österreich von den dortigen Behörden bewertet (auf der Webseite des PEI sind umfangreiche Informationen sowie Antworten auf Fragen zu diesem Thema für jedermann einsehbar: www.pei.de).

Dazu das Paul-Ehrlich-Institut: Es ist keine immunologische Impfreaktion bekannt, die ohne typische klinische Symptome bzw. ohne Erkrankung und ohne histopathologisches Korrelat (d. h. nachweisbare krankhafte Veränderungen in den Körpergeweben) in einem Fall wenige Stunden und im anderen ca. drei Wochen nach der Impfung bei vermeintlich gesunden jungen Frauen zum Tode führen und damit das Fehlen von Befunden in beiden Fällen erklären könnte. Eine anaphylaktische Reaktion (schwere allergische, sofort eintretende Reaktion) ist wegen des Fehlens klinischer Symptome und des zeitlichen Abstands zwischen Impfung und Tod in beiden Fällen unwahrscheinlich. Eine postvakzinale Enzephalopathie (eine Hirnerkrankung nach Impfung) würde mit klinischen Symptomen wie Somnolenz (Bewusstseinsstörung), Krämpfen, Kopfschmerzen und Parese (Lähmungen) einhergehen, die in keinem der beiden Fälle beschrieben wurden. Auch die Annahme eines Zytokinschocks (Zytokine sind Botenstoffe des Abwehrsystems) lässt sich mit den Befunden und dem klinischen Verlauf nicht in Einklang bringen. (www.pei.de/)

Unklare plötzliche Todesfälle sind sehr seltene Ereignisse. Laut Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes starben 2006 in Deutschland in der Altersgruppe der 15- bis <20-Jährigen 58 Personen, darunter 22 junge Frauen, mit unklarer Ursache (Gesamtzahl weiblicher Personen in dieser Altersgruppe 2,32 Millionen). Somit wird vom PEI eingeschätzt, dass bei Impfung eines großen Teils dieser Bevölkerungsgruppe auch statistisch mit derartigen Todesfällen im zeitlichen, jedoch nicht ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung gerechnet werden muss.

Sowohl die Europäische Arzneimittelzulassungsbehörde als auch das Paul-Ehrlich-Institut empfehlen die HPV-Impfung daher weiterhin.


2.    Wie funktionieren die HPV-Impfstoffe überhaupt? Kann man davon nicht eventuell sogar Krebs oder Genitalwarzen bekommen?

Definitiv nein! Denn die Impfstoffe bestehen aus leeren Virushüllen (VLP = virus like particles), also nur aus Viruseiweißen, die für die Aktivierung unseres Abwehrsystems entscheidend sind. HPV-Impfstoffe können überhaupt kein vermehrungsfähiges Virus enthalten, denn sie werden auf Zellkulturen hergestellt. Dabei produzieren je nach Impfstoff Hefe- bzw. Insektenzellen ausschließlich das Virusprotein.

Den VLPs fehlen also komplett die genetischen Informationen und andere Virusbestandteile, die der „echte“, krankmachende Erreger aber für seine Lebens- und Vermehrungsfähigkeit unabdingbar benötigt. Somit ist ausgeschlossen, dass der Impfstoff infektiös ist, und es können gleichfalls weder Genitalwarzen noch Gebärmutterhalskrebs dadurch verursacht werden.


Weitere Fragen rund ums Impfen werden beantwortet in unserer telefonischen Impfsprechstunde jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 06421 / 293 188.


Empfehlung der STIKO: Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

In Deutschland erkranken derzeit jedes Jahr etwa 6.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), etwa 1.700 sterben daran. In Europa ist Gebärmutterhalskrebskrebs die zweithäufigste Krebs-Todesursache bei Frauen unter 45 Jahren. Um die Krankheits- und Todesfälle zu reduzieren, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit März 2007 die generelle Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Die Impfung (drei Impfdosen) sollte am besten vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein, also bevor eine Infektion statffinden kann.

Wichtig ist, dass auch geimpfte junge Frauen jährlich an den kostenlosen Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen teilnehmen. Denn die Impfung wirkt gegen die HPV-Typen 16 und 18, den beiden Hochrisikotypen, die etwa 75 Prozent der Zervixkarzinom-Erkrankungen verursachen, gegen die anderen Hochrisikotypen schützt die Impfung dagegen nicht. Daher ist die Vorsorgeuntersuchung nach wie vor notwendig.

Die HPV-Impftermine sollten auch genutzt werden, um den Impfstatus der jungen Mädchen bezüglich der anderen Impfungen zu überprüfen und zu vervollständigen. Dazu gehören die Schutzimpfungen gegen Hepatitis B, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis und Keuchhusten und ggf. Meningokokken Typ C.

Quelle:
Mitteilung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut: Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) für Mädchen von 12 bis 17 Jahren – Empfehlung und Begründung. in: Epidemiologisches Bulletin, Nr. 12, 23. März 2007
siehe: www.rki.de/HPV_STIKO_12_07.pdf

 

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