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Impfungen für Kinder
Harmlose Kinderkrankheiten?
Keuchhusten - unterschätzte Erkrankung bei Jugendlichen und Erwachsenen
Gesundheitslinks
www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz
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www.rundum-zahngesund.de
Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V.
www.agi-influenza.de
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www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)
www.ag-beckenboden.de
Arbeitsgemeinschaft (AG) Beckenboden
www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)
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IBERA Impfberatung online
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www.phytoinfothek.de
PIT Phytoinfothek
www.kilian.de
Der Verlag im KILIAN
www.rki.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
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Textanfang / Content
Das Krankheitsbild
Keuchhusten gehört zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten im Säuglingsalter. Das Bordetella pertussis-Bakterium ruft eine Erkrankung der oberen Luftwege hervor.
Der Mensch steckt sich durch Tröpfcheninfektion an. Nach einer Inkubationszeit von 7 bis 14 Tagen beginnt ein etwa 10 Tage andauerndes Stadium. Es ist gekennzeichnet durch Schnupfen, manchmal einer Bindehautentzündung und einem meist nachts auftretenden Husten, der allmählich in einen Krampfhusten übergeht. Während dieser Zeit ist die Krankheit am ansteckendsten. Das typische Krankheitsbild zeigt sich im folgenden Anfallsstadium mit heftigen bellenden, stakkatoartigen Hustenstößen und anschließend ziehendem und keuchendem Einatmen. Diese Hustenanfälle wiederholen sich in kurzen Abständen. Sie enden mit dem Entleeren eines zähen glasigen Schleims, häufig auch mit Erbrechen. Die Zahl der Hustenanfälle schwankt zwischen 5 und 50 innerhalb von 24 Stunden. Bei Säuglingen kommen anfallsweise auftretende lebensbedrohende Atemstillstände hinzu. Das Anfallsstadium dauert im Allgemeinen drei bis vier Wochen. Es kann aber in manchen Fällen bis zu einem halben Jahr andauern.
Bedrohlich ist Keuchhusten auch wegen schwerwiegender Komplikationen wie Lungenentzündung, Mittelohrvereiterung und Gehirnentzündung. Selbst moderne Behandlungsmöglichkeiten können die oft schwerwiegenden Verläufe und Folgen der Erkrankung nicht in jedem Fall verhindern. Tödlich verlaufende Keuchhusten- Erkrankungen kommen auch heute noch vor, vor allem bei Säuglingen. Gegen Keuchhusten erhalten Neugeborene keinen ausreichenden Nestschutz ihrer Mütter. Sie können daher bereits in den ersten Lebenstagen erkranken. Im ersten halben Lebensjahr kann Keuchhusten ohne den typischen Husten verlaufen. Die auftretende Atemnot birgt für die Säuglinge die Gefahr des Erstickens und ist nach heutigem Erkenntnisstand eine der Ursachen für den Plötzlichen Kindstod. Daher ist es bei ungeimpften Kindern besonders wichtig, die Erkrankung so früh wie möglich zu erkennen. Später kann die Krankheit nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden.
Seit einigen Jahren werden vermehrt Keuchhusten-Erkrankungen bei Jugendlichen und Erwachsenen beobachtet. Dies hat seine Ursache im Nachlassen des Impfschutzes, der im frühen Kindesalter erworbenen wurde. Der Verlauf ist im Allgemeinen milder und weniger typisch als für das Kindesalter beschrieben. Diese leichtere Symptomatik führt oft zum Verkennen der Ursache, an Keuchhusten wird in diesem Alter nicht gedacht. Das häufigste Symptom ist ein über längere Zeit (drei Wochen und länger) anhaltender, hartnäckiger und meist nachts auftretender Husten. Auch bei Jugendlichen und Erwachsenen kann der Husten einmal einen anfallsartigen Charakter haben. Unerkannte Keuchhusten-Erkrankungen bei Eltern oder anderen im Haushalt lebenden Jugendlichen und Erwachsenen können zur Ansteckung eines Säuglings oder Kleinkindes führen!
Die Impfung
Die STIKO empfiehlt, Säuglinge so früh wie möglich, etwa im Alter von acht Wochen, gegen Keuchhusten zu impfen. Außerdem sollen Kinder mit 5 bis 6 Jahren sowie Jugendliche zwischen dem 9. und 18. Geburtstag routinemäßig eine Auffrischimpfung gegen Keuchhusten erhalten. Wenn sie im Kindesalter noch nicht oder nicht ausreichend geimpft wurden, soll die Impfung (bei Jugendlichen und Erwachsenen genügt dazu eine Impfdosis) ebenfalls nachgeholt werden.
Heute werden bei uns nur noch azelluläre Impfstoffe verwendet, die viel besser verträglich sind als die früher gebräuchlichen Ganzkeimimpfstoffe. Sie enthalten nicht mehr den ganzen Keim, sondern nur noch jene Bestandteile des Erregers, die die Immunantwort im Körper des geimpften Kindes hervorrufen. Impfreaktionen innerhalb von ein bis drei Tagen, wie schmerzhafte Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle sowie eine Temperaturerhöhung, können auftreten; sie sind Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff. Grippeähnliche Symptome oder Magen-Darmbeschwerden treten gelegentlich auf. In einigen Ausnahmefällen schreien Säuglinge und Kleinkinder als Reaktion auf die Impfung schrill und anhaltend. Erwachsene haben gelegentlich nach der Impfung muskelkaterähnliche Beschwerden und eine Muskelschwellung.
Überempfindlichkeitsreaktionen sind sehr selten zu beobachten. Andere Nebenwirkungen, wie Krämpfe, die das eventuell auftretende Fieber begleiten können, sind selten und haben keine Folgen. Fiebersenkende Medikamente können bei Kindern, die zu Fieberreaktionen neigen, diese Nebenwirkung deutlich vermindern. Seit Einführung der azellulären Impfstoffe hat die Zahl der Impfungen gegen Keuchhusten zwar zugenommen, ist aber immer noch nicht ausreichend.
Grundimmunisierung im Kindesalter: 4 Impfungen im vollendeten 2., 3., 4. und 11. bis 14. Lebensmonat
Auffrischimpfung für Kinder von 5 bis 6 Jahren
Auffrischimpfung für Jugendliche von 9 bis 17 Jahren
Erwachsene: Alle Erwachsenen erhalten bei der nächsten fälligen Impfung gegen Tetanus und Diphterie einmalig einen Kombinationsimpfstoff mit Keuchhustenanteil (Tdap-Impfstoff). Falls außerdem noch eine Impfdosis gegen Kinderlähmung notwendig ist, wird ein 4-fach-Impfstoff (Td-ap-IPV) empfohlen.
Frauen mit Kinderwunsch; enge Kontaktpersonen zu Säuglingen (Vater, ggf. Großeltern, Babysitter, Tagesmutter) sollten möglichst vier Wochen vor Geburt des Kindes eine Dosis Pertussis-Impftstoff erhalten; Personal in der Kinderheilkunde, Schwangerenbetreuung und Geburtshilfe, in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter und in Kinderheimen.
Bei Auftreten eines Krankheitsfalles ist bei engen Kontaktpersonen im Haushalt oder in einer Gemeinschaftseinrichtung die vorbeugende Einnahme eines Antibiotikums (Makrolid) empfehlenswert.
Information in Stichworten
ERREGER: Bakterium Bordetella pertussis
ÜBERTRAGUNGSWEGE: von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion und durch direkten Kontakt mit Kranken
INKUBATIONSZEIT: 7 bis 14 Tage, selten bis zu 21 Tagen
KRANKHEITSBILD: sich steigernde, starke, bellende Hustenanfälle bis zur Atemnot mit pfeifendem, keuchendem Einatmen; oft Erbrechen zähen Schleims; Todesfälle vor allem im ersten Lebensjahr
ANSTECKUNGSFÄHIGKEIT: von den ersten Symptomen, wie Husten und Heiserkeit, bis zu 40 Tagen
IMMUNITÄT (nach Erkrankung): bis zu 15 Jahre; Erwachsene werden nicht selten von Kindern angesteckt und erkranken erneut; Erwachsene können eine Ansteckungsquelle für junge Kinder sein, da der langwierige Husten bei ihnen nicht als Keuchhusten erkannt wird.
IMPFUNG:
ab dem 2. vollendeten Lebensmonat: 3 Impfungen im Abstand von 4 Wochen, im 11. bis 14. Lebensmonat: 4. Impfung
von 5 bis 6 Jahren: 1 Auffrischimpfung bzw. Nachholen oder Ergänzen einer unvollständigen Grundimmunisierung (Td-ap-Impfstoff*)
von 9 bis 17 Jahren: 1 Auffrischimpfung bzw. Nachholen oder Ergänzen einer unvollständigen Grundimmunisierung (Td-ap-IPV-Impfstoff**)
Erwachsene: 1 Impfung
* Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Kombination
** Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Poliomyelitis-Impfstoff

