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- Quelle: DGK/Prof. Cremer
Gürtelrose tut weh! Der äußerst schmerzhafte und in der Regel regional begrenzte Hautausschlag wird durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht, dasselbe Virus, welches auch Windpocken (Varizellen) auslöst. Die Gürtelrose, auch Zoster genannt, tritt demnach nur bei Menschen auf, die bereits früher einmal Windpocken hatten – und das sind im Erwachsenenalter weit über 90 Prozent. Es kann also fast jeden treffen. Der Arzt Robert Edgar Hope-Simpson errechnete 1965, dass mehr als die Hälfte aller Menschen, die das 85. Lebensjahr erreichen, einmal an Zoster erkranken. In Deutschland wird die Zahl der jährlichen Erkrankungen auf 350 000 geschätzt.
Der Name Gürtelrose geht auf den Befall von Nerven zurück, die von der Wirbelsäule ausgehen und (halb)gürtelförmig um den Rumpf verlaufen.
Was passiert?
Beim ersten Kontakt im Leben mit dem Varizella-Zoster-Virus (VZV) bekommt derjenige die Windpocken, die in einigen Fällen auch gänzlich unbemerkt verlaufen. Wenn die Windpocken ausheilen, verbleiben einige Viren in Nervenknoten (Ganglien) entlang des Rückenmarks und am Gehirn. Sie bleiben dort, ohne Krankheitssymptome zu verursachen, und zwar ein Leben lang.
Wer bekommt Zoster?
Das Risiko, eine Gürtelrose zu bekommen, steigt ganz allgemein mit zunehmendem Alter. Zunehmendes Lebensalter bedeutet in diesem Fall ab 50 Jahre, ein Alter, in dem sich die allermeisten keineswegs „so alt“ fühlen, sondern beruflich und in der Familie mitten im Leben stehen und sehr aktiv sind. Das Alter an sich ist bei der Zostererkrankung also ein „Risikofaktor“, was daran liegt, dass unser Immunsystem natürlicherweise nicht mehr so perfekt funktioniert wie in jüngeren Jahren. Zoster tritt zudem häufiger bei Personen mit geschwächtem Immunsystem auf (angeborene oder erworbene Immundefekte oder durch Medikamente bedingt), oder wenn besondere Stresssituationen vorliegen wie etwa nach Infektionskrankheiten oder Operationen.
Krankheitszeichen bei Gürtelrose
Die erneute Aktivierung der VZV-Infektion führt im Vorfeld oft zu Abgeschlagenheit oder leichtem Fieber, dann im Versorgungsgebiet des betroffenen Nerven zu den typischen Symptomen eines Zoster:
- Missempfindungen,
- Bläschenbildung auf einem begrenzten Areal geröteter Haut,
- Schmerzen, meist stark ausgeprägt,
- am häufigsten sind der Stamm oder das Gesicht betroffen,
- in der Regel ist nur eine Körper- oder Gesichtshälfte betroffen.
- Gefürchtet ist der Zoster ophthalmicus (Auge), Zoster oticus (Gehör und Gleichgewicht betreffend).
Im Normalfall trocknen die Bläschen innerhalb von einer Woche bis zwölf Tagen ab, die Haut ist nach zwei bis drei Wochen abgeheilt.
Komplikationen
Am häufigsten klagen die Patienten, auch nachdem die Bläschen abgeheilt sind, über heftige Nervenschmerzen, man spricht von einer postherpetischen Neuralgie (PHN). Diese kann über Wochen und Monate anhalten und ist nur sehr schwer zu behandeln (Link zu: Behandlungsmöglichkeiten). Das Risiko, eine PHN zu entwickeln, steigt mit zunehmendem Alter: bei 55-Jährigen sind es 27 Prozent, bei 60-Jährigen 47 Prozent und bei 70-Jährigen sogar 73 Prozent.
Komplikationen im akuten Stadium:
- zusätzliche Infektionen mit Bakterien der Haut (Staphylokokken, Streptokokken etc.)
- Lähmungen, z. B. im Gesicht (Fazialisparese), Zwerchfell
- Innere Organe sind mitbetroffen, z. B. Lunge, Herz, Bauchspeicheldrüse
- Rückenmarks-, Hirnhaut- oder Hirnentzündung, sehr selten
- Zoster generalisatus (über den ganzen Körper), sehr selten, bei abwehrgeschwächten Patienten
Komplikationen im chronischen Verlauf:
- postherpetische Neuralgie, mit zunehmendem Alter steigt das Risiko
- Narbenbildung
- bei Zoster ophthalmicus: Bindehaut-, Hornhaut- oder Regenbogenhautentzündung oder Augenmuskellähmungen
Meist tritt der Zoster nur einmal im Leben auf, bei schweren Erkrankungen, zum Beispiel bei Krebs und notwendiger Chemotherapie, auch mehrfach.
Die Gürtelrose selbst wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen, jedoch können an Gürtelrose Erkrankte die Windpockenviren auf empfängliche (nicht immune) Personen übertragen, z. B. von Großeltern auf Enkelkinder. Diese bekommen dann die Windpocken. Beim Zoster kann die Übertragung der Viren nur durch Schmierinfektion über den Bläscheninhalt erfolgen, nicht auch über Husten und Niesen, wie es bei den Windpocken der Fall ist.
Gut zu wissen:
- Ein Patient mit einer Gürtelrose kann keinen anderen mit Zoster anstecken. Wenn eine Kontaktperson ebenfalls einen Zoster entwickelt, ist dies Zufall. Es besteht ein zeitlicher, aber kein ursächlicher Zusammenhang. Ein Zoster entsteht immer „von innen heraus“, ist keine Neuinfektion.
- Wenn bei einer Person nach Kontakt zu einem Windpocken-Patienten eine Gürtelrose auftritt, ist dies ebenfalls Zufall!

