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Kinderkleidung ohne Unfallrisiko
(sgl) Im März 2002 strangulierte sich ein Dreijähriger beim Rutschen auf einem Kinderspielplatz in Berlin. Die Kordel seiner Kapuzenjacke verfing sich am Gestell des Spielgerätes und zog sich fest um seinen Hals.
Zur Vermeidung von Unfällen bei Spiel- und Freizeitaktivitäten ist es ratsam, auf die sichere Bekleidung der Kinder zu achten. Die elterliche Aufmerksamkeit sollte sich dabei einerseits auf notwendige Schutzausrüstungen richten und andererseits auf Unfallrisiken, die durch Kleidungsstücke entstehen können.
Durch Kordeln und Schnüre an Jacken besteht sowohl auf Spielplätzen als auch an Rolltreppen und Schulbustüren ein erhöhtes Unfallrisiko. Vor dem Hintergrund schwerer Verletzungen und tödlicher Unfälle hat sich die Bekleidungsindustrie entschieden, künftig auf durchgängige und reißfeste Kordeln und Schnüre im Halsbereich von Kinderkleidungsstücken zu verzichten. Ab Sommer 2002 soll diese freiwillige Selbstverpflichtung umgesetzt sein. Statt der gefährlichen Kordeln und Schnüre werden dann an Kapuzenjacken für Kinder nur noch Klettverschlüsse, Druckknöpfe und Verschlusslösungen, die bei Zugbelastung öffnen, verwendet.
Beim Spielen und Toben tragen Kinder aber nur selten die neuesten Kleidungsstücke. Die werden häufig noch geschont. Deshalb sollten Eltern vorsorglich die Kleidung ihrer Kinder auf drohende Unfallrisiken überprüfen und gegebenenfalls Kordeln und Schnüre entfernen. Auch Halstücher, Schals und Schmuckketten können an Klettergerüsten und Rutschen zum Erstickungs- und Sturzrisiko werden. Nicht nur auf dem Spielplatz, sondern auch an Etagen- und Hochbetten im Kinderzimmer können sogar Kapuzenpullover zur Gefahr werden, wie der tödliche Unfall eines Zwölfjährigen im Januar 2002 zeigt.
(sicher – gesund – lebendig (sgl), 2/2002)

