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Wenn Mara Murmeln mag
Erste Hilfe bei verschluckten Fremdkörpern

(pgk) Verschluckte Fremdkörper sind vor allem bei Kleinkindern unter drei Jahren keine Seltenheit. Die meisten davon passieren ohne Probleme den Verdauungstrakt und werden mit dem Stuhl innerhalb von einigen Tagen ausgeschieden.

Münzen, Murmeln oder Kleinteile aus Haushalt und Kinderzimmer verleiten gerade Kinder in den beiden ersten Lebensjahren, diese in den Mund zu nehmen. Manchmal beißen Kleinkinder sogar Stücke aus dünnwandigen Gläsern heraus, wenn sie versuchen, diese beim Trinken auch mit den Zähnen festzuhalten. Schulkinder verschlucken oft versehentlich Gegenstände, die zum Festhalten in den Mund genommen werden, wie Nadeln, Nägel, Schrauben oder Reißzwecken.

Verschluckte Gegenstände, die die Atmung nicht behindern, sind meist ungefährlich und werden nach zwei bis drei Tagen wieder ausgeschieden. Faserreiche Kost und viel Flüssigkeit unterstützen ein schnelleres Passieren des Magen-Darm-Traktes. Kontrollieren Sie regelmäßig den Kot im Töpfchen oder WC. Hat das Kind Knopfbatterien verschluckt, ist wegen deren nicht ungefährlichen Inhalts sofort der Kinderarzt zu konsultieren.

Während kleinere Münzen sowie kleinere, abgerundete und glattrandige Gegenstände meist spontan abgehen, kann es bei größeren, unregelmäßigen, spitzen oder scharfrandigen Fremdkörpern zu Problemen kommen. Aufgrund ihrer Größe und/oder Form können diese Verletzungen verursachen, an Engstellen des Verdauungstraktes hängen bleiben, meist am Eingang zur Speiseröhre mit gefährlicher Nähe zu den Atemwegen, im mittleren Speiseröhrendrittel sowie im Magen. Oft kommt es zur Verlegung der Atemwege mit leichter bis schwerer Atemnot. Dies kann zu einer lebensbedrohlichen Situation führen.

Folgende Symptome können auf Komplikationen einer Fremdkörperaufnahme hinweisen:

- plötzlich einsetzender Husten mit Atemnot ohne Anzeichen
eines Infektes,
- Atemnebengeräusche wie Giemen, Pfeifen, Keuchen oder
rasselnde Atmung,
- Heiserkeit,
- Würgen,
- unklares Erbrechen,
- Schluckbeschwerden,
- Speichelfluss,
- Unruhe,
- Schmerzen im Hals, hinter dem Brustbein sowie
- Bauchschmerzen.


Erste-Hilfe:

  • Auch wenn es brutal klingt: Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind einen Gegenstand geschluckt hat, halten Sie es an den Beinen hoch, so dass der Kopf nach unten hängt, oder legen es kopfüber auf die Knie. Dabei kräftig auf den Rücken zwischen die Schulterblätter klopfen oder das Kind schütteln. Säuglinge legen Sie mit dem Gesicht nach unten auf Hand und Unterarm. Größere Kinder vornüber beugen und durch kräftige Schläge auf die Brust zum Husten bringen.
  • Wenn der Fremdkörper nicht von allein hochgehustet werden kann, ziehen Sie einen Arzt zu Rate, der über weitere Schritte entscheidet. Beschreiben Sie möglichst genau, um was für eine Art von Gegenstand es sich handelt und welche Beschwerden Ihr Kind hat. Versuchen Sie nie mit den Fingern einen nicht sichtbaren Fremdkörper aus dem Mund zu entfernen. Auf diese Weise schieben Sie den Fremdkörper möglicherweise noch tiefer hinein. Beruhigen Sie das Kind und fordern es auf, ruhig und gleichmäßig zu atmen.
  • Bei größeren Gegenständen in jedem Fall das Kind in der Klinik röntgen lassen. So wird festgestellt, ob der Gegenstand an einer gefährlichen Stelle, etwa in der Speiseröhre, feststeckt und sofort entfernt werden muss. Ist dies nicht der Fall, wird abgewartet, ob der Fremdkörper auf natürlichem Wege wieder auftaucht oder doch entfernt werden muss. Im Falle schwerer Atemproblemen oder Bewusstlosigkeit umgehend den Notarzt rufen.



(Das gesunde Kind (pgk), 1/2-2003)

 

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