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Einkaufsvergnügen mit Verletzungsrisiko
Keine absolute Sicherheit für Kinder im Einkaufswagen

(sgl) Einkaufswagen in Supermärkten sollen vor allem für den bequemen Transport von Konsumwaren sorgen, das ist ihr eigentlicher Zweck. Darüber hinaus dienen sie aber auch für die Beförderung von Kindern während des Einkaufs. Aber die Funktion eines Kinderwagens erfüllen sie nur unzureichend, wie eine Studie an der Universitätsklinik für Kinderchirurgie in Graz zeigte.

Von 1990 bis 1998 mussten an der Universitätsklinik für Kinderchirurgie Graz 138 Kinder behandelt werden, die sich mit einem Einkaufswagen verletzten. 68 Prozent der Unfälle waren Stürze aus dem Wagen. Diese Stürze führten zu Gehirnerschütterungen (22 Prozent), Schädeldachbrüchen (7 Prozent), Knochenbrüchen (4 Prozent) sowie Prellungen im Kopf- und Gesichtsbereich (46 Prozent).

Vor allem Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr sind im Einkaufswagen unfallgefährdet. Unfallrisiken bestehen nicht nur durch den Sturz aus dem Einkaufswagen, sondern auch beim Umkippen und Erklettern. Zur Vermeidung von Verletzungen sollten Eltern ihre Kinder auch beim Einkauf beaufsichtigen und Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen. So sollten Kinder auf keinen Fall in der Ladefläche des Einkaufswagens untergebracht sein, sondern auf der eigens dafür vorgesehenen Sitzfläche. Hier gilt allerdings beim Ein- und Ausstieg besondere Aufmerksamkeit, um Quetschungen und Klemmungen zu vermeiden.

Auch ein kurzzeitiges Abstellen des Einkaufswagens mit Kind in der unmittelbaren Nähe von Regalen ist riskant. Denn aufgestapelte Waren und Regale könnten von Kindern als Kletterhilfe für den Ausstieg aus dem Einkaufswagen angesehen werden. Sturz- und Verletzungsgefahren bestehen auch auf dem Weg von der Kasse bis zum Auto. Unebenheiten des Bodens und eng parkende Fahrzeuge machen das Manövrieren eines beladenen Einkaufswagens nicht nur beschwerlich, sondern auch kippgefährlich. Familienfreundliche Einkaufsmärkte könnten durch die Bereitstellung von Beckengurten, mit denen Kinder im Einkaufswagen angeschnallt werden, und personellen Service zur Unfallvermeidung beitragen.

(sicher – gesund – lebendig (sgl), 1/2001)

 

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