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Besser nicht auf die Nase verlassen
(dgk) Beim Sammeln von wild wachsendem Bärlauch (Allium ursinum) besteht die Gefahr einer Verwechslung mit giftigen Pflanzen. Darauf macht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin aufmerksam.
Schon früh wurde der Waldknoblauch, wie der Bärlauch auch genannz wird, in Nordeuropa als Heil- und Würzpflanze verwendet - angeblich, bevor man den Knoblauch kannte. Dann wurde er vergessen und erst in jüngster Zeit von Feinschmeckern wiederentdeckt. Bärlauch gehört wie die Küchenzwiebel, der Schnittlauch und auch der Knoblauch zur Familie der Liliengewächse. Ähnlich positive Eigenschaften wie diese soll er für die Gesundheit haben.
Obwohl der knoblauchähnliche Geruch ein typisches Kennzeichen des Bärlauchs sei, werde die Pflanze von Sammlern immer wieder mit giftigen „Doppelgängern“ wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose verwechselt. Solche Verwechslungen führen regelmäßig zu Vergiftungen.
Eine Vergiftung mit den Glykosiden der Maiglöckchen führt zu Durchfällen, Erbrechen und gelegentlich Herzrhythmusstörungen. Die in den Herbstzeitlosen enthaltene Substanz Colchicin ist ein starkes Zellgift, das bei schweren Vergiftungen zum gleichzeitigen Versagen verschiedener Organe und nach 30 bis 48 Stunden zum Tod führen kann.
Um Bärlauch von ähnlich aussehenden Pflanzen zu unterscheiden, wird meist der Riechtest empfohlen. Der charakteristische Knoblauchduft der Bärlauch-Blätter ist so intensiv, dass er sich beim Pflücken der Blätter sofort auf die Finger überträgt. Tritt beim Zerreiben des Blattes zwischen den Fingern nicht der typische Geruch auf, sollte das Kraut lieber stehen gelassen werden, und die Hände müssen sofort gründlich gereinigt werden. Aber auch die Geruchsprobe hat Tücken: Wenn zum Beispiel der Lauchgeruch von einem vorangegangenen Test noch an den Händen haftet.
Äußerlich gelten folgende Unterscheidungsmerkmale: Bärlauch-Blätter treiben einzeln aus dem Boden und sind deutlich in eine Blattfläche und einen dünnen Blattstiel gegliedert. Bei der Herbstzeitlosen sehen die Blätter ganz anders aus: Sie sind schmal länglich-lanzettlich und sitzen ohne Blattstiel am im Boden bleibenden Stängel.
Die Blätter treiben in Büscheln aus dem Erdboden aus, wobei die jüngeren von den älteren umgriffen werden. Das Maiglöckchen treibt seine Blätter etwas später aus, und diese meist paarweise, wobei das ältere das jüngere Blatt umgreift. Es können aber auch nur einzeln stehende Blätter zu sehen sein.
Das Deutsche Grüne Kreuz rät, im Zweifelsfall besser auf den Verzehr zu verzichten oder Bärlauch zu kaufen. Er wird heute in der „Saison“ breit auf Wochenmärkten und auch im Supermarkt angeboten. Wer seinen Bärlauch aber nicht kaufen möchte, kann die Pflanzen auf dem Balkon oder im Garten selbst anbauen.
Die Pflanze bevorzugt einen einfachen, lehm- und leicht kalkhaltigen Boden. Er liebt auf gar keinen Fall zuviel Sonne! Am liebsten hat er es schattig – unter Bäumen, an Hecken, hinter Mauern – mit nur wenig Sonne, die durch Blattwerk gefiltert wird. Wichtig ist eine gewisse Grundfeuchte im Frühjahr, die man eventuell auch selbst erzeugen kann.
(Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), 5/2005)

