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Sie sind hier: Home / Gesundheitsthemen / Unfallprävention / Unfallarten / Vergiftungen / Verätzungen / Der grüne Saft macht Kinder neugierig
Der grüne Saft schmeckt so komisch
Vergiftungsunfälle bei Kindern

(pgk) Etwa 100.000 Kinder erleiden jährlich Vergiftungsunfälle. 10.000 davon müssen im Krankenhaus behandelt werden, bei 500 Fällen ist der Verlauf lebensbedrohlich.

Ob beim Umtopfen der Zimmerpflanzen in der Wohnung, auf dem Balkon oder im Garten oder bei Ausflügen im Freien: Jetzt gilt es, besonders auf Kinder im Alter von zehn Monaten bis etwa viereinhalb Jahren zu achten. Gerade in diesem Alter neigen kleine Kinder dazu, vieles in den Mund zu stecken – auch Pflanzen oder Teile davon. Vergiftungen durch Pflanzen sind der dritthäufigste Grund für Anrufe bei den Giftnotrufzentralen. Deshalb sollten giftige Pflanzen in Wohnung und Garten in Haushalten mit kleinen Kindern tabu sein.

In Gärten können unter anderem Goldregen, Maiglöckchen, Fingerhut, Eisenhut, Tollkirsche und Engelstrompete für Kinder gefährlich werden. Bei den Zimmerpflanzen verleiten oft rot glänzende Beeren des Korallenstrauchs zum Probieren. Giftig sind auch Narzissen, Alpenveilchen und Oleander.

Beim Frühjahrsputz inklusive Schränke-Ausmisten gilt Ähnliches: Vergiftungen mit Haushaltsreinigern, Tabak, Kosmetika und anderen gefährlichen Substanzen sind sehr häufig. Medikamente sehen oft aus wie bunte Bonbons und verführen zum Naschen, gehören daher unbedingt in ein verschließbares Hausapotheken-Schränkchen.

Auch Chemikalien wie Frostschutzmittel, Desinfektions- und Reinigungsmittel sollten Sie unbedingt absolut kindersicher aufbewahren. Bei diesen Substanzen ist die Gefahr einer Vergiftung und Verätzung von Speiseröhre und Magen besonders groß.

Die Wirkungen der verschiedenen giftigen Substanzen können dabei sehr unterschiedlich sein, häufige Symptome sind zum Beispiel Übelkeit, Magenkrämpfe, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrasen, Atemnot, Fieber und Bewusstlosigkeit.

Was ist zu tun bei Vergiftungen?

  • Ruhe bewahren.
  • Anders als vielfach behauptet, ist Milch kein Gegengift, sondern beschleunigt in vielen Fällen die Giftaufnahme durch den Darm. Besser sind Tee, Wasser oder Saft.
  • Der Versuch, das Kind zum Erbrechen zu bringen, sollte in jedem Fall nur von einem erfahrenen Arzt mit einem speziellen Medikament ausgelöst werden, da giftige Substanzen dabei die Speiseröhre und Mundschleimhäute erneut verätzen könnten.
  • Die giftige Substanz, Pflanze oder Verpackung sollte sichergestellt werden und gegebenenfalls zum Arzt oder in die Klinik mitgenommen werden.
  • Medizinische Kohle kann aufgenommene Gifte binden.
  • Im Zweifelsfall immer den Giftnotruf kontaktieren oder die Rettungsstelle aufsuchen.


(Das gesunde Kind (pgk), 5/6 – 2005)


Medikamente sollten kindersicher aufbewahrt werden
Besondere Vorsicht ist bei Medikamenten geboten, die kindersicher aufbewahrt werden sollten, damit es nicht zu Vergiftungsunfällen kommen kann. Foto: DGK

 

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