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Grantig, misstrauisch, aggressiv: Verhaltensstörungen im Alter verstehen - und helfen!
(dgk) Aggressives Verhalten im Alter, unbegründetes Schimpfen und Schreien aber auch zunehmendes Misstrauen sind häufig nicht nur "gewöhnliche" Begleiterscheinungen des Alterns, sondern Ausdruck einer beginnender Demenzerkrankung. Die genannten Symptome treten oft schon zutage, lange bevor ein Arzt aufgesucht und die eindeutige Diagnose Demenz gestellt wird.
Mit welchen Problemen und Belastungen Betroffene und insbesondere ihre pflegenden Angehörigen konfrontiert sind, findet bislang in der gesellschaftlichen Diskussion hierzulande noch wenig Beachtung. Der aktuelle Altenbericht der Bundesregierung beleuchtet zwar erstmals schlaglichtartig die prekäre Situation der rund 1,2 Millionen Demenzkranken in Deutschland, dennoch mangelt es noch an der nötigen breiten Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit diesem stigmatisierten Krankheitsgeschehen gegenüber.
Was vor allem fehlt, sind Einsicht und Verständnis für die verschiedenen Ausprägungen der Demenzkrankheit. Wenn sich zum Beispiel Persönlichkeit, Wesen und Verhalten eines betagten Menschen in auffälliger Weise verändern, wenn er aggressiv und misstrauisch wird, dann kann es schnell passieren, dass der Betroffene nicht nur die Wertschätzung seiner Umgebung verliert, sondern auch seine Menschenwürde einbüßt.
Da der überwiegende Teil der Demenzkranken vom Partner oder nahen Angehörigen zu Hause betreut oder gepflegt wird, hat das auffällig veränderte Verhalten des Betroffenen fast immer auch gravierende Auswirkungen auf die Lebensumstände der Familienmitglieder. Die erheblichen seelischen Belastungen, die der Umgang mit einem verhaltensauffälligen Demenzkranken mit sich bringt, machen die pflegenden Angehörigen so oft zum „zweiten“ Opfer der Krankheit.
Gemeinsam aktiv werden
Betroffene und Angehörige benötigen dringend mehr Hilfe und Unterstützung. Mit dem ersten bundesweiten Aktionstag am 29. Oktober 2002 will die Initiative Altern in Würde gemeinsam mit dem Deutschen Grünen Kreuz e. V. die Situation Demenzkranker und ihrer pflegenden Angehörigen in den Blickpunkt der Bevölkerung, der politisch Verantwortlichen und nicht zuletzt der Medien rücken.
Dieser Aktionstag, der von nun an regelmäßig in jedem Jahr stattfinden wird, soll einen Anstoß für gemeinsame Aktivitäten geben. Unser Ziel ist, möglichst viele gesellschaftliche Gruppen, Verbände, Behörden und Institutionen zu eigenen Aktivitäten anzuregen, die geeignet sind, auf die Wahrung der Würde unser alten und hochbetagten Mitbürger aufmerksam zu machen.
Deshalb sind alle Interessierten herzlich eingeladen, sich bei diesem Aktionstag aktiv zu beteiligen. Auf Wunsch stellt die Initiative Altern in Würde kostenlos Informationsmaterialien wie Broschüren und Plakate zur Verfügung.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf den Internetseiten unter www.altern-in-wuerde.de.
Ansprechpartner:
Dr. Ingolf Dürr
Deutsches Grünes Kreuz e. V.
c/o Initiative Altern in Würde
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel.:0 64 21 / 293 - 174
Fax: 0 64 21 / 229 - 10
E-Mail: ingolf.duerr(à)kilian.de

