DGK e.V. -Die Zahl der Masern-Erkrankungen in Nordrhein-Westfalen hat sich über die Osterferien auf über 800 erhöht.
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Masern-Epidemien

(Marburg, 19.06.06) Nach dem kontinuierlichen Rückgang der Masern-Epidemie in Nordrhein-Westfalen (NRW) haben die Behörden am Freitag noch keine Entwarnung geben können. Ein neuer Krankheitsherd sei in den vergangenen Tagen in Duisburg gemeldet worden, teilte das Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Münster mit. Dort erhöhte sich die Zahl der Neuerkrankungen um 44 auf rund 500. Landesweit sind es damit seit März rund 1.500. Das ist die höchste Zahl seit Jahren in Deutschland.

Die Masern-Epidemie in Nordrhein-Westfalen droht sich nach Angaben von Kinderärzten auf andere Bundesländer auszuweiten. Nach Angaben des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) stehen Masernfälle in Kiel und dem oberbayerischen Seeshaupt in Verbindung mit dem Ausbruch in NRW. In Kiel traten bislang 27 Fälle auf, in ganz Schleswig-Holstein sind 45 Kinder erkrankt, darunter auch zwei Säuglinge.
Auch bei drei Masernerkrankungen im oberbayerischen Seeshaupt gibt es offenbar eine Verbindung nach Nordrhein-Westfalen. In Berlin wurden seit Anfang des Jahres 38 Fälle registriert. Das Niedersächsische Gesundheitsamt registrierte laut BVKJ seit Anfang Mai neun Fälle.


Masern auch in Schleswig-Holstein

(Marburg, 14.06.06) Der Höhepunkt bei der Masern-Epidemie in Nordrhein-Westfalen ist offenbar überschritten. Bislang wurden 1.384 Krankheitsfälle gemeldet. In Schleswig-Holstein gibt es 45 Masernerkrankungen. Allein in der 22. Kalenderwoche wurden 15 neue Fälle diagnostiziert. Der Schwerpunkt liegt weiterhin in Kiel mit 27 Erkrankungen.

Die übrigen Fälle sind nach Auskunft des Gesundheitsministeriums über das Land verteilt: Sechs Erkrankte wurde aus dem Kreis Pinneberg gemeldet, drei aus Rendsburg/Eckernförde und je zwei Masernerkrankungen aus den Kreisen Plön, Schleswig-Flensburg, und Nordfriesland. Einzelne Fälle sind zudem in den Kreisen Segeberg und Stormarn, sowie der Stadt Flensburg aufgetreten.


Enzephalitis nach Masern

(Marburg, 31.05.06) In Nordrhein-Westfalen sind zwei weitere Kinder an einer chronischen Maserngehirnentzündung erkrankt. Damit sind dort sechs Fälle der tödlich verlaufenden Krankheit bekannt. Wie die Universitätsklinik St. Josef-Hospital in Bochum am Mittwoch mitteilte, wurde bei einem zwei- und einem zehnjährigen Jungen die so genannte Subakute Sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) diagnostiziert.

Reisewarnungen zur Fußball-WM: Wegen des Masern-Ausbruchs in Nordrhein-Westfalen hat die Regionalstelle der WHO in Washington, die für den gesamten amerikanischen Kontinent zuständig ist, eine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen. Vor allem Fußball-Fans, die zur WM nach Deutschland reisen wollen, sollten unbedingt gegen Masern geimpft sein. Grundsätzlich wird allen Fußball-Fans, die zur WM nach Deutschland reisen und keinen Impfschutz haben, geraten, sich rechtzeitig vor der Abreise impfen zu lassen. Empfohlen werden Kombivakzinen gegen Masern und Röteln oder gegen Masern, Röteln und Mumps.


Schwere Fälle

(Marburg, 18.05.06) In Nordrhein-Westfalen ist ein weiterer Mensch an einer durch Masern hervorgerufenen schweren Gehirnentzündung erkrankt. Ein zweieinhalbjähriger Junge aus Duisburg leidet unter einer so genannten Masern-Einschlusskörperchen-Enzephalitis. Dabei handelt es sich um eine bestimmte,durch Masernviren ausgelöste Infektion des Gehirns. Bis zu 20 Prozent dieser Erkrankungen verlaufen tödlich. Das Kind leide unter einem angeborenen Immundefekt und habe deshalb nicht geimpft werden können, teilte das Katholische Klinikum in Duisburg mit. "Die Prognose für den weiteren Verlauf ist leider nicht sehr gut", sagte Peter Seiffert, Chefarzt der Kinderklinik. Inzwischen haben ihn die Ärzte in eine Spezialklinik nach Bochum verlegt.

Zuvor musste bereits ein siebenjähriges Mädchen aus Leverkusen mit Maserngehirnentzündung behandelt werden. Das nicht lebensbedrohlich erkrankte Kind leidet aber unter den Spätfolgen und befindet sich derzeit in der Rehabilitation. Auch ein 17-Jähriger aus Borken in Westfalen war an der so genannten Masernenzephalitis erkrankt.

Die Zahl der Erkrankten beim jüngsten Masernausbruch in Nordrhein-Westfalen ist nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums unterdessen auf 1.169 gestiegen. Allerdings sinkt die Rate der Neuerkrankungen. In der vergangenen Woche wurden 67 neue Fälle registriert.

Damit auch Kinder, die nicht geimpft werden können, vor einer Ansteckung gefeit sind, müssen 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern immun sein. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn Kinder konsequent zwei Mal geimpft werden. In anderen Ländern (z. B. Skandinavien, gesamter amerikanischer Kontinent) ist dies längst gelungen.


Mehr als 1.100 Menschen erkrankt

(Marburg, 17.05.06) Im Ruhrgebiet treten nach wie vor Masernfälle auf, wenn auch weniger als in den vergangenen Wochen. Erstmals wurde gestern ein Fall in Recklinghausen bekannt. Ein fünfjähriger Junge habe sich mit dem Virus infiziert, so das Kreisgesundheitsamt. Die Kindergartengruppe muss nun mehrere Tage zu Hause bleiben, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Allein in Nordrhein-Westfalen sind in den vergangenen zehn Wochen über 1.100 Menschen an Masern erkrankt, 164 von ihnen mussten stationär behandelt werden, weil zum Teil schwere Komplikationen aufgetreten waren. Nach aktuellen Zahlen des Landesinstituts für den öffentlichen Gesundheitsdienst hatten sich in der ersten Maiwoche etwa 90 Patienten neu mit dem Masernvirus infiziert. In der Woche zuvor waren es noch 142 Erkrankte.

Nicht nur in Deutschland gibt es derzeit eine Masernepidemie, sondern auch in Großbritannien und Kenia. Alle, die einen Urlaub in diesen Ländern planen, sollten daher ihren Impfschutz zu überprüfen.

Besonders stark betroffen ist Kenia, wo 38 von 78 Distrikten steigende Fallzahlen meldeten. In Nairobi wurden bislang mehr als 1.400 Erkrankungen und mindestens 14 Todesfälle registriert. In England, Wales und Schottland sind etwa 100 Menschen an Masern erkrankt.


Größte Epidemie seit Einführung der Meldepflicht

(Marburg, 10.05.06) Der Masernausbruch in Nordrhein-Westfalen hat sich zu einer der größten Epidemien seit Einführung der Meldepflicht
2001 in Deutschland ausgebreitet. Inzwischen seien 1.100 Menschen an Masern erkrankt, Tendenz steigend, teilte der Bundesverband der
Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) am Mittwoch in München mit. Drei Menschen hätten eine Masernhirnentzündung erlitten.

Ein 7-jähriges Mädchen und ein 17-jähriger Junge sind an der gefürchteten Masernenzephalitis – eine durch Masernviren ausgelöste Entzündung des Gehirns – erkrankt. Wie das Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (LÖGD) in Münster mitteilte, stammen die Kinder aus Leverkusen und Borken und wurden stationär in Kliniken behandelt. Der Gesundheitszustand von beiden Kindern war ernst, aber nicht lebensgefährlich.

Eine 26 Jahre junge Frau musste aufgrund einer Masernmeningitis – einer Entzündung der Hirnhäute - in die Klinik eingewiesen werden.

Wöchentlich werden seit Ende März relativ konstant zwischen 120 und 140 Fällen gemeldet. Ein deutlicher Rückgang durch die Schulferien ist laut Robert Koch-Institut bisher nicht erkennbar. Eine besonders starke Verbreitung der Masernfälle wird in der Region am Niederrhein verzeichnet.Die überwiegende Mehrheit der Erkrankten war nicht gegen Masern geimpft. Nach derzeitigem Datenstand hatten nur 25 Betroffene (2,5 %) die vollständige Impfung gegen Masern erhalten (MMR-Immunisierung mit 2 Dosen Impfstoff).


Noch mehr Masernfälle in NRW

(Marburg, 24.04.06) Die Zahl der Masern-Erkrankungen in Nordrhein-Westfalen hat sich über die Osterferien auf über 800 erhöht. Wie das Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (LÖGD) in Münster mitteilte, sind vor allem Duisburg mit 263 Fällen, Wesel mit 125 Erkrankungen und Mönchengladbach mit 112 Fällen stark betroffen. Noch immer werden täglich neue Erkrankungen gemeldet. Vor Ostern waren insgesamt 652 Fälle registriert.

Die Masernwelle trifft vor allem Kinder, Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 10 bis 19 Jahren. Dem Erkrankungsherd sind die Mediziner des LÖGD bislang noch nicht auf die Spur gekommen. Sie hatten dazu an einer Duisburger Schule umfangreiche Befragungen unternommen. Fest steht: Fast alle bekannten Fälle hatten keinen oder einen nur unzureichenden Impfschutz. Bisher mussten 131 Menschen mit schweren Krankheitsverläufen in Krankenhäuser gebracht werden. Betroffen waren auch fast 50 Säuglinge, die ein besonders hohes Risiko haben, an den Spätfolgen einer Maserninfektion zu sterben.

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Institutes empfiehlt zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) für alle Kinder bis zum zweiten Lebensjahr. Fehlende Impfungen sollten rasch nachgeholt werden. Die MMR-Impfungen werden für alle Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahre von der Krankenkasse erstattet. Auch wer sich als Erwachsener beim Arzt impfen lässt, muss zwar keine Praxisgebühr zahlen, aber die MMR-Impfung in in der Regel selbst bezahlen.


Masernausbruch in Nordrhein-Westfalen hält an

(Marburg, 18.04.06) Die Zahl der Masernfälle in Deutschland steigt weiter an. Mehr als 600 Fälle wurden in den vergangenen Wochen aus der Bundesrepublik unter anderem aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen gemeldet. Mit Abstand am stärksten betroffen ist das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Hier wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) bis zum 5. April 2006 insgesamt 472 Fälle berichtet. Die meisten Fälle wurden in Duisburg (143), Kreis Wesel (84) und Mönchengladbach (48) registriert.

Auch andere Städte des Bundeslandes wie zum Beispiel Dortmund, Mühlheim, Oberhausen, Krefeld haben in diesem Jahr mehr Masernfälle registriert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Anders als bei den Ausbrüchen der vergangenen Jahre bei denen überwiegend Kleinkinder und jüngere Schulkinder betroffen waren, ist bei diesem Masernausbruch über die Hälfte aller Erkrankten im Alter von 10 bis 19 Jahre (252 Fälle) und 17 Prozent (79 Fälle) sogar 20 Jahre und älter.
Laut Angaben des RKI waren über 90 Prozent der Erkrankten nicht gegen Masern geimpft und rund 20 Prozent der Patienten mussten aufgrund Ihres Gesundheitszustandes zur Behandlung in Krankenhäuser aufgenommen werden. Bei zehn Patienten entwickelte sich als Komplikation infolge der Infektion eine Lungenentzündung und in sieben Fällen eine Mittelohrentzündung.
 
Erste Untersuchungen ergaben, dass es sich bei dem Krankheitserreger um das gleiche Masernvirus vom Typ D6 handelt, dass aktuell in der Ukraine ebenfalls zu einem großen Masernausbruch mit mehreren Hundert Erkrankungsfällen geführt hat. Kontakte zu Erkrankten in der Ukraine wurden bisher jedoch noch nicht festgestellt. Weiterführende Untersuchungen zu diesem Masernausbruch werden durchgeführt.

siehe dazu auch:
Epidemiologisches Bulletin Nr. 14, 7. April, www.rki.de


Die Masern-Epidemie im Ruhrgebiet und am Niederrhein breitet sich weiter aus

(Marburg, 5.04.06) Bis zum Dienstagnachmittag habe sich die Zahl der Erkrankungen auf knapp 420 erhöht, berichtete der Leiter der Hygiene-Abteilung des Landesinstituts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (LÖGD), Horst Baumeister, am Dienstag. Am Sonntag hatte der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) noch 350 Fälle gemeldet.

Experten des Berliner Robert Koch-Instituts und des LÖGD führten am Dienstag eine Befragung von Schülern und Lehrern einer Duisburger Gesamtschule durch, um den Infektionswegen auf die Spur zu kommen. Ersten Informationen zufolge waren neun von zehn Erkrankten überhaupt nicht geimpft. In Duisburg hatten sich die Fälle im Februar und März gehäuft. Aber auch Krefeld, der Kreis Wesel, Mönchengladbach, Dortmund, Mühlheim und Oberhausen sind betroffen.


Masern in NRW: Impflücken sollen aufgespürt werden

(Marburg, 3.04.06) Bislang haben sich an Rhein und Ruhr etwa 350 junge Menschen mit dem Erreger infiziert, allein 119 in Duisburg (Stand 31.3.06). Die Ärzte rätseln, warum es zu dem Ausbruch kam. Um die Ursachen der Epidemie zu erforschen wollen Wissenschaftler des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) und des Landesinstituts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (LÖGD) Schüler und Lehrer einer Duisburger Gesamtschule befragen.
Fragebögen mussten bereits ausgefüllt werden, Impfpässe werden nun auf mögliche Impflücken durchgesehen. Erkrankte und nicht ausreichend Geimpfte bekommen die DGK-Impfaufklärungsbögen zur Hand, erklärt RKI-Epidemiologin Dr. Anette Siedler. „Dabei geht es unter anderem um den Impfstatus und die möglichen Übertragungswege des Virus“, erläutert Siedler die Aktion. Bei dem Virus in NRW handelt es sich um den Genotyp D6, so Siedler gegenüber dem DGK, der gleiche Stamm, der in der Ukraine momentan verbreitet ist. Einen Verbindung liegt daher nahe.
Bei den Ausbrüchen im Raum Stuttgart und auch in Schweden, Dänemark und England ist ein anderer Masernstamm typisiert worden.

Mit den gewonnenen Daten wollen die Experten die Übertragungswege erforschen. Dies sei Grundlage für Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie, sagte Siedler. Es ist die erste große Masern-Epidemie in Deutschland seit 2001/2002. "Insgesamt sind uns seit Anfang des Jahres bundesweit bereits mehr als 500 Erkrankungen gemeldet worden. Das bereitet uns große Sorgen", erklärte die Epidemiologin.


Hunderte Fälle in Nordrhein-Westfalen

(Marburg, 22.03.06) Die Zahl der Masernerkrankungen in Nordrhein-Westfalen nimmt weiter zu. In diesem Jahr seien bereits 212 Menschen an der Virusinfektion erkrankt, sagte Ulrich van Treeck vom Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (LÖGD) am Dienstag in Münster. Besonders betroffen seien die Städte Duisburg, Dortmund und Oberhausen sowie der Kreis Wesel. Grund für die Ausbreitung der Masern seien bestehende Impflücken.


Masernwelle breitet sich weiter aus

(Marburg, 20.03.06) Die Masern im Ruhrgebiet breiten sich weiter aus. Insgesamt seien in der Region mittlerweile mehr als 160 Fälle bekannt, teilte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) am Montag mit. Mehr Fälle habe es in Nordrhein-Westfalen zuletzt im Jahr 2003 mit 306 gemeldeten Erkrankten gegeben. In den Jahren 2004 und 2005 waren in ganz Nordrhein-Westfalen nur 28 Fälle, beziehungsweise 34 Fälle gemeldet worden. Unter den Betroffenen seien auch fünf Säuglinge, die dadurch ein erhöhtes Risiko hätten, an einer chronischen Gehirnentzündung zu erkranken.

Zentrum des Ausbruchs sei weiterhin Duisburg mit mehr als 90 Fällen im gesamten Stadtgebiet, berichtete Georg Vogt vom Gesundheitsamt der Stadt. Daneben seien Dortmund, Kleve, Wesel, Düsseldorf. Krefeld, Oberhausen und Mülheim betroffen. Derzeit seien vor allem Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren vermutlich als Folge eines fehlenden Impfschutzes betroffen. Versäumte Impfungen sollten nun auch bei Erwachsenen nachgeholt werden. Ist in einer Familie ein Mitglied erkrankt, sollte bei Säuglingen eine Impfung ausnahmsweise bereits vor Vollendung des ersten Lebensjahres durchgeführt werden.


Erkrankungen häufen sich

(Marburg, 14.03.06) Nach dem Ausbruch von Masern in Duisburg ist die Zahl der gemeldeten Krankheitsfälle dort gestiegen und auch in umliegenden Städten des Ruhrgebiets und am Niederrhein häufen sich die Erkrankungen. "Wir haben inzwischen 47 gemeldete Fälle", sagte der Leiter des Gesundheitsamtes Duisburg, Rolf Behler, am Dienstag. Bis zum vergangenen Freitag waren es 39 Fälle. In den Kreisen Wesel und Kleve und in Dortmund wurden den Gesundheitsämtern zufolge in diesem Jahr bereits mehr Fälle von Masern registriert als in 2005.


Masernausbruch auch in Duisburg

(Marburg, 13.03.06) In Duisburg wurde in den vergangenen Wochen eine im Vergleich zu den Vorjahren vermehrte Zahl an Masernerkrankungen gemeldet. Waren es 2003 nur eine Erkrankung und 2004 und 2005 gar keine, liegt die Zahl der seit Mitte Februar gemeldeten Fälle bei mittlerweile 39. Wie das Gesundheitsamt der Stadt Duisburg mitteilte, sind von der aktuellen Krankheitswelle vor allem Jugendliche und junge Erwachsene betroffen, davon schwerpunktmäßig Schüler einer Gesamtschule im Süden der Stadt.

Die Erkrankten seien in vielen Fällen nicht oder nicht ausreichend gegen Masern geimpft gewesen. Die Durchimpfungsraten in der Stadt Duisburg liegen laut Schuleingangsuntersuchung 2005 bei etwa 70 Prozent für die empfohlenen beiden Impfungen gegen Masern, die im Mindestabstand von vier Wochen gegeben werden müssen. Damit werden die notwendigen Durchimpfungsraten von über 95 Prozent für beide Impfungen deutlich unterschritten. Experten befürchten daher ein weiteres Ausbreiten der Krankheit.


Masern im Großraum Stuttgart

(Marburg, 9.03.2006) Neben den seit Januar aufgetretenen Masernfällen im Raum Esslingen wurden nun auch 12 Erkrankungen aus Stuttgart gemeldet. Vier Säuglinge sind betroffen, die ein besonders hohes Risiko haben, an den Spätfolgen einer Maserninfektion zu sterben.

Aus dem Raum Esslingen wurden seit Januar nunmehr 40 Masernfälle gemeldet, mittlerweile hat die schwere Viruserkrankung auch in der Landeshauptstadt Stuttgart Fuß gefasst. 12 Fälle wurden dort bisher an das Gesundheitsamt gemeldet, vier Säuglinge sind betroffen.
Fast alle Fälle sind auf einen nicht vorhandenen oder nur unzureichenden Impfschutz zurückzuführen. Oft lehnten die Eltern aus ideologischen Gründen Impfungen ab. Die Impfquoten bei Einschulungskindern in Stuttgart liegen bei etwa 80 Prozent für die zweite Masernimpfung. Um den zirkulierenden Masernviren Einhalt zu gebieten, müssen allerdings mindestens 95 Prozent der Kinder vollständig – also mit zwei Impfdosen – geimpft sein.

Die Gesundheitsbehörden raten nun dringend, fehlende Masernimpfungen schnellstens nachzuholen. Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz rief Eltern auf, zu überprüfen, ob ihre Kinder gegen Masern geimpft sind. „Es ist ratsam, dass nicht geimpfte Kinder jetzt gegen Masern geimpft werden. Bei Kindern, die erst eine Impfung erhalten haben, sollte jetzt rasch der Impfschutz vervollständigt werden. Denn nur durch zweimaliges Impfen wird ein optimaler Impfschutz erzielt“, sagte Stolz.

Maserninfektionen verlaufen bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten mit Komplikationen wie Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder der lebensbedrohlichen Hirnentzündung (Masernenzephalitis) verbunden und könnten sogar zum Tod führen, erklärte Stolz. „Masern dürfen in ihrer Gefährlichkeit nicht unterschätzt werden. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern jetzt den Impfschutz ihrer Kinder beim Kinder- oder Hausarzt überprüfen lassen“, sagte die Ministerin. Auch der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und das Stuttgarter Gesundheitsamt rät dringend zur Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR).

Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern bis zum Jahr 2010 weltweit auszurotten, ist nur zu erreichen, wenn bis dahin 95 Prozent der Kinder geimpft seien. Eine hohe Anzahl geimpfter Kinder sind ein wesentlicher Schritt in der Bekämpfung der Erkrankung. Gelungen ist dies seit geraumer Zeit in den skandinavischen Ländern, in denen alle Kinder konsequent zweimal den MMR-Impfstoff erhielten und erhalten.

Weitere Informationen:
Topnews vom 7.02.2006: Ungewöhnlich viele Fälle im Raum Esslingen
Topnews vom 12.12.05: Zehn rumänische Kindern an Masern gestorben

Mehr Informationen über Krankheitsbild und Impfung:
Masern - Krankheitsbild und Impfung
www.rki.de
www.agmv.de

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