DGK e.V. -Seit Anfang Januar habe es dort „eine im bundesweiten Vergleich ungewöhnliche Häufung“ von 15 Erkrankungen gegeben, sagte der stellvertretende Leiter des dortigen Gesundheitsamtes, Jürgen Kalthoff, am Montag der Nachrichtenagentur ddp.
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Masern: Ungewöhnlich viele Fälle im Raum Esslingen

(Marburg, 7.02.06) Relativ viele Maserninfektionen sind im württembergischen Landkreis Esslingen aufgetreten. Seit Anfang Januar habe es dort „eine im bundesweiten Vergleich ungewöhnliche Häufung“ von 15 Erkrankungen gegeben, sagte der stellvertretende Leiter des dortigen Gesundheitsamtes, Jürgen Kalthoff, am Montag der Nachrichtenagentur ddp.

Betroffen seien Kinder, Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 3 bis 20 Jahren. Drei Kinder wurden aufgrund ernster Komplikationen ins Krankenhaus eingewiesen. Lebensgefahr bestehe nicht. Nach Kalthoffs Angaben waren die meisten Erkrankten nicht gegen Masern geimpft. Er rief die Eltern auf, ihre Kinder nachimpfen zu lassen. „Dann können wir verhindern, dass es eine Epidemie wird“, betonte er. Die Infektionen erfolgten offenbar über Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen.

Im hessischen Wetteraukreis war bei einer Masern-Epidemie Ende Februar 2005 ein 14-jähriges Mädchen an den Folgen von Masern gestorben. (siehe Meldung vom 11.3.05)
In Südbayern grassierte im Herbst 2005 eine Masernwelle mit mehr als 150 Betroffenen, und eine Montessorischule veranstaltet "Masern-Partys", bei der kranke Kinder gesunde anstecken sollten. (siehe Meldung Juli 2005)
Im Südwesten Deutschlands gibt es außerdem derzeit mehrere Fälle der tödlichen Gehirnentzündung SSPE (Subakute sklerosierende Panenzephalitis), die als Spätfolge einer Maserninfektion auftreten kann. Ein zehnjähriges Mädchen aus dem Saarland und zwei zehn- und elfjährige Jungen aus Baden-Württemberg waren bereits im September 2005 an SSPE erkrankt. Sie hätten sich als Säuglinge mit dem Masernvirus infiziert. (siehe Ärztezeitung vom 29.9.05)

In Deutschland gilt seit Jahren die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), dass alle Kinder im Alter von 11 bis 14 Monaten und ein zweites Mal zwischen 15 und 23 Monaten mit dem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff (MMR) geimpft werden sollen. Aktuelle Daten zu Durchimpfungsraten, die zur Schuleingangsuntersuchung erhoben wurden, sind im Epidemiologischen Bulletin Nr. 49 vom 9. Dezember 2005 veröffentlicht (www.rki.de, Infektionsschutz). Demnach sind bundesweit 93,3 Prozent der Kinder ein Mal gegen Masern geimpft, die zweite Impfdosis haben allerdings nur 65,7 Prozent erhalten. Zum kompletten Schutz vor der Krankheit müssen aber beide Impfungen vorhanden sein, weil etwa jedes 20. Kind auf die erste MMR-Impfung nicht oder nicht ausreichend anspricht.

Erst wenn mindestens 95 Prozent der Gesamtbevölkerung geschützt sind, also alle Kinder konsequent zwei MMR-Impfungen erhalten, greift die "Herdenimmunität" und die Viruszirkulation wird unterbrochen. Masern- und auch Mumps- oder Rötelnausbrüche würden dann, wie es längst in den skandinavischen Ländern der Fall ist, der Vergangenheit angehören. Und: In diesem Fall wären auch diejenigen vor den tragischen Folgen der Krankheiten sicher, die wegen einer anderen schweren Erkrankung nicht gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden können.

Weitere Informationen:
Topnews vom 12.12.05: Zehn rumänische Kindern an Masern gestorben.
Topnews Masern

Mehr Informationen über Krankheitsbild und Impfung:
Masern - Krankheitsbild und Impfung www.rki.de/cln_011/nn_225576/DE/Content/InfAZ/M/Masern/masern.html www.agmasern.de

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