DGK e.V. -Zehn Kleinkinder sind in den vergangenen Wochen in Rumänien an Masern gestorben, da sich die Infektionskrankheit epidemieartig ausgebreitet hat.
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Zehn Kleinkinder an Masern gestorben

Aktuelle Informationen unter: Harmlose Kinderkrankheiten? 


(Marburg, 12.12.05) Zehn Kleinkinder sind in den vergangenen Wochen in Rumänien an Masern gestorben, da sich die Infektionskrankheit epidemieartig ausgebreitet hat. Das berichteten rumänische Medien. Bei den Todesfällen handelte es sich vorwiegend um Kinder, die wegen anderer Krankheiten geschwächt waren. Derzeit liegen mehr als 3.600 Menschen mit Masern in rumänischen Krankenhäusern, die meisten davon Kinder. Allein in den vergangenen sieben Tagen war die Zahl der Fälle um 1.000 gestiegen.

Masern werden auch heute noch von vielen als harmlose Kinderkrankheit angesehen, obwohl sie von einer Reihe zum Teil schwerwiegender Komplikationen bis hin zum Tod begleitet werden. Der Erreger dieser Infektionskrankheit, das Masernvirus, ist hochansteckend und befällt vor allem die Schleimhäute des Atemtraktes und der Augen. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion und auf die erstmalige Ansteckung folgt in jedem Fall die Erkrankung.

Als Komplikationen können eine Pneumonie (Lungenentzündung), eine Otitis media (Mittelohrentzündung) sowie Infektionen des Kehlkopfes und der Luftröhre (Masern-Krupp) auftreten. Gefährlich ist vor allem die Hirnentzündung (Masernenzephalitis), manchmal verbunden mit einer Hirnhautentzündung (Masern-Meningoenzephalitis); die Enzephalitis tritt altersabhängig mit einer Häufigkeit von 1/250 bis 1/10.000 auf, ein Drittel der Patienten stirbt, jeder fünfte Überlebende muss mit bleibenden Schädigungen rechnen. Eine Spätfolge, die Hirnerkrankung SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis) tritt nach Masern bei 1 von 200.000 Erkrankten auf, sie endet nach langer Krankheitsdauer stets tödlich.

In Deutschland gilt seit Jahren die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), dass alle Kinder im Alter von 11 bis 14 Monaten und ein zweites Mal zwischen 15 und 23 Monaten mit dem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff (MMR) geimpft werden sollen. Aktuelle Daten zu Durchimpfungsraten, die zur Schuleingangsuntersuchung erhoben wurden, sind im Epidemiologischen Bulletin Nr. 49 vom 9.Dezember 2005 veröffentlicht (www.rki.de, Infektionsschutz). Demnach sind bundesweit 93,3 Prozent der Kinder ein Mal gegen Masern geimpft, die zweite Impfdosis haben allerdings nur 65,7 Prozent erhalten. Zum kompletten Schutz vor der Krankheit müssen aber beide Impfungen vorhanden sein, weil etwa jedes 20. Kind auf die erste MMR-Impfung nicht oder nicht ausreichend anspricht.

Erst wenn mindestens 95 Prozent der Gesamtbevölkerung geschützt sind, also alle Kinder konsequent zwei MMR-Impfungen erhalten, greift die "Herdenimmunität" und die Viruszirkulation wird unterbrochen. Masern- und auch Mumps- oder Rötelnausbrüche würden dann wie in den skandinavischen Ländern der Vergangenheit angehören. Und: In diesem Fall wären auch diejenigen vor den tragischen Folgen der Krankheiten sicher, die wegen einer anderen schweren Erkrankung nicht gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden können.

Mehr Informationen über Krankheitsbild und Impfung:
Masern: Krankheitsbild und Impfung
www.rki.de/cln_011/nn_225576/DE/Content/InfAZ/M/Masern/masern.html
www.agmasern.de

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