DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind (pgk), Jahrgang 38, Ausgabe 11/12 - 2004 Themen: Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Kinder, Erkältung, Stress, Aufräumen, Kinderzimmer, Advent, Vorweihnachtszeit, Naschen, Kariesvorbeugung, Allergie, Nagellack, Nägel, Hochbett
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das gesunde Kind
pgk, Jg. 38, 11/12 - 2004

Husten, Schnupfen, Heiserkeit
Dem Schnupfen was husten! – Was tun, wenn das Kind eine Erkältung hat?
(4.028 Zeichen)

(pgk) Husten, Schnupfen und Halsschmerzen sind die typischen Symptome einer Erkältung. Diese Krankheit kommt in jedem Alter sehr häufig vor und tritt meistens in den Herbst- und Wintermonaten auf. Kleinkinder können bis zu acht Erkältungen pro Jahr bekommen. Die Anzahl der Infekte nimmt in der Pubertät etwas ab. Laufende oder verstopfte Nase, Niesanfälle und gestörter Schlaf – vor allem kleineren Kindern können Schnupfenviren ziemlich zu schaffen machen. Dabei lässt sich eine Erkältung oft wirksam in die Schranken weisen.

Vor allem geht es darum, frühzeitig Erkältungskomplikationen wie eine Entzündung der Bronchien, des Mittelohrs oder der Nasennebenhöhlen zu verhindern. Das einfachste Gegenmittel ist frische Luft. Auch mit einem Schnupfen sollten Kinder täglich zum Beispiel eine halbe Stunde bis Stunde im Freien verbringen – natürlich warm angezogen. Bei etwas älteren Kindern hilft oft auch eine Schwitzkur: entweder ein heißes Bad (etwa eine halbe Stunde) oder Lindenblütentee, warm getrunken. Dann gut zugedeckt im Bett schwitzen. Wenn Vater oder Mutter daneben sitzen und vorlesen, wird das Kind solche Schwitzkuren auch noch genießen!

So lange die Nase nur „läuft“ und nicht verstopft ist, bringt es außerdem schon viel, ausreichend zu trinken, am besten warme kindgerechte Kräutertees. Trinken hält die Schnupfensekrete dünnflüssig. Sinnvoll sind außerdem ein bis zwei Inhalationen pro Tag, um eine Erkältung zu bremsen oder zu lindern.

Speziell für Kinder konstruierte Inhalationshilfen gibt es in der Apotheke. Sie bestehen zum Beispiel aus einem Becher mit aufgeschraubter Kunststoffmaske. Es gibt auch elektrische Inhalationsgeräte. Inhalieren über einer Schüssel beziehungsweise mit einem Handtuch über dem Kopf ist nicht zu empfehlen, da Kinder dies oft als unangenehm oder beängstigend empfinden und außerdem Verbrühungsgefahr besteht. Falls es aber unvermeidbar ist, weil ein Inhalationsgerät im Moment nicht zur Verfügung steht, muss ein Erwachsener mit unter das Handtuch, um ein Unglück zu verhüten. Zum Inhalieren nimmt man für kleine Kinder am besten Salzlösungen, eventuell auch Salbei- oder Kamillentee, bei Schulkindern können es auch ätherische Öle etwa von Nadelhölzern sein. Vorsicht allerdings bei Allergikern!

Nasentropfen sind vor allem für Säuglinge mit verstopfter Nase sinnvoll, weil Babys praktisch nur über die Nase atmen. Es dürfen jedoch nur für Säuglinge bestimmte Nasentropfen sein, zu hoch dosierte Lösungen können für Babies lebensbedrohlich werden. Älteren Kindern kann man ebenfalls schleimhautabschwellende Tropfen oder ein entsprechendes Spray geben, um für eine ruhige Nacht oder auch einen klaren Kopf im Schulunterricht zu sorgen. Die Anwendung sollte jedoch auf maximal sieben Tage begrenzt sein, weil es sonst zum Austrocknen der Nasenschleimhaut kommen kann.

Wichtig ist, für Kinder geeignet dosierte Präparate zu nehmen. Eine mildere Alternative stellen Sprays oder Spülungen mit Meer- beziehungsweise Salzwasser dar. Wenn zum Schnupfen ein Erkältungshusten hinzukommt, haben sich für Kinder schleimlösende Extrakte etwa aus Thymian bewährt.

Wenn das Krankheitsbild oder der Krankheitsverlauf von einer typischen Erkältung abweicht oder auch hohes Fieber und starke Kopfschmerzen auftreten, sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Wie dringend ärztliche Hilfe benötigt wird, hängt von der Symptomatik ab. Hält der Schnupfen über längere Zeit an oder tritt er in kurzen Abständen immer wieder auf, ist es ebenfalls ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Ein möglicher allergischer Schnupfen muss anders behandelt werden als einer, der durch einen Infekt ausgelöst wird. Da es keine wirksame Behandlung des virusbedingten Schnupfens gibt, können nur die Symptome gelindert werden.


Grippe-Impfung für Kinder?

Die Impfung gegen Influenza wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut bereits seit langem für ältere Menschen ab 60 Jahre und chronisch Kranke empfohlen. Kinder mit Vorerkrankungen oder Abwehrschwäche stellt die Influenza aber ebenfalls im schlimmsten Fall eine tödliche Bedrohung dar. Die Impfempfehlung gilt daher nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche mit Grunderkrankungen, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenleiden wie Asthma, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen, HIV-Infektionen oder Leukämie. Diese Erkrankungen schränken die Leistungsfähigkeit des Immunsystems stark ein.

Gefürchtete Komplikationen einer Influenza sind nicht nur schmerzhafte Mittelohrentzündungen, sondern auch langwierige Lungen- und Herzmuskelerkrankungen.
Die Impfung ist für Kinder ab dem sechsten Lebensmonat möglich.


Impfen ist wichtig Foto: Browa, Marburg


„Wischen impossible?“
Stressfreie Aufräumaktion im Kinderzimmer
(2.813 Zeichen)

(pgk) Auf dem gesamten Boden herrscht Verkehrschaos der Spielautos, mittendrin liegen Teddy, Kasperl, Schuhe und schmutzige Socken, das Bett ist belagert von Buntstiften und Papierschnipseln, irgendwo steht ein halbvoller Joghurtbecher... So sieht es in vielen Kinderzimmern aus. Und es treibt Mütter und Väter zur Verzweiflung.

Kinder sind unordentlich. Besser gesagt: Ihre Ordnungsvorstellungen weichen von denen ihrer Eltern oft erheblich ab. Nervige Diskussionen über das Thema Ordnung lassen sich in einem Haushalt mit Kindern kaum vermeiden, aber es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, das Thema zu entschärfen.

Wie viel ein Kind selbst aufräumen kann, kommt auf sein Alter an. Kleinere Kinder brauchen noch Hilfe. Mit dem Aufräumen eines ganzen Zimmers sind sie überfordert. Ab etwa vier Jahren können Kinder aber sehr gut selbst für Ordnung in bestimmten Bereichen, wie der Mal-, Bau- oder Puppenecke, sorgen. Erklären Sie, was wohin geräumt wird: „Der Teddy schläft im Regal, das Auto parkt in der Kiste.“ Räumen Sie gemeinsam mit dem Kind auf und loben Sie es.

Hilfreich hierbei sind Verstausysteme wie stapelbare Kisten, Schubladenschränke, genügend Regalfläche. Für Kleinkram, mit dem ständig gespielt wird, eignet sich ein großes Tuch, das bei Nichtgebrauch zusammengerafft und in einer Kiste oder einem Korb gelagert wird. Weniger ist mehr: Sortieren Sie gemeinsam mit dem Kind alte und kaputte Spielsachen aus. So schaffen Sie Platz. Ein Kind muss nicht in Spielsachen ertrinken. Viele Dinge können vorübergehend im Keller untergebracht werden.
Das Kind muss lernen: Wenn der Weg zum Bett nicht frei ist, kann abends auch keine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen werden. Alte Jogurtbecher, schmutzige Teller, verschmutzte Kleidung gehören nicht ins Kinderzimmer. Alles, was das Kind nicht aus seinem Zimmer trägt, wird auch nicht gewaschen.

Werden die Kinder älter, kann ihnen Jahr für Jahr mehr Verantwortung für das Aufräumen übergeben werden. Spätestens mit 14 Jahren sind Kinder in der Lage, selbstständig Ordnung zu halten. Einmischungen der Eltern sollten ab diesem Zeitpunkt weitgehend unterbleiben. Werfen Sie den Staubsauger nur noch mit vorheriger Ankündigung an und sagen Sie Ihrem Kind vorher Bescheid, wenn Sie in seinem Zimmer Hand anlegen.

Übrigens: Ständiges Meckern bringt überhaupt nichts, wenn nicht Taten folgen. Schimpfen und dann doch alles selbst zu tun, führt dazu, dass das Kind die Ohren auf Durchzug schaltet. Es lernt, dass zwar kritisiert wird, aber sich das Aufräumen von selbst erledigt. Helfen Sie nicht beim Suchen von Dingen. Findet Ihr Kind beispielsweise ein wichtiges Arbeitsblatt unter einem großen Haufen Papier nicht, muss es eben selbst suchen.

Unordnung entsteht, wenn man Dinge nach Gebrauch nicht dahin zurücklegt, wo sie hingehören. Zuallererst sind die Eltern Vorbild: Erwachsene, die es mit der Ordnung nicht so ernst nehmen, dürfen sich nicht wundern, wenn ihre Kinder ähnlich verfahren.

Aber: Unordnung fördert die kindliche Kreativität. Kinder lieben ihr fröhliches Durcheinander, wollen sich austoben, ihre Spielsachen nach ihren eigenen Ideen nutzen, ihr Zimmer nach eigenen Vorstellungen gestalten. Wer von ihnen Perfektion nach dem Vorbild Erwachsener fordert, hemmt sie in ihrer Entwicklung. Drücken Sie daher auch mal ein Auge zu.


Advent, Advent... !
In der Vorweihnachtszeit auch an Kariesvorbeugung denken
(3.346 Zeichen)

(pgk) Ob Schokoladen-Weihnachtsmänner, Marzipankartoffeln oder selbst gebackene Plätzchen – selten wird so viel Süßes gegessen wie in der Vorweihnachtszeit. Der Advent ist nicht nur für Kinder Süßigkeitenzeit. Doch Zähne und Figur leiden schnell unter dem Zuviel an Zucker und Fett.

In der Vorweihnachtszeit auch an Kariesvorbeugung denkenKinder naschen in diesen Wochen besonders häufig: Bunte Teller zum Nikolaustag und zu Weihnachten und das tägliche Türchen im Adventskalender erhöhen ihren Süßigkeitenkonsum deutlich. Aber nicht nur in Schokolade oder Butterplätzchen steckt Zucker und Fett. Auch typische Zutaten wie Nüsse und Mandeln und daraus hergestelltes Nougat oder Marzipan enthalten den kalorienreichen Stoff. In zu großen Mengen gegessen, tragen Stollen, Plätzchen & Co. ihren Teil zum Weihnachtsspeck bei. Doch zu viel Süßes im Kindesalter legt nicht nur den Grundstein für möglicherweise lebenslanges Übergewicht, sondern führt auch zu Karies.

Um dem entgegen zu wirken, sollten die Zähne durch Verwendung von fluoriertem Jodsalz und fluoridhaltiger Zahnpasta geschützt werden. Fluoride haben eine positive Wirkung auf die Zahnoberflächen. Sie stärken den Zahnschmelz, schützen vor schädlichen Säuren, die Löcher im Zahn verursachen, und unterstützen den angegriffenen Zahnschmelz durch eine schnellere Einlagerung von Kalzium und Phosphaten bei der Reparatur. Dadurch können sich die Bakterien nur schwer dort anheften und vermehren sich weniger, der Zahnbelag entsteht langsamer. Das Risiko an Karies zu erkranken ist umso geringer, je öfter die Zähne mit Fluoriden in Kontakt kommen.


Tipps:

  • Würzen Sie Speisen generell mit fluoriertem Salz oder Meersalz. Fluoridreiche Lebensmittel sind Meeresfische (besonders Sardine und Sprotte) und -früchte, schwarzer und grüner Tee, bestimmte Mineralwässer, Walnüsse, Erdnüsse und Pilze, wie Steinpilz, Pfifferling und Morchel.
  • Achten sie darauf, dass Ihre Kinder mindestens zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta die Zähne putzen. Zahngelees, Mundspülungen und für Säuglinge und Kleinkinder bei erhöhtem Kariesrisiko auch Fluoridtabletten helfen ebenfalls. Zahncreme und Fluoridgelee besser nur ausspucken als ausspülen, damit die Fluoride lokal gut wirken können.
  • Die Zähne werden weniger mit Zucker belastet, wenn Süßigkeiten nicht immer wieder zwischendurch, sondern nach den Hauptmahlzeiten gegessen werden. Hinterher unbedingt Zähne putzen.
  • Zucker- und säurehaltige Nahrungsmittel entziehen den Zähnen zudem Kalzium. Das bedeutet im Gegenzug, dass kalziumreiche Lebensmittel der Demineralisation entgegen wirken. Gute Lieferanten sind Milch, Milchprodukte, grüne Gemüse, Mandeln und einige Mineralwässer.


Niemand muss zu Weihnachten auf Süßes verzichten. Doch Süßigkeiten sind keine Lebensmittel, sondern Genussmittel. In Maßen konsumiert, schaden sie nicht der Gesundheit. Die Alternative: „Apfel, Nuss und Mandelkern“: Nehmen Sie diesen weihnachtlichen Spruch einmal wörtlich und knabbern Sie Nüsse anstelle von Marzipankartoffeln und Vanillekipferln. Das darin enthaltene Öl ist weitaus gesünder als Butter.

Weitere Informationen zur zahngesunden Ernährung finden Sie auch im Internet unter www.rundum-zahngesund.de.

Naschen mit Nebenwirkungen

Bei Weihnachtsgebäck sollten Pollenallergiker zurückhaltend sein. Zimt-, Anis- und Haselnussplätzchen sowie Mandelbrot können Eiweiße enthalten, die bestimmten Pollenallergenen ähneln. Das Immunsystem der Betroffenen kann keine Unterschiede erkennen und reagiert mit Juckreiz im Gaumen und Rachen. In schweren Fällen kann es zu Atemnot oder einem Kreislaufkollaps kommen. Wer auf Birken-, Hasel- und Erlenpollen allergisch reagiert, verträgt oft keine Mandeln, Haselnüsse oder Walnüsse. Marzipan kann wegen der darin enthaltenen Pistazien und Mandeln riskant sein, ebenso das aus Haselnüssen hergestellte Nougat. Beifuß-Allergiker können auf Gewürze wie Anis und Zimt mit Atemnot reagieren.

 


Lack ab: Schadet Farbe den Nägeln?
Über kurz oder lang: Wohl dosiert aufgetragen ist Lack nicht unbedingt schädlich
(4.663 Zeichen)

(pgk) Nagellack – ob knallrot, zartrosa oder quietschbunt gesprenkelt – peppt unscheinbare Zehen auf und gibt Fingernägeln das gewisse Etwas. Wer seine Nägel regelmäßig lackiert, fragt sich zu Recht: Macht Lack auf Dauer die Nägel brüchig und krank? Grundsätzlich gilt: Nagelpflegeprodukte und -lacke sind generell nicht schädlich für den Nagel, sondern enthalten viele pflegende Proteine, die den Nagel schützen. Wohl dosiert aufgetragen ist er nicht schädlich für die Nägel, besonders wenn qualitätsgeprüfte Produkte verwendet werden.

ABER: Manche Nagellacke enthalten Substanzen, insbesondere Kunstharze, die Allergien auslösen können. 80 Prozent aller durch Nagellack verursachten Hautveränderungen betreffen nach Angaben von Experten das Gesicht. Ekzeme auf den Wangen und am Augenlid sind häufige Folgen, weil man sich mit den Fingern häufig ins Gesicht fasst. Wie hoch das Risiko ist, durch häufigen Gebrauch von künstlichen Nägeln oder Nagellack eine Allergie zu bekommen, ist noch strittig. Forscher von der Hautklinik der Universität Aachen haben jedenfalls herausgefunden, dass die acrylhaltigen Dämpfe, die beim Befestigen und Aushärten von künstlichen Fingernägeln frei werden, allergische Reaktionen der Haut hervorrufen können.

Nagellack und Kunstnägel können aber auch die Entstehung von Nagelpilz (Onychomykose) fördern. Vor allem Menschen, die besonders anfällig für Pilzinfektionen der Nägel sind, sollten auf die kosmetische Dekoration ihrer Fuß- und Fingernägel verzichten. Auch im Falle einer möglichen Infektion des Nagels ist es ratsam, eventuelle Verfärbungen und Verformungen nicht mit einem Farbanstrich zu überdecken. In diesen Fällen sollte ein Dermatologe aufgesucht werden, der eine Diagnose stellen und bei vorliegender Nagelerkrankung therapeutisch eingreifen kann.

Das Gleiche gilt auch für künstliche Fingernägel: Sie werden mit einer haftenden Substanz oft so eng auf den natürlichen Nagel gelegt, dass der Nagel verschlossen wird und somit kann kein ausreichender Luftaustausch stattfindet. Feuchtigkeit ist ein Faktor, der das Pilzwachstum fördert. Bei feuchten, aufgeweichten Nägeln hat es der Pilz leicht, in den Nagel einzudringen.

Ist der Nagel bereits von einem Pilz befallen, sollte natürlich gänzlich auf kosmetischen Lack verzichtet werden. Auch wenn Frauen unter den Verfärbungen leiden und sie gerne vedecken, sollte nur medizinischer Nagellack aufgetragen werden, der eine antimykotische Wirkung hat und den Pilz bekämpft.

Über eine gesundheitliche Gefährdung der Schwangeren oder des Fötus durch die Verwendung von Nagellack gibt es weder anerkannte wissenschaftliche Untersuchungen noch gibt es Berichte über aufgetretene Krankheitssymptome in Zusammenhang mit der Verwendung von Nagellack.

Aber Vorsicht bei Nagellackentfernern: Sie enthalten oft Substanzen wie Aceton oder Alkohol, die die Nägel angreifen und ihnen Feuchtigkeit entziehen. Deshalb sollte man nach dem Nagellack-Entfernen die Hände waschen und eine Handcreme direkt ins Nagelbett einmassieren.


Bei gesunden Nägeln ist eine "Lackpause“ nicht unbedingt erforderlich, Nagellack kann man dann immer tragen. Wichtig ist nur, dass dem Nagel ein bisschen Platz gelassen wird, das bedeutet entweder den Mond frei lassen oder die Seiten nicht ganz bis zur Nagelhaut lackieren.

Doch wenn trotz aller Pflege der Nagel alles andere als glatt und glänzend aussieht, kann das auch andere Ursachen haben. Spröde Nägel können das Abbild von Stoffwechselproblemen und falscher Ernährung sein. Wer unter spröden Nägeln leidet, sollte ölhaltige Produkte benutzen. Verfärbungen der Nägel können durch äußere Einflüsse wie den Kontakt mit Chemikalien oder aber eben auch Nagellack bedingt sein. Darüber hinaus können verschiedene Medikamente oder bestimmte Krankheiten wie das Gelbnagelsyndrom oder Herzschwäche zu Farbveränderungen führen.

Deutlich sichtbare Querfurchen können nach Infektionen und Vergiftungen auftreten, während Längsfurchen vornehmlich im Alter auftreten und in der Regel keinen Krankheitswert haben. Bei Rillen in den Nägeln sollte man den Hautarzt und nicht die Kosmetikerin befragen. Ursache kann ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel sein. Nagelpflegeprodukte und Nagellacke mit zugesetzten Vitaminen können diesen Mangel nicht ausgleichen.

MERKE:

    • Schon Fünfjährige benutzen Nagellack. Mehr als die Hälfte der weiblichen Teenies im Alter von 16 bis 19 Jahren verwenden Lippenstift, Wimperntusche, Lidschatten, Make-up und Nagellack regelmäßig. Gegen dünn aufgetragenen Lack ist an sich nichts einzuwenden, doch auch Kinder können Allergien entwickeln und Nagelpilz bekommen. Vorsicht also – ebenso bei Nagellackentfernern.
    • Für Nägelkauer gilt allerdings Folgendes: Lackieren Sie die Fingernägel ruhig in knalligem Rot. Zudem schmeckt Nagellack nicht besonders gut, und er macht die Nägel härter. Auch das kann Beißattacken vereiteln.
    • Vorsicht Vergiftungsgefahr: Für Kleinkinder sind Schminktische ein hochinteressanter Spielplatz. Aber auch scheinbar harmlose Pflegemittel, wie etwa Seifen, Cremes, Make-up und Nagellack, können bei Kleinkindern zu Hautreizungen oder Verätzungen der Augen führen. Denken Sie also daran, Parfüms, Puder, Nagellack, Nagellackentferner usw. zugriffsicher aufzubewahren. Es ist ungefährlicher, selbst täglich benutzte Kosmetika im für Kinder unzugänglichen Kosmetikschrank aufzubewahren: Das ist weniger aufwändig als ständiges Aufpassen.


Tatort Hochbett
Sturzunfälle bei Kindern vermeiden
(2.433 Zeichen)

(pgk) Platzsparend und mit Rutsche, Kletterturm oder Zelt kombiniert auch als wahre Spiellandschaft zu nutzen: Für Kinder sind Hochbetten prima. Doch die Unfallgefahr ist groß. Stürze von Hoch- oder Etagenbetten gehören wie die vom Wickeltisch, im schlimmsten Fall sogar aus dem Fenster oder im Treppenhaus, mit mehr als 50 Prozent zu den häufigsten Unfällen von Kindern im Haushalt, so die Bundesarbeitsgemeinschaft 'Mehr Sicherheit für Kinder e. V.' (BAG). Zu den häufigsten Verletzungen kommt es durch Stürze vom Bett, etwa im Schlaf oder beim Spielen, so Klaus Afflerbach vom Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK), dem Gründungsmitglied der BAG. Die Unfälle sind mit einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von einer Woche meist schwer.

Hochbetten sind nicht nur zum Schlafen da, Kinder verwenden sie mit Vorliebe zum Spielen und Herumtollen. Hier und da blaue Flecken und Schrammen lassen sich da nicht vermeiden, wohl aber schwere Verletzungen. Möbel oder Einrichtungsgegenstände haben daher in der Nähe eines solchen Bettes nichts verloren, ausreichend hohe Absturz-sicherungen an allen vier Seiten des Bettes sind ein Muss, ein dicker Teppich mit Gleitschutz dämpft den Sturz, falls die kleinen „Bergsteiger“ einmal danebensteigen. Kordeln und Schnüre entfernen. Auch Halstücher, Schals und Schmuckketten können an Leiter oder Pfosten hängend zum Erstickungs- und Sturzrisiko werden.

Beim Kauf eines Hochbettes sollte daher darauf geachtet werden, dass bestimmte Schutzvorrichtungen vorhanden sind. Das Geländer sollte von der Matratzenoberfläche bis zur Geländeroberkante gemessen mindestens 16 Zentimeter hoch sein. An den fest mit dem Bett verbundenen Leitern sollten außerdem Seitengriffe für einen sicheren Aufstieg angebracht sein. Transportable Aufstiegshilfen rutschen leicht weg.

Optimal sind zudem Lichtquellen: Wenn die Leitersprossen nachts leuchten, kommen Kinder selbst im Dunkeln ohne Probleme auf das Hochbett. Damit beim raschen Auf- und Absteigen keine blauen Flecken entstehen, ist es sinnvoll, wenn sämtliche Ecken und Kanten abgerundet sind. Auch auf ihre „Standfestigkeit“ sollten Hochbett und Leiter vor dem Kauf gründlich geprüft werden. Das Hochbett sollte mit Stahlwinkeln an der Wand fixiert, das Lattenrost im oberen Teil mit dem Rahmen verschraubt werden. Die maximale Höhe sollte 160 Zentimeter nicht überschreiten. Das obere Bett sollte erst ab einem Alter von sechs Jahren zum Schlafen genutzt werden.

Das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e. V. hat eine Schutzkarte „zur Vermeidung von Sturzgefahren für Kinder“ herausgegeben. Bestellung mit 1,53 Euro frankierten DIN-A5-Rückumschlag mit dem Stichwort „Schutzvorkehrungen“ an: Deutsches Grünes Kreuz e.V., Forum Unfallprävention, Schuhmarkt 4 , Im Kilian, 35037 Marburg oder im Internet unter www.dgk.de.


Quellen:
Sturzgefahr aus Hochbetten, hrsg. von der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. (www.kindersicherheit.de ); U. Seebacher , A. Kalloch , J. M. Mayr: Hochbett- und Etagenbett-unfälle, Univ.-Klinik für Kinderchirurgie und "Große schützen Kleine", Graz/Österreich, erschienen in: Monatsschrift Kinderheilkunde Heft: Band 149, Nummer 10, Oktober 2001; Etagen- und Hochbetten Informationsflyer des „Runden Tisches Verbraucherschutz – technische Produkt- und Gerätesicherheit Berlin Brandenburg“.


MELDUNGEN

Erste Hilfe bei Kinderunfällen
Für den Notfall gerüstet?
(1.153 Zeichen)

(pgk) In Deutschland ereignen sich jährlich etwa 1,8 Millionen Unfälle, an denen Kinder beteiligt sind. Unfallrisiken bestehen nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch im Haushalt, im Kindergarten, in der Schule oder auf dem Spielplatz. Sturzverletzungen wie Prellungen, Quetschungen, Knochenbrüchen, Schädel-Hirnverletzungen, Ertrinkungs- und Erstickungs-gefahren bis hin zu Vergiftungen, Verbrühungen, Verbrennungen und Stromunfällen gehören zu den Unfallrisiken im Kindesalter.

Wissen Sie im Notfall Bescheid? Helfer – ob Eltern, Erzieherinnen, Lehrer oder auch Baby-sitter – sind bei der Versorgung von Unfallverletzungen häufig unsicher, manchmal sogar hilflos und überfordert. Notwendige Rettungsmaßnahmen und Handgriffe sind nur noch eingeschränkt parat, denn meistens liegt der Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses schon längere Zeit zurück. Deshalb ist es ratsam, Kenntnisse zur Soforthilfe bei Unfällen aufzufrischen.

Ein gezieltes Training ist mittlerweile auch am PC möglich. So bietet zum Beispiel ein interaktives Lernprogramm auf CD-Rom zu 16 unterschiedlichen Notfallsituationen von Kindern detaillierte Lektionen, die Schritt für Schritt die notwendigen Maßnahmen erläutern und durch Kurzfilme veranschaulichen. Anhand vorgegebener Fragen und Antworten kann der Nutzer seinen Kenntnisstand zur Ersten Hilfe kontrollieren. Dieses neuartige Trainingsmedium ersetzt die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs keineswegs, aber es erhöht die Sicherheit beim Umgang mit Unfallverletzungen.

Weitere Informationen im Internet: www.leona-life.de.


Nichts anderes als Muttermilch
WHO/UNICEF-Initiative „Stillfreundliches Krankenhaus“
(2.488 Zeichen)

(pgk) Muttermilch ist die natürliche Nahrung für Säuglinge. In den ersten sechs Lebensmonaten brauchen Kinder nicht anderes. Darauf wies die Initiative der Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF „Stillfreundliches Krankenhaus“ anlässlich der Weltstillwoche 2004 (27. September bis 3. Oktober) hin. In diesem Jahr stand die Woche unter dem Motto „Ausschließliches Stillen – sicher, gesund und nachhaltig“.

WHO und UNICEF sowie die Nationale Stillkommission empfehlen eine Stilldauer von sechs Monaten „und bei geeigneter Beikost darüber hinaus, solange Mutter und Kind es wünschen“. Ein guter Stillstart ist eine entscheidende Voraussetzung für eine lange und entspannte Stillzeit. Studien belegen, dass Mütter, die in stillfreundlichen Krankenhäusern entbinden, ihre Kinder länger und ausschließlich stillen.

„Es ist wichtig, Eltern schon frühzeitig über das Stillen zu informieren und in die Stillzeit hinein zu begleiten. Stillfreundliche Krankenhäuser informieren Eltern schon während der Geburtsvorbereitung über die Vorteile des Stillens. Während des Klinikaufenthaltes lernen Mütter verschiedene Anlegepositionen kennen und erhalten hilfreiche Tipps. Nach Entlassung helfen stillfreundliche Krankenhäuser mit verschiedenen Angeboten weiter, etwa einer Stillhotline oder einem Stillcafé“, so Dr. Michael Abou-Dakn, Vorsitzender der WHO/UNICEF-Initiative und Leitender Oberarzt im Vivantes Humboldt-Klinikum in Berlin.

Mit internationaler Plakette garantiert „stillfreundlich“

WHO und UNICEF haben internationale Kriterien festgelegt, die eine Geburtsklinik erfüllen muss, um die Anerkennungsplakette für stillfreundliche Krankenhäuser zu erhalten. Zu den Leistungen stillfreundlicher Geburtskliniken gehört beispielsweise eine fachkompetente Beratung durch speziell in der Stillförderung geschultes Personal. Klinikroutine, die das Stillen stören könnte, wird vermieden. Stillfreundliche Krankenhäuser verteilen keine Werbung für künstliche Babynahrung. Gutachterinnen der Initiative überprüfen regelmäßig die Einhaltung der internationalen Kriterien und garantieren damit die hohe Betreuungs-qualität. Deshalb ist die Plakette eine verlässliche Orientierungshilfe bei der Auswahl der geeigneten Geburtsklinik.

Viele werdende Eltern wissen jedoch nicht, was sie von einem stillfreundlichen Krankenhaus erwarten können. Zum speziellen Angebot stillfreundlicher Kliniken gibt es nun ein neues Faltblatt, das beim Verein zur Unterstützung der WHO/UNICEF-Initiative „Stillfreundliches Krankenhaus“ angefordert werden kann.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an den
Verein zur Unterstützung der WHO/UNICEF-Initiative
„Stillfreundliches Krankenhaus“ (BFHI) e.V.
Homburger Str. 22 , 50969 Köln

Ansprechpartnerin: Gisela Meese,
Tel.: 02 21 / 3 40 99 80, Fax: 02 21 / 3 40 99 81



Weitere Informationen im Internet unter www.stillfreundlich.de


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Generation XXL: Dicke Kinder zeigen bereits Veränderungen der Arterien
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(pgk) Fettleibige Kinder können bereits im Alter von sieben Jahren erste Anzeichen von Arteriosklerose zeigen sowie Anzeichen für „Altersdiabetes“. Dies zeigte eine Studie amerikanische und italienischer Wissenschaftler um Archchangelo Iannuzzi vom Cava de' Tirreni-Krankenhaus in Salerno. Die Forscher untersuchten etwa 100 übergewichtige Kinder zwischen 6 und 14 Jahren und fanden sowohl beginnende Gefäßverhärtungen als auch eine gesteigerte Insulinresistenz, ein typisches Frühzeichen für einen beginnenden Altersdiabetes. Die Ergebnisse der Forscher wurden in der Fachzeitschrift Diabetes Care (Bd. 27, S. 2506-2508, 2004) veröffentlicht.

Die Wissenschaftler bestimmten Blutdruck, Insulinresistenz und Cholesterinwerte der Kinder. Ultraschalluntersuchungen lieferten zusätzlich Einblicke in die Beschaffenheit der Arterien. Die ermittelten Werte wurden mit Untersuchungen an normalgewichtigen Kindern verglichen. Die fettleibigen Kinder zeigten stärkere Insulinresistenzen sowie erhöhte Blutdruck- und Cholesterinwerte. Der durchschnittliche Blutdruck der übergewichtigen Kinder lag bei 120/76, während der Durchschnitt bei den normalgewichtigen Kindern bei 98/65 lag. Aus Sicht der Forscher besonders auffällig waren die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchungen. Hierbei stellten sie Verdickungen und Versteifungen der Karotis (Halschlagader) bei einigen Kindern aus der Gruppe der Übergewichtigen fest.

Untersuchungen bei Erwachsenen zeigten, dass solche Verdickungen ein Vorläufer von Gefäßverengungen und damit auch von koronaren Herzkrankheiten und Schlaganfällen sind, erklären die Forscher. Die frühzeitige Regulierung des Gewichts sei von enormer Bedeutung, um die Risikofaktoren sowohl für spätere Gefäßkrankheiten und deren Folgen als auch für die immer häufiger schon im Kindesalter auftretende Diabetes vom Typ 2 reduzieren zu können.


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