DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind (pgk), Jahrgang 40, Ausgabe 3/4 - 2006 Themen: Kinder, Masern, NRW,Ruhrgebiet, Baden-Württemberg, impfen, geimpft, Malaria, Kinder, Afrika, Moskitonetze, Spende, DGK,Spendenaktion, Eistee, Säuglinge, Zahn, Zähne, Pflege, B
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das gesunde Kind
pgk, Jg. 40, 3/4 - 2006

Im Ruhrgebiet und in Baden-Württemberg grassieren die Masern
Über 90 Prozent der Erkrankten waren nicht gegen Masern geimpft
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(pgk) Nicht alle Jahre wieder, aber in der Regel alle drei bis fünf Jahre kommt es bei den Masern zu Ausbrüchen, wenn nicht genügend Kinder geimpft sind. 95 Prozent müssten es sein, diese hohen Durchimpfungsraten erreichen wir in Deutschland nicht. So sind Krankheitshäufungen immer wieder möglich.

In diesem Jahr seien in Nordrhein-Westfalen bereits 212 Menschen an der Virusinfektion erkrankt, sagte Ulrich van Treeck vom Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (LÖGD). Besonders betroffen: Duisburg, Dortmund und Oberhausen sowie der Kreis Wesel. Die Meldezahlen in NRW steigen bereits seit mehreren Wochen stetig an. Wie das Gesundheitsamt der Stadt Duisburg mitteilte, sind von der aktuellen Krankheitswelle vor allem Jugendliche und junge Erwachsene betroffen – im Mittel sind die Erkrankten 15 Jahre alt. 35 Betroffene wurden stationär behandelt, wobei bei je zwei Patienten Lungenentzündung bzw. Otitis media als Komplikation angegeben war. Über 90 Prozent der Erkrankten waren nicht gegen Masern geimpft. Die Durchimpfungsraten in der Stadt Duisburg liegen laut Schuleingangsuntersuchung 2005 nur bei etwa 70 Prozent für die empfohlenen beiden Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln.

Und auch in Stuttgart und Esslingen werden vermehrt Masern gemeldet. Fast alle Fälle sind auf einen nicht vorhandenen oder nur unzureichenden Impfschutz zurückzuführen. Oft lehnten die Eltern aus ideologischen Gründen Impfungen ab. Die Gesundheitsbehörden raten nun dringend, fehlende Masernimpfungen schnellstens nachzuholen. Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz rief Eltern auf, zu überprüfen, ob ihre Kinder gegen Masern geimpft sind. „Es ist ratsam, dass nicht geimpfte Kinder jetzt gegen Masern geimpft werden. Bei Kindern, die erst eine Impfung erhalten haben, sollte nun rasch der Impfschutz vervollständigt werden. Denn nur durch zweimaliges Impfen wird ein optimaler Impfschutz erzielt“, sagte Stolz.

Maserninfektionen verlaufen bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten mit Komplikationen wie Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder der lebensbedrohlichen Hirnentzündung (Masernenzephalitis). Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern bis zum Jahr 2010 weltweit auszurotten, ist nur zu erreichen, wenn bis dahin 95 Prozent der Kinder geimpft seien. Gelungen ist dies seit geraumer Zeit in den skandinavischen Ländern, in denen alle Kinder konsequent zweimal den MMR-Impfstoff erhalten.

Hautausschlag bei Masern am ganzen Körper Hautausschlag bei Masern am ganzen Körper. Quelle: Prof. Dr. Dr. F.C. Sitzmann, Homburg/Saar . Copyright: DGK

Lesen Sie hierzu außerdem unsere aktuelle Topnews unter:
masern-9-3-6.htm


Moskitonetze gegen Malaria
Spendenaktion des DGK: Weit über 90.000 EURO für Kinder in Afrika
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(pgk) Alle 30 Sekunden stirbt ein Kind im südlichen Afrika an Malaria, das sind 3.000 Kinder jeden Tag. Weltweit sterben jedes Jahr über eine Million Menschen an dieser Krankheit, der Großteil davon sind Kinder unter fünf Jahren.

Die Malaria-Erreger werden durch Stiche der Anopheles-Mücke übertragen. Bereits ein einziger Stich einer infizierten Mücke reicht für die Ansteckung aus. Wie kann man sich schützen, vor allem wenn das Geld knapp ist und man sich teure Medikamente kaum leisten kann? Da die Mücken hauptsächlich in der Dämmerung und nachts aktiv sind, müssen die Menschen nachts Mückenstiche abwehren. Eine der effektivsten Strategien zur Malariaprävention und zudem der einfachste Schutz ist ein mit Insektiziden imprägniertes Moskitonetz. Untersuchungen haben gezeigt, dass nach der Versorgung eines Dorfes mit Moskitonetzen die Zahl der Malariafälle in nur einem Jahr um die Hälfte gesunken ist. Das Problem ist aber, dass sich die Ärmsten der Armen selbst diese Netze nicht leisten können. Für Kinder stellt eine Malaria eine weitaus größere Gefahr dar, als für Erwachsene.

Kinder fuer Kinder gegen MalariaUm zu helfen, sind drei Euro schon genug. So viel kostet ein wirksames Moskitonetz. Das Deutsche Grüne Kreuz e.V. (DGK) rief daher 2004 mit der Aktion „Kinder für Kinder gegen Malaria“ zu einer Spendenkampagne in Schulen auf. Schulklassen veranstalteten Basare, Theaterabende, Sportaktionen, Infostände und spendeten den Erlös. Im Dezember 2005 griff auch die Frauenzeitschrift BRIGITTE die Spendenaktion auf. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Insgesamt mehr als 90.000 Euro kamen bis heute zusammen, und täglich gehen weitere Spenden ein. Allen Unterstützern ein herzliches Dankeschön! Vielleicht werden die 100.000 Euro ja noch erreicht...

Der Spendenerlös geht direkt und ohne Abzüge an „Roll back Malaria“, die Malaria zurückdrängen, die 2000 initiierte Aktion der WHO, des Kinderhilfswerks UNICEF, des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP) und der Weltbank. Zahlreiche Gemeinschaften, Regierungen, Institutionen und Entwicklungsbehörden sowie zum Beispiel der bekannte senegalesische Sänger Youssou N'Dour haben sich für „Roll Back Malaria“ stark gemacht. Das Projekt will die Todesfälle bis ins Jahr 2010 um die Hälfte reduzieren. Das Spendenkonto bleibt daher weiterhin bestehen, und nicht nur bis zum 25. April, dem weltweiten Afrika-Malaria-Tag.

Spendenkonto
Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Stichwort: Malaria
Commerzbank Kassel
BLZ: 520 400 21
Konto-Nr.: 28 80 2 35 00


Eistee: Für Säuglinge ungeeignet
Zahnmediziner warnen vor dem beliebten Sommergetränk
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(pgk) Säure- und zuckerhaltige Getränke schädigen die Zahnsubstanz. Sie gehören nicht in Nuckelflaschen für Babys oder Kleinkinder.

Eistee ist ein Modegetränk geworden. Das trinkfertige Erfrischungsgetränk aus Dose, Flasche oder Pappkarton ist besonders in den warmen Jahreszeiten sehr beliebt. Für die noch weichen Zähne von Säuglingen und Kleinkindern stellen diese Produkte jedoch eine große Gefahr dar. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bereits im Januar 2004 darauf hingewiesen, dass säure- und zuckerhaltige Getränke für Säuglinge und Kleinkinder nicht geeignet sind.

Industriell gefertigter Eistee enthält im Schnitt 95 Gramm Zucker pro Liter oder eine Kombination aus Zucker und Süßstoffen. Der Gehalt an Zitronensäure (E 330) liegt bei 2.500 Milligramm pro Liter. Zahnmediziner der Poliklinik für Kinderzahnheilkunde in Gießen haben im Eistee Säurewerte zwischen pH 2,6 und 4 gemessen. In vielen Produkten waren außerdem hohe Fluoridmengen enthalten. Dieser Mineralstoff wird eigentlich zur Zahnhärtung eingesetzt. Jedoch können Fluoride bei zu hoher Dosierung die bereits im Kiefer der Säuglinge angelegten bleibenden Zähne schädigen. Eine Überversorgung mit Fluoriden kann zu weißen oder braunen Flecken im Zahnschmelz führen. Im Extremfall kann auch die Zahnform durch Abplatzungen des Schmelzes beeinträchtigt sein.

Professor Dr. Norbert Krämer, Fortbildungsreferent der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V., hebt besonders die negativen Auswirkungen der Babyflaschen hervor: „Süße Getränke wie Eistee oder Säfte gehören überhaupt nicht in eine Nuckelflasche – auch nicht in verdünnter Form! Außerdem sollen Säuglinge und Kleinkinder Flaschen generell nur zum kurzzeitigen Trinken erhalten, keinesfalls zum ‚Dauernuckeln’. Das dauernde Umspülen der Kinderzähne mit Getränken verhindert, dass der schützende und neutralisierende Speichel die Zähne erreicht.“

Eistees, die aus schwarzem Tee hergestellt werden, enthalten zudem Koffeinmengen in vergleichbarer Höhe wie in koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken. Sie können bei Kindern zu Unruhe, Herzklopfen und Schlafstörungen führen.

Fazit: Eistee ist kein Getränk für Babys und Kleinkinder. Statt dessen empfiehlt die Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V. kohlensäurefreies Mineralwasser oder ungesüßten Kräutertee. Überdies sollten die Kleinen gegen Ende des ersten Lebensjahres lernen, aus Tasse oder Becher zu trinken.

Weitere Informationen zum Thema Zahngesundheit und zahngesunde Ernährung finden Sie auf der Homepage der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz: www.rundum-zahngesund.de.


Die richtige Pflege für Babys Po
Frischluft und häufiger Windelwechsel gegen Windeldermatitis
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Frischluft und häufiger Windelwechsel gegen Windeldermatitis(pgk) Während der gesamten Wickelzeit ist der Po im wahrsten Sinne des Wortes Babys wunder Punkt. Kein Wunder – die zarte Haut ist den ganzen Tag unter Verschluss und bekommt keine Luft. So bildet sich in der weichen und dünnen Babyhaut schnell ein warmes, feuchtes Klima – selbst bei hochwertigen modernen Windeln. Keime und Krankheitserreger – Bakterien und Pilze, vor allem der Hefepilz Candida albicans – haben ein leichtes Spiel. Hinzu kommt, dass der Windelbereich unweigerlich mit ätzenden Substanzen, nämlich mit Stuhl, Urin und Seifenresten, in Berührung kommt. Die häufige Folge: Rötungen, Hautreizungen und Entzündungen, kurz Windeldermatitis.

Leichtere Formen, bei denen der kleine Po nur ein wenig gerötet ist, können Eltern mit wundheilungsfördernden und entzündungshemmenden Salben oder Cremes aus der Apotheke gut selbst behandeln. Sie sorgen – in Kombination mit viel Frischluft und häufigem Windelwechsel etwa alle zwei bis drei Stunden und natürlich nach jedem größeren Geschäft – dafür, dass die Reizung innerhalb weniger Tage wieder verschwindet. Als Grundlage haben sich Wundschutzpasten mit Dexpanthenol, Zink- oder Lebertranzusatz bewährt. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind zum Beispiel Nystatin und Clotrimazol. Creme nie zu dick auftragen, da sonst die Hautporen verstopfen. Beim Windelwechsel gilt: Den Po mit warmem Wasser waschen, keine Seife oder andere Badezusätze verwenden, denn sie entfetten die Haut, und am besten ohne Windeln „lufttrocknen“, bevor das Kind neu gewickelt wird. Stoffwindeln haben sich als eine nicht sehr zielführende Alternative herausgestellt, im Gegenteil: Die Reibung des Stoffes trägt zur Entstehung oder Verschlimmerung von Windeldermatitis bei.

Bei schlechter Heilung, starker Entzündung, wenn die Haut schuppt, Pickelchen oder Ausschlag sogar offen sind und bluten, sollte der Kinderarzt aufgesucht werden. Dies ist auch wichtig, um schmerzhafte Folgeerkrankungen, wie beispielsweise Pilzinfektionen, Ekzeme oder bakterielle Entzündungen, zu vermeiden oder eventuelle Allergien zu erkennen.

So oft wie möglich sollte das Baby die Chance bekommen, ohne Windel zu strampeln. Denn frische Luft ist Balsam für den empfindlichen Po. Und nicht nur das: Unten ohne zu strampeln, zu krabbeln und zu spielen ist für den Nachwuchs ein herrliches Vergnügen.

Mehr über dieses Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Ratgeber aus Ihrer Apotheke/ Ausgabe 4A/2006.


Gesundes Sitzen schon im Kindergarten
Neu aus dem VERLAG im KILIAN: Was für den Rücken gut ist – Der Ratgeber für jeden Tag
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(pgk) Grundschulkinder sitzen im Durchschnitt neun Stunden am Tag – morgens in der Schule, nachmittags über den Hausaufgaben und abends vor dem Fernseher. Kein Wunder, dass der Rücken da leidet: 20 Prozent aller Kinder klagen am Ende der vierten Klasse über Rückenschmerzen.

Bereits im Kindergarten beginnt der Sitzmarathon. Von über 28.000 untersuchten Kindern in Kindergärten wiesen 65 Prozent medizinisch auffällige Befunde auf. Etwa 20 Prozent haben Haltungsschwächen, 15 Prozent Bewegungsstörungen. Oft fehlen in den Einrichtungen Bewegungs- oder Turnräume, und Gruppenräume bieten nur 1 bis 1,5 Quadratmeter Platz pro Kind. Damit nicht schon der Kindergarten zum Sitzkindergarten wird, sollten präventive, be-wegungsfördernde und rückengerechte Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehört: die Schulung der Erzieherinnen über den richtigen Einsatz des vorhandenen Mobiliars und die Verwendung von Hilfsmitteln wie Sitzkeilen oder alternativer Sitzgelegenheiten wie Sitzbällen bzw. die Anschaffung ergonomischer Möbel, fordert Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e.V.

Was für den Rücken gut ist? Eine kräftige Muskulatur ist der beste Garant für einen gesunden Rücken. Denn gut entwickelte Muskeln entlasten die Bandscheiben. Achten Sie deshalb darauf, dass sich Ihre Kinder genug bewegen - und zwar mehr als nur eine Stunde am Tag, empfiehlt der Experte. Gehen Sie mit ihnen raus, motivieren Sie sie dazu, Sport zu treiben. Bei der Auswahl der Möbel sollte darauf geachtet werden, dass sie von unabhängiger Seite geprüft sind. Besonders rückenfreundliche Produkte sind beispielsweise mit dem AGR-Gütesiegel ausgezeichnet.

Der neue Ratgeber aus dem VERLAG im KILIAN hilft dabei, ergonomische Anforderungen nicht nur an Stühle, sondern auch an Tische, Schulranzen, Fahrräder, Betten, Tragetücher, Tragebeutel, Möbel, Kücheneinrichtungen und viele andere Gegenstände des täglichen Lebens vor dem Kauf selbst zu überprüfen. Außerdem werden für verschiedene Lebensphasen, vom Baby bis zum Erwachsenen, typische Belastungen des Rückens beschrieben. Kleine Übungsprogramme, die sich problemlos in den Alltag einbauen lassen, sollen helfen, Rückenschmerzen vorzubeugen. Im handlichen Format des KILIAN mini wird dieses Buch schnell zum ständigen Begleiter in allen Fragen des rückenfreundlichen Umfeldes und bietet eine unverzichtbare Entscheidungshilfe beim Einkauf.

Rückenscherz vermeiden Dietmar Krause, Helga Freyer-Krause: Was für den Rücken gut ist – Der Ratgeber für jeden Tag, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage, VERLAG im KILIAN, Marburg 2006, 156 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Format 10,5 x 15 Zentimeter, Broschur, ISBN 3-932091-92-2, € 5,--.


Das Krümelmonster liebt knackiges Obst und Gemüse
„5 am Tag“ und Figuren der Sesamstraße machen Kids Lust auf gesunde Ernährung
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Das Krümelmonster liebt knackiges Obst und Gemüse(pgk) Kinder und Jugendliche essen hierzulande nicht einmal mehr die Hälfte dessen an Obst und Gemüse, was das Forschungsinstitut für Kinderernährung empfiehlt: Das sind beispielsweise für Grundschulkinder 220 g Gemüse und 220 g Obst am Tag.

Foto: TM and © 2006 Sesame Workshop

Gleichzeitig ernähren sich die Kids falsch, essen zu fett oder zu süß, und sie bewegen sich zu wenig. Die Folge: Die Zahl der übergewichtigen Kinder steigt besorgniserregend schnell an: Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist hierzulande schon jetzt jeder dritte Jugendliche und jedes fünfte Kind übergewichtig, jedes zehnte fällt in die Kategorie "fettleibig" – mit entsprechenden gesundheitlichen Folgen und Krankheiten, die Ärzte bisher nur von Senioren kannten: Gicht, Bluthochdruck und Typ 2-Diabetes („Altersdiabetes“).

Kindern das Thema gesunde Ernährung mit viel Spaß schmackhaft zu machen – das ist das Ziel der „5 am Tag-Kampagne“, die den Verzehr von 5 Portionen Obst und Gemüse täglich empfiehlt. Und das mit Hilfe der Helden aus Sesamstraße: „Keeekseeeee“ – der allgemein bekannte Schlachtruf des Krümelmonsters ist längst veraltet. Denn auch Krümelmonster gehen mit der Zeit: Schluss mit dem trockenen Kekszeug – das zottelige Urgestein der Sesamstraße steht jetzt auf saftige Äpfel, Gurken und knackige Möhren. Auch Elmo, Ernie und Bert haben Karotten, Äpfel & Co. und die Kampagne „5 am Tag für sich entdeckt. Ob Ernie wohl am liebsten Karotten isst, und Bert auf Bananen schwört? Auf der Internetseite www.machmit-5amtag.de erfahren die kleinen und die großen Sesamstraßenfans alles über Ernie und Berts Lieblingsfrüchte, über Elmos Neuentdeckungen in Sachen Gemüse oder mit welcher Frucht sich das Krümelmonster vergleichen würde. Zudem zu entdecken: verschiedene Spiele, Ausmalbilder oder E-Cards vom Krümelmonster und seinen Freunden. Bei den genial-gemüsigen Sprüchen von Ernie und Bert oder Elmo werden auch die letzten Spinat- oder Gurkenmuffel schwach.

Kontakt:
Petra Huber / Viola Brenne
Servicebüro 5 am Tag e.V.
Käfertaler Straße 190
68167 Mannheim
Tel.: 06 21 / 3 38 40 114
Fax: 06 21 / 3 38 40 110
E-Mail: info(à)5amtag.de


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Asthma durch Antibiotika?
(1.523 Zeichen)

(pgk) Bei Mittelohrentzündungen, Atemwegserkrankungen und anderen bakteriellen Infekten kann bereits im frühesten Kindesalter eine Behandlung mit Antibiotika sinnvoll und notwendig sein. Doch nicht jede Infektion muss mit einem Antibiotikum behandelt werden. Der Großteil der Infektionen der oberen Atemwege und Bronchitiserkrankungen werden durch Viren ausgelöst, Antibiotika sind in diesen Fällen wirkungslos. Wenn Ihr Kinderarzt Antibiotikagaben verschreibt, können Sie davon ausgehen, dass diese auch notwendig sind und nicht weggelassen werden dürfen. Auf keinen Fall jedoch sollten Sie auf eigenen Faust damit experimentieren.

Denn nach neuesten Erkenntnissen können die medikamentösen Bakterienkiller offenbar bislang unbekannte Auswirkungen haben: In den ersten zwölf Lebensmonaten verabreicht, scheinen sie das Risiko der kleinen Patienten zu verdoppeln, später Asthma zu entwickeln. Dafür gibt es gibt immer mehr Hinweise. Diese Bilanz zogen zumindest kanadische Forscher der University of British Columbia (www.ubc.ca) in Vancouver, als sie sieben verschiedene Studien mit insgesamt mehr als 12.000 Kindern auswerteten. 1.817 von ihnen waren asthmakrank.

Offenbar reicht schon eine einzige frühkindliche Antibiotikagabe aus, um das Asthmarisiko zu erhöhen. Kleinkinder, die zumindest einmal ein Antibiotikum erhalten hatten, hatten ein doppelt so hohes Asthmarisiko. Zusätzlich wurden die Daten von fünf Studien mit insgesamt 27.167 Kindern hinsichtlich der Dosierung der Medikamente ausgewertet. Es zeigte sich, dass jede zusätzliche Verabreichung von Antibiotika während des ersten Lebensjahres zu einer um das 1,16-fache erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung führte. Wie der Zusammenhang zu erklären ist, muss noch untersucht werden.

Quelle:
Fawziah Marra, Larry Lynd, Megan Coombes, Kathryn Richardson, Michael Legal, J. Mark FitzGerald, and Carlo A. Marra: Does Antibiotic Exposure During Infancy Lead to Development of Asthma?: A Systematic Review and Metaanalysis: Chest 2006 129: 610-618


MELDUNGEN

Aus „Stillfreundlich“ wird „Babyfreundlich“
(1.841 Zeichen)

(pgk) Die WHO/UNICEF-Initiative „Stillfreundliches Krankenhaus“ nennt sich ab sofort „Baby-freundliches Krankenhaus“ und gleicht sich damit dem Namen der internationalen „Babyfriendly Hospital Initiative“ von Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF an. Nach ausländischen Studien stärke das babyfreundliche Betreuungskonzept die Mutter-Kind-Beziehung und beuge damit der Vernachlässigung von Kindern vor. Auch in Deutschland könne dies Kinderleben retten.

Der Vorsitzende der WHO/UNICEF-Initiative und Chefarzt im St. Joseph Krankenhaus in Berlin, Dr. Michael Abou-Dakn, sagte dazu: „Ziel der Namensänderung ist, die Leistungen der Krankenhäuser, die sich der WHO/UNICEF-Initiative angeschlossen haben, treffender zu beschreiben. Babyfreundliche Krankenhäuser wollen in erster Linie die Bindung zwischen Eltern und Kind schützen und fördern. Das Entstehen dieser Bindung nennen wir Bonding. Das Stillen ist eine natürliche Folge eines gelungenen Bondings.“

Auch in Deutschland sterben Kinder an den Folgen von Misshandlung
Laut einer UN-Studie sterben in Deutschland jede Woche etwa zwei Kinder an den Folgen von Misshandlung. Nach Einschätzung von UNICEF sei die Dunkelziffer jedoch viel höher. Mehrere Bundesländer wollen mit der Einführung von Pflichtuntersuchungen Fälle von Kindesmisshandlung frühzeitiger aufdecken. „Diese Frühwarnsysteme müssen durch Prävention sinnvoll ergänzt werden. Kinder können vor Misshandlung bewahrt werden, indem die Eltern-Kind-Bindung gestärkt wird. Genau das geschieht in Babyfreundlichen Krankenhäusern“, betonte Abou-Dakn. „Von rund 900 Geburtskliniken bundesweit sind jedoch erst 25 als baby-freundliches Krankenhaus anerkannt. Deutschland hat im Juni 2004 einen EU-Aktionsplan unterzeichnet, der auch die Unterstützung der WHO/UNICEF-Initiative vorsieht. Es ist höchste Zeit, dass die Politik dieser Absichtserklärung konkrete Maßnahmen folgen lässt.“

Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an die WHO/UNICEF- Initiative, Gisela Meese (Geschäftsführerin): Tel.: 02 21 / 3 40 99 80. Weitere Informationen im Internet unter www.babyfreundlich.org.


Erhöhte Morphingehalte in Mohnsamen
Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen
(1.724 Zeichen)

(pgk) Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät vom übermäßigen Verzehr von Lebensmitteln ab, die in größerer Menge Mohn enthalten. Diese Empfehlung gilt besonders für schwangere Frauen. Mohnsamen werden gerne als Backzutat für Brot, Brötchen und Kuchen verwendet oder zur Gewinnung von Speiseöl genutzt. Die beliebten schwarz-grauen Samen sind reich an hochwertigen Fettsäuren und Protein, herausragend ist außerdem der Kalziumgehalt von 1.460 Milligramm pro 100 Gramm.

Aus Schlafmohn (Papaver somniferum) werden zwar auch pharmazeutisch wirksame Alkaloide wie Morphin oder Codein gewonnen, Speisemohn jedoch enthielt bisher nur Spuren dieser Stoffe. Analysen belegen aber, dass die Morphingehalte von Speisemohn stark variieren und in den vergangenen Jahren offensichtlich angestiegen sind. Mohnsorte, Erntezeitpunkt und geografische Herkunft können die Alkaloidmengen beeinflussen. Hauptursache für deutlich erhöhte Alkaloidwerte sind aber wahrscheinlich Verunreinigungen durch Milchsaft oder Bruchstücke von Samenkapseln bei der Gewinnung des Samens.

In ungünstigen Fällen können über Lebensmittel Morphinmengen aufgenommen werden, die im therapeutischen Bereich liegen. „Im schlimmsten Fall kann es bei solchen Dosen zu Bewusstseinsbeeinträchtigungen, Atemdepression und Herz-Kreislauf-Effekten kommen“, warnt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Um dieses Risiko für den Verbraucher auszuschließen, hat das BfR im Auftrag des Verbraucherschutzministeriums eine maximale tägliche Aufnahmemenge abgeleitet und einen Richtwert für Morphin in Mohnsamen empfohlen. Bis die Hersteller die Morphingehalte erfolgreich reduziert haben, rät das Institut Verbrauchern vom übermäßigen Verzehr stark mohnhaltiger Lebensmittel ab. Dazu gehören beispielsweise Mohnkuchen, mohnhaltige Desserts oder mit Mohnsamen bestreute Nudelgerichte wie Dampfnudeln. Diese Empfehlung gilt besonders für Schwangere, um mögliche Schädigungen des ungeborenen Kindes zu vermeiden.

Quelle: BfR Pressemeldung 05/2006 vom 20.02.2006


Wickelunterlagen gesundheitsgefährdend?
(1.103 Zeichen)

(pgk) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt vor gesundheitsschädigenden Chemikalien in Wickelunterlagen. Laut Ökotest-Magazin 2/2006 wurden in 11 von 20 getesteten Produkten fortpflanzungsschädigende Chemikalien gefunden, in acht davon wurden sogar EU-Grenzwerte überschritten. Sieben Wickelunterlagen enthielten zinnorganische Verbindungen, die bereits in geringer Konzentration das Immun- und Hormonsystem des Menschen beeinträchtigen können. Auch phosphororganische Verbindungen, die im Verdacht stehen, krebserregend zu wirken, konnten in acht der getesteten Produkte nachgewiesen werden. Die gefundenen chemischen Gifte werden durch Öle und Fette auf der Babyhaut aus den Wickelunterlagen gesogen und gelangen so in die Körper.

An den Verpackungen können Eltern die gesundheitsgefährdenden Substanzen nicht ablesen, erläuterte Öko-Test-Autor Erhard Lachmann. Es sei daher ratsam, einen Verkäufer zu fragen, ob das Produkt etwa den Weichmacher Diethylhexylphthala (DEHP), Dibutylphthalat (DBP) oder Benzylbutylphthalat (BBP) enthalte. Dass es schadstoffarme Auflagen gibt, hat der Test auch bewiesen. 9 der 20 untersuchten Wickelmatten erhielten die Note „gut“ oder „sehr gut“.

Mehr zu Schadstoffbelastungen unter www.bundgegengift.de.


Apotheken-Beratungswoche Zecken & Borreliose
(1.571 Zeichen)

(pgk) Frühlingszeit ist Zeckenzeit! Die in der Bevölkerung oft als „Zeckenimpfung“ bezeichnete Spritze beugt der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vor, nicht aber der ebenfalls von Zecken übertragenen Borreliose. Die durch Bakterien hervorgerufene Borreliose, nimmt in ihrer Häufigkeit jedoch immer weiter zu und ist leider nicht auf die FSME-Endemiegebiete beschränkt, sondern in ganz Deutschland und nahezu überall in der nördlichen Hemisphäre zu finden.

Besonders Kinder sind gefährdet, wenn sie im Wald, zwischen höheren Gräsern und Sträuchern spielen, da sie einen größeren Bewegungsradius als Erwachsene haben. Zecken kommen auf niedriger Vegetation bis in eine Höhe von 1,5 Metern vor. Daher gelangen die Blutsauger bei Kindern schneller als bei Erwachsenen auf den Oberkörper, Hals und Kopf (hier lassen sie sich auch gerne hinter oder in den Ohren nieder). Eine Kopfbedeckung ist daher bei Kindern ein sinnvoller Schutz. Zudem schützen lange Kleidung und Socken. Antizeckenmittel bieten Schutz an freien Körperstellen. Entdecken Sie an Ihrem Kind eine Zecke, sollten Sie sie langsam und vorsichtig mit einer feinen Pinzette entfernen. Wichtig ist es, die Zecke so dicht wie möglich an der Haut zu fassen und sie gerade und ohne zu drehen herauszuziehen. Auch Hunde und Katzen können an Borreliose erkranken und die Zecken auf Ihre Kinder übertragen.

Was macht den Zeckenstich so gefährlich? Wann wird die Zecke aktiv? Wie schütze ich mein Kind? Diese und andere Fragen werden bei der Kampagne „Zecken & Borreliose – Die unterschätzte Gefahr“ beantwortet, die das Deutsche Grüne Kreuz e. V. und Autan zusammen mit Apotheken im gesamten Bundesgebiet pünktlich zur Zeckensaison startet. Zahlreiche Apotheker werden vom 24. bis zum 29. April 2006 Tipps zur Vorbeugung geben. Mehr Infos finden Sie unter www.dgk.de unter ‚Veranstaltungen’.


Keine Hilfe durch Milch und Kochsalz-Lösung
Sofortmaßnahmen bei Vergiftungen
(1.178 Zeichen)

(pgk) Beim Verdacht auf Vergiftung bei Kindern durch Tabakwaren, Medikamente, Haushaltsreiniger, Putz- und Waschmittel sowie alkoholische Getränke reagieren Eltern häufig falsch. Auf der Suche nach schneller Hilfe, probieren Eltern bei betroffenen Kindern Erbrechen auszulösen, oder durch Milch bzw. Kochsalz-Lösungen die befürchteten Folgen zu lindern. Vergiftungsexperten warnen allerdings vor dem Einsatz dieser ‚Hausmittel‘. Bei Vergiftung sollte lediglich Leitungswasser oder Tee zum Einsatz kommen. Durch den Anruf bei einem Giftinformationszentrum sollten weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel der sofortige Notruf (112), geklärt werden.

Das Vergiftungspotenzial von Putzmitteln und Haushaltschemikalien kann auf ein Minimum reduziert werden, wenn sie vom Hersteller mit dem Bitterstoff Bitrex versetzt werden. Dieser sorgt aufgrund seines extrem bittern Geschmacks dafür, dass Kinder die giftige Reinigungssubstanz schon beim kleinsten Schluck sofort ausspucken.

Kurz-Info-VergiftungsschutzEine Kurzinformation zum sicheren Umgang mit Reinigungsmitteln im Haushalt, mit einer Übersicht zu Sofortmaßnahmen und der Rufnummer der Giftinfozentralen kann unter dem Stichwort „Kurz-Info-Vergiftungsschutz“ beim Deutschen Grünen Kreuz e.V., Forum Unfallprävention gegen Einsendung ein rückadressierten und mit 0,55 EUR frankierten Standard-Briefumschlags angefordert werden.


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