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Auszeichnungen / Qualitätssiegel

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pgk, Jg. 42, 3/4 - 2008
Sicherheitsrisiko Kinderlaufstall?
Viele Produkte sind unsicher und behindern bei Dauereinsatz die Entwicklung des Kindes
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(pgk) Wenn der Säugling zum Krabbelkind heranwächst, wächst mit seinem Bewegungsradius auch das Verletzungsrisiko. Mami und Papi dürften ihn theoretisch keine Sekunde aus den Augen lassen. Praktisch unmöglich! Deshalb ist ein Kinderlaufstall eine nützliche Anschaffung. Wenn das Telefon klingelt oder in der Küche die Milch überzukochen droht, wird der Nachwuchs flugs in das Kinderställchen bugsiert und ist dort in Sicherheit. Oder etwa nicht?
Die bayerische Gewerbeaufsicht führte 2007 eine Untersuchung zur Sicherheit von Kinderlaufställen durch und kam zu einem erschreckenden Ergebnis: Bis auf eine Ausnahme war jeder der Kinderlaufställe mit Mängeln behaftet. So gab es beispielsweise bei einfachen Modellen zu viele Öffnungen, Löcher und Spalten, wodurch die Gefahr des Festhängens und Quetschens der Finger vor allem zwischen unterem Rahmen und Boden besteht. Auch waren meist die Gitterabstände zu groß – mit dem Risiko, dass das Kind mit Kopf, Hals oder Rumpf stecken bleibt. Außerdem hielten die Stäbe die vorgegebene Prüflast zum Teil nicht aus und brachen.
Bei höhenverstellbaren Kinderlaufställen bargen Seile oder Schnüre ein Strangulationsrisiko, und bei solchen aus Kunststoff traten insbesondere Festigkeits- und Stabilitätsprobleme auf, und es gab Scher- und Quetschstellen an der Schließkante der Tür.
Das Verbraucherinformationssystem (VIS) Bayern erstellte daraufhin eine Checkliste, worauf man beim Kauf eines Laufstalls achten sollte:
- Das Modell sollte ein Gütesiegel („GS“ für Geprüfte Sicherheit oder ein anderes Qualitätszeichen) tragen.
- Gebrauchsanweisung und Montageanleitung müssen verständlich sein.
- Nach Aufstellung des Kinderlaufstalles dürfen – insbesondere zwischen Rahmen und Boden – keine zugänglichen Scher- oder Quetschstellen vorhanden sein (Gefahr des Einklemmens der Finger).
- Festigkeit und Abstände der Gitterstäbe prüfen, um ein Festhängen von Kopf und Hals zu vermeiden!
- Laufställe können mit Rollen oder Rädern ausgerüstet sein, wobei aber mindestens zwei feststellbar sein müssen.
- Abnehmbare kleine Bauteile dürfen nicht verschluckbar sein.
- Auf Materialschäden achten, zum Beispiel splitterndes Holz.
- Der Laufstall darf keine scharfen Ecken oder scharfkantige Schrauben aufweisen.
- Ist der Laufstall für Reklamationsfälle ausreichend gekennzeichnet (Produktname, Handelszeichen des Herstellers oder Großhändlers, evtl. zusätzliche Identifikationsmerkmale)?
- Kinderlaufställe ohne Boden stellen eine grundsätzliche Gefahr dar, weil das Kind das Gestell aus eigener Kraft verschieben oder anheben kann und so z. B. in die Kü-che oder zur Treppe gelangt.
Fazit der Prüfer: Grundsätzlich ist ein Kleinkind in einem sicheren Laufgitter für kurze Zeit gut aufgehoben. Es ist geschützt, kann dort ungestört spielen, und den Eltern kann ein Laufstall das Leben erleichtern.
Auf keinen Fall sollte aber der Laufstall zum ständigen Refugium für das Kind werden! „Krabbelkinder sollte man nicht aufhalten, denn ihre Neugier ist grenzenlos und hilft, die komplizierte Welt der Erwachsenen zu verstehen. Anstatt Ihr Kind einzusperren, verstauen Sie lieber alle Gegenstände, an die Ihr Kleines nicht herankommen soll“, raten die bayerischen Experten.
Quellen:
Kinderlaufstall, Kinderlaufgitter oder Kinderknast mit Sicherheitsrisiko?,
www.vis.bayern.de/
Der Laufstall - ein geeignetes Hilfsmittel?,
www.elternimnetz.de/
Muttermilch ist immer erste Wahl
Initiative Babyfreundliches Krankenhaus fördert das Stillen
(2.153 Zeichen)

- Stillen fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mutter und Kind. Foto: Stockbyte
(pgk) Muttermilch ist die beste Ernährung für den Säugling. Aber auch für die Gesundheit der Mutter bringt das Stillen Vorteile: Die Gebärmutter bildet sich nach der Geburt schneller zurück, dadurch sinkt das Infektionsrisiko im Wochenbett. Außerdem werden Fettreserven durch das Stillen abgebaut und die frühere Figur ist schneller wieder erreicht. Das Wohlbefinden von Mutter von Kind wird beim Stillen günstig beeinflusst.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF starteten 1991 das Programm „Babyfriendly Hospital Initiative“, um in Geburtskliniken das Stillen zu fördern. In Deutschland vertritt seit 1992 die WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“ dieses Ziel. Sie vergibt das Qualitätssiegel „Babyfreundliches Krankenhaus“ an Geburtskliniken, die das Stillen fördern.
Die Initiative gehört zum erlesenen Kreis von 366 Institutionen, die im Jahr 2008 Deutschland als Land der Ideen repräsentieren. Bundespräsident Horst Köhler überreichte die Auszeichnung Anfang März den Leitern der Geschäftsstelle Deutschland in Bergisch Gladbach.
Woran können werdende Eltern „Babyfreundliche Krankenhäuser“ erkennen?
Sie tragen die Plakette von WHO und UNICEF mit dem Picasso-Motiv „Maternity“ und arbeiten nach einem ganzheitlichen Konzept, das sich international bewährt hat. In regelmäßigen Abständen wird kontrolliert, ob sie weiterhin das Qualitätszeichen tragen dürfen.
Was machen „Babyfreundliche Krankenhäuser“ anders?
Sie orientieren sich an den von WHO und UNICEF entwickelten „Zehn Schritten zum erfolgreichen Stillen“, diese schreiben unter anderem vor:
- alle Mitarbeiter werden so geschult, dass sie die Stillrichtlinien umsetzen können,
- alle Schwangeren werden über die Bedeutung und die Praxis des Stillens informiert,
- Neugeborene bekommen weder Flüssigkeiten noch sonstige Nahrung zusätzlich zur
- Muttermilch (außer bei medizinischer Indikation),
- Mutter und Kind bleiben Tag und Nacht zusammen.
Geburtskliniken, die sich der Initiative anschließen wollen, werden vor Vergabe des Qualitätszeichens überprüft. WHO und UNICEF haben für die Vorbereitung auf das Gutachten Schulungsmaterial entwickelt. Die deutsche Version dieser 18-stündigen Fortbildung ist unter dem Titel „Personalschulung Stillfreundliches Krankenhaus" im VERLAG im KILIAN in Marburg (www.kilian.de) erschienen. Eine Liste mit allen zertifizierten Krankenhäusern in Deutschland steht im Internet unter
www.babyfreundlich.org/khsuche.html zur Verfügung.
Wenn es am Popo juckt, sind oft Parasiten die Ursache
Auch Müdigkeit und Reizbarkeit können die Folge von Madenwurmbefall sein
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(pgk) Wenn Ihr Kind über nächtliches Afterjucken klagt, könnte ein Befall mit Madenwürmern die Ursache sein. Eine Infektion mit den kleinen Parasiten kann bei Menschen jedes Alters vorkommen, ist aber bei Kindern viel häufiger, weil sie gerne alles Mögliche in den Mund stecken und sich auf diese Weise mit den Wurmeiern infizieren.
Durch die orale Aufnahme gelangen die Eier in den Körper des Kindes und entwickeln sich dort innerhalb von vier bis acht Stunden zum erwachsenen Wurm. Nachts kriechen die weiblichen Madenwürmer aus dem After. Sie legen ihre Eier im Bereich der Analfalten, in nächster Umgebung des Darmausgangs, ab, was den Juckreiz verursacht. Kratzt sich das Kind am After, bleiben die Wurmeier unter den Fingernägeln hängen. Wenn sich das Kind die Finger in den Mund steckt oder Gegenstände berührt, die es zum Mund führt, infiziert es sich erneut. Auf diese Weise können auch andere Familienmitglieder infiziert werden.
Madenwürmer sind extrem widerstandsfähig und können mehrere Wochen in Möbeln, Kleidern oder auf Spielsachen von Kindern überleben. Schwere Gesundheitsschäden verursachen sie glücklicherweise nicht. Die Würmer bewohnen ausschließlich den Darm und dringen nicht in den Blutkreislauf ein. Aber lästig sind sie. Durch den Juckreiz kann es zu Schlafstörungen kommen, die wiederum zu Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche und erhöhter Reizbarkeit führen. Das häufige Kratzen im Afterbereich begünstigt das Auftreten von Ekzemen.
Manchmal sind die Würmer als dünne, weiße, rund ein Zentimeter kurze Fäden im Stuhl sichtbar. Ein sicherer Nachweis des Madenwurmbefalls gelingt mit dem „Tesafilm-Test“: Ein Streifen wird morgens auf den Anus geklebt und gleich wieder abgezogen, der Arzt kann die daran haftenden Eier unter dem Mikroskop erkennen. Ist ein Befall gesichert, sollte man schnell handeln, um eine Ausbreitung der Parasiten zu verhindern.
Die Behandlung besteht zum einen aus der Einnahme eines Medikamentes, zum anderen aus Hygiene: Kurzschneiden der Fingernägel, tägliches Wechseln von Wäsche und Bettwäsche, gründliches Händewaschen und Nagelbürsten nach jedem Gang zur Toilette. Alle übrigen Haushaltsmitglieder sollten diese Regeln ebenfalls befolgen. Da sich in der Wäsche besonders viele Eier einnisten, empfiehlt sich beim Bettenmachen und Wäschewaschen das Tragen eines Mundschutzes.
AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Hyperaktiv durch Lebensmittelzusätze?
Bisher keine Beweise, aber neue Daten weisen auf einen Zusammenhang hin
(1.641 Zeichen)

- Naturbelassene Lebensmittel ohne Zusatzstoffe sind eine gesunde Alternative zu Fertigprodukten. Foto: BananaStock
(pgk) Fünf bis zehn Prozent der Kinder gelten als hyperaktiv, in den meisten Fällen wird das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivität-Syndrom (ADHS) dahinter vermutet. Die Ursachen von ADHS sind noch immer umstritten: Genetische Aspekte, aber auch Umwelteinflüsse und Ernährungsgewohnheiten werden diskutiert. Lebensmittelszusätze wie Phosphate, Konservierungs- und Farbstoffe stehen ebenfalls auf der Liste der verdächtigen Auslöser von ADHS.
Aktuelle Daten beleben diese Diskussion um Lebensmittelzusatzstoffe neu: Eine Studie der Universität Southampton hat den möglichen Zusammenhang zwischen Farb- und Konservierungsstoffen und Hyperaktivität unter die Lupe genommen. Die Forscher beobachteten 297 Kinder aus zwei verschiedenen Altersgruppen über sechs Wochen hinweg. Sie untersuchten, ob die Kinder nach Aufnahme von Lebensmittelzusätzen Verhaltensänderungen zeigen. Die Effekte waren jedoch gering: Das Verhalten änderte sich nur geringfügig, die Verhaltensänderungen traten nicht bei allen Kindern und nicht in allen Altersgruppen auf. Ein kausaler Beweis für einen Zusammenhang zwischen Zusatzstoffen und Hyperaktivität konnte nicht geführt werden.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die Studie ausführlich analysiert und kommt zu dem Schluss, dass sie zwar durchaus Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Farb- und Konservierungsstoffen zur Hyperaktivität liefert. Die Schlussfolgerung, dass Zusatzstoffe zu erhöhter Aktivität führen, sei aber nicht gerechtfertigt.
Alexandra Renkawitz, Ernährungswissenschaftlerin beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., rät Eltern, auf naturbelassene Lebensmittel ohne Zusätze zu setzen. „Wer sein Kind keinem unnötigen Risiko durch Lebensmittelzusätze aussetzen will, muss nur die Zutatenliste auf den Lebensmittelverpackungen lesen und kann dann entscheiden, ob er ganz oder teilweise auf diese Stoffe verzichtet.“
Quellen:
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Hyperaktivität und Zusatzstoffe – gibt es einen Zusammenhang? Stellungnahme Nr. 040/2007,
www.bfr.bund.de/
McCann, D., u. a. (2007) Food additives and hyperactive behaviour in 3 and 8/9 year old children in the community. The Lancet, 6 September 2007,
www.thelancet.com/
Beikostprodukte können Babys dick machen
Experten warnen vor zu viel Kalorien und glutenhaltigem Getreide in Beikostprodukten
(3.055 Zeichen)

- Das Löffeln von Breimahlzeiten ist dem Füttern mit Beikostfläschchen vorzuziehen. Foto: BananaStock
(pgk) Immer häufiger stehen Beikostprodukte zur Flaschenfütterung in den Regalen diverser Drogerien und Lebensmittelmärkte. Verschiedene Anbieter werben mit diesen „Trinkmahlzeiten“ und „Trink-Breis“. Sie seien praktisch, zeitsparend und daher besonders für gestresste Eltern attraktiv.
Jedoch warnt die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), dass solche Milch-Getreide-Fläschchen unverantwortlich seien und die Gesundheit gefährden würden. Sie entsprächen nicht der europäischen Gesetzgebung zu Säuglings- und Folgenahrungen. Denn die europäische Säuglingsnahrungsrichtlinie legt fest, dass zur Flaschenfütterung von Säuglingen und Kleinkindern geeignete Produkte eine Energiedichte von 60 bis 70 Kalorien pro 100 Milliliter (ml) aufweisen müssen. Der Energiegehalt der Mehrzahl dieser Produkte liegt hingegen bei 80 bis 110 Kalorien/100 ml. Das Problem besteht darin, dass schneller als beim Löffeln von Breimahlzeiten große Kalorienmengen weggetrunken werden.
Die hohe Energiedichte dieser Trinknahrungen sei laut der DGKJ bei gesunden, nicht unterernährten Kindern gänzlich ungeeignet. Es bestehe bei einem regelmäßigen Verzehr ein erhöhtes Risiko für Überfütterung,
übermäßige Gewichtszunahme im Säuglings- und Kleinkindalter und späteres massives Übergewicht. Zudem seien solche Fläschchenfütterungen mit glutenhaltigem Getreide abzulehnen, da Untersuchungen aus Schweden ergaben, dass bei den Kindern die Gefahr bestehe, eine schwer verlaufende Zöliakie (Gluten-Unverträglichkeit) zu entwickeln. Darüber hinaus würde das Nuckeln solcher kohlenhydratreichen Produkte Frontzahnkaries (Nuckelflaschenkaries) begünstigen.
Heike Brinkmann-Reitz, Ernährungswissenschaftlerin beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., rät Eltern, den Abendbrei selbst zu kochen: „Einfach 20 Gramm Vollkorngrieß oder -flocken in 200 ml heiße Milch einrühren und aufkochen. Den Brei abkühlen lassen und vor dem Füttern noch 20 Gramm Obstmus oder Obstsaft zufügen.“ Diesen Milch-Getreidebrei sollte es ab dem achten Lebensmonat geben.
Unter www.dgkj.de/929.html können Eltern eine Auflistung von mehr als 20 Beikostprodukten zur Flaschenfütterung mit ihrem jeweiligen Energiegehalt einsehen.
Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin: Vermarktung von Beikostprodukten zur Flaschenfütterung. Stellungnahme, Monatsschrift Kinderheilkunde 2007, 155: 968-970,
www.dgkj.de/929.html
MELDUNGEN
Vorsicht – Agent in der Küche
Erste Folge der Kinderhörspielreihe handelt von Vergiftungsgefahren
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(pgk) Anlässlich des bundesweiten Aktionstages „Vergiftungsschutz für Kinder im Haushalt“ bietet das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e.V. (DGK) ein neues aber bewährtes Medium für die Sicherheitserziehung von Kindern an: Kurzhörspiele. „Mit diesen kleinen Hörstücken können wir unserem Anspruch, Kinder aktiv in die Unfallvermeidung einzubeziehen, je nach Alter und typischen Unfallrisiken, sehr viel gerechter werden. Wir bauen also nicht darauf, Appelle und Verbote eindringlich zu wiederholen, sondern Kindern auf unterhaltsame Weise Unfallgefahren und riskante Situationen nahe zu bringen. Zentrale Figur dieser Kurzhörspiele ist ein Agent, der Unfallgefahren untersucht und erklärt. Zuhörende Kinder begleiten diesen kleinen Detektiv und können auf diese Weise real existierende Gefahren in der eigenen Umgebung überprüfen“, so Klaus Afflerbach vom DGK.
Die erste Folge der Agenten-Geschichte steht kostenfrei als Podcast unter www.dgk.de/podcast zur Verfügung und beschäftigt sich vornehmlich mit Vergiftungsgefahren für Kinder in der Küche.
Alkohol bleibt ein Problem bei Teenies
Statistik belegt: Anzahl junger Patienten weiterhin hoch
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(pgk) Alkohol ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet, nur zehn Prozent der Deutschen leben völlig abstinent. 16 Prozent trinken so viel, dass sie ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Kinder lernen also, dass Alkohol allgegenwärtig ist.
Mehr als ein Drittel der 12- bis 25-Jährigen betrinkt sich mindestens einmal im Monat. Das Rauschtrinken hat sich zu einem problematischen Trend entwickelt, das belegen die jüngsten Statistiken: Die Zahl der Jugendlichen, die aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär im Krankenhaus behandelt werden, hat sich in Deutschland seit 2000 mehr als verdoppelt.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Jahr 2006 – neuere Daten liegen noch nicht vor – rund 19.500 Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren mit der Diagnose Alkoholvergiftung stationär in Kliniken aufgenommen. Dies ist eine Steigerung gegenüber 2005 um 0,4 Prozent. „Die Zahl bleibt somit auf einem hohen Niveau und liegt mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2000 (+ 105 Prozent)“, so das Statistische Bundesamt.
Die größte Gruppe bildeten danach männliche Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 20 Jahren mit 10.500 Patienten (54 Prozent).
Die Anzahl der Patientinnen und Patienten im Alter zwischen 10 und 15 Jahren ging im Vergleich zu 2005 um vier Prozent auf 3.300 zurück. Allerdings wurden im Vergleich zum Jahr 2000 damit immer noch 51 Prozent mehr Jungen und Mädchen dieser Altersgruppe wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus behandelt.
Die zahlreichen Risiken des Rauschtrinkens werden – nicht nur von Jugendlichen – unterschätzt oder ignoriert. Sie betreffen sowohl die geistige als auch die körperliche Gesundheit: Eine Studie an der Universität von Binghampton (USA) belegt, dass sich das Gehirn von Rauschtrinkern nicht normal entwickeln kann. Eine Untersuchung des University College London ermittelte folgende Zahl: Jugendliche Rauschtrinker haben eine um 60 Prozent hö-here Wahrscheinlichkeit, alkoholabhängig zu werden, als diejenigen, die in jungen Jahren moderat Alkohol getrunken haben. Die Gefahr, von illegalen Drogen abhängig zu werden, ist um 40 Prozent höher.
Quellen:
Statistisches Bundesamt Zahl der Woche Nr. 004 vom 29.01.2008: Diagnose Alkohol: Anzahl junger Patienten weiterhin hoch,
www.destatis.de/
Studie Binghampton:
www.pubmedcentral.nih.gov/
Studie London:
http://jech.bmj.com/cgi/content/abstract/61/10/902
Kinder reden – Erwachsene hören zu
Bundesweiter Kindergipfel zum Thema „Biologische Vielfalt“ Anfang Mai in Bonn
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(pgk) Unter dem Motto „Kaufen wir uns die nächste Erde?“ findet vom 1. bis zum 4. Mai der Kindergipfel 2008 in Bonn statt. Im Vorfeld der Ende Mai stattfindenden UN-Naturschutzkonferenz diskutieren 12- bis 15-Jährige aus ganz Deutschland Themen rund um die biologische Vielfalt. In Workshops stellen sie Forderungen und Selbstverpflichtungen auf, die in einem Zukunftsvertrag zusammengefasst und von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterschrieben werden.
In diesem Jahr reicht der Horizont des Kindergipfels über Deutschland hinaus. Nicht nur deutsche Politikerinnen und Politiker diskutieren mit den Kindern und Jugendlichen; sie erhalten auch die Möglichkeit, ihre Vorstellungen auf der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn vorzustellen. Die Naturfreundejugend Deutschlands und die Stadt Bonn richten den Kindergipfel 2008 gemeinsam aus. Ein Hauptziel ist es, Kinder für die Umwelt und deren Schutz zu sensibilisieren. Informationen zum Kindergipfel gibt es auch im Internet unter
www.kindergipfel.de sowie bei der Naturfreundejugend Deutschlands, Haus Humboldtstein, 53424 Remagen, Telefon 02228 - 9415 - 0, Telefax 02228 - 9415 - 22, E-Mail: info(à)naturfreundejugend.de , Internet:
www.naturfreundejugend.de.
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