DGK e.V. -Informationsdienst Ernährung Forschung Gesundheit (efg), Jahrgang 11, Ausgabe 1- 2001 Themen: Eisenbedarf, Kaffee, Herz-Kreislauf, Wechseljahre, Beta-Carotin
Gesundheitsinformationen zu:
Deutsches Grünes Kreuz, Eisenbedarf,Kaffee, Herz-Kreislauf,Wechseljahre,Beta-Carotin
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Ernährung Forschung Gesundheit
efg, Jg. 11, 1 - 2001

Deutsche werden immer dicker (1408 Zeichen)
 
(efg) Die neuesten Zahlen aus dem Statistischen Bundesamt aus Wiesbaden belegen, dass inzwischen knapp die Hälfte aller Deutschen über 18 Jahren übergewichtig ist. Dabei bringen Männer häufiger zu viel auf die Waage als Frauen.

Das Statistische Bundesamt erfasste in seiner Studie die Körpergröße und das Gewicht von 380.000 Frauen und Männern und ermittelte daraus der Body-Mass- Index (BMI = Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße im Quadrat). Als normalgewichtig gelten Personen mit einem BMI zwischen 20 und 25.

47 Prozent der Bundesbürger weisen einen Body-Mass-Index von mehr als 25 auf und gelten damit als übergewichtig. 11 Prozent sind sogar stark übergewichtig mit einem BMI von über 30. Der Vergleich der Geschlechter ergibt, dass 56 Prozent der Männer, jedoch nur 39 Prozent der Frauen zuviel auf den Rippen haben. In beiden Gruppen sind Verwitwete und Verheiratete häufiger übergewichtig als Geschiedene und Ledige. Mit zunehmendem Alter erhöht sich die Quote der Übergewichtigen. In der Altersklasse der 65- bis 70-Jährigen wurden mit 73 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen die meisten Fälle von Übergewicht erfasst.

Diese Zahlen belegen, dass die Schere zwischen dem momentan geltenden Schönheitsideal und der Wirklichkeit immer weiter auseinander klafft. Wer dauerhaft abnehmen möchte, sollte vor allem auf fettreiche Lebensmittel verzichten und öfter Sport treiben.


Eisenbedarf lässt sich mit pflanzlichen Lebensmitteln decken (2128 Zeichen)
 
(efg) Wenn sie auf die richtige Auswahl und Kombination von Lebensmitteln achten, können Menschen, die kein Fleisch essen, ihren Eisenbedarf auch mit pflanzlichen Lebensmitteln gut decken.

Im Zuge der jüngsten Krisen bei der Produktion von Rind- und Schweinefleisch beschließen immer mehr Verbraucher, sich vegetarisch zu ernähren. Weil für sie Fleisch als gute Eisenquelle ausscheidet, müssen Vegetarier den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung festgesetzten täglichen Eisenbedarf von 10 mg für Männer und 15 mg für Frauen mit pflanzlichen Lebensmitteln decken. Eisen wird aus pflanzlichen Lebensmitteln jedoch schlechter aufgenommen als aus tierischen. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, sollten Menschen, die auf Fleisch verzichten, möglichst häufig eisenreiche pflanzliche Lebensmittel verzehren.

Nachfolgend finden Vegetarier eine Auswahl an eisenreichen pflanzlichen Lebensmitteln und weitere Tipps für eine ausreichende Eisenversorgung:

Zu den eisenreichen pflanzlichen Lebensmitteln zählen: Weizen- und Roggenkeime, Pfifferlinge, Tofu, Grünkern, Haferflocken, Dinkel, Haselnüsse, Vollkornbrot und Schwarzwurzeln.

Die weitverbreitete Einschätzung, Spinat sei ein sehr guter Eisenlieferant, ist falsch. Diese irrtümliche Bewertung entstand durch einen Druckfehler in einer Lebensmitteltabelle, der immer wieder übernommen wurde. Mit 2,2 mg Eisen pro 100 g hat Spinat einen mittleren Eisengehalt.

Die Verfügbarkeit von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln kann durch den gleichzeitigen Verzehr von Vitamin-C-reichem Gemüse, Obst und Säften verbessert werden.

Daneben gibt es Faktoren, die die Eisenaufnahme aus dem Darm hemmen. So sollte Eisen nicht zusammen mit oxalsäurereichen Lebensmitteln wie Spinat, Mangold, Kakao oder Rhabarber verzehrt werden. Verringert wird die Eisenverfügbarkeit auch durch den gleichzeitigen Genuss von Kaffee, Tee, Milch(produkten) sowie, wegen ihres hohen Phytingehaltes, von Hafer und Weizen.

Auch Medikamente können die Aufnahme von Eisen verringern. Dazu zählt die Gruppe der so genannten Antazida, welche eine übermäßige Produktion von Magensäure verhindern.


Kaffee hat keinen Einfluss auf Herz- Kreislauferkrankungen (895 Zeichen)
 
(efg) Finnische Forscher haben festgestellt, dass Kaffeetrinker kein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen aufweisen.

In einer finnischen Studie wurden über 20.000 Frauen und Männern im Alter von 30 bis 59 über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachtet, um festzustellen, ob sich ein Zusammenhang zwischen regelmäßigem Kaffeegenuss und Herz- Kreislauferkrankungen ergibt. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass Kaffee trinken keinen Einfluss auf die Entstehung und das Fortschreiten dieser Zivilisationskrankheit ausübt.

Er scheint eher Gegenteiliges zu bewirken: Männliche Teilnehmer, die keinen Kaffee tranken, starben häufiger an Herz-Kreislaufkrankheiten. Bei den Frauen stellte man sogar fest: Je mehr Kaffee getrunken wurde, desto geringer waren die Todeszahlen. Bei Kaffeetrinkern fiel allerdings auf: Mit steigendem Kaffeekonsum erhöhte sich der Anteil der Raucher.


Nach den Wechseljahren: Speisesalz sparsam verwenden (1074 Zeichen)
 
(efg) Osteoporosegefährdete Frauen sollten nach den Wechseljahren auf eine übermäßige Zufuhr von Speisesalz verzichten. Denn das Salz bewirkt, dass über die Nieren vermehrt Calcium ausgeschieden wird.

Aufgrund der hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren steigt bei vielen Frauen das Risiko für Osteoporose. Die zunehmende Brüchigkeit der Knochen entsteht durch eine verstärkte Auslagerung von Calcium aus dem Skelett. Sowohl bei jungen als auch bei älteren Frauen führt ein hoher Verzehr von Kochsalz zu einer vermehrten Ausscheidung von Calcium über den Urin. Bei jungen Frauen werden diese Calciumverluste durch verschiedene Anpassungsmechanismen wieder ausgeglichen: Zum einen erhöht sich die Calciumaufnahme aus dem Darm, gleichzeitig wird vermutlich weniger Calcium über den Darm ausgeschieden. Warum bei Frauen nach den Wechseljahren dieser Ausgleich nicht mehr funktioniert, ist noch nicht bekannt.

Um dem Knochenabbau entgegen zu wirken, sollten sich ältere Frauen ausreichend bewegen, viel calciumreiche Milchprodukte verzehren und Speisen nicht nachsalzen.


Beta-Carotin möglichst nicht in isolierter Form aufnehmen (1547 Zeichen)
 
(efg) Aufgrund neuerer Untersuchungen rät der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der Europäischen Union: Vorsicht bei der Verwendung und dem Verzehr von isoliertem Beta-Carotin in Nahrungsergänzungs- und Lebensmitteln.

Beta-Carotin ist die Vorstufe des fettlöslichen Vitamins A und nur in pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse enthalten. Diesem Provitamin werden schon seit einiger Zeit gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben: Man vermutet, dass es vor Krebs und Herz-Kreislaufkrankheiten schützen kann. Vermehrt wird es deshalb in isolierter Form als Nahrungsergänzungsmittel angeboten, aber auch Getränken und Milchprodukten zugesetzt. Die Euphorie um die Wirkungen von Beta-Carotin erhielt jedoch einen erheblichen Dämpfer: In verschiedenen wissenschaftlichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass schon bei einer täglichen Aufnahme von 20 mg isoliertem Beta-Carotin bei starken Rauchern die Lungenkrebsrate und bei Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen die Zahl der Todesfälle steigt.

Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der Europäischen Union widerruft deshalb den bisher gültigen Wert für die tägliche, gesundheitlich unbedenkliche Menge von 5 mg Beta-Carotin pro Kilogramm Körpergewicht. Des Weiteren empfiehlt das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) die Festlegung von Höchstmengen für zugesetztes Beta-Carotin in Nahrungsergänzungs- und Lebensmittel. Diese sollen sicher stellen, dass pro Tag nicht mehr als 2 mg in isolierter Form aufgenommen werden.

 

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