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efg, Jg. 13, 1 - 2003
Gesund und munter unterwegs
Tipps für die Ernährung auf Reisen (4.547 Zeichen)
(efg) Endlich Ferien! Sommer, Sonne, Urlaub - schon Wochen im Voraus freuen wir uns auf die "schönste Zeit des Jahres". Und natürlich will niemand diese kostbaren Tage im Bett oder auf der Toilette verbringen. Um seine Ferien unbeschwert genießen zu können, sollte man deshalb einige Tipps zur Ernährung unterwegs beherzigen.
Gute Fahrt
Wer mit dem Auto in die Ferien startet, sollte neben ausreichenden Pausen auch für gute Verpflegung sorgen, um Konzentration und Leistungsfähigkeit zu erhalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät Reisenden, viele kleine und fettarme Mahlzeiten zu sich zu nehmen, zum Beispiel dünn belegte Brote mit Gemüsescheiben, fettarme Milchprodukte oder Obst. Auf der Autobahn-Raststätte können Salatteller oder leichte Gemüsegerichte schwer im Magen liegende Speisen wie Pommes, Würstchen oder Schweinebraten ersetzen. Erwachsene sollten 1,5 Liter am Tag trinken, Kinder mindestens einen Liter. Be-sonders empfehlenswert sind Mineralwasser, Saftschorlen oder Früchtetee. Alkohol ist während der Fahrt tabu; koffeinhaltige Muntermacher wie Kaffee oder Energiedrinks sollten nur in Maßen getrunken werden. Denn sie überdecken Müdigkeit und können in größeren Mengen genossen fahrig machen.
Über den Wolken...
...ist die Luft besonders trocken. Deshalb gilt auch auf Flügen: viel trinken, am besten Mineralwasser oder Säfte. Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol hingegen steigern die Flüssigkeitsabgabe des Körpers und sind deshalb ungeeignet. Außerdem wirkt Alkohol in großen Höhen schneller und stärker als am Boden.
Kulinarische Vielfalt
Ob Paella, Moussaka oder Chop Suey: Im Urlaub möchte man die besonderen Spezialitäten des Landes genießen. Allerdings benötigen Magen und Darm ein paar Tage Zeit, um sich auf fremde Koch- und Essgewohnheiten einzustellen. Man sollte sie deshalb zu Beginn des Urlaubs nicht mit besonders ungewohnten Speisen überfordern.
Wer ungewollte Mitbringsel in Form von Fettpölsterchen vermeiden möchte, sollte nicht mehr essen, als der Körper benötigt, und Alkohol nur in Maßen zu sich nehmen. Ausgedehnte Spaziergänge, Spiel und Sport am Strand oder andere körperliche Aktivitäten erhöhen den Erholungswert und helfen außerdem, die Linie zu halten. Genau wie reichlich Salat, Gemüse und Obst, die traditionell in der Küche vieler Länder eine große Rolle spielen. Wer dann noch ab und an beim Frühstücksbüfett zum Müsli greift, beugt gleichzeitig einer Reise-Verstopfung vor.
Die Gefahr, dass sich Krankheitserreger in Lebensmitteln vermehren, besteht bei heißem Wetter überall. Vorsichtshalber sollte man daher auf lose Eiscreme oder Nachspeisen aus rohen Eiern, beispielsweise Tiramisu oder Zabaione, verzichten.
Exotisches ohne Reue genießen: Tipps für Fernreisende
"Koch' es, schäl' es oder vergiss' es", so lautet die Faustregel für Reisen in ferne Länder. Denn Hitze, mangelnde Kühlmöglichkeiten und unterschiedliche Hygienestandards bieten Keimen ideale Wachstumsbedingungen. Man sollte deshalb nur frisch zubereitete und gut durchgegarte Speisen verzehren. Rohe, kalte oder abgestandene Lebensmittel sind hingegen unbedingt zu meiden, beispielsweise nicht durchgebratene Steaks, Mayonnaise, Salate, Eiscreme oder Desserts mit rohen Eiern. Das gleiche gilt für rohen Fisch und kalte Meeresfrüchte wie Sushi, Muscheln oder Austern. Bei Obst und Gemüse sind die Sorten am besten geeignet, die man selbst schälen kann. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weist außerdem darauf hin, dass das Infektionsrisiko sich auch dadurch reduziert, dass man kleine Portionen isst und während des Essens nicht trinkt. So wird die Magensäure weniger verdünnt und kann Krankheitserreger besser abtöten. Fette und sehr scharfe Gerichte sollte man generell nur in kleinen Mengen zu sich nehmen.
Getränke: lieber heiß als eisgekühlt
In heißem Klima kann der Bedarf an Flüssigkeit und Mineralstoffen um ein Mehrfaches an-steigen. Daher ist es wichtig, reichlich zu trinken. In vielen Urlaubsländern enthält das Was-ser jedoch Keime - auch wenn es als Trinkwasser ausgewiesen wurde. Insbesondere bei Fernreisen sollte man deshalb kein Leitungswasser und keine offenen Getränke zu sich nehmen, sondern abgepacktes Wasser oder Mineralwasser sowie industriell hergestellte Fruchtsäfte oder Erfrischungsgetränke. Leitungswasser muss immer abgekocht werden, auch zum Zähneputzen oder Waschen von Nahrungsmitteln. Ebenso sollte man auf Eiswürfel verzichten, wenn man nicht weiß, ob sie aus abgekochtem Wasser hergestellt wurden. Heiße Getränke wie Tee oder Kaffee gelten dagegen als unbedenklich.
Neues Vitamin entdeckt (1.266 Zeichen)
(efg) Sie sind lebensnotwendig, werden nur in kleinen Mengen benötigt und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden - so lautet die Definition für Vitamine. Forscher haben jetzt eine Substanz entdeckt, auf die diese Beschreibung ebenfalls zu-trifft: Pyrroloquinolin-Quinon. Ein neues Vitamin?
Pyrroloquinolin-Quinon (PQQ) wurde von den Japanern Takaoki Kasahara und Tadafumi Kato entdeckt. In der April-Ausgabe des Fachmagazins "Nature" veröffentlichten die beiden Wissenschaftler nun ihre Ergebnisse. Wie sie berichten, wurde PQQ zuerst in Bakterien gefunden, später dann auch bei Mäusen. Dort spielt es eine entscheidende Rolle beim Abbau der Aminosäure Lysin. Unter PQQ-freier Ernährung zeigten die Nager schwere Mangelerscheinungen: Sie wuchsen nur langsam, konnten sich kaum fortpflanzen, hatten eine verletzliche Haut und ein geschwächtes Immunsystem. Kasahara und Kato gehen davon aus, dass Pyrroloquinolin-Quinon mit großer Wahrscheinlichkeit für den Menschen ebenfalls le- bensnotwendig ist, auch wenn zur Zeit die biochemischen Reaktionswege im menschlichen Organismus noch nicht bekannt sind.
PQQ ist in Gemüse und Fleisch enthalten. Da die Substanz gut wasserlöslich ist und als be-gleitender Faktor bei Redox-Reaktionen wirkt, wird es den B-Vitaminen zugeordnet.
'Das liegt in der Familie...'
Die Ernährung von Eltern und Großeltern beeinflusst die Gesundheit ihrer Nachkommen (2.876 Zeichen)
(efg) "Der Mensch ist, was er isst" - dieser Satz muss nun ergänzt werden. Zwar weiß jeder, dass er durch das eigene Verhalten, zum Beispiel die Ernährung, weitgehenden Einfluss auf seine Gesundheit nimmt. Neu ist jedoch, dass unsere Gesundheit auch davon abzuhängen scheint, wie sich unsere Vorfahren ernährt haben. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine schwedische Studie, die im European Journal of Human Genetics erschienen ist.
Die Wissenschaftler Kaati, Bygren und Edvinsson erforschten den Zusammenhang zwischen der Ernährung von Eltern und Großeltern und der Gesundheit ihrer Nachkommen. Dazu untersuchte das schwedische Team den Gesundheitszustand einer ausgewählten Gruppe von Personen. Dann wurde das Angebot an Nahrungsmitteln rekonstruiert, das den Eltern und Großeltern der Versuchspersonen während eines bestimmten Zeitraums vor der Pubertät zur Verfügung stand. So fand man heraus, dass eine Überernährung von Vater oder Großvater in der so genannten "langsamen Wachstumsperiode" vor der Pubertät sich nachteilig auf die Nachkommen auswirkt. Gab es zum Beispiel zu Zeiten dieser Wachstumsphase des Großvaters ein großes Angebot an Essen, so steigt für die Enkel die Gefahr, an Diabetes zu erkranken. Bei Großvätern, die in diesem Zeitraum unter einer Hungerperiode litten, bekommen hingegen weniger Nachkommen die Zuckerkrankheit. War für Väter in derselben Phase die Nahrungssituation sehr gut, besteht für ihre Kinder ein größeres Risiko, dass sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln, als bei Kindern von Vätern, vor deren Pubertät es nur wenig zu essen gab.
Diese Zusammenhänge bestätigten sich bei der Ernährung von Müttern und Großmüttern jedoch nicht. Hier war ein anderer Aspekt von Bedeutung: die Ernährung in der Schwangerschaft. Denn die Versorgung des Embryos ist mit entscheidend für das Geburtsgewicht. Das Geburtsgewicht wiederum hat Einfluss auf die weitere gesundheitliche Entwicklung des Babys selbst - wie auch die Gesundheit seiner Nachkommen.
Wie aber könnte es zu solchen Wirkungen über Generationen hinweg kommen? Zum einen weiß man, dass Ernährungsmuster von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das heißt, dass auch erwachsene Kinder sich noch ähnlich ernähren wie ihre Eltern. Und bei länger anhaltender Überernährung steigt das Risiko für bestimmte Krankheiten. Zum anderen führt eine zu reichliche Ernährung - in unterschiedlichem Ausmaß - zu einer Anpassung des Stoffwechsels. Es scheint nun, als ob diese Anpassung an die Nachkommen weitergegeben werden könnte.
Auch wenn die Ergebnisse dieser ersten Studie nicht überbewertet werden dürfen, eröffnet sich doch eine neue Sicht auf ernährungsabhängige Krankheits-Risiken in Familien. Außerdem rückt die Bedeutung der Ernährung von Kindern und Jugendlichen neu ins Blickfeld - denn die Folgen einer unausgewogenen Kost könnten weitreichender sein als angenommen.
Muttermilch gehört nicht in die Mikrowelle (1.870 Zeichen)
(efg) Säuglingsmilchnahrung kann im Mikrowellengerät erwärmt werden. Für Mutter-milch hingegen empfiehlt sich diese Methode nicht.
Stillen ist die beste Ernährung für das Baby. Um die Mutter zumindest zeitweilig zu entlasten oder eine Abwesenheit zu überbrücken, kann die Milch abgepumpt, gekühlt und später von einer anderen Bezugsperson gefüttert werden. Dr. Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund weist jedoch darauf hin, dass Muttermilch nicht im Mikrowellengerät aufgewärmt werden soll. Denn durch die dabei erfolgende ungleichmäßige Erhitzung kann der Gehalt an Abwehrstoffen (Immunglobulin A) und der antibakteriellen Substanz Lysozym beträchtlich sinken. Statt dessen sollte man auf spezielle Babykostwärmer zurückgreifen. Muttermilch kann sich übrigens bei längerem Stehen in eine wässrige und eine fetthaltige Phase trennen: Durch vorsichtiges Schwenken (nicht Schütteln!) verteilt sich das aufgerahmte Fett wieder.
Dagegen gibt es keine Bedenken gegen die Erwärmung von Säuglingsmilchnahrung in der Mikrowelle. Die Behauptung, dass sich dabei Eiweißstoffe negativ verändern, ist wissenschaftlich widerlegt. Aus hygienischen Gründen ist allerdings zu raten, die Säuglingsnahrung für jede Mahlzeit frisch zuzubereiten. Wird das Fläschchen dennoch einmal auf Vorrat gekocht, muss es im Kühlschrank aufbewahrt werden. Beim Aufwärmen in einem Mikrowellengerät ist zu beachten, dass sich die Milch ungleichmäßig erhitzt - es besteht die Gefahr, dass sich das Baby den Mund verbrennt. Deshalb soll das Fläschchen sorgfältig geschwenkt und die Temperatur der Milch unmittelbar vor dem Füttern geprüft werden. Generell soll die temperierte Milch für Babys zwar sorgsam vermischt, aber nicht zu heftig geschüttelt werden. Denn sonst bilden sich Luftbläschen, die - vom Kind getrunken - zu Blähungen oder vermehrtem Aufstoßen führen können.
Vitamine: aber natürlich!
Vitamine aus Obst und Gemüse contra Vitaminpräparate (1.630 Zeichen)
(efg) Vitamine sind lebensnotwendig und dienen in vielfältiger Weise unserer Gesundheit. Doch die Empfehlungen gehen "zurück zur Natur". Das bedeutet: Natürliche Vitamine in Obst und Gemüse sind hochdosierten Vitaminpräparaten vorzuziehen.
Vitamine erfüllen im menschlichen Organismus vielfältige Funktionen. Zum Beispiel helfen sie bei der Energiegewinnung, ermöglichen Wachstum und Fortpflanzung und stärken die Abwehrkräfte. Auch bei der Vorbeugung gegen Erkrankungen leisten sie gute Dienste. Deshalb wurde in den letzten Jahren in mehreren großen Studien überprüft, ob hochdosierte Präparate mit den so genannten antioxidativen Vitaminen E, C und Beta-Karotin (eine Vorstufe von Vitamin A) vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs schützen. Das ist jedoch nicht der Fall.
In der April-Ausgabe der "Aktuellen Ernährungsmedizin" fasst Prof. Siegfried Heyden vom Duke University Medical Center in Durham NC die Studienergebnisse zusammen. Er kommt zu dem Fazit, dass antioxidative Vitamine nicht in hohen Dosen eingenom-men werden sollten. Denn in keiner Studie konnte eine vorbeugende Wirkung erzielt werden. Es könne sogar zu Komplikationen kommen. So ist beispielsweise schon seit längerem bekannt, dass Beta-Karotin bei Rauchern Bronchialkrebs zu fördern scheint.
Anstelle der Einnahme von künstlichen Präparaten rät Prof. Heyden "zu reichlichem Obst- und Gemüseverzehr mit deren natürlichen Vitaminen". Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt seit langem fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Also: Statt Kapseln schlucken oder Tabletten auflösen sollte man sich an Frisches aus Feld und Garten halten.
Milch schützt vor metabolischem Syndrom
Ein hoher Milchverzehr senkt das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten (1.897 Zeichen)
(efg) Eine amerikanische Studie mit über 3000 jungen Erwachsenen bestätigt die positiven Effekte von Milch auf die Gesundheit: Ein hoher Verzehr des weißen Trankes und daraus hergestellter Produkte kann dazu beitragen, das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Krankheiten zu senken.
Die Wissenschaftler erhoben in vier US-Städten im Zeitraum 1985/86 und nochmals in den Jahren 1995/96 Daten von 3157 Männern und Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren. Es wurde untersucht, ob das Auftreten des metabolischen Syndroms mit dem Konsum von Milch- und Milchprodukten (Milchgetränke, Butter, Sahne und Käse) in Zusammenhang steht. Als metabolisches Syndrom wird eine Stoffwechsellage bezeichnet, bei der Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte auftreten sowie erhöhte Insulin- und Blutzuckerspiegel im Blut vorliegen. Dies führt zu einem stark erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2.
Teilnehmer, die schon bei Studienbeginn übergewichtig waren, entwickelten im Studienzeitraum (zehn Jahre) erwartungsgemäß vier- bis fünfmal häufiger mindestens zwei der zum metabolischen Syndrom gehörigen Symptome als Normalgewichtige.
Bemerkenswert war allerdings folgende Beobachtung: Je häufiger die übergewichtigen Personen Milch und Milchprodukte verzehrten, desto geringer war das Auftreten der beschriebenen Symptome. Bei übergewichtigen Studienteilnehmern, die sogar fünfmal oder häufiger pro Tag Milch oder Milchprodukte zu sich nahmen, war die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des metabolischen Syndroms um 72 Prozent niedriger als bei Teilnehmern, die diese Lebensmittel seltener als 1,5-mal pro Tag konsumierten.
Um das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten zu verringen, sollten Übergewichtige demnach versuchen, mit einem Diätplan abzunehmen, der möglichst häufig - fettarme - Milch und daraus hergestellte Produkte enthält.
V.i.S.d.P.
Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.
Redaktion:
Dr. oec. troph. Karin Uphoff (verantw.)
Dipl. oec. troph. Heike Brinkmann-Reitz
Dipl. oec. troph. Sabine Schmid
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