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efg, Jg. 14, 2 - 2004
Ernährung 'on the road'
Eine vielseitige Kost hält Berufsfahrer fit
(3.094 Zeichen)
(efg) Viel Kaffee, viele zuckerhaltige Getränke, aber wenig Milchprodukte, Obst und Gemüse: So sieht die typische Ernährung eines Fernfahrers aus. Doch die wirklichen Muntermacher heißen Apfel, Möhre, Vollkorn, Joghurt und Co.
Eine abwechslungsreiche Ernährung hält fit und erhöht Leistung und Konzentration. Das ist besonders wichtig im Straßenverkehr. Die erste Studie zur Ernährungssituation von LKW-Fahrern im Güterfernverkehr gibt nun Aufschluss über die Ernährungsweise von Berufsfahrern. Die Wissenschaftler Tanja Nolle, Günter Eissing und Nora Bönnhoff der Universität Dortmund kommen darin zu dem Ergebnis, dass die Kost von "Brummi-Fahrern" zu einseitig ist: Die Fahrer essen zu viel Eiweiß, aber zu wenig Kohlenhydrate. Zudem sind Kohlenhydrate und Fette oft von schlechter Qualität. Milchprodukte, Vollkornprodukte, Obst und Gemüse kommen zu kurz, dadurch fehlen Vitamine und Ballaststoffe. Kaffee ist bei den Getränken Spitzenreiter, aber auch zuckerhaltige Getränke sind sehr beliebt.
Für die Fahrtüchtigkeit ist eine kontinuierliche Versorgung des Organismus mit Nährstoffen von großer Bedeutung. Dennoch werden wenig oder gar keine Zwischenmahlzeiten verzehrt. Was bei vielen Fernfahrern gut funktioniert: Sie nehmen ihre warme Mahlzeit abends - nach Arbeitsende - ein. So wirkt sich eine verdauungsbedingte Ermüdung nicht auf die Fahrtätigkeit aus.
Eine vielseitige Ernährung hält fit und gesund. Um abends oder am Wochenende sicher nach Hause zu kommen, empfiehlt das Deutsche Grüne Kreuz allen Berufs- und Vielfahrern:
Fahren Sie nicht ohne Frühstück los und nehmen Sie sich Proviant für ein bis zwei Zwischenmahlzeiten pro Tag mit. Die warme Mahlzeit sollte nach Feierabend eingenommen werden.
Mit viel Obst und Gemüse bleiben Sie "frisch" - sie gehören zu jeder Mahlzeit dazu. Beispielsweise ein Glas Obstsaft zum Frühstück, eine Möhre oder ein Apfel als Zwischenmahlzeit sowie ein Salat und Gemüse zum warmen Essen.
Ein Glas Milch am Tag, Käse auf dem Vollkornbrötchen und ein Joghurt zwischendurch versorgen den Körper mit Kalzium sowie vielen weiteren Mineralstoffen und Vitaminen.
Vollkornbrötchen und -brot bleiben länger frisch und sättigen mehr als Produkte aus weißem Mehl. Außerdem halten sie die Verdauung in Schwung.
Süßigkeiten und süße Getränke lassen den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe steigen - und dann auch wieder schnell abfallen. Deshalb sind sie als Zwischenmahlzeiten nicht geeignet.
Als Durstlöscher bieten sich besonders Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees sowie Saftschorlen an. Kaffee oder koffeinhaltige Getränke können als "Wachmacher" dienen, sollten aber nur gezielt eingesetzt werden - sonst verliert sich die aufmunternde Wirkung.
Durch Termindruck, Staus auf den Straßen sowie vorgegebene Lenk- und Ruhezeiten stehen Berufsfahrer oft unter Stress. Deshalb sollten sie ihre Pausen gut planen und erholsam gestalten: Ein kurzer Spaziergang und ein paar Dehnübungen helfen Verspannungen zu lockern und bringen Abwechslung zur sitzenden Tätigkeit. Auch in der Freizeit sollten Bewegung und frische Luft nicht zu kurz kommen.
Quelle: ernährung im fokus. 4. Jg., 04/2004, S. 98-102
Alle an einem Tisch
Familien essen einmal am Tag gemeinsam
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(efg) Das Abendessen ist in deutschen Familien die wichtigste gemeinsame Mahlzeit. Wie eine aktuelle Studie ergab, geht es dabei nicht nur ums Essen: Ebenso bedeutend sind Gespräche und feste Rituale.
In Kooperation mit dem Bundesgesundheitsministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft befragte die Zeitschrift "Eltern" ihre Leser zum Essverhalten in der eigenen Familie. Nach der Auswertung von 2.600 Fragebögen zeigte sich, dass gemeinsame Mahlzeiten in Familien nach wie vor einen hohen Stellenwert genießen.
Dem Abendessen kommt dabei die zentrale Rolle zu: Während der Woche nehmen 86 Prozent, am Wochenende sogar 92 Prozent aller befragten Familien die Mahlzeit am Abend gemeinsam ein. Dem Mittagstisch bleibt ein Viertel aller Kinder fern: 17 Prozent essen im Kindergarten, knapp 3 Prozent erhalten ihr Mittagessen in der Schule oder im Hort. Der Esstisch dient als Treffpunkt für die Familie: Man unterhält sich und festigt so die Zusammengehörigkeit. Die befragten Familien nehmen sich jeden Tag durchschnittlich 54 Minuten Zeit für gemeinsame Mahlzeiten.
Feste Regeln für das gemeinsame Essen gibt es in fast 90 Prozent aller Familien. Sie erleichtern den Umgang miteinander und schaffen die Voraussetzung für eine angenehme Atmosphäre. Besonders wichtig ist den Eltern, dass jüngere Kinder während der Mahlzeit sitzen bleiben und nicht mit dem Essen spielen. Die "Großen" müssen helfen, den Tisch zu decken und abzuräumen. Außerdem hat jedes Familienmitglied einen Stammplatz am Esstisch.
Die klassische Rollenverteilung gilt nach wie vor bei der Zubereitung der Mahlzeiten: In 86 Prozent der Familien steht die Frau immer oder meistens am Herd. In nur 11 Prozent der befragten Haushalte sind beide Partner für die Mahlzeitenzubereitung zuständig.
Divertikel-Erkrankungen
Wenn der Darm sich ausstülpt
(2.991 Zeichen)
(efg) Immer häufiger leiden Menschen an Divertikel-Erkrankungen. Die säckchenförmigen Ausstülpungen der Darmwand verursachen in den meisten Fälle keine Beschwer-den - falls doch, sollten Betroffene umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Eine ballaststoffreiche Ernährung beugt der Bildung von Divertikeln wie auch schwereren Folgen dieser Erkrankung vor.
Die Zahl der Divertikel-Erkrankungen hat in den westlichen Industrieländern in den vergan-genen Jahrzehnten stetig zugenommen. Für 40- bis 60-Jährige wird eine Häufigkeit von 7 bis 12 Prozent angenommen, bei den über 60-Jährigen sind 40 bis 50 Prozent betroffen.
Damit gehört die Divertikulose zu den häufigsten Dickdarmerkrankungen. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Fachausdruck? Divertikulum bedeutet im Lateinischen Abweg, Abweichung; Divertikel sind kleine, sackförmige Ausstülpungen. Sie können in verschiedenen Organen auftreten. Wird keine genauere Angabe gemacht, sind im Allgemeinen Ausstülpungen der Dickdarmwand gemeint. Kommen diese Ausstülpungen nicht vereinzelt, sondern in größerer Anzahl vor, spricht man von einer Divertikulose. Entzünden sich die Divertikel, handelt es sich um eine Divertikulitis.
Die genaue Ursache der Ausstülpungen konnte bisher nicht geklärt werden. Man geht aber davon aus, dass die vergleichsweise ballaststoffarme Ernährung in der westlichen Welt eine wichtige Rolle spielt. Zum Beispiel nehmen Vegetarier viel mehr Ballaststoffe zu sich als "Fleischesser" - und sind viel seltener von Divertikulose betroffen.
Nicht jede Divertikulose ruft automatisch Beschwerden hervor - 80 Prozent der Betroffenen haben keinerlei Symptome. Oft werden die Ausstülpungen zufällig bei einer Darmspiegelung entdeckt. Nur bei 20 Prozent der Erkrankten treten gesundheitliche Probleme auf, zum Beispiel Blähungen, Bauchschmerzen, besonders im linken Unterbauch oder Verstopfung im Wechsel mit Durchfällen. Schwerwiegende Komplikationen sind selten, gehören aber sofort in ärztliche Behandlung, beispielsweise bei Blut im Stuhl. Wenn die Divertikel sich entzünden (Divertikulitis) sind die Symptome ähnlich wie bei einer Blinddarmentzündung: krampfartige Schmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, meist auch Fieber.
Bestehende Divertikel bilden sich nicht mehr zurück. Eine ballaststoffreiche Ernährung baut aber Komplikationen wie auch der Bildung weiterer Divertikel vor und wird deshalb zur Vorbeugung und für beschwerdefreie Patienten empfohlen. Für die tägliche Ernährung bedeutet das: Vollkornprodukte sowie Gemüse und Obst sollten reichlich auf dem Speisezettel stehen, tierische Erzeugnisse wie Fleisch, Wurst oder Eier reduziert werden. Damit der Darm sich langsam an eine solche Kost gewöhnen kann, sollte die Umstellung schrittweise und langsam erfolgen. Außerdem ganz wichtig: Reichlich trinken, damit den Ballaststoffen ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung steht. Durch die tägliche Aufnahme von Weizenkleie kann der Ballaststoffgehalt der Nahrung noch zusätzlich gesteigert werden.
Wie viel Computer ist gut für Kinder?
Beenden Sie endlose Diskussionen um den PC!
(3.700 Zeichen)
(efg) Schon für Dreijährige gibt es Lern- und Spielprogramme, in den USA wird Soft-ware bereits für Babys ab sechs Monaten angeboten. Doch wie viel PC ist für die Kleinen gesund? Erstes Fazit: Der Computer darf nur eine Lebenserfahrung unter vielen bleiben. Dies zu vermitteln bleibt Aufgabe des Elternhauses.
Übermäßige Fernseh- und Computernutzung führen auch bei Kindern zu Bewegungsdefiziten und Übergewicht. Denn das Sitzen vor dem Computer oder Fernseher stoppt die eigene Bewegung fast vollständig. So weist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung darauf hin, dass übergewichtige Kinder viel fernsehen: Sie sitzen mehr als zwei Stunden pro Tag vor dem Gerät. Hinzu kommt, dass viele Kids vor dem Fernseher oder PC unkontrolliert und "nebenbei" essen und auf diese Weise zusätzliche Kalorien zu sich nehmen.
Wegzudenken aus der Welt unserer Kinder ist der PC heute nicht mehr. Das ist auch gar nicht nötig, denn der Computer schadet der Entwicklung eines Kindes nicht. Im Gegenteil, er kann Aufmerksamkeit und Konzentration, Kreativität und Fantasie fördern. Spaß erhöht die Lernbereitschaft. Hier leistet der Computer gute Dienste. Wissen kann auf kindgerechte, spielerische Weise vermittelt werden. Die Motivation steigt, da die Kids aktiv teilnehmen und Einfluss auf das Geschehen nehmen können. Außerdem reagiert ein Programm sofort auf jeden Klick - durch diese zeitnahe Rückmeldung können Kinder optimal lernen. Erfolg wird durch Lob positiv unterstützt. Das stärkt das Selbstwertgefühl.
Der Computer kann allerdings den Life-Charakter, der für ein umfassendes Lernen unerlässlich ist, nicht ersetzen. Der Schmeck-, Riech- und vor allem der Tastsinn, mit dem die Welt buchstäblich "begriffen" wird, bleiben hier ungenutzt. Auch soziale Fähigkeiten kann der Computer nicht vermitteln. Dem natürlichen Bewegungsdrang eines Kindes wird er über-haupt nicht gerecht. Deshalb ist es wichtig, Regeln für die PC-Nutzung einzuführen und die-se konsequent umzusetzen.
Tipps für Eltern zu einem sinnvollen Umgang mit dem PC:
Ein Kind darf Erfahrungen am PC sammeln, muss aber nicht. Üben Sie bei Desinte-resse keinen Druck aus. Verpasste Zeit gibt es nicht.
Jungen und Mädchen unter 12 Jahren sollten keinen eigenen Fernseher oder Computer besitzen. Denn die dadurch nötigen Absprachen verringern den Konsum deutlich.
Der Computer ist kein Babysitter. Kinder dürfen dort nicht "geparkt" werden.
Setzen Sie sich mit dem Kind zusammen und sprechen Sie über seine Erfahrungen am PC, damit der Bezug zur Wirklichkeit nicht verloren geht.
Computerspiele sind so faszinierend, dass Kinder darüber leicht die Zeit vergessen und ihre Fähigkeiten überbeanspruchen. Um keinen Stress auszulösen, beträgt die empfohlene Zeit bei Kindern im Grundschulalter 20 bis 30 Minuten. Kinder zwischen 10 und 13 Jahren bekommen bis 60 Minuten und Jugendliche 90 Minuten Nutzungszeit.
Eine gute, sinnvolle Software ist wichtig. Suchen Sie anfangs altersentsprechende Programme aus und helfen Sie dem Kind dabei, ein eigenes Bewusstsein für Qualität zu entwickeln.
Um Übergewicht und gesundheitlichen Schäden vorzubeugen, rät Heike Brinkmann- Reitz, Ernährungswissenschaftlerin beim Deutschen Grünen Kreuz: "Eltern sollten darauf achten, dass das Essen gemeinsam am Familientisch eingenommen wird und nicht vor dem Computer oder Fernseher. Außerdem sollte neben dem PC noch genügend Zeit für Sport und Spiel an der frischen Luft bleiben."
Will ein Kind nur noch am Computer sitzen, bekommt Übergewicht oder isoliert sich sozial, kann dies ein Hinweis auf ungelöste Probleme sein. Versuchen Sie herauszufinden, ob es Schwierigkeiten in der Schule, mit Freunden oder zu Hause hat und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen.
Buchtipp: Thomas Feibel: Was macht der Computer mit dem Kind? Velber im OZ Verlag
AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Übergewicht mindert Überlebenschancen nach Herzinfarkt
(1.171 Zeichen)
(efg) Jedes Kilo zuviel auf den Rippen verringert die Chance einen akuten Herzinfarkt zu überleben. Dieses und andere Studienergebnisse stellten zwei amerikanische Wissenschaftler auf dem letzten Jahreskongress der European Society of Cardiology vor.
Die Forscher Dr. Scott Wright und Dr. Joseph Murphy von der Mayo Clinic in Rochester werteten bei ihrer Studie Daten von mehr als 900 Patienten aus, die mit einem akuten Herzinfarkt in ein amerikanisches Krankenhaus eingeliefert worden waren. Neben einer geringeren Überlebenschance nach einem akuten Herzinfarkt, erleiden Übergewichtige zudem sechs Jahre früher einen Infarkt als Normalgewichtige. Auch das Risiko für eine zweite Herzattacke steigt mit jedem überzähligen Kilogramm.
Bis vor kurzem galt die Annahme, dass übergewichtige Herzinfarktpatienten größere Überlebenschancen hätten als schlanke. Man vermutete dies, da ein Herzinfarkt sehr kräftezehrend ist und dicke Menschen mehr Energiereserven zur Verfügung haben. Die Auswertung der neuen Daten ergab aber, dass Menschen mit Übergewicht und Fettleibige etwa ebenso lang weiterleben wie Normalgewichtige, wenn sie den Herzinfarkt erst einmal überstanden haben.
Quelle: Medical Tribune. 39. Jg., Nr. 1-2/2004, S. 3
MELDUNGEN
'Binge-Drinking': Saufen bis zum Umfallen
Jugendliche und junge Erwachsene gefährden ihre Gesundheit
(2.289 Zeichen)
(efg) Viele 15-Jährige waren bereits zwei Mal in ihrem Leben völlig betrunken. Experten warnen vor den Folgen des "Rauschtrinkens".
Nicht nur am "Vatertag" oder an lauen Sommerwochenenden treffen sich Jugendliche und junge Erwachsene, um sich "die Kante zu geben". Dieses so genannte Rauschtrinken oder Wochenendtrinken wird als "binge-drinking" bezeichnet und ist durch eine kurzfristige, maßlose Alkoholaufnahme gekennzeichnet. Das Robert Koch-Institut weist in seinem Buch "Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Was essen wir heute?" darauf hin, dass nahezu ein Viertel aller 18- bis 24-jährigen Männer und mehr als ein Zehntel der gleichaltrigen Frauen zu viel Alkohol trinken. Gleichzeitig steige das Risiko für alkoholbedingte Unfälle, Gewalttaten und Suizide.
Laut Professor Remschmidt von der Philipps-Universität Marburg trinken etwa neun Prozent der 16- bis 17-Jährigen übermäßig, vier Prozent der Jugendlichen dieser Altersgruppe können als alkoholabhängig betrachtet werden. Hinzu komme oft die gleichzeitige Einnahme anderer Drogen, beispielsweise Marihuana oder Ecstasy.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat hierzu Daten in verschiedenen europäischen Ländern erhoben. Danach waren etwa ein Drittel der 15-Jährigen bereits mindestens zwei Mal in ihrem Leben betrunken.
Die Folgen des hohen Alkoholkonsums der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind weitreichend. Dr. Martin Beutel, leitender Arzt der Kraichtalkliniken der Diakonie Baden, warnt vor Störungen der Gehirn-Entwicklung: "Die Gehirnstrukturen, die für das Lernen zuständig sind, sind bei trinkenden Jugendlichen zehn Prozent kleiner als bei nichttrinkenden." In der Folge litten Leistungs- und Lernfähigkeit.
Auch Dr. Sigrid Ley vom Deutschen Grünen Kreuz mahnt: "Die Gefahr süchtig zu werden, ist groß. Langfristiger Alkoholkonsum schädigt außerdem die Leber, aber auch die Bauchspeicheldrüse, den Magen und den Herzmuskel. Ebenso spielt Alkohol bei der Entstehung verschiedener Krebserkrankungen eine Rolle."
Jährlich sterben in Deutschland 40.000 Menschen an den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums. Darauf machte die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) bei ihrer Jahrestagung 2004 aufmerksam. Die Kosten alkoholbedingter Erkrankungen werden auf 20 Milliarden Euro geschätzt.
Eistee: Für Säuglinge ungeeignet
(2.217 Zeichen)
(efg) Säure- und zuckerhaltige Getränke schädigen die Zahnsubstanz. Sie gehören nicht in Nuckelflaschen für Babys oder Kleinkinder.
Eistee ist ein Modegetränk geworden, der Verbrauch sprunghaft angestiegen. Besonders im Sommer ist das trinkfertige Erfrischungsgetränk aus Dose, Flasche oder Pappkarton sehr beliebt. Für die noch weichen Zähne von Säuglingen und Kleinkinder stellen diese Produkte jedoch eine große Gefahr dar. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bereits im Januar darauf hingewiesen, dass säure- und zuckerhaltige Getränke für Säuglinge und Kleinkinder nicht geeignet sind. Die Kennzeichnung dieser Erzeugnisse mit einem Warnhinweis wurde befürwortet.
Industriell gefertigter Eistee enthält im Schnitt 95 Gramm Zucker pro Liter oder eine Kombination aus Zucker und Süßstoffen. Der Gehalt an Zitronensäure (E 330) liegt bei 2.500 Milligramm pro Liter. Zahnmediziner der Poliklinik für Kinderzahnheilkunde in Gießen haben im Eistee Säurewerte zwischen pH 2,6 und 4 gemessen. In vielen Produkten waren außerdem hohe Fluoridmengen enthalten. Dieser Mineralstoff wird eigentlich zur Zahnhärtung einge-setzt, bei zu hoher Dosierung bewirken Fluoride jedoch das Gegenteil: Sie weichen die Zahnsubstanz auf.
Professor Dr. Willi-Eckhard Wetzel, Direktor der Gießener Poliklinik für Kinderzahnheilkunde, hält besonders das Trinken aus der Babyflasche für problematisch. Saugerflaschen, Schnabeltassen oder Ventilflaschen verhinderten, dass der schützende und neutralisierende Speichel gleichmäßig alle Zähne erreiche. Die Zahl der jungen Patienten mit Gebisszerstörungen aufgrund von Eistee in Nuckelflaschen habe sich von 2001 auf 2002 verdoppelt.
Eistees, die aus schwarzem Tee hergestellt werden, enthalten zudem Koffeinmengen in vergleichbarer Höhe wie in koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken. Sie können bei Kindern zu Unruhe, Herzklopfen und Schlafstörungen führen.
Fazit: Eistee ist kein Getränk für Babys und Kleinkinder. Statt dessen empfiehlt das For-schungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund Trinkwasser, kohlensäurearmes oder -freies Mineralwasser oder ungesüßten Kräutertee. Überdies sollten die Kleinen gegen Ende des ersten Lebensjahres lernen, aus Tasse oder Becher zu trinken.
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