DGK e.V. -Informationsdienst Ernährung Forschung Gesundheit (efg), Jahrgang 15, Ausgabe 2 - 2005 - Themen: Forschung, Ernährung, Kochen, Feinschmecker-Gerichte, Garverfahren, Dämpfen, Nährstoffe, Zahn, Zahnpflege, Babyzähne, gesund, Zahngesunde Ernährung
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Ernährung Forschung Gesundheit
efg, Jg. 15, 2 - 2005

Feinschmecker-Gerichte im Handumdrehen
Garverfahren „Dämpfen“ erhält die Nährstoffe und verführt Augen und Gaumen (3.640 Zeichen)

(efg) Tagein tagaus bemühen sich Tausende von Hausfrauen und Hobbyköchen um ein schmackhaftes Menü für die ganze Familie. Braten und Schmoren, Kochen und Dünsten, Backen oder nur Aufwärmen erfordern manchmal viel Geschick und Erfahrung. Wen wundert es, dass nicht nur der Single-Haushalt immer häufiger auf Fast Food und vorgefertigte Produkte ausweicht? Doch leidet daran oft „der gute Geschmack“. Gewürzmischungen und einheitliche Konsistenz erwecken häufig das Gefühl, einen Einheitsbrei zu verzehren. Ein Licht am Ende des Tunnels könnte das Dampfgaren sein, das seit Oktober 2005 auch für den Kleinhaushalt erschwinglich und hochwertig ist.

Beim Dampfgaren werden die Nahrungsmittel in Wasserdampf gegart. Dadurch bleiben, anders als beim Kochen, die wasserlöslichen Nährstoffe in den Speisen weitgehend erhalten. Der typische Geschmack der Nahrungsmittel ist wesentlich intensiver, Nachwürzen und Salzen sind oft nicht nötig. Außerdem behalten die Nahrungsmittel ihre natürliche Farbe und Form. Vorteilhaft ist auch, dass das Gargut nicht mehr gewendet werden muss. Somit zerfallen zum Beispiel Fischgerichte nicht.

Die ernährungsphysiologische Qualität von gedämpften Nahrungsmitteln belegt eine Studie von Gießener und Koblenzer Ernährungswissenschaftlern. In Sachen Farbe, Geschmack, Geruch und Konsistenz ist das Dampfgaren dem traditionellen Dünsten sowie dem Garen im Mikrowellengerät mit Abstand überlegen. Auch eine Nährstoffanalyse zeigte die Vorreiterrolle des Dampfgarens. In den Speisen bleiben wesentlich mehr Vitamine und Mineralstoffe erhalten. Besonders das in der kalten Jahreszeit so wichtige Vitamin C, das das Immunsystem bei der Abwehr von Erkältungskrankheiten unterstützt, bleibt beim Dampfgaren bis zu 50 Prozent mehr im Nahrungsmittel enthalten als beim Kochen unter Ideal-Bedingungen.

„Die Dampfgarsysteme für den Kleinhaushalt könnten in naher Zukunft die Mikrowelle aus der Küche verdrängen“, schätzt Dr. Corinna Kolac, Ernährungswissenschaftlerin vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. in Marburg. Sie sind kaum größer und ebenso leicht zu bedienen. „Dabei ist das Garen mengenunabhängig“, erläutert Kolac: Für jede Nahrungsmittelmenge wird mit derselben Garzeit und -temperatur ein gleich gutes Ergebnis erzielt, weiß die Ernährungsexpertin. Im Dampfgarsystem ist alles möglich, was die Mikrowelle bietet, und noch mehr. Neben dem Auftauen und Aufwärmen können in Dampfgarsystemen komplette Gerichte für bis zu acht Personen zubereitet werden. Wer sein Festtagsmenü bereichern möchte, kann sich im Fachhandel beraten lassen. Ein erstes Rezeptbeispiel von Sternekoch Wahabi Nouri gibt es schon jetzt.


Dorade in Alufolie

Zutaten (für 4 Personen)
4 Doradenfilets à 150 bis 200 g, 240 g Artischocke, 160 g Kartoffeln,
160 g Zucchini, 120 g Karotten, 40 g schwarze, entsteinte Oliven, 40 g Schalotten, 40 g weiße Champignons, 20 ml Olivenöl, 2 Lorbeerblätter, Salz, Pfeffer, Alufolie

Zubereitung
Artischocke zerkleinern, in einen gelochten Garbehälter geben und bei 100°C 10 Minuten lang vorgaren. Fischfilets mit Salz und Pfeffer würzen. Zwei gelochte Garbehälter mit Alufolie auslegen, dabei die Folie an den Rändern 10 cm überstehen lassen. Den Boden mit etwas Olivenöl einreiben und die Filetstücke darauf geben. Alle übrigen Zutaten in kleine Würfel schneiden. Zusammen mit den Artischocken in eine Schüssel geben, mit Olivenöl übergießen und vermengen. Das Gemüse dann gleichmäßig auf die Behälter mit dem Fisch verteilen, Lorbeerblätter zufügen, die Alufolie einschlagen und über dem Gemüse verschließen. Behälter in den Dampfgarer geben und bei 100°C 20 Minuten lang garen.

Als Beilage dazu reichen Sie Baguette.

 

Beim Dampfgaren bleiben Vitamine und Mineralstoffe weitgehend erhalten.

Beim Dampfgaren bleiben Vitamine und Mineralstoffe weitgehend erhalten.

 

 

 

 

Zubereitung eines schmackhaften Festmahls ohne Stress und Hektik
Die Zubereitung eines schmackhaften Festmahls ohne Stress und Hektik – Dampfgaren macht es möglich.
Fotos: Miele

 

 

 

Die Fotos dürfen nur in Verbindung mit Texten aus den dgk-Pressediensten veröffentlicht werden.


So bleiben empfindliche Babyzähne gesund
Zahngesunde Ernährung und richtige Pflege von Anfang an
(4.945 Zeichen)

(efg) Die Freude über die ersten Zähnchen ist meist groß. Ein wichtiger Schritt ist geschafft, feste Kost und die Teilnahme an den Familienmahlzeiten rücken in greifbare Nähe. Außerdem ermöglichen die Milchzähne den Kindern, richtig sprechen zu lernen und verhindern Verformungen und Fehlstellungen im Gebiss. Deshalb gilt: Babys Zähne brauchen von Anfang an die richtige Pflege und Nahrung.

Stillen ist auch in Hinsicht Zahngesundheit optimal für Säuglinge. Muttermilch liefert die Nährstoffe, die das Baby für das Wachstum seiner Organe braucht – also auch für die Zähne. Zudem fördert das Saugen die Ausbildung des Kiefers und trainiert die Kiefermuskulatur. Säuglinge sollten mindestens vier Monate voll gestillt werden, allergiegefährdete Kinder sechs Monate lang.
Falls ein Säugling keine Muttermilch bekommen kann, bietet industrielle Flaschennahrung die einzige sinnvolle Alternative. Säuglingsanfangsnahrungen mit der Bezeichnung „Pre" sind der Muttermilch soweit wie möglich nachgebildet und enthalten als einzigen Zucker Milchzucker. Sie sind für die Ernährung während des ganzen ersten Lebensjahres geeignet. Fertigmilch mit der Bezeichnung „1“ weist zusätzlich Stärke auf; dadurch wird sie sämiger und sättigt etwas länger. Es können aber auch andere Zucker, zum Beispiel Haushaltszucker, enthalten sein. Dies bietet keine Vorteile, erhöht aber die Gewöhnung an den süßen Geschmack und kann leichter Karies verursachen. Aus zahnmedizinischer Sicht sind deshalb „Pre“-Nahrungen zu bevorzugen.

Gleiches gilt für Folgemilch-Produkte mit den Ziffern „2“ oder „3“. Wenn überhaupt, sollten sie nicht vor dem fünften Lebensmonat gefüttert werden.

Vitamin D und Fluoride sind nötig für eine harte Zahnsubstanz
Die tägliche Vitamin-D-Gabe dient der Vorbeugung von Rachitis und nimmt über den Kalziumhaushalt auch Einfluss auf die Zahnsubstanz. Da Muttermilch allein nicht ausreichend Vitamin D beinhaltet, gilt diese Empfehlung sowohl für Still- als auch für Flaschenkinder.

Eine zusätzliche Zufuhr von Fluoriden zur Kariesprophylaxe ist vor dem ersten Zahndurchbruch, der in der Regel im sechsten Lebensmonat stattfindet, nicht notwendig. Danach ist eine zusätzliche Gabe abhängig vom Fluoridgehalt des Trinkwassers und anderer Fluoridquellen in der Nahrung. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz im Haushalt. Die Frage der „Fluoridstrategie“ sollte für jedes Kind individuell mit dem Zahnarzt besprochen werden.

Vom Brei zum Familienessen
Gemäß den Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund wird zwischen dem fünften und siebten Monat die Milchnahrung schrittweise durch die Beikost abgelöst. Es wird zunächst der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, vier Wochen später der Vollmilch-Getreide-Brei und wieder einen Monat danach der Getreide-Obst-Brei eingeführt. Spätestens ab dem ersten Geburtstag kann und soll der Nachwuchs dann die Familienmahlzeiten mitessen. Spezielle Kinderlebensmittel, Babygläschen oder -breie sind nicht mehr nötig. Im Gegenteil: Zu viel breiige Kost kann eine altersgemäße Entwicklung des Kauapparates verzögern.

Aufgepasst bei Zucker, Schnullern und Nuckelflaschen!
Auch Babys können schon Karies bekommen. Doch eine konsequente Pflege von Anfang an baut hier gut vor (siehe Kasten). Außerdem sollte eine Ansteckung mit Kariesbakterien über Eltern, Verwandte oder andere Kinder verhindert werden: Sie sollten möglichst keine Löffel, Schnuller, Sauger oder anderen Gegenstände in den Mund nehmen und dann dem Kind geben.
Eine wichtige Regel lautet: Kein Zucker im ersten Lebensjahr! Je später Kinder mit Zucker in Kontakt kommen, desto besser für ihre (Zahn-) Gesundheit. Da die Kleinen ja zunächst keinen Zucker und keine süßen Speisen oder Getränke kennen – und also auch nicht vermissen – ist das gar nicht so schwer umzusetzen.

Eine große Gefahr für Babyzähne ist das Dauernuckeln. Nuckelflaschen sind nur zum kurz-zeitigen Trinken geeignet. Das heißt für die Dauer der Mahlzeit, nicht aber zur „Selbstbedienung“ oder für die Nacht. Besonders gefährlich sind alle süßen oder säurehaltigen Getränke, zum Beispiel süßer Tee oder Eistee, Fruchtsäfte oder Erfrischungsgetränke. Sie haben in der Ernährung von Säuglingen – und besonders in der Trinkflasche – nichts zu suchen. Stattdessen sollen die Kinder ungesüßte Tees oder kohlensäurefreies Wasser bekommen und bereits am Ende des ersten Lebensjahres lernen, aus einem Becher oder einer „richtigen“ Tasse (nicht aus der Schnabeltasse) zu trinken.

Zahnpflege von Anfang an

Sobald die ersten Milchzähne durchgebrochen sind, beginnt auch ihre Pflege. Einmal am Tag sollten die Eltern die Zähnchen mit einer kleinen, weichen Kinderzahnbürste und einem erbsengroßen Klecks fluoridhaltiger Kinderzahnpaste (0,05 % Fluorid) reinigen. Ab dem zweiten Geburtstag benötigen die Zähne diese Pflege dann zweimal täglich.
Ab dem zweiten Lebensjahr sollte der Zahnarzt jedes halbe Jahr für die Kontrolluntersuchungen aufgesucht werden.


Mutter mit Kind
Foto: PhotoAlto


Fit im Job!
Richtig essen erhöht die Leistung im Beruf
(3.343 Zeichen)

(efg) Was Sportler schon lange wissen, gilt auch für Berufstätige: Die Leistungsfähigkeit hängt von der Ernährung ab. Wer den ganzen Tag fit und konzentriert sein möchte, muss seinen Körper mit dem richtigen „Kraftstoff“ versorgen.

Müde im Büro? Schlapp am Schreibtisch? Das kann auch am Essen liegen!
Egal ob in der Kantine, mitgebracht von zu Hause oder vom Bäcker nebenan – gesundes Essen bekommt man überall. Als Faustregel gilt: Vielseitig, „bunt“ und nicht zu fettig soll es sein. Außerdem kommt es auf die Regelmäßigkeit an: Wichtig ist, sich einen festen Platz zum Essen zu suchen, keine Mahlzeit ausfallen zu lassen und vor allem, sich Zeit zu nehmen. Die richtige Ernährung und eine Verschnaufpause von nur 15 Minuten holen den Körper aus jedem Leistungstief heraus, helfen, das bekannte Mittagsloch zu überwinden, und halten noch dazu schlank!

Natürlich ist auch von großer Bedeutung, was man verzehrt. Der wichtigste Tipp: Abwechslungsreich essen. Je mehr verschiedene Dinge auf dem Speiseplan stehen, desto mehr Gesundes ist meistens dabei. Dabei hilft es, möglichst viele verschiedene „Farben zu essen“, denn hauptsächlich Obst und Gemüse sind bunt. Und das sind die Fit- und Schlankmacher schlechthin.

Zum Wachmachen muss es übrigens nicht immer Kaffee sein: Studien belegen, dass Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit durch viel Flüssigkeit erhöht werden können. Es reicht also aus, viel Wasser zu trinken, am besten jede Stunde ein Glas. Alternativ stehen Saftschorlen, Gemüsesäfte oder Tee ohne Zucker zur Wahl.

Alle, die am Nachmittag einfach mal was Süßes brauchen, können sich freuen, denn ab und zu ist Schokolade erlaubt. Am besten dunkle Sorten mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil. Die enthalten weniger Zucker und einen großen Anteil an gesundheitsfördernden Pflanzenstoffen.

So macht das Mittagessen fit :

  • Essen Sie sich satt – nicht voll! Zuviel Essen liegt schwer im Magen und macht müde und schläfrig. Übrigens merkt man erst nach etwa 15 bis 20 Minuten, dass man satt ist – daher: Zeit lassen!
  • Schauen Sie auf Ihren Teller: Sehen Sie mindestens drei verschiedene Farben? Obst und Gemüse sind das beste Fitmacher-Food: Viele Vitamine, viele Mineralstoffe, aber wenig Kalorien.
  • Kombinieren Sie „Ungesundes“ immer mit etwas „Gesundem“: Es ist kein Problem, mal einen Hamburger oder eine Currywurst zu essen – wenn es dazu einen frischen Salat gibt oder als Nachtisch Weintrauben, einen Apfel oder anderes Obst.
  • Bevorzugen Sie gedünstete, gekochte und gegrillte Speisen statt frittierte oder gebratene. Frittiertes und Gebratenes enthält in der Regel sehr viel Fett – und das macht müde und dick. Besser ist beispielsweise ein Salat mit gegrillten Fleisch- oder Fischstücken.
  • Getränke: Wasser, Saft, Espresso – keine Limonade, kein Alkohol. Zum Essen nichts trinken? Dieser Satz ist längst überholt. Gönnen Sie sich ab und an einen leckeren frisch gepressten Saft, ansonsten Mineralwasser oder Saftschorle. Limonade & Co enthalten sehr viel Zucker und sind daher ungünstig. Übrigens: Wenn Sie Kaffee nach dem Essen mögen, wählen Sie Espresso: Er enthält weniger Röst- und Bitterstoffe und ist deshalb besser verträglich. Ihr Magen wird sich freuen!


Buchtipp:
Susanne Wendel: Richtig essen im Job. Warum bin ich nur so schlapp?
Südwest Verlag, 96 Seiten, vierfarbig, ISBN 3-517-06928-0, 10,95 Euro


Weihnachtsplätzchen ohne Reue
Ein Tipp für die Festtagsbäckerei
(1.388 Zeichen)

(efg) Der Zuckeraustauschstoff Isomalt ist eine ideale Zutat für verlockendes Weihnachtsgebäck, der nur halb so viele Kalorien enthält wie herkömmlicher Zucker.

In der Vorweihnachtszeit gibt es reichlich Leckereien, die sich vor allem in zwei Punkten auszeichnen: fett und süß. Vor Generationen war das noch sinnvoll, denn es wurde körperliche Arbeit geleistet. Außerdem sicherte der „Winterspeck“ das Überleben in mageren Zeiten. Heutzutage könnte und sollte man jedoch getrost auf die eine oder andere Kalorie verzichten. Beispielsweise, indem man bei der Weihnachtsbäckerei den Zucker ersetzt. Nicht durch Süßstoffe, denn sie sind nicht hitzestabil, gesundheitlich nicht unbedenklich und können nur in sehr geringen Mengen verwendet werden, sondern durch einen Zuckeraustauschstoff. Davon profitieren nicht nur Diabetiker, sondern alle, die mit überzähligen Pfunden zu kämpfen haben.

Den höchsten Kaloriengehalt der Zuckeraustauschstoffe weist Fruktose auf, es folgen Sorbit und Xylit. Isomalt, ein Zuckeraustauschstoff natürlicher Herkunft, verleiht dem Gebäck das gleiche Volumen wie Haushaltszucker, süßt aber nur halb so stark. Und hat nur halb so viele Kalorien. Gutes Gelingen!

Wenn's schneller gehen soll, nehmen Sie im Supermarkt bei Keks, Backmischung & Kräuterbonbon einfach die Zutatenliste unter die Lupe. Auch da gibt es viele Produkte mit der Alternative zum Haushaltszucker.

Weihnachtsplätzchen ohne Reue Foto: mev


Abnehmkurse: Nur gemeinsame Praxis sichert den Erfolg
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(efg) Aktivitäten wie gemeinschafltiches Kochen und Essen erhöhen die Chancen zur Gewichtsverringerung wesentlich.

Ein Programm zur Gewichtsreduktion hat dann die besten Chancen auf nachhaltiges Gelingen, wenn die theoretischen Informationen direkt im Kurs in die Praxis umgesetzt werden. Das ist das Ergebnis eines Evaluations-Projektes, das der Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) beim Institut für Ernährungswissenschaft an der Universität Gießen in Auftrag gegeben hat. Die Erkenntnisse wurden auf dem 42. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 2005 in Kiel vorgestellt.

Die Umsetzung von Gelerntem folgt demnach den Erkenntnissen der Lernpsychologie: zum geringsten Teil über nur gehörte Information (20 Prozent), etwas mehr über das Sehen (30 Prozent), wesentlich besser über Hören und Sehen (50 Prozent). Die besten Ergebnisse zeigt aber die selbst erarbeitete und damit verinnerlichte Information (90 Prozent).

Abnehmkurse haben demnach nur dann langfristigen Erfolg, wenn kursbegleitend zum Beispiel gemeinsame Ess- und Kocherfahrungen eingebettet sind. Auf diese Weise werden alte Gewohnheiten überwunden und die küchentechnischen Tricks und Fertigkeiten vermittelt, die letztlich Grundlage für das neue, gesunde Zubereiten von Speisen im Alltag sind. Optimale Voraussetzungen sind dann gegeben, wenn die gemeinsamen Koch-Erlebnisse auch noch Spaß machen und die Trendwende von der Familie mitgetragen wird.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

„Egoistisches Gehirn“ kann Übergewicht verursachen
Neue Theorie zur Entstehung der Fettsucht
(1.613 Zeichen)

(efg) Funktionsstörungen im Gehirn könnten eine zu hohe Nahrungsaufnahme und in der Folge überhöhtes Gewicht auslösen. Mit dieser Theorie eröffnet eine Lübecker Forschergruppe eine neue Sichtweise zum Thema Übergewicht.

„Als ‚Schaltzentrale‘ hat das Gehirn eine übergeordnete Stellung im Körper. Dafür benötigt es sehr viel Energie, kann aber nur wenig davon speichern“, erklärt Professor Dr. Achim Peters von der Universität Lübeck. „Deshalb deckt das Gehirn seinen eigenen Energiebedarf immer zuerst. Der ‚restliche‘ Körper, also die Organe, Muskeln und Gewebe in Gliedmaßen und Rumpf, spielen für das Gehirn eine nachrangige Rolle – daher die Bezeichnung als ‚egoistisches Gehirn‘ (‚selfish brain‘)“.

Fehlt Energie im zentralen Steuerungsorgan, so sorgt es umgehend für Nachschub: Entweder verlangt es nach Nahrungsaufnahme oder es veranlasst die ‚Zuteilung‘ aus Reserven. Dieser Ablauf ist zum Überleben notwendig und funktioniert im Normalfall auch gut. Aber das Gehirn kann erkranken. Durch Störungen in der Gehirnrinde kann das Kommando ‚Energie-zum-Gehirn-weiterleiten‘ gestört sein. Dann schaltet die Steuerung auf die Strategie ‚mehr essen‘ um. Die sodann zusätzlich aufgenommene Nahrungs-Energie gelangt zwar zu einem guten Teil ins Gehirn, fatalerweise aber zum übermäßigen Teil in Muskulatur und Fettgewebe: Übergewicht und Adipositas sind die Folge. Mit der Zeit können sich daraus weitere Erkrankungen entwickeln, beispielsweise Typ-2-Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck. „Alle diese Erkrankungen wären dann letztlich Krankheiten des Gehirns“, fasst Peters die neue Theorie zusammen.


Nährstoff-Hoch im Anzug
Die Zufuhr der Nährstoffe steigt im Winter an
(2.813 Zeichen)

(efg) Die Auswertung von aktuellen Einkommens- und Verbrauchsstichproben zeigt, dass die Zufuhr einiger Nährstoffe im Jahresverlauf erheblich schwankt.

Käsefondue im Sommer, Erdbeertörtchen im Winter? Passt irgendwie nicht.
Erdbeeren sind zwar auch im Winter fester Bestandteil im Obst- und Gemüseregal der Händler geworden. Die Lebensmittelauswahl und damit die Zufuhr von Nährstoffen bestimmen aber meist andere Faktoren, beispielsweise Erntezeit, persönliche Einstellung und Preis.

Aktuelle Analysen der Technischen Universität München haben gezeigt, dass der durchschnittliche Verzehr von Makro- und Mikronährstoffen auffällige Abweichungen im Jahresverlauf zeigt. Viele Nährstoffe haben ein „Sommerloch“ – ihre Zufuhr ist in den Sommermonaten niedriger als in der kalten Jahreszeit. Eine Ausnahme stellen Vitamin C und Folate dar: Die Zufuhr an Vitamin C ist von Mai bis Juli sehr hoch – es ist die Erdbeer-Himbeer-Johannisbeer-Zeit. Ebenso ist die Aufnahme von Folsäure-Verbindungen von April bis Juli leicht überdurchschnittlich.
Die Zufuhr von Hauptnährstoffen, insbesondere von Fett, hat hingegen im August ein charakteristisches „Tief“, steigt aber von September bis Dezember kontinuierlich an. Damit einher geht die Kurve des fettlöslichen Vitamin D; Vitamin-D-haltige Lebensmittel werden üblicherweise von Dezember bis April reichlich konsumiert. Geringer sind die Schwankungsbreiten im Jahresverlauf beispielsweise beim Verzehr mehrfach ungesättigter Fettsäuren (MUFAs), noch deutlicher bei den einfach ungesättigten Fettsäuren (EUFAs).

Woher kommt das „Winter-Hoch“?
Der Konsum von Vitamin-D-haltigen Lebensmitteln wie fettreichem Fisch, Rührei, Pilzragout, Käsefondue und Rindsleber mag in den Sommermonaten traditionell niedriger sein als im Winter. Die Schwankung wird vermutlich durch die vermehrte Eigensynthese von Vitamin D in der Haut in den sonnenreichen Monaten kompensiert. Wie erklärt sich aber das sommerliche Tief bei den anderen Nährstoffen?

Ein möglicher Ansatz ist der Appetit. Sommernahrung enthält – sinnvollerweise – insgesamt weniger Fett und Protein. Dafür werden mehr Kohlenhydrate verzehrt als in der kalten Jahreszeit. Dann verlangen Temperatur und jahreszeitliche Traditionen „gehaltvolle" Gerichte und Backwaren wie Eintöpfe, Martinsgans oder Weihnachtsgebäck.

Konsequenzen für Beratung und Wissenschaft
Bei der Auswertung von Verzehrs- oder Ernährungsprotokollen einzelner Patienten muss beachtet werden, dass es sich um Momentaufnahmen handelt, die im jahreszeitlichen Zusammenhang zu betrachten sind. Ebenso sollte die saisonale Schwankung künftig bei der Analyse von Verzehrsstudien berücksichtigt werden.

Quelle: Wagner, K.: Wie stark ist die saisonale Variation der Nährstoffzufuhr? Posterpräsentation, DGE-Kongress Kiel 2005. Download unter www.wlh.wi.tum.de/DGE2005


MELDUNG

Vitamin C in heißen Getränken
Wie viel bleibt vom begehrten Vitamin erhalten?
(1.507 Zeichen)

(efg) „Eine heiße Zitrone, bitte!“ Nicht nur bei Bestellungen im Skiurlaub, sondern generell in der kalten Jahreszeit achten viele Menschen darauf, ausreichend Vitamin C zu sich zu nehmen. Sie möchten ihr Immunsystem stärken und Erkältungen vorbeugen. Auch heißer Schwarztee mit frisch gepresster Zitrone gilt als „heißer“ Tipp bei kalter, feuchter Witterung. Aber: Ergibt das überhaupt einen Sinn? Schließlich ist Vitamin C eine empfindliche Substanz, die durch Hitze zerstört wird.

Tatsächlich ist der Gehalt an Vitamin C in Zitronensaft sehr hoch: 53 Milligramm in 100 Milliliter Saft. Das ist gut die Hälfte der empfohlenen Tagesdosis. Gibt man frischen Zitronensaft in heißen Schwarztee, so sind nach zehn Minuten noch etwa 80 Prozent des Vitamins erhalten. Anders sieht es bei reinem Vitamin-C-Pulver aus: Bereits nach fünf Minuten sinkt der Gehalt auf etwa 70 Prozent. Der Unterschied liegt in der Zusammensetzung des Zitronensaftes. Die darin enthaltene Zitronensäure stabilisiert das Vitamin C.

Eine „heiße Zitrone“ oder Tees mit frisch gepresstem Zitronensaft liefern dem Körper also tatsächlich noch reichlich des hitzeempfindlichen Vitamins. Für die Zubereitung empfiehlt Heike Brinkmann-Reitz, Ernährungswissenschaftlerin beim Deutschen Grünen Kreuz e. V.: „Verwenden Sie frisch gepressten Saft. Der Zitronensaft sollte aber nicht mitgekocht oder überbrüht werden. Besser ist es, das Wasser oder den Tee zunächst etwas abkühlen zu lassen, dann den Saft zuzugeben und das Getränk bald auszutrinken.“


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