DGK e.V. -Informationsdienst Ernährung Forschung Gesundheit (efg), Jahrgang 16, Ausgabe 1 - 2006 - Themen: Forschung, Ernährung, Ferien, Urlaub, Trinken, Lobby für das Kind, Schwangerschaft, Mutter, Kind, Gewicht, Nährstoffe, Tomate, Fußball, WM, Snacks, Heuschnupfe
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Ernährung Forschung Gesundheit
efg, Jg. 16, 1 - 2006

Gut verpflegt heißt stressfrei in die Ferien!
Tipps und Tricks zur richtigen Ernährung –
von Automobil-Experte Christian Danner
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(efg) Kaum beginnen die Sommerferien, ist auf Deutschlands Straßen wieder die Hölle los: Stoßstange an Stoßstange schlängeln sich sonnenhungrige und erholungsbedürftige Menschen in den wohlverdienten Urlaub. Der Kofferraum ist oft zum Bersten gefüllt. Die Tasche mit Verpflegung klemmt zwischen den Sitzen. Das Frühstück fällt wegen des frühen Starts am Morgen meistens aus. Wenn dann noch verstopfte Straßen den straffen Terminplan gefährden, lassen Autofahrer so manche sinnvolle Pause sausen. Nicht nur die wichtige Erholung bleibt damit auf der Strecke. An regelmäßiges Trinken und Essen wird auch nicht mehr gedacht.

„Dabei ist gerade das regelmäßige Trinken bei langen Autofahrten so wichtig“, so Christian Danner, Ex-Formel-1-Pilot und Automobilexperte aus München. Wer an Getränken spart, kann sich nicht so gut konzentrieren. Aber nicht nur das Trinken ist wichtig. Auch mit hungrigem Bauch fährt es sich schlecht.

„Die Ernährung ist bei langen Autoreisen immer ein Problem“, meint Danner. Autofahrer halten sich gerne mit Kaffee oder Colagetränken über Wasser. Das schmeckt und hält wach, so die Devise. Bei Personen, die selten Kaffee trinken, kann das Koffein aber zu zusätzlichen Wasserverlusten führen. „Viel gesünder ist es, Wasser oder Fruchtsaftschorlen zu trinken“, erklärt Danner.

„Feste Nahrung sollte regelmäßig und in kleinen Mengen aufgenommen werden“, so der Münchner Automobilexperte weiter. Eine üppige, fettreiche Mahlzeit führt dazu, dass der Körper mit der Verdauung beschäftigt ist. Das Gehirn ist vorübergehend schlechter mit Blut versorgt, Konzentrationsmangel kann die Folge sein. „Dünn mit Wurst oder Käse belegte Vollkornbrote sowie geschnittenes Gemüse und Obst halten am besten fit“, weiß Danner aus Erfahrung. „Für Zwischendurch sind auch „Smoothies“ eine prima Sache,“ so der Motorsport-Experte. Diese aus dem englischen Sprachgebrauch stammenden Obst-Drinks sind streng genommen keine Säfte: In jeder Flasche steckt ein ganzer geriebener Apfel mit allen wichtigen sekundären Pflanzen- und Ballaststoffen. Je nach Geschmacksrichtung enthalten die kalorienarmen Produkte auch Saft und Fruchtmark aus Ananas, Banane, Erdbeere, Karotte oder anderen Obst- und Gemüsearten. Sie sind frei von Zucker, Konservierungs- und Farbstoffen. „Geschnittenes Obst wird an den Schnittstellen oft braun oder matscht“, daher schätzt Danner Smoothies als gesunde Alternative für unterwegs.

„Planen Sie für Pausen immer genug Zeit ein“, rät Vielfahrer Danner. Wenn es staut, ist immer der richtige Zeitpunkt, eine Rast auf dem nächst gelegenen Parkplatz einzulegen. Sich die Beine vertreten, Frischluft schnappen und sich Zeit für Essen und Trinken nehmen – das sollte bei langen Fahrtstrecken drin sein.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.apfelplusfreunde.de.


Eine Kampagne, die sich kümmert:
„Lobby für das Kind“ hilft Kindern, gesund geboren zu werden
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(efg) Lobby für das Kind ist eine Kampagne der besonderen Art: Für Ungeborene! Sie macht sich stark für das Kind im Mutterleib. Die Aktion wird getragen vom Kinderzentrum München, der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, der Stiftung für das behinderte Kind und dem Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK).

Zu viele Kinder werden mit vermeidbaren Schäden geboren. Einige haben eine lebenslange Behinderung, andere sind „nur“ entwicklungsverzögert. Und das meist, weil die werdenden Eltern während beziehungsweise im Vorfeld der Schwangerschaft Risiken nicht gekannt oder übergangen haben. Ziel von Lobby für das Kind ist es deshalb, Kinder in der sensiblen Pha-se der Schwangerschaft vor Schäden zu schützen. Jede Hilfe, die das Wissen dafür auch in entlegene Winkel oder zu sozial benachteiligten Frauen trägt, ist dabei sehr willkommen.

Die Kampagne Lobby für das Kind informiert zu vielfältigen Themen rund um die gesunde Geburt. Jeder Monat wird einem Thema gewidmet, jede Woche beleuchtet wiederum einen speziellen Gesichtspunkt davon. Zum Beispiel das Thema Ernährung: Bei den Aspekten Essstörungen, Diäten, Übergewicht, Vitamin A und Folsäurebedarf sind für Schwangere viele Fragen offen. Die Beiträge werden jeweils über das DGK veröffentlicht und sind unter www.dgk.de, der Website des DGK, und unter www.lobby-fuer-das-kind.de zu finden.

Ansprechpartnerin:
Alexandra Renkawitz, Tel. 0 64 21 / 293 - 179, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de

Schwangere FrauThema des Monats Mai:
Optimales Ausgangsgewicht – ausgeglichene Zunahme

Thema des Monats Juni:
Legal, illegal – jede Droge schadet dem Baby!

Foto: imagesource

Hinweis für Redaktionen:

Jedes Jahr werden Tausende von vermeidbar vorgeschädigten Kindern geboren. Weil die werdenden Eltern Risiken nicht gekannt, übersehen oder ignoriert haben. Diese Situation zu verbessern, ist Auftrag der Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND.
Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen!

Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de

 


Die Kampagne Lobby für das Kind informiert:
Gewichtsentwicklung in der Schwangerschaft
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(efg) Bei vielen Frauen ist die Schwangerschaft die Zeit im Leben, in der die Qualität der Nahrung eine völlig neue Bedeutung erhält. Der Vorgang Essen wird bewusster, der Körper spürt den erhöhten Bedarf. Aber nicht bei allen Frauen läuft die Nahrungsaufnahme unproblematisch rund.

Besonders in der Frühschwangerschaft ist eine ausgewogene Gewichtszunahme wichtig. Frauen mit normalem Ausgangsgewicht für eine Schwangerschaft (Body Mass Index = BMI von 20 bis 26) haben einen Tagesbedarf von etwa 2.700 Kilokalorien (kcal). Das entspricht einem Mehrbedarf von nur 250 bis 300 kcal. Anders ausgedrückt, einem etwa 5 x 5 cm großen Stück geräucherte Makrele. Oder einer großen Scheibe Vollkornbrot mit Butter und Frischkäse. Oder etwas weniger als einer 500-Gramm-Schale frischer Kirschen.

Normalgewichtige sollten im Verlauf der neun Monate 11 bis 16 Kilogramm (kg) zunehmen. Frauen mit Untergewicht mehr, bis 18 kg, und Frauen mit Übergewicht weniger, 7 bis 11 kg. So zugelegt, wird ein halbes Jahr nach der Entbindung, insbesondere wenn die Frau stillt, die Waage nur noch etwa ein Kilogramm mehr anzeigen als vor der Schwangerschaft. Nehmen Frauen jedoch mehr zu als nötig, bleiben nach der Stillzeit durchschnittlich 2,5 kg „hängen“. Über 6 kg können es sogar sein, wenn die massive Zunahme vor der 20. Schwangerschaftswoche erfolgt ist.

Essstörungen gefährden das Baby

Besondere Probleme treten auf, wenn Frauen mit einer Essstörung wie Magersucht (Anorexia nervosa), Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa) oder Fresssucht (Binge eating disorder) sich ein Kind wünschen. Allerdings bleiben bei Frauen mit einer Essstörung, die zu Untergewicht führt, Eisprung und Regelblutung häufig aus. Erst bei einem BMI von etwa 19 tritt die Fruchtbarkeit wieder ein.

Frauen mit Essstörung hungern oder erbrechen, weil sie einer bestimmten Vorstellung ihres Körpers entsprechen wollen. Einige missbrauchen zusätzlich Abführmittel. Eine Essstörung sollte mit psychologischer Unterstützung therapiert sein, bevor eine Frau schwanger wird. Andernfalls bestehen Risiken wie Fehlgeburt, massives Schwangerschaftserbrechen, verzögertes Wachstum des Kindes, niedriges Geburtsgewicht oder Komplikationen bei der Geburt. Außerdem wird die spätere Entwicklung einer psychischen Störung auch beim Kind wahrscheinlicher. Diese Risiken sind deutlich geringer, wenn Psyche und Körper vor Eintritt der Schwangerschaft von der Essstörung erholt sind.

Üppige Mama, propperes Kind?

Das Ausgangsgewicht einer Schwangeren hat Einfluss auf die Entwicklung ihres Babys. Untergewicht vor und eine geringe Gewichtszunahme während der Schwangerschaft können beispielsweise mit einer Wachstumsverzögerung sowie einem verringerten Geburtsgewicht einhergehen.

Auch starkes Übergewicht führt häufig zu Problemen während der Schwangerschaft. Dennoch sollte auf Diäten während der neun Monate unbedingt verzichtet werden. Eine Diät führt durch die geringe Nahrungsaufnahme zwangsläufig zu einer Unterversorgung des Babys. Dieses Defizit können auch Nahrungsergänzungsmittel, so nützlich und wichtig sie in der Schwangerschaft oft sind, nicht ausgleichen. Überdies begünstigen Diäten in dieser Zeit der Umbrüche und der Neuorientierung Befindlichkeitsstörungen und psychische Probleme. Es ist also keineswegs überflüssig, wenn die Hebamme oder der Gynäkologe in den neun Monaten die Gewichtsentwicklung engmaschig kontrollieren. Sie tun es zum Wohl von Mutter und Kind.

Das mütterliche Gewicht allein erlaubt aber keine genaue Vorhersage für die Entwicklung des Babys im Bauch. Daran sind viele weitere Faktoren beteiligt: Alter und Körpergröße der Mutter, ihr Blutdruck, die Anzahl der bisherigen Schwangerschaften und ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt. Eine große Rolle für den Gesundheitsstatus des Kindes spielt auch die Ernährung der Mutter mit Spurenelementen. Eisen- und Zinkmangel beispielsweise führen zu einem niedrigeren Geburtsgewicht.

Weitere Informationen zum Thema Schwangerschaft und Entwicklung des Babys finden Sie auf der Internetseite www.lobby-fuer-das-kind.de.


Auch die Tomate ist rund!
So wird aus Fußball-WM-Spielen ein sportliches Event
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(efg) Cola, Bier und Chips zum Fußball-Fernsehen – ist doch langweilig! Ob allein oder in geselliger Runde: Machen Sie aus den WM-Spielen ein köstlich-gesundes Ereignis. Wenn Deutschland gegen Costa Rica oder Ecuador spielt, sorgen Kokos-Chips, exotische Früchte und Fruchtsaft-Cocktails für karibisches Flair. Ganz nach dem Motto „Auch die Tomate ist rund!“ sollte Italien nur in Begleitung von Tomaten-Mozzarella-Spießchen auflaufen dürfen. Die Partie Frankreich – Schweiz ruft geradezu nach Käsehäppchen mit Obststücken. Und wenn Portugal auf Mexiko trifft, sorgen scharfe Dips mit Gurken- oder Möhrensticks für feurige Stimmung. Ganz nebenbei kommt man so auf reichlich Vitamine und kann eine Menge Kalorien sparen. Saftschorlen und Mineralwasser löschen auch bei „heißen" Begegnungen den Durst. Ohne den geliebten Gerstentrunk geht’s nicht? Dann sollte man zu alkoholfreiem Bier greifen: Es hat 40 Prozent weniger Kalorien – und der Kopf bleibt klar.

Wer sich dann in der Halbzeitpause noch zu ein paar „körperertüchtigenden“ Übungen inspirieren lässt, kann in der fußballreichen Zeit sogar noch etwas für die eigene Fitness tun. Zum Ansporn hilft vielleicht ein kleiner Wettbewerb: „Wer schafft mehr Kniebeugen oder Liegestütze?“


Gesunde Ernährung – wofür?
Klare Antwort: Gewinn an Lebenszeit und Lebensqualität!
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(efg) Zwar ist „gesund“ auch in der Lebensmittelbranche ein Trend. Eine gesunde Ernährung – wie ein gesunder Lebensstil generell – ist aber vielen Menschen zu zeitaufwändig. Dazu kann man klar sagen: Vor allem Kranksein ist zeitaufwändig, zudem schmerzhaft und teuer; es senkt die Lebensqualität und verkürzt das Leben!

Die Ernährung spielt bei zwei von drei Todesfällen eine Rolle, führt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in ihrem Ernährungsbericht 2004 aus. In Deutschland sind seit Jahren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bösartige Tumoren mit großem Abstand die häufigsten Todesursachen. Durch eine Veränderung der Ernährungsweise können das Auftreten und die Entwicklung dieser Erkrankungen positiv beeinflusst werden.

Eine Berechnung für die Europäische Union hat ergeben, dass mindestens einer von 13 Todesfällen mit Übergewicht oder Adipositas (krankhafte Fettleibigkeit) in Verbindung gebracht werden kann. Umgerechnet auf die Gesamtzahl der Sterbefälle des Jahres 2004 wären dies allein für Deutschland 62.943 Todesfälle. Die erhöhte Sterblichkeit spiegelt sich in einer kürzeren Lebenserwartung wider: Nach Daten der Framingham Heart Study sterben übergewichtige Frauen ohne Vorerkrankungen ab dem 40. Lebensjahr 3,1 Lebensjahre früher als normalgewichtige Frauen. Bei Männern sind es 2,6 Jahre. Frauen mit Adipositas leben durchschnittlich sogar 7,0 Jahre kürzer, adipöse Männer 6,9 Jahre.

Auch beim Diabetes mellitus Typ 2, der in erster Linie durch eine falsche Ernährung entsteht, gehen viele Lebensjahre aufgrund der vielfältigen Folgeerkrankungen und schwerwiegenden Spätfolgen verloren. Eine Studie aus Kanada ermittelte, dass die Lebenserwartung von Diabetikern 12 Jahre niedriger ist als die von Menschen ohne diese Stoffwechselstörung.

Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte hängen eng zusammen und werden bei gemeinschaftlichem Auftreten als Metabolisches Syndrom oder „tödliches Quartett“ bezeichnet. Daraus folgende Todesursachen sind zum Beispiel Herzinfarkt und Schlaganfall. Besonders dem Bluthochdruck (Hypertonie) kommt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine große Bedeutung zu. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass in entwickelten Ländern etwa 20 Prozent der Todesfälle auf zu hohe Blutdruckwerte zurückzuführen sind. Zu hohe Cholesterinwerte folgen bei den ernährungsmitbedingten Risikofaktoren an zweiter Stelle. Auch hier stehen beide Faktoren in direktem Zusammenhang mit einer ungesunden Ernährung: zu viele Kalorien, zu viele Fette, zu viel Kochsalz.

Eine völlig unterschätzte Todesursache ist in Deutschland die Osteoporose. Diese häufigste Knochenerkrankung taucht zwar fast nie auf einem Totenschein auf. Experten schätzen jedoch, dass sie die Ursache ist für 80 bis 90 Prozent aller Oberschenkelhals- und Wirbelkörperfrakturen bei Frauen über 65 Jahren. Und hüftgelenksnahe Knochenbrüche weisen in den ersten sechs Monaten ein Sterblichkeitsrisiko von etwa 20 bis 25 Prozent auf.
Auch hier kann über die Ernährung – vor allem in jungen Jahren – viel erreicht werden: Eine Nahrung, die reich ist an Kalzium, Kalium, Vitamin D und Vitamin C, wirkt der Entstehung der Osteoporose entgegen.

Klare Bilanz dieser Zahlen: Es lohnt sich, Zeit in eine gesunde Ernährung zu investieren – wie in einen gesunden Lebensstil überhaupt! Denn wer möchte schon früher sterben oder etliche Jahre mehr krank sein? Heike Brinkmann-Reitz, Ernährungsexpertin beim Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK), empfiehlt daher: „Fangen Sie am besten gleich mit kleinen Veränderungen an, zum Beispiel einem knackigen Salat statt der Bratwurst und nehmen Sie die Treppe statt den Fahrstuhl!“

Quelle: Kroke, A., Walz, A.: Mortalität an ernährungsmitbedingten chronischen Krankheiten. In: DGE (Hrsg.): Ernährungsbericht 2004. Bonn 2004, S. 94-115


Heuschnupfen kann mit Nahrungsmittel-Allergien zusammenhängen
Immunsystem „verwechselt“ ähnliche Eiweiße
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(efg) Heuschnupfen ist ja eigentlich schon schlimm genug. Wenn es dann noch im Mund kribbelt, nachdem man einen Apfel gegessen hat, könnte das an einer Lebensmittel-Allergie liegen, die durch den Heuschnupfen entstanden ist.

In den vergangenen 100 Jahren haben Pollenallergien, gemeinhin als Heuschnupfen bekannt, um ein Vielfaches zugenommen: Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung in Zentral- und Nordeuropa sind heutzutage davon betroffen. Gleichzeitig steigen mit dem Heuschnupfen in Zusammenhang stehende Allergien gegen Lebensmittel, die so genannten pollenassoziierten Nahrungsmittel-Allergien. Hierzu fehlen zwar noch genaue Studiendaten, diese Erfahrung wird jedoch von allergologisch tätigen Ärzten generell bestätigt.

Etwa 60 Prozent der Lebensmittel-Allergien bei Jugendlichen und Erwachsenen sind mit einem Heuschnupfen gekoppelt. Die Ursache ist eine Art Verwechslung: Die Eiweiße bestimmter pflanzlicher Lebensmittel haben eine sehr ähnliche Struktur wie die Allergene der Pollen. Das Immunsystem eines Menschen mit Heuschnupfen schlägt sozusagen „falschen Alarm“, wenn es auf solche ähnlichen Eiweiße in den Lebensmitteln trifft. Dieser Vorgang wird auch als „Kreuzreaktion“ oder „Kreuzallergie“ bezeichnet.

Am besten untersucht sind diese Zusammenhänge bei der Allergie gegen Birkenpollen: 50 bis 93 Prozent der Birkenpollen-Allergiker entwickeln eine Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel. Hierzu zählen vor allem Apfel, Birne, Kirsche, Pfirsich, Nektarine, Aprikose, Pflaume, Kiwi, Haselnüsse und andere Nüsse, Mandeln, Sellerie und Karotte.

Ähnlich liegt der Fall bei Patienten mit einer Beifußpollen-Sensibilisierung: Bei etwa 20 Prozent von ihnen entsteht eine Allergie auf Karotte, Sellerie, Sonnenblumenkerne, Honig oder Gewürze wie beispielsweise Paprika, Anis oder Kardamom. Die allergische Reaktion kann bei diesem „Sellerie-Beifuß-Gewürz-Syndrom“ sehr heftig verlaufen.

Meistens jedoch sind die Beschwerden bei mit Pollen in Verbindung stehenden Nahrungsmittel-Allergien harmlos: Die Betroffenen verspüren nur ein Jucken und Kribbeln im Mund- oder Rachenraum. Diese Symptome beginnen meist unmittelbar beim Verzehr des entsprechenden Nahrungsmittels und verschwinden in der Regel innerhalb weniger Minuten bis maximal weniger Stunden. Weniger häufig treten allerdings auch Hautausschläge, Fließschnupfen oder Bindehautentzündungen auf. In seltenen Fällen kommt es zu Atemnot, Übelkeit, Erbrechen oder sogar Blutdruckabfall.

Was tun, wenn einen neben dem Heuschnupfen auch noch eine Lebensmittel-Allergie plagt? Bei Allergien gegen rohe Früchte und Gemüse sind die entsprechenden Nahrungsmittel in gekochtem Zustand meist verträglich. Sellerie oder Haselnuss enthalten allerdings auch hitzebeständige Allergene. Lässt sich die Verträglichkeit eines Lebensmittels nicht durch Verarbeitungsprozesse wie Schälen, Dünsten oder Backen herstellen, so ist das Meiden dieses Nahrungsmittels die beste Therapie.

Betroffenen, die unter Allergien gegen viele verschiedene Früchte und Gemüse oder gegen Grundnahrungsmittel leiden sollten eine allergologisch versierte Ernährungsfachkraft aufsuchen. Sie hilft, den Menüplan auch ohne die allergieauslösenden Nahrungsmittel ausgewogen zu gestalten. Adressen hierzu finden sich im Internet unter www.ak-dida.de oder www.vdoe.de. Für allergologisch tätige Ärzte und Ernährungsfachkräfte bietet das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) die Beratungs-Software ERNA & ALBERT an. Ausführliche Infos liefert die Homepage www.erna-online.de.

ApfelFoto: Verlag im Kilian


Macht spätes Essen dick?
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(efg) „Frühstücken wie ein Kaiser, mittagessen wie ein König und abendessen wie ein Bettelmann“, hieß es immer. Vom Spätimbiss ist da erst gar nicht die Rede. Was ist dran am Zusammenhang zwischen abendlicher Schlemmerei und Gewichtszunahme?

Kennen Sie das auch? Spät abends überkommt einen der unwiderstehliche Drang, den Kühlschrank zu plündern. Und sofort folgt auch das schlechte Gewissen. Denn sind es nicht gerade die späten Mahlzeiten, die die „Rettungsringe“ auf den Hüften wachsen lassen?

Leider gibt es noch nicht viele Forschungsergebnisse zu diesem Thema, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) fasst sie im dge-info 3/2006 folgendermaßen zusammen: Zwei große amerikanische Studien aus den 80er-Jahren fanden keinen Zusammenhang zwischen abendlicher Energieaufnahme und Körpergewicht. Eine aktuelle Untersuchung aus 2006 stellte hingegen fest, dass die am Abend verzehrte Energiemenge mit einem Anstieg des BMI einher geht (BMI = Body Mass Index/Körpergewichts-Index). Auch eine 2004 veröffentlichte Studie ergab, dass bei Einnahme eines späten Abendessens insgesamt mehr Kalorien pro Tag zugeführt wurden. Nahmen die Teilnehmerinnen hingegen morgens ein umfangreicheres Frühstück zu sich, so war die Gesamtenergiezufuhr über den Tag geringer. Eine Untersuchung in Schweden zeigte 2002, dass normalgewichtige Frauen durchschnittlich 5,2 Mahlzeiten verzehrten, übergewichtige Frauen pro Tag aber 6,1 Mahlzeiten – und zwar vermehrt abends.

Fazit: Die bisher vorliegenden Erkenntnisse sind widersprüchlich und für eine Bewertung nicht ausreichend. Bis zuverlässigere Studienergebnisse vorliegen gilt weiterhin, dass die über den ganzen Tag aufgenommene Kalorienmenge ausschlaggebend ist für das Körpergewicht – und wie viel davon wieder durch Bewegung verbraucht wird. Dr. Corinna Kolac, Ernährungsexpertin beim Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK), rät deshalb: „Wer sich zu wenig bewegt oder über den Tag schon genug gegessen hat, sollte abends lieber einen weiten Bogen um den Kühlschrank machen oder sich mit ‚Knabbermöhren’ begnügen!“

Quelle: N.N.: Macht spätes Essen dick? dge-info 3 (2006), S. 40


Kalter Genuss an heißen Tagen: Tipps für die Eis-Saison
Wer sich „die Kugel gibt“, handelt nicht unbedingt unvernünftig
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(efg) Sommer, Sonne, Eisgenuss – das gehört für die meisten Menschen einfach zusammen. Wird die kühle Köstlichkeit in Maßen genossen und grundlegende Hygieneregeln beachtet, gibt es dagegen auch keine gesundheitlichen Einwände. Lediglich Allergiker und Menschen, die zu Migräne neigen, sollten besondere Vorsicht walten lassen.

Ob im Freibad, der Eisdiele oder zuhause auf dem Balkon: Die Deutschen schlecken durchschnittlich rund 8,5 Kilogramm Eis pro Jahr – in rund 70 unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. 80 Prozent des Speiseeises wird in Deutschland industriell produziert, die anderen 20 Prozent in Eisdielen, Konditoreien und Gaststätten.

Schon die Chinesen stellten vor etwa 4.000 Jahren Eis her, indem sie Schnee mit Milch und Früchten verfeinerten. Auch die alten Griechen kannten solch eisige Süßspeise.

Heutzutage wird Speiseeis unter Verwendung von Milch, Milcherzeugnissen, Ei, verschiedenen Zuckerarten, Honig, Trinkwasser, Früchten, Butter, Pflanzenfetten, Aromen und/oder färbenden Lebensmitteln produziert. Abhängig von der jeweiligen Sorte und dem Geschmack werden auch Zutaten wie Kakao, Kaffee, Nüsse, Nugat oder Rosinen verwendet. Zudem kommen zugelassene Farbstoffe sowie Stoffe mit stabilisierender, verdickender oder emulgierender Wirkung zum Einsatz.

Doch wie sieht es mit der gesundheitlichen Unbedenklichkeit der kalten Kugeln aus? In jedem Fall muss während der Herstellung und Lagerung bei allen Schritten Sauberkeit oberstes Gebot sein. Denn Bakterien können sich zwar im gefrorenen Eis nicht vermehren, sind aber dennoch vorhanden. Das Tückische: Schmilzt das Eis – wie auch in Mund und Magen – können sich Krankheitskeime wie Salmonellen schnell vervielfachen. Besonders hoch ist diese Gefahr bei Softeis aus der Maschine an der Straßenecke.

In Maßen genossen, ist Speiseeis durchaus ein akzeptables Vergnügen. Eine Portion Milchspeiseeis von 75 Gramm enthält durchschnittlich 65 Kilokalorien, liefert 2,3 Gramm Eiweiß sowie Kalzium, die Vitamine B2 und B12. Das eisige Vergnügen muss also nicht unbedingt dick machen – es kommt vor allem auf die Sorte und die Zutaten an. So kann es ein Eisbecher, beispielsweise aus Vanille-Rahmeis mit Schokosoße und Schlagsahne wegen des hohen Fett- und Zuckeranteils auf mehr als 400 Kilokalorien bringen. Schlankheitsbewusste sollten also statt zum Rahmeis mit Nüssen und Sahne zum weitaus weniger kalorienhaltigen Früchtesorbet, Frucht- oder Wassereis greifen und den Eisbecher statt mit Sahne mit Früchten genießen. Übrigens ist Eis meist ziemlich stark gezuckert, weil unsere Geschmacksnerven Kaltes als weniger süß empfinden.

Aber ist nicht ein „kalter Bauch“ ungesund und könnte zu Magenproblemen führen? Die Sorge ist bei „normal-schleckendem“ Verzehr unberechtigt, denn Eis wird nie kälter als mit einer Temperatur von minus 4 Grad Celsius verspeist, und bereits in der Mundhöhle erwärmt es sich auf rund 20 Grad – die selbe Temperatur weisen Speisen, die mit Zimmertemperatur genossenen werden, ebenfalls auf.

Vorsichtig sollten zu Migräne neigende Personen sein. Besonders wenn Eis zu schnell gegessen wird, kann es bei manchen Menschen Kopfschmerzen auslösen. Eine kanadische Studie hat belegt, dass langsames Schlecken der kalten Kugeln wesentlich bekömmlicher und kopfschmerzfreier verläuft als hastiges Abbeißen und Herunterschlucken. Der bei manchen Versuchsteilnehmern auftretende „Kälte-Kopfschmerz" war jedoch nicht schlimm und hielt nur kurz an. Bei Migräne-Patienten kann er jedoch eine Attacke auslösen.

Auch für Allergiker stellt der „coole“ Genuss ein gewisses Risiko dar. Sie sollten sich deshalb genau informieren, welche Inhaltsstoffe bei der Herstellung des Speiseeises verwendet wurden. Empfindliche Menschen sollten auf Eis mit naturidentischen Aromastoffen, Farb- und Konservierungsstoffen (so genannte E-Stoffe) am besten verzichten.

Sommer, Sonne, EisgenussFoto: image100

Tipps für einen ungefährdeten Eis-Genuss zuhause:

    • Beim Eiskauf im Supermarkt sollte man immer einen Blick auf das Etikett werfen. Hier gilt: Finger weg von Eis mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum!
    • Die so genannte Fingerprobe testet die Güte des Eises: Knistert es, wenn man mit den Fingerspitzen leicht auf den Verpackungsdeckel drückt, haben sich bereits Kristalle im offenbar schon angetauten Eis gebildet. Dann lieber zu einer anderen Verpackung greifen.
    • Bei heißem Wetter eine Kühltasche mit zum Einkaufen nehmen. Darin bleibt das Eis etwa 20 Minuten gefroren und kann zuhause sofort in die Tiefkühltruhe gepackt werden.
    • Geschmolzenes oder aufgetautes Speiseeis nicht wieder einfrieren, um die Vermehrung der enthaltenen Keime zu verhindern.

 

Eissorten im Überblick:

Cremeeis, Eiercremeeis: enthält mindestens 50 Prozent Milch und auf einen Liter Milch mindestens 270 g Vollei oder 90 g Eigelb.
Rahmeis, Sahneeis, Fürst Pückler Eis: enthält mindestens 18 Prozent Milchfett aus der bei der Herstellung verwendeten Sahne (Rahm).
Milcheis: enthält mindestens 70 Prozent Milch.
Eiscreme: enthält mindestens 10 Prozent Milchfett.
Fruchteis: Der Anteil an Frucht muss mindestens 10 bis 20 Prozent betragen.
Fruchteiscreme: enthält mindestens 8 Prozent der Milch entstammendes Fett und einen deutlich wahrnehmbaren Fruchtgeschmack.
(Frucht)-Sorbet: Der Anteil an Frucht muss bei sauren Früchten mindestens 15, bei anderen Früchten mindestens 25 Prozent betragen. Ohne Milch oder Milchbestandteile.
Wassereis: Speiseeis mit einem Fettgehalt unter 3 Prozent und einem Trockenmassegehalt aus süßenden und/oder geschmackgebenden Zutaten von mindestens 12 Prozent.

Quelle: Leitsätze für Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse vom 19. Oktober 1993

 


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