Hauptnavigation
- 1: Presse.
- 1.1: Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk).
- 1.2: Archiv.
- 1.3: Sondermeldungen.
- 1.4: Podcast.
- 1.5: DGK-Gesundheitstipps .
Auszeichnungen / Qualitätssiegel


Service-Content
Gesundheitslinks
www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online
www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)
www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz
www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)
www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)
www.rki.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
Weitere Links finden Sie hier
Textanfang / Content
Fakten statt Märchen - Impfungen im Kreuzverhör
STANDPUNKT
Prof. Dr. med. Heinz-J. Schmitt, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) (1.958 Zeichen)
(dgk) Es kursieren eine Reihe von Behauptungen und Mythen gegen das Impfen, die sachlich falsch sind. Sie sollten niemals dazu führen, dass man sich oder sein Kind nicht impfen lässt. Denn eines steht fest: Ohne Impfungen würden unsere Kinder weiterhin durch Polio gelähmt, an Diphtherie ersticken oder an Pocken sterben. Das sind keine "Geschäfte mit der Angst", sondern Tatsachen.
Jedermann kann Impfungen ablehnen
In Deutschland gibt es keine Impfpflicht, und das ist gut so. Selbstverständlich kann jedermann eine Impfung ohne Angabe von Gründen ablehnen. Mir liegt nur daran, dass diese Entscheidung aufgrund von Fakten gefällt wird und nicht aufgrund von Gerüchten.
Mythen von Impfgegnern
Impfgegner sagen zum Beispiel, dass Impfungen das Immunsystem eines Säuglings oder Kleinkindes überlasten. Außerdem sollen sie das Immunsystem schwächen. Für diese beiden Behauptungen gibt es bis heute keine wissenschaftlichen Belege. Im Gegenteil: Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass das Immunsystem eines gesunden Säuglings problemlos mit den wenigen von der STIKO empfohlenen Impfungen zurecht kommt.
Zutreffende Aussagen von Impfgegnern
Es gibt aber auch Aussagen von Impfgegnern, die zutreffen. Etwa: "Impfstoffe haben Nebenwirkungen." Mit einer geröteten und schmerzenden Impfstelle und eventuell auch mit Fieber muss in den ersten Tagen nach einer Impfung immer gerechnet werden. Das gehört zur normalen Reaktion des Körpers auf eine Impfung. Wirklich schwere Folgen von Impfungen sind jedoch extrem selten. So wurden vom 1. Januar bis zum 19. Oktober 2001 dem Paul-Ehrlich-Institut insgesamt nur 236 Verdachtsfälle auf Impfkomplikationen bekannt. In keinem Fall war ein Impfstoff dabei Ursache eines bleibenden Schadens - und das bei größenordnungs-mäßig 30 Millionen Impfungen, die jedes Jahr in Deutschland durchgeführt werden.
© Prof. Schmitt, Mainz
Die hier gezeigten Bilder können Sie sich von uns per Mail im JPEG-Format senden lassen.
In Verbindung mit den Texten ist die Verwendung der Bilder kostenlos.
Anfragen an: Frau Anke Rabenau, Tel.: (0 64 21) 2 93 - 1 20,
E-Mail: anke.rabenau(à)kilian.de
ÜBERSICHT:
Komplikationen durch Krankheit oder Impfung
Impfung oder Erkrankung(Beispiele) | Krankheitszeichen | bei/nach Erkrankung | bei/nach Impfung |
Masern | Fieber, Ausschlag | 98/100 | 1/10 |
Masern | Gehirnentzündung | 1/1.000 - 1/2.000 | < 1/1 Million |
Mumps | Entzündung der Ohrspeicheldrüse | 99/100 | 1/300 |
Mumps | Hirnhautentzündung | 1/10 | 1/100.000 - 1/1 Million |
Keuchhusten (moderner Impfstoff) | bleibender Hirnschaden | 1/100 - 1/1.000 | wahrscheinlich 0 |
Poliomyelitis (moderner Injektions-impfstoff) | bleibende Lähmung | ca. 1/100, abhängig vom Erregertyp | 0 |
Tollwut | Tod | 100/100 | 0 |
MELDUNGEN:
'Kann das von der Impfung sein?'
Vermutete Impfschäden genau untersuchen! (956 Zeichen)
(dgk) Die erste und oberste Regel heißt: Eine Krankheit muss immer ernst genommen und behandelt werden, egal ob eine Impfung als Ursache vermutet wird oder nicht. Es wäre fatal, die Frühzeichen schwerer Krankheiten zu vernachlässigen, weil "eine Impf-Nebenwirkung" vermutet wird. Schnelles Untersuchen ist auch dann wichtig, wenn es sich tatsächlich um einen der äußerst seltenen Fälle von bleibenden Schäden durch Impfung handelt. Je mehr Zeit vergeht, um so schwerer fällt es, die Ursache einer Krankheit eindeutig festzustellen.
Das Deutsche Grüne Kreuz rät allen Eltern und Geimpften: Wenn Sie nach einer Impfung ungewöhnliche Krankheitssymptome bei Ihrem Kind beziehungsweise an sich selbst beobachten, suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 30 Millionen Impfungen vorgenommen. Zu bleibenden Schäden kommt es jedoch nur in Einzelfällen.
Gesundes Kind wird nicht krank (2.282 Zeichen)
(dgk) "Man muss ein Kind nur richtig durch die Krankheit begleiten, dann machen ihm auch schwerere Infekte nichts aus." Solche oder ähnliche Aussagen hört man von Eltern immer wieder. Dahinter steht der Glaube, Naturheilmittel könnten die schlimmsten Folgen einer Infektion abwenden. Mehr noch: Wessen Kinder richtig aufwachsen, dem werden sie auch nicht krank: "Richtige Ernährung, viel frische Luft und möglichst wenig Schadstoffe im Alltag machen die Abwehrkräfte eines Kindes so stark, dass es selbst schwere Infekte gut übersteht", heißt es. In vielen Punkten stimmt die Schulmedizin dieser Ansicht zu. Eine gesunde Lebensweise fördert die Abwehrkräfte. Es gibt jedoch Krankheitserreger, gegen die sind auch voll einsatzfähige Abwehrkräfte so gut wie machtlos. Selbst modernste Intensivmedizin kann dann oft nicht mehr helfen. Gemeint sind nicht nur Tetanus und Diphtherie, sondern auch Krankheiten, die immer noch gemeinhin als "harmlos" gelten.
Beispiel 1: Schwere Hirnhautentzündungen bei Babys, hervorgerufen durch das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib). Das Immunsystem von Säuglingen kommt gegen diesen Erreger nicht an. Seit es die Hib-Impfung gibt, ist von den Kinderstationen der Krankenhäusern dieses Krankheitsbild fast ganz verschwunden.
Beispiel 2: Auch die Masern sind keineswegs harmlos. Nach einer Maserninfektion ist das Immunsystem wochenlang ange-schlagen. 1996 mussten mehrere Tausend Menschen deshalb stationär behandelt werden. Kinder litten vor allem an Folgeinfektionen mit Bakterien, Erwachsene an Lungen- oder Hirnentzündung durch das Masernvirus selbst. Laut Meldedaten starben vier Menschen, die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher liegen. Von November 2001 bis April 2002 grassierten die Masern in Coburg und Umgebung. Insgesamt traten mehr als 1.000 Fälle auf. Elf Prozent der Patienten litten unter Komplikationen wie Lungen- oder Mittelohrentzündungen. Welt-weit sterben immer noch mehr als eine Million Kinder pro Jahr an Masern. Todesfälle nach Masernimpfung sind dagegen nicht bekannt.
Beispiel 3: Mumps ist heute eine der häufigsten Ursachen für bleibende Schwerhörigkeit bei Kindern. Zur Taubheit kommt es bei einem von 20.000 Patienten mit Mumps. Niemals jedoch nach Impfung.
© Digital Vision
Die hier gezeigten Bilder können Sie sich von uns per Mail im JPEG-Format senden lassen.
In Verbindung mit den Texten ist die Verwendung der Bilder kostenlos.
Anfragen an:
Frau Anke Rabenau,
Tel.: (0 64 21) 2 93 - 1 20,
E-Mail: anke.rabenau(à)kilian.de
Keine Impfpflicht in Deutschland (1.355 Zeichen)
(dgk) In Deutschland ist niemand verpflichtet, sein Kind impfen zu lassen. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut STIKO lehnt es explizit ab, Druck auf die Eltern auszuüben. Diese sollen selbst entscheiden. Die STIKO ist gleichfalls davon überzeugt, gute Gründe für das Impfen zu bringen. Impfskeptiker sind von ihren Argumenten ebenfalls überzeugt. Sie sagen zum Beispiel, dass eine natürliche Infektion den Organismus des Kindes im Gegensatz zur Impfung trainiert und so besser vor Krankheiten schützt. Sie glauben, dass Impfungen das nicht tun.
Aus wissenschaftlicher Sicht sind all diese Argumente unhaltbar, erläutert Professor Heinz-Josef Schmitt. Der Kinderarzt leitet die Abteilung für Pädiatrische Infektiologie am Zentrum für Präventive Pädiatrie der Universität Mainz. Gleichzeitig ist er Vorsitzender der STIKO. "Solche Argumente sind bar jeder wissenschaftlichen Grundlage und gehören in den Bereich der Mythologie", so Schmitt. Niemand braucht zu begründen, warum er sich nicht impfen lassen möchte. Akzeptabel ist Nicht-Impfen aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen. Auch Angst vor Nebenwirkungen wird oft ins Feld geführt. "Allerdings sind bleibende Schäden mit den heutigen Impfstoffen extrem selten geworden", erklärt Schmitt. Dem steht der Nutzen von Impfungen gegenüber.
Warum Säuglinge gegen Hepatitis B geimpft werden sollen (1.469 Zeichen)
(dgk) Schon seit sieben Jahren wird ausdrücklich empfohlen, Säuglinge, Kinder und Jugendliche gegen Hepatitis B zu impfen. Übertragen wird die Infektion über Blut, Schweiß, Tränen oder Sperma. Oft wird die Hepatitis B deshalb als "Sexualkrankheit" betrachtet.
Ein anderer Weg sich anzustecken, ist die Übertragung während der Geburt. Die Mutter gibt das Hepatitis-B-Virus an das Kind weiter. Dies ist besonders gefährlich, da bei einer Infektion im Säuglingsalter der Anteil chronischer Infektionen bei rund 90 Prozent liegt. Diese chronischen Krankheiten können später zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen liegt der Anteil der chronischen Verläufe immerhin noch bei zehn Prozent.
Die Hepatitis B ist dabei etwa 100 Mal ansteckender als das Aids-Virus. Schon ein Tropfen verseuchtes Blut in einer Badewanne kann ausreichen, sich anzustecken. Um frühe Infektionen zu verhindern, hat die STIKO bereits Säuglinge in das Impfprogramm aufgenommen. Bei noch nicht geimpften Kindern und Jugendlichen soll die Impfung nachgeholt werden. Damit soll gleichzeitig die hohe Durchimpfungsrate von über 90 Prozent erreicht werden. Nur so ist es möglich, Hepatitis B auszurotten. Mit den modernen Sechsfach-Kombinationsimpfstoffen ist ein Schutz ohne zusätzliche Spritzen möglich. Es gilt also, schon Säuglinge zu impfen um irreparable Schäden bis hin zu Todesfällen zu vermeiden.
Stillen: Starthilfe für's Immunsystem (1.434 Zeichen)
(dgk) Ein Säugling kann sich noch nicht selbst gegen alle Erreger wehren. Zunächst trägt die Mutter viel zum Schutz vor Krankheiten bei. Eine Maßnahme heißt Stillen. So bekommt das Baby mit jedem Schluck Muttermilch neue Schutzstoffe hinzu. Denn das Immunsystem des Neugeborenen ist noch nicht voll entwickelt. Es muss erst "üben", um später mit allen möglichen Keimen fertig zu werden. Vor allem in der Vormilch sind Abwehrstoffe enthalten. Es handelt sich um Antikörper, auch Immunglobuline genannt. Sie bleiben einige Zeit im Magen-Darm-Trakt des Neugeborenen. Dort bekämpfen sie eindringende Viren und Bakterien und helfen so, vor allem Durchfälle zu vermeiden.
Antikörper aus der Muttermilch gehen nicht in das Blut des Babys über. Vor Infekten, die auf anderen Wegen in den Körper des Neugeborenen gelangen, können sie daher nicht schützen. Auch sind sie nur als erste Hilfe vorgesehen, bis ein Kind seinen eigenen Schutz aufgebaut hat. Nestschutz besteht nur, wenn die Mutter selbst ausreichende Mengen der schützenden Abwehrkräfte hat - entweder durch die Auseinandersetzung mit dem Erreger bei Krankheit oder nach Impfung. Der Nestschutz hält jedoch nur einige Monate an, da mütterliche Antikörper mit der Zeit abgebaut werden. Am Ende des vierten bis sechsten Monats enthält Muttermilch praktisch keine Antikörper mehr. Übrigens: Fertignahrung enthält natürlich keine Antikörper.
FRAGEN UND ANTWORTEN:
Wer sagt, wie geimpft werden soll? (965 Zeichen)
(dgk) Wenn der Staat Impfungen empfiehlt, wer steckt eigentlich dahinter? Die 17 Experten der STIKO, der Ständigen Impfkommission. Sie treffen sich zweimal jährlich und beraten, wie die Bevölkerung in Deutschland am besten vor schweren Infektionen geschützt werden kann. Ihren Sitz hat die STIKO am Robert Koch-Institut in Berlin. Rechtlich wirksam werden die Impfempfehlungen jedoch erst, wenn sie von einer Landesgesundheitsbehörde übernommen und in deren "öffentliche Empfehlungen" aufgenommen wurde. Meistens geschieht das unverändert, manchmal gibt es aber auch kleine Abweichungen. Denn ebenso wie Schulpolitik ist auch "Gesundheit" Sache der Länder. Welche Impfempfehlungen in Ihrem Bundesland gültig sind, erfahren Sie zum Beispiel beim örtlichen Gesundheitsamt.
Die aktuellen STIKO-Empfehlungen können Sie einsehen auf den Seiten des Robert Koch-Instituts (www.rki.de) oder beim Deutschen Grünen Kreuz unter www.dgk.de.
Wie viel Krankheit braucht ein Kind? (1.163 Zeichen)
(dgk) Mediziner und Eltern sind sich einig: Ein Kind muss sein Immunsystem trainieren. "Impfungen nehmen dem Kind die Chance, sich mit den natürlichen Keimen auseinander zu setzen", lautet eine häufige Meinung. Nach Ansicht von Schulmedizinern gibt es in den ersten Lebensjahren jedoch genug "Sparringpartner" für die kindliche Abwehr. Durchfall, Erkältung, Scharlach und wieder schweres Fieber folgen oft in kurzer Zeit aufeinander. Bei geimpften Kindern ebenso wie bei ungeimpften. Immer wieder ist das Kind ans Bett gefesselt, und ein Elternteil muss bei ihm zu Hause bleiben. Die Impfungen in den ersten Lebensmonaten schützen ganz gezielt gegen einige besonders gefährliche Infekte, nicht aber gegen die vielen anderen Erreger in unserer Umwelt. Außerdem: Auch mit einem Impfstoff muss sich das Immunsystem des Kindes auseinander setzen. Trifft es dann wirklich auf den Erreger, gegen den geimpft wurde, wird es ebenso aktiv, als hätte es die Krankheit schon einmal durchgemacht. Impfungen "verweichlichen" also keinesfalls das Immunsystem, sondern geben ihm nur in wichtigen Fällen einen entscheidenden Vorsprung.
Krankheitserreger - gibt es die überhaupt? (2.145 Zeichen)
(dgk) Krankheiten haben verschiedene Ursachen: Manchmal werden sie vererbt oder ein ungesunder Lebenswandel ist zum Beispiel dafür verantwortlich. Erkranken in kurzer Zeit viele Menschen oder verbreiten sich Krankheiten schnell, muss die Ursache von außen kommen. Die schlechte Luft, lateinisch "malaria", wurde vor Jahrhunderten für das von Mücken übertragene Fieber, vergiftetes Wasser für Typhus-Epidemien verantwortlich gemacht.
Gegen Seuchenerreger und Parasiten konnte erst etwas unternommen werden, als man die Keime unter dem Mikroskop identifizieren konn-te. Der Bakteriologe Robert Koch war der Erste, der menschliche Krankheitserreger so nachwies. 1876 fand er den Milzbranderreger, 1882 den Tuberkelbazillus und 1883 den Erreger der Cholera. Zusammen mit Jakob Henle stellte Koch 1884 die so genannten Henle-Koch- Postulate auf, die beschreiben, welche Eigenschaften ein Infektionserreger haben muss:
- Beim Erkrankten muss immer der Erreger nachweisbar sein (z. B. mikroskopisch im Blut oder Speichel). Beim Gesunden fehlt er normalerweise.
- Der Erreger muss aus dem Kranken isoliert und in Reinkultur gezüchtet werden können.
- Die in Kultur gezüchteten Erreger müssen bei einem geeigneten Versuchstier die typische Krankheit erzeugen (allerdings gibt es Erreger, die nur beim Menschen zu Krankheitszeichen führen).
- Bei dem erkrankten Versuchstier müssen sich die Erreger nachweisen lassen.
Koch stand nur ein Lichtmikroskop zur Verfügung, um einen Erreger zu erkennen. Heute lässt sich mit einer Vielzahl von Techniken nachweisen, dass Erreger und Infektionskrankheit zusammenhängen. Bei einigen Krankheiten (z. B. Masern, Pocken), bei denen Koch den Verdacht hatte, es müsse einen Erreger geben, konnte er diesen nicht sehen. Sein Problem: Ein Lichtmikroskop vergrößert nicht so, dass Viren zu sehen sind. Heute machen Elektronenmikroskope Viren sichtbar. Außerdem kann die Immunantwort des Menschen überprüft werden. Bei manchen Erregern ist es sogar nicht mehr nötig, sie als Ganzes zu isolieren: Schon Bruchstücke ihres Erbguts können beim Kranken nachgewiesen werden.
Masernvirus unter dem Elektronenmikroskop
© Dr. Andrea Maisner, Marburg
Die hier gezeigten Bilder können Sie sich von uns per Mail im JPEG-Format senden lassen.
In Verbindung mit den Texten ist die Verwendung der Bilder kostenlos.
Anfragen an: Frau Anke Rabenau, Tel.: (0 64 21) 2 93 - 1 20,
E-Mail: anke.rabenau(à)kilian.de
Ist Impfen überflüssig? (2.279 Zeichen)
(dgk) Viele Infektionskrankheiten sind in Deutschland heute selten. Manchmal wird behauptet, der Grund hierfür läge ausschließlich an besseren hygienischen Verhältnissen und günstigeren gesellschaftlichen Bedingungen. Das stimmt. Der Löwenanteil geht jedoch auf das Konto der Impfungen. Sie trugen wesentlich dazu bei, dass heute kaum noch jemand Krankheiten wie Wundstarrkrampf, Diphtherie oder Kinderlähmung kennt.
Gerade am Beispiel der Kinderlähmung (Poliomyelitis) lässt sich verdeutlichen, wie schnell sich Epidemien durch Impfungen bekämpfen lassen: 1952 erkrankten noch 10.000 Menschen in Deutschland an Kinderlähmung. Nach dem Einführen der Impfung sank die Zahl schnell, inzwischen ist Poliomyelitis in Deutschland ausgerottet. Dass dies nicht ausschließlich auf hygienische und gesellschaftliche Verhältnisse zurückzuführen ist, zeigten diverse Ausbrüche dieser Krankheit in den Niederlanden. Dort lassen sich bestimmte Bevölkerungsgruppen aus religiösen Gründen nicht impfen. Zuletzt trat dort Anfang der 90er-Jahre die Kinderlähmung auf, und zwar nur bei den Ungeimpften, nicht ein Fall zeigte sich in der Umgebung.
Inzwischen ist ganz Europa poliofrei. Dennoch muss weiterhin geimpft werden. Solange die Kinderlähmung nicht weltweit ausgerottet ist, können die Viren jederzeit wieder eingeschleppt werden.
Tabelle: Poliomyelitis in Deutschland
Vor 1961 | Jährlich Tausende mit schlaffen Lähmungen |
1961 | 4.461 Fälle, 305 Todesfälle |
Februar 1962 | Beginn regelmäßiger Schluckimpfungen |
1962 | Etwa 300 Fälle, 31 Todesfälle |
Von 1963 bis 1977 | 199 Fälle, 38 Patienten sterben |
Seit 1978 | < 10 Fälle/Jahr, 3 Todesfälle |
1990 | Letzter einheimischer Fall |
|
|
1998 | Intensivüberwachung zur Anerkennung als "poliofrei", Impfung mit inaktiviertem Impfstoff empfohlen |
Juni 2002 | Europa wird als poliofrei erklärt |
Was passiert, wenn nicht mehr geimpft wird, zeigte sich auch in den GUS-Staaten: Nachdem mit dem politischen System der UdSSR auch das Gesundheitssystem zusammengebrochen war, wurde kaum noch geimpft. Anfang der 90er-Jahre begann dann in Osteuropa eine Diphtherie-Epidemie, die ihren Höhepunkt 1995 mit mindestens 50.000 Erkrankungen und 1.500 Toten hatte, vor allem bei jungen Kindern und älteren Menschen. Große Impfaktionen konnten die Epidemie inzwischen eindämmen.
Chronisch krank und doch geimpft? (1.537 Zeichen)
(dgk) Gerade chronisch Kranke sollten den Empfehlungen entsprechend geimpft sein. Infektionen belasten ihren Körper ganz besonders. Manchmal sind sogar Extra- Impfungen notwendig. So sollten alle Diabetiker und Patienten mit Herz- oder Lungenkrankheiten neben den üblichen Impfungen zusätzlichen Impfschutz gegen Influenza - die echte Virusgrippe - und Pneumokokken-Lungenentzündung erhalten. Menschen ohne Milz müssen unbedingt gegen Meningokokken, Pneumokokken und Hib (Haemophilus influenzae b) geimpft sein, denn Infektionen mit diesen Bakterien sind für sie meistens lebensbedrohlich.
Oft wird behauptet, geimpfte Kinder litten häufiger unter Allergien. Das ist falsch. Die Geschichte lieferte dazu einen eindrucksvollen Beweis: In der ehemaligen DDR bestand Impfpflicht, und es gab dort viel weniger allergische Kinder als in der damaligen Bundesrepublik.
Kinder, bei denen eine Allergie besteht, können und sollen also geimpft werden. Das empfiehlt das Aktionsbündnis Allergieprävention (abap), das im Februar 2001 vom Bundesgesundheitsministerium ins Leben gerufen wurde. In der beschwerdefreien Zeit sollten diese Kinder die anstehenden Impfungen bekommen. Kinder mit schwerer Neurodermitis schweben besonders in Gefahr, sich über Kratzwunden zu infizieren. Deshalb ist bei ihnen ein frühestmöglicher Schutz gegen Wundstarrkrampf und Hepatitis B wichtig. Da Windpocken bei Neurodermitikern besonders schwer verlaufen, ist es ratsam, ihnen zusätzlich eine Impfung dagegen zu geben.
Kind mit Neurodermitis
© Prof. Gieler, Dr. Niemeier, Gießen
Die hier gezeigten Bilder können Sie sich von uns per Mail im JPEG-Format senden lassen.
In Verbindung mit den Texten ist die Verwendung der Bilder kostenlos.
Anfragen an: Frau Anke Rabenau, Tel.: (0 64 21) 2 93 - 1 20,
E-Mail: anke.rabenau(à)kilian.de
Ist Impfen unnatürlich? (2.047 Zeichen)
(dgk) Um sicher zu sein, sich nicht anzustecken, ist ein funktionstüchtiges Abwehrsystem notwendig. Es erkennt sofort Krankheitserreger und körperfremde Stoffe und bekämpft sie.
Unser Abwehrsystem besteht aus mehreren Teilen. Es verfügt über angeborene und gelernte Abwehrmechanismen. Die als unspezifisch bezeichnete Abwehr richtet sich gegen alle "Fremdlinge" im Körper. Ihre Mechanismen sind angeboren. Dagegen richtet sich die spezifische Abwehr gegen bestimmte Krankheitserreger, die auch wiedererkannt werden können. Die Vorgänge der spezifischen Abwehr sind erworben. Das bedeutet, dass jeder Mensch erst lernen muss, einen bestimmten Krankheitserreger abzuwehren, wenn er mit ihm in Kontakt kommt. Der Vorteil dabei: Die spezifische Abwehr kann bei jedem weiteren Kontakt mit dem gleichen Erreger schnell aktiviert werden, so dass die Krankheit erst gar nicht ausbricht.
Um der Immunabwehr auf die Sprünge zu helfen, wird in Deutschland regelmäßig geimpft. Bei einer Impfung werden dem Menschen abgeschwächte oder abgetötete Viren und Bakterien zugeführt. Diese haben ihre krankmachende Wirkung verloren, sind aber dennoch in der Lage, das Abwehrsystem zu veranlassen, bestimmte Antikörper zu bilden. Kommt der Geimpfte später mit dem "echten" Erreger in Kontakt, reagiert das Immunsystem genau so, als habe man eine Krankheit durchgemacht: Es erinnert sich an das Virus oder Bakterium und verhindert durch schnelles Bilden besonderer Abwehrmechanismen, dass der Geimpfte erkrankt. Er ist immun und vor schweren Krankheiten sicher geschützt.
Darüber hinaus hat die Tatsache, sich Impfen zu lassen, der Infektion gegenüber einen weiteren Nutzen: Geimpft wird meist nur dann, wenn der Mensch gesund ist. Nur im Notfall, etwa bei Gefahr von Wundstarrkrampf (Tetanus), wird eine Ausnahme gemacht. Leichte Infekte sind übrigens kein Grund, nicht zu impfen.
Beim Impfen werden also die natürlichen Vorgänge im Körper genutzt, um vor Krankheiten zu schützen. Unnatürlich sind Impfungen daher keineswegs.
MIT SPITZER FEDER:
Impfgegner im Netz (2.740 Zeichen)
Dr. rer. physiol. Ute Arndt, Deutsches Grünes Kreuz
(dgk) "Die Erde ist eine Scheibe und die Sonne dreht sich um unseren Planeten". Beim Surfen auf Internetseiten von Impfkritikern drängen sich diese Assoziationen auf. Im world wide web kann eben jeder seine Meinung kund tun. So recht schmecken will diese Kost indes nicht: Da wird immer wieder auf die Anfänge der Pockenimpfung eingedroschen, die Edward Jenner 1796 durchführte. Heute lässt sich weder das damalige Ausmaß dieser Tod bringenden Krankheit ermessen noch die daraus resultierende verzweifelte Suche der Ärzte nach einem Gegenmittel. Unbestritten war der Versuch kühn: Jenner impfte ein Kind mit dem Inhalt von Kuhpocken, weil er beobachtet hatte, dass Milchmägde, die häufig mit Kuhpocken Kontakt hatten, nicht an den wesentlich schwerer verlaufenden "Schwarzen Blattern" erkrankten. Seine Impfung war aber längst nicht die erste, denn schon in China und Indien hatte man Jahrhunderte vorher Ähnliches probiert. Damals wusste man nichts über die Beschaffenheit der Erreger, noch hatte man eine Vorstellung, wie das Abwehrsystem funktioniert. Alle "Ur-Impfstoffe" und ihre manchmal fatalen Nebenwirkungen sind offenbar immer noch Grund genug, das Impfen pauschal abzuurteilen. Als ob die Medizin in der Zwischenzeit keine Fortschritte gemacht hätte. Impfkritiker wollen den Menschen glauben machen, Impfungen seien unnatürlich und gefährlich. Haben sich da die Argumente vielleicht "im Netz verfangen"?
Fleißig wird in der Argumentensuppe gerührt, eine Prise hiervon und davon beigegeben, möglichst so, auf dass jeder die Panik bekommen und glauben solle, Impfungen seien Teufelswerk. Da wird immer wieder der Ruf nach dem Beweis von Viren und Bakterien laut, alle von Fachleuten angegebenen Literaturstellen werden in Bausch und Bogen abgelehnt, die elektronenmikroskopischen Aufnahmen von Viren als Modelle abgetan. Als ob die Forscher nichts anderes zu tun hätten als Modelle zu bauen, um die Menschen zu täuschen. Generationen forschender Mediziner und Naturwissenschaftler haben sich und allen ein X für ein U vorgemacht - schenkte man den Aussagen von Impfkritikern Glauben.
HI-Viren, die Erreger von AIDS - eine Erfindung, ebenso wie Ebola- oder Marburg- Viren? Nebenan im Krankenhaus stirbt gerade ein alter Mensch an einer Influenza- Virusinfektion, sein Herz hat der Belastung nicht mehr Stand gehalten. Alles nur Modelle? Viele Möglichkeiten hat die moderne Medizin, aber längst nicht genug, um allem Herr zu werden. Verhöhnt fühlen sich all die, die selbst krank sind oder waren und möglicherweise lebenslang an den Folgen zu tragen haben. Es gibt genügend Todesursachen - Infektionen müssen es heutzutage nicht unbedingt sein.
Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Marburg-Virus
© Dr. Larissa Kolesnikova, Marburg
Die hier gezeigten Bilder können Sie sich von uns per Mail im JPEG-Format senden lassen.
In Verbindung mit den Texten ist die Verwendung der Bilder kostenlos.
Anfragen an: Frau Anke Rabenau, Tel.: (0 64 21) 2 93 - 1 20,
E-Mail: anke.rabenau(à)kilian.de
HINTERGRUND:
Menschenjunge bleiben nur ein halbes Jahr 'im Nest' (2.334 Zeichen)
(dgk) Viele Mütter möchten nach der Geburt ihr Kind vor allem Unrecht und Krankheiten schützen. Gut, dass es den Nestschutz gibt. So werden Abwehrstoffe (Antikörper) bezeichnet, die eine Mutter in den letzten Wochen der Schwangerschaft oder später beim Stillen auf ihr Kind überträgt. Dem Nestschutz sind jedoch Grenzen gesetzt. Eine Mutter kann nicht einfach ihre gesamte Immunität auf das Ungeborene oder den Säugling übertragen. Das hat verschiedene Gründe:
- Die Plazenta lässt nicht alle Antikörper gleichermaßen zum Kind durch.
- Im Blut der Mutter müssen genug Antikörper gegen einen Erreger kursieren, damit sie ausreichend weitergegeben werden können.
- Gegen manche Erreger gibt es überhaupt keinen Nestschutz, zum Beispiel beim Keuchhusten. Kinder können bereits in
den ersten Lebenstagen daran erkranken. - Gegen viele Infekte kann sich zwar die Mutter wehren, aber das Wissen dazu schlummert in "Gedächtniszellen", die nicht auf das Kind übertragen werden.
- Eine Mutter kann nur Abwehrstoffe gegen Krankheiten weitergeben, die sie selbst durchgemacht hat oder gegen die sie geimpft wurde.
- Gegen manche Krankheitserreger kann ein Mensch nicht immun werden, das gelingt nur durch Impfungen (z. B. Tetanus, Diphtherie).
- Die Antikörper in der Muttermilch schützen vorwiegend gegen Darminfekte. Gegen Hirnhautentzündung z. B. sind sie machtlos.
Der Nestschutz hält jedoch nur einige Monate an, da mütterliche Antikörper mit der Zeit abgebaut werden. Die Schutzimpfungen im ersten Lebensjahr schließen die wichtigsten Lücken im Nestschutz. Einige richten sich gegen Infekte, die vor allem für Säuglinge lebensbedrohlich sind wie Hib (Haemophilus influenzae b) oder Keuchhusten. Diese Impfungen sollten so früh wie möglich gegeben werden - also ab dem dritten Lebensmonat.
Tabelle: Nestschutz
Dauer des Nestschutzes, wenn die Mutter nach eigener Krankheit oder Impfung geschützt ist
Erreger | Schutz bei Neugeborenen nach Infektion der Mutter | Schutz bei Neugeborenen nach Impfung der Mutter |
Diphtherie | kein | 3 - 5 Monate |
Tetanus | kein | 4 - 6 Monate |
Pertussis | kein | kein |
Hib | ja, jedoch gering | ja, jedoch schwächer als bei der Mutter |
Pneumokokken | wahrscheinlich ja, jedoch gering | vorhanden, vermutlich 3 - 5 Monate |
Typhus | kein | kein |
Meningokokken A, C, W, Y | 2 - 5 Monate | vorhanden, Dauer unbekannt |
Pocken schrieben Geschichte (2.409 Zeichen)
(dgk) Schon Napoleon schlug sich mit Impfgegnern herum. Er setzte sich aber darüber hinweg und ließ von1809 bis 1811 fast zwei Millionen Pocken-Impfungen bei seinen Soldaten durchführen. Erfolgreich, denn Pocken spielten bei seinen Feldzügen keine Rolle.
Nachzulesen sind derlei Tatsachen in Stefan Winkles Buch "Geißeln der Menschheit". Auch über Maxim Gorki, den russischen Schriftsteller (1868 - 1904), ist etwas zu erfahren. Er hatte die Pocken - und litt unsäglich: "Ich erwachte am ganzen Körper mit roten Flecken bedeckt: die Pocken hatten mich befallen. Ich wurde auf dem Hinterboden untergebracht und lag dort lange Zeit blind, an Armen und Beinen mit breiten Binden gefesselt in wüsten Fieberphantasien. Außer der Großmutter kam kein Mensch zu mir. Sie päppelte mich wie ein kleines Kind. Als ich bereits zu genesen begann und man mir die Binden schon abgenommen hatte, ließ man meine Hände noch in Handschuhen stecken, damit ich mir nicht das Gesicht zerkratzte." Gorki war als Kind nicht geimpft worden. Später, im ersten Weltkrieg fielen wegen des ungenügenden Impfschutzes viele seiner Landsleute den Pocken zum Opfer.
Im Jahre 1918 erkrankten auf den Philippinen 50.000 Menschen an Pocken. Die Impfgegner in den USA feixten: "Volk, wie lange wirst du den Impf-Unfug noch über dich ergehen lassen? Auf den vielgerühmten Philippinen waren alle Menschen geimpft, und Hunderttausende sind gestorben!". Der wahre Grund hingegen war, dass jahrelang die Impflisten gefälscht wurden und Ärzte aus Bequemlichkeit die Impfstoffe weggeworfen hatten. Damit war eine ganze Generation ungeschützt herangewachsen, die dann auch prompt an Pocken erkrankte. Victor Häser, ein erfahrener Seuchenhygieniker aus den Staaten, war dem auf die Spur gekommen und erklärte später: "Heute gibt es auf den Philippinen keine Impfgegner mehr; sie wurden alle durch die Seuche hinweggerafft."
1977 erkrankte ein Koch aus Somalia: der letzte Pockenfall. Seit 1980 sind die Pocken weltweit ausgerottet. Und das ist sicher nicht allein der Erfolg von guter Hygiene, sauberem Trinkwasser, verbessertem Lebensstandard oder positivem Lebensgefühl. Denn Pockenviren zeigen sich von sauberem Trinkwasser denkbar unbeeindruckt. Auch wenn die Skeptiker und Gegner des Impfens es allzu gerne glauben machen wollen: Ohne die weltweit durchgeführten Pockenimpfungen gäbe es dieses Virus immer noch.
Von maseln, mump und diphthérie (1.761 Zeichen)
(dgk) Das Herkunftswörterbuch datiert den Begriff "Masern" in das 16. Jahrhundert. Der Name des rötlichen, grobflächigen Hautausschlags ist wahrscheinlich die Mehrzahl des unter "Maser" abgehandelten Wortes, was die "flammende Zeichnung des Holzes" bedeutet. Der Name der Kinderkrankheit verbreitete sich von Norden her und weist möglicherweise Einflüsse aus dem niederdeutschen Begriff "maseln" auf: Im Mittelniederdeutschen und Mittelhochdeutsch bedeutete es Pustel oder Pickel. Die althochdeutsche Bezeichnung "masala" stand für Blutgeschwulst und beschreibt vermutlich die schwere Form der hämorrhagischen Masern, bei denen der Ausschlag mit Blutungen ins Gewebe einhergeht.
Der seit Anfang des 19. Jahrhunderts bezeugte Name für Mumps, eine ansteckende Entzündung der Ohrspeicheldrüse, ist aus dem Englischen entlehnt. Das englische Substantiv "mumps" ist wohl verwandt mit dem ursprünglich lautmalenden Verb "to mump ", was soviel heißt wie "stumm und verdrießlich sein", "einen niedergeschlagenen Eindruck machen" oder "brummeln". Damit ist die mit dieser Krankheit verbundene Stimmung gut charakterisiert. Der Volksmund bezeichnet Mumps als "Bauernwetzel" und "Ziegenpeter". Vielleicht kommt der Name daher, dass eine ähnliche Krankheit bei Ziegen auftritt. Der Personenname "Peter" steht hier als Gattungsname im Sinne von "Tölpel" und meint den durch die Krankheit entstellten, dumm aussehenden Menschen.
Diphtherie, die vornehmlich den Hals- und Rachenraum betrifft, wurde im 19. Jahrhundert aus dem französischen Sprachraum übernommen: "diphtérie" steht wie im Griechischen "diphthéra" für Haut oder Fell. Die Krankheit ist nach dem dicken, grau-weißen haut- oder fellartigen Belag auf den Rachenmandeln benannt.
Kind mit hämorrhagischen Masern
© Prof. Sitzmann, Homburg/Saar
Die hier gezeigten Bilder können Sie sich von uns per Mail im JPEG-Format senden lassen.
In Verbindung mit den Texten ist die Verwendung der Bilder kostenlos.
Anfragen an: Frau Anke Rabenau, Tel.: (0 64 21) 2 93 - 1 20,
E-Mail: anke.rabenau(à)kilian.de
V.i.S.d.P.
Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.
Redaktion:
Dr. med. Sigrid Ley (verantw.)
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Michaela Berg
Dr. rer. nat. Corinna Franz
Martina Philipp
Dipl. Biol. Heike Thiesemann-Reith
Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten an:
Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion impfBlick
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93 - 116
Telefax: 0 64 21 / 2 29 10
Wartezimmer-Version zum Download







