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Risikomanagement in der Familie
… und im nächsten Moment ist es passiert
Bitterstoff schließt Sicherheitslücke bei Vergiftungsgefahren
(dgk) „Schon kurz vor Eins, jetzt aber schnell.“ Mit Blick auf die Küchenuhr füllt Simone B. hastig Wasser in den Kochtopf und stellt die Herdplatte an. Gleich werden ihre Kinder aus der Schule kommen. Heute Mittag soll es Nudeln geben, weil es wieder mal schnell gehen muss. Den ganzen Vormittag hat sich die junge Mutter ihrem jüngsten Sohn gewidmet, mit ihm gespielt, ihm vorgelesen. Zwischendurch konnte sie sogar noch schnell das Bad putzen. Aufmerksam hat der Kleine das Hantieren mit Wassereimer, Schwämmen und den bunten Reinigungsmitteln beobachtet. Nun muss Simone B. nur noch rasch den Tisch decken, aber das Telefon klingelt. Unbemerkt geht der kleine Junge ins Bad. Neugierig untersucht er die Flasche mit dem Haushaltsreiniger, versucht sogar davon zu trinken.
Unfallrisiken gehen häufig mit Stresssituationen und kurzen Momenten der Unachtsamkeit einher. Insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder besteht ein erhöhtes Risiko, im Haushalt einen Unfall zu erleiden. Eltern sind oft überrascht, mit welch forschendem Interesse Kleinkinder Gegenstände des täglichen Gebrauchs, die eigentlich nicht in Kinderhand gehören, zu Spielzwecken nutzen.
Vergiftungsgefahren im Haushalt bestehen primär durch Medikamente und chemische Substanzen wie Spülmittel, Allzweckreiniger, Entkalker und Verdünnungsmittel. Dies wird durch die regelmäßigen Berichte der Giftinformationszentralen immer wieder belegt. Beides, sowohl Medikamente als auch Putzmittel, sollten deshalb für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Die elterliche Aufmerksamkeit und Sorgfalt ist aber auch beim täglichen Umgang mit Reinigungsmitteln erforderlich. Im Putzeifer kann das wiederholte Öffnen und Verschließen der kindersicheren Schutzkappen durchaus lästig sein, für kleine Kinder ist die Versuchung jedoch groß, von den unbedacht abgestellten Reinigungsmitteln zu probieren. Genau hier, wenn durch Stress und Hektik vergessen wird, die Verschlusskappen wieder auf die Reinigungsmittel zu schrauben, entsteht eine gefährliche Sicherheitslücke. Für diesen Fall gibt es jetzt eine wirksame Schutzvorkehrung. Putzmittel und Haushaltschemikalien können von den Herstellern mit einem Bitterstoff (zum Beispiel Bitrex) versetzt werden. Dieser sorgt aufgrund seines extrem bittern Geschmacks dafür, dass Kinder die giftige Reinigungssubstanz schon beim kleinsten Schluck sofort ausspucken. Damit kann das Vergiftungspotenzial auf ein Minimum reduziert werden. Reinigungsmittel, die über den Bitterstoff und damit über eine zweite wichtige Sicherheitsstufe verfügen, erkennt der Verbraucher an entsprechenden Hinweisen auf der Verpackung.
Ansprechpartner:
Klaus Afflerbach
Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel.:0 64 21 / 293 - 132
Fax: 0 64 21 / 229 - 7324
E-Mail: klaus.afflerbach(à)kilian.de

