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Bundesweite Beratungsaktion - Wo Naturmedizin hilft
Vom 24. Oktober bis 19. November 2005 informieren Apotheken umfassend über den Nutzen naturmedizinischer pflanzlicher Arzneien für die Gesunderhaltung.
(dgk) Pflanzliche Arzneimittel stehen, laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach, in der Beliebtheitsskala bei den Deutschen ganz weit oben. Gerade bei so häufigen Gesundheitsproblemen wie beispielsweise Schnupfen und Erkältungen, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen, rheumatischen Erkrankungen, Magen-Darmbeschwerden oder Hautproblemen vertrauen die Menschen besonders gerne auf die Heilkräfte der Natur.
Mit der Absicht, die Kosten im Gesundheitssystem zu senken, werden seit Beginn 2004 die meisten der pflanzlichen Präparate nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Nach anfänglichem Murren, haben sich die meisten Bürgerinnen und Bürger mit dieser Regelung abgefunden oder abfinden müssen. Wer seine Arzneimittel allerdings selbst bezahlen muss, stellt sich schnell die Frage, ob das Geld sinnvoll angelegt ist. Wie überall gibt es auch bei naturmedizinischen Präparaten Qualitätsunterschiede. Achten sollte man insbesondere auf qualitativ hochwertiges Pflanzenmaterial, standardisierte Herstellungsverfahren und eine ausreichend und gleichbleibend hohe Dosierung der Wirksubstanzen in den Tabletten, Kapseln, Dragées oder Tropfen. Für die meisten pflanzlichen Medikamente liegen inzwischen zudem eindeutige wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweise vor.
Wirkstoffgehalt und Qualität zählen
Nun ist es für den Durchschnittsverbraucher eher schwierig, solche Qualitätsmerkmale selbst zu erkennen. So gibt es zum Beispiel bei den im Herbst wieder drohenden Erkältungskrankheiten ein für den Laien kaum noch zu überblickendes Angebot an Arzneipflanzen und naturmedizinischen Präparaten. Kann man mit Wasserdost dem Schnupfen vorbeugen, wie helfen Efeu oder Thymian bei Husten und Bronchitis, lässt sich mit dem Wirkstoff Cineol aus Eukalyptusblättern verhindern, dass aus einer Erkältung womöglich eine schwere Nebenhöhlenentzündung wird? Ähnliches gilt auch für andere häufige Krankheitsbilder und Gesundheitsbeschwerden. Welches Johanniskraut-Präparat hilft mir über depressive Phasen hinweg, kann ich bei rheumatischen Schmerzen auf die Teufelskralle vertrauen, bessern Extrakte aus der Königs-Artischocke Verdauungsprobleme oder kann ich bei Lebererkrankungen auf die Hilfe der Mariendistel bauen?
Beratung vom Arzneimittel-Fachmann
Eine entscheidende Hilfestellung können und sollen bei solchen Fragen die Apotheken leisten. Jede dritte Arzneimittelabgabe erfolgt heute bereits auf dem Wege der Selbstmedikation, also ohne Zutun eines Arztes. In dieser Situation wird der Apotheker häufig zum alleinigen Arzneimittelfachmann. Aufgrund seines Sachverstandes hat er die Möglichkeit, seine Kunden bei der Selbstmedikation durch kompetente Information und Beratung zu unterstützen. Gemeinsam mit den deutschen Apothekern startet deshalb das Deutsche Grüne Kreuz eine groß angelegte Beratungsaktion. Unter dem Motto „Wo Naturmedizin hilft“ werden vom 24. Oktober bis 19. November 2005 zahlreiche Apotheken im gesamten Bundesgebiet über Nutzen und Chancen der Naturmedizin aufklären und die Fragen ihrer Kunden zu diesem Thema beantworten. Das Deutsche Grüne Kreuz unterstützt diese Beratungswochen mit einer informativen Broschüre, die den Apotheken kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Die teilnehmenden Apotheken sind durch spezielle Plakate gekennzeichnet.
Spezielle Presse-Informationen
Gegen grippalen Infekt ist doch ein indianisches Kraut gewachsen
Typische Erkältungszeichen sind Husten, Heiserkeit, Schnupfen sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Ausgelöst werden diese Krankheitssymptome meist durch einen der etwa 200 bekannten Typen von Schnupfenviren (Rhinoviren), die vor allem in der kalten Jahreszeit ihre Opfer suchen - und nur allzu oft auch finden.
Während man sich gegen die echte Virusgrippe (Influenza) impfen lassen kann, existiert gegen die Erreger des grippalen Infekts solch ein Schutz noch nicht. Hat es einen dann erwischt, gilt es den Infekt schnell zu bekämpfen. Insbesondere pflanzliche Wirkstoffe haben sich dafür bestens bewährt.
Eine solche Heilpflanze ist der Wasserdost, eine aus der indianischen Volksmedizin bekannte Heilpflanze. Dieser findet aufgrund seines vielseitigen anti-infektiven Wirkspektrums auch im europäischen Raum immer häufiger Anwendung. Neben seltenen Naturstoffen – von Wissenschaftlern als “Sesquiterpenlaktone” benannt – zeichnet sich die rot blühende Pflanze durch den hohen Gehalt an “natürlichen Xylanen” aus. Diese fördern die Bekämpfung der Krankheitserreger durch das körpereigene Immunsystem. Die eigentliche Heimat des Wasserdost – von Botanikern als Eupatorium perfoliatum bezeichnet - ist Nordamerika. Dort zählt er schon seit vielen Jahrhunderten zum Arzneischatz der Indianer.
Extrakte aus indianischem Wasserdost helfen gegen alle typischen Symptome eines grippalen Infektes wie Halsweh, Husten, Schnupfen und Fieber. Insbesondere lindert Wasserdost auch die oft mit einer Erkältung einhergehenden Muskel– und Gliederschmerzen. Somit kann man mit nur einer Naturarznei gleichzeitig gegen alle Beschwerden des grippalen Infekts vorgehen.
Diese Eigenschaften des indianischen Wasserdost haben sich in modernen wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt. Für diese Studien wurde der indianische Wasserdost mit zusätzlich noch drei weiteren, sinnvollen Arzneipflanzenextrakten getestet (Prüfpräparat: Contramutan). Die Behandlung mit der Natur-Arznei linderte rasch alle Erkältungssymptome wie Fieber, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Husten und Schnupfen. Die durchschnittliche Krankheitsdauer wurde um bis zu 50 Prozent verkürzt. Mehre als 90 Prozent der Ärzte bewerteten die Wirksamkeit mit sehr gut oder gut. Besonders gelobt wurde auch die gute Verträglichkeit des Wasserdost-Arzneimittels. Daher ist seine Anwendung schon bei Kindern ab dem 6. Lebensmonat möglich und macht es somit zur wirksamen Familienmedizin.
Damit sich die antiinfektive Wirkung voll entfalten kann, sollte man Wasserdost-Präparate schon unmittelbar nach dem Auftreten der ersten Erkältungssymptome (möglichst innerhalb der ersten zwei Tage) einnehmen. Die Inhaltsstoffe des Wasserdost aktivieren dann Botenstoffe des Immunsystems, es werden vermehrt Abwehrzellen gebildet, die den eingedrungenen Krankheitskeimen erst gar keine Gelegenheit bieten, sich in den Atemwegen festzusetzen.
Thymian löst Erkältungshusten
Als aromatische Gewürzpflanze ist Thymian fast jedem bekannt. Tatsächlich handelt es sich aber beim Thymian auch um eine wichtige Arzneipflanze, die sich seit der Antike vor allem bei Husten und Atemwegsentzündungen bewährt hat. Verwendet wird dafür das wertvolle ätherische Thymianöl, das aus den Blättern und Blüten gewonnen wird. Das Öl enthält hauptsächlich die beiden Wirkstoffe Thymol und Carvacrol.
Aufgrund seiner schleimlösenden und gleichzeitig krampflösenden Eigenschaften ist Thymian ein besonders wirksamer Hustenlöser. Während chemisch-synthetische Hustenmittel mit Codein oder Hydrocodon oft den Hustenreflex im Gehirn unterdrücken, und deshalb nur bei trockenem Husten eingesetzt werden sollten, wirken Thymian-Präparate wie beispielsweise Aspecton direkt in den Atemwegen. Thymianextrakt kann deshalb sowohl bei trockenem Reizhusten wie bei produktivem Schleimhusten angewendet werden.
Thymianöl wirkt dreifach: Es löst den Schleim, entkrampft die Bronchien und hemmt das Wachstum von Bakterien. Genauer betrachtet stimuliert Thymianextrakt jene Drüsenzellen in der Atemwegschleimhaut, die ein dünnflüssiges Sekret abgeben. Dadurch nimmt der flüssige Anteil des Schleims zu und das Abhusten wird erleichtert. Zusätzlich regen die Thymianwirkstoffe die Flimmerhärchen in den Atemwegen zu höherer Aktivität an, was ebenfalls den Abtransport des festsitzenden Schleims fördert. Weitere Inhaltsstoffe des Thymians tragen zur Entspannung der Bronchialmuskulatur bei. Auf diese Weise werden jene Schmerzen gelindert, die insbesondere bei krampfartigen Hustenformen wie zum Beispiel Keuchhusten auftreten. Keuchhusten (Pertussis) kann bei Kindern zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Unterstützt wird der Heileffekt durch die antibakteriellen und antientzündlichen Eigenschaften des Thymians.
Thymian-Präparate gehören griffbereit in jede Hausapotheke, denn die nächste Erkältungssaison kommt bestimmt. Man verwendet sie entweder als Hustentropfen oder als Hustensaft. Empfehlenswert sind hochwertige Thymianextrakte in hoher Dosierung aus der Apotheke, die möglichst alkohol- und zuckerfrei sein sollten. Aufgrund der ausgezeichneten Verträglichkeit eignet sich insbesondere Aspecton Hustensaft auch für Kleinkinder. Selbst eine längerfristige Einnahme von Thymian-Arzneiextrakten bei chronischen Hustenformen ist unproblematisch, sollte jedoch nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
Efeu: der grüne Hustenlöser
Erstes Anzeichen einer heraufziehenden Erkältung ist oft ein so genannter trockener Reizhusten, der dann später in einen verschleimten Husten übergeht. Beim Husten wird der Schleim teilweise gelöst und zusammen mit den darin befindlichen Viren nach draußen geschleudert. Das passiert mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 Kilometern pro Stunde, also fast dreimal schneller als ein Formel-1-Rennwagen fahren kann.
Das Abhusten ist also extrem wichtig und sollte keinesfalls unterdrückt werden. Je zäher aber der Schleim ist, umso schwerer fällt das Husten. Vor allem für Kinder ist das eine große Belastung. Man sollte deshalb dringend Maßnahmen ergreifen, mit denen der Schleim dünnflüssiger gemacht werden kann. Dabei können bestimmte pflanzliche Wirkstoffe helfen.
Schon Hippokrates, der „Vater der Medizin“ kannte vor etwa 2.500 Jahren den Efeu als Heilpflanze. Im 16. Jahrhundert fand Efeu zunehmende Beachtung als Arznei gegen Entzündungen der Atemwege. Im 19. Jahrhundert beobachtete dann ein Arzt, dass Kinder in einer bestimmten Region in Südfrankreich seltener an Husten litten. Er entdeckte, dass diese Kinder ihre Milch aus Efeu-Holzschüsseln tranken. Heute zählt der Arznei-Efeu (Hedera helix) bei Atemwegserkrankungen zu den Heilpflanzen, deren Wirkmechanismus sehr gut bekannt ist.
Die hustenlösenden Wirkstoffe im Efeu befinden sich vor allem in seinen Blättern. Sie werden als Saponine bezeichnet. Für den Efeu-Extrakt in dem Naturarzneimittel Prospan konnte beispielsweise gezeigt werden, dass diese Inhaltsstoffe körpereigene Vorgänge verstärken, die zu einer Schleimverflüssigung und zu einer Entspannung der Bronchialmuskulatur führen. Da so das Abhusten erleichtert wird, verringert sich die Reizung der Husten-Rezeptoren und die Atemwege beruhigen sich, der Hustenreiz lässt nach. Darüber hinaus entspannen die Efeu-Wirkstoffe auch die Muskulatur in den Bronchien, der quälende Husten löst sich. Prospan bekämpft somit die typischen Beschwerden einer Bronchitis und sorgt für freies Durchatmen. Efeu-Extrakte können auch unterstützend bei Asthma-Patienten zur Linderung der Symptome beitragen.
Keinesfalls sollte man nun jedoch versuchen, sich selbst einen Tee aus Efeublättern zuzubereiten, da es dann schnell zu Unverträglichkeiten kommen kann. Besser ist es, sich Efeu in Form eines Fertigarzneimittels in der Apotheke zu besorgen und sich vom Apotheker beraten zu lassen. Dort werden sie als Saft, Brausetabletten, Tropfen, Tabletten oder Zäpfchen angeboten. Qualitativ hochwertige Efeu-Präparate sind aufgrund ihrer sehr guten Verträglichkeit schon für Säuglinge und Kleinkinder geeignet.
Unterstützen kann man die Abheilung des Hustens durch zusätzliche Maßnahmen. Nasse Tücher im Schlafzimmer befeuchten die Raumluft und können bei trockenem Reizhusten nützlich sein. Sinnvoll ist oft auch das Inhalieren von Heilkräuterlösungen (z. B. Kamille oder Salbei). Übrigens: Spätestens bei einer Erkältung sollte man das Rauchen einstellen. Rauchen verlängert nur die Krankheitsdauer und steigert das Risiko, dass aus einem normalen Husten eine chronische Bronchitis wird.
Wenn Erkältungen sich festsetzen
Der Druck im Kopf wächst und wächst, das Fieber steigt, die Schmerzen in Wangen und Stirn werden unerträglich. Man glaubt, der Schädel würde gleich platzen. Auch die Bronchien schmerzen, jeder Atemzug wird zur Last. Rund sechs Millionen Deutsche werden Jahr für Jahr von solchen Beschwerden heimgesucht: Entzündungen der oberen oder unteren Atemwege, im Fachjargon mit Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung) beziehungsweise Bronchitis (Entzündung der Bronchien) bezeichnet, gehören damit zu den häufigsten Infektionskrankheiten.
Ursache sind meist Erkältungsviren, die über Tröpfchen beim Niesen oder Husten rasch von einem Menschen auf den nächsten übertragen werden. Eigentlich sollte das körpereigene Abwehrsystem mit solchen Viren nach kurzer Zeit allein fertig werden. Doch leider klappt das nicht immer. Die Nasenschleimhaut schwillt an, die Nebenhöhlen verschleimen – ein idealer Nährboden für Entzündung auslösende Viren und Bakterien. Erkennen kann man dies daran, dass das Nasensekret nicht mehr dünnflüssig und farblos ist, sondern zäh wird und eitrig gelb-grün gefärbt aussieht – ein Zustand, der unbehandelt mehrere Tage, wenn nicht sogar Wochen anhalten kann.
Nicht immer müssen Betroffene gleich zu schweren Geschützen wie Antibiotika greifen. Auch mit Heilmitteln aus der Natur lassen sich hervorragende Ergebnisse erzielen – und das mit deutlich weniger Nebenwirkungen. Vor allem das Soledum-Cineol gewinnt hier zunehmend an Bedeutung. Dieser Naturstoff zeichnet sich durch mehrere, sich gegenseitig verstärkende Eigenschaften aus: Cineol wirkt stark entzündungshemmend, schleimlösend und gleichzeitig effektiv sowohl gegen Bakterien als auch Viren. Nach der Einnahme von cineolhaltigen Kapseln lösen diese sich im Darm auf, der Wirkstoff gelangt in die Blutbahn und darüber rasch in die betroffenen Bereiche der Bronchien und Nasennebenhöhlen, wo er die Entzündungen der Atemwege bekämpft und sie von zähem, festsitzenden Schleim befreit.
In zahlreichen Studien zeigte sich: Patienten, die Soledum-Cineol-Kapseln eingenommen hatten, verspürten bereits nach vier Tagen eine erhebliche Milderung der Krankheitssymptome wie Fieber, Kopf- und Gesichtsschmerzen. Die Entzündungsprozesse in Nase, Hals und Bronchien gingen deutlich zurück. Nach sieben Tagen waren die Patienten praktisch wieder völlig gesund. Aufgrund seines pflanzlichen Ursprungs ist das Cineol zudem sehr gut verträglich.
Inzwischen konnte gezeigt werden, dass auch Allergiker mit Atemwegsbeschwerden von einer Behandlung mit dem hochreinen Naturstoff profitieren können. Nächtlicher Husten und Anfälle von akuter Atemnot machen den Betroffenen das Leben häufig zur Qual. Auch bei allergisch bedingtem Asthma sind letztlich Entzündungen die Ursache der Probleme. Mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Cortison lassen sich die Symptome zwar meist vermindern, bei längerfristiger Einnahme von Cortison-Tabletten stellen sich aber leider immer wieder unangenehme Nebenwirkungen ein. In umfangreichen Studien an der Universitäts-Poliklinik in Bonn kam man zu dem Schluss, dass Soledum-Cineol in vielen Fällen dem Cortison durchaus ebenbürtig ist und durch die Einnahme dieses Naturstoffs die Cortisondosis oftmals reduziert werden kann.
Die Bonner Forscher fanden heraus, dass der Naturstoff – ähnlich wie Cortison – die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe im Körper unterdrückt. Das Wirkprofil von Cineol sei aber breiter, so die Wissenschaftler, denn der Naturstoff verbessere nicht nur die Lungenfunktion. Auch die Gesamtbefindlichkeit des Patienten werde spürbar positiv beeinflusst.
Bei Hustenreiz und Heiserkeit: Isländisch Moos
Wenn es im Hals kratzt und brennt, muss nicht immer gleich eine beginnende Erkältung die Ursache sein. Manchmal werden so unangenehme Beschwerden wie trockener Husten, Hustenreiz, Halsschmerzen oder Heiserkeit auch durch zu trockene Raumluft oder eine zu starke Belastung der Stimmbänder ausgelöst. Es kommt dadurch zu einer schmerzhaften Entzündung der Schleimhäute vor allem in der Mundhöhle und im Rachen.
In Island hatte man schon vor Jahrhunderten in solchen Fällen immer ein geeignetes Gegenmittel parat: Isländisch Moos. Eigentlich ist der deutsche Name irreführend, denn tatsächlich handelt sich bei dieser Arzneipflanze mit dem lateinischen Namen Cetraria islandica gar nicht um ein Moos, sondern um eine Flechte. Flechten können sich meisterhaft an extreme Lebensbedingungen anpassen, sei es Kälte, Hitze oder Trockenheit. Daher findet man sie oft an unwirtlichen Orten, wo sonst kaum noch andere Pflanzen wachsen. Wie eben zum Beispiel auf Island, aber auch in Hochgebirgen oder der arktischen Tundra.
Im Jahr 1860 erkannte der Frankfurter Apotheker Karl Philipp Engelhard das hohe Potenzial von Isländisch Moos als Heilpflanze und entwickelte daraus ein Präparat, das als erstes Fertigarzneimittel Deutschlands gilt. Heute wird Isländisch Moos als Isla-Moos in Form von Lutschpastillen angeboten und wird somit seit mehr als 140 Jahre verwendet.
Hauptanwendungsgebiete von Isländisch Moos sind nach wie vor Reizhusten und Heiserkeit. Isländisch Moos besteht zu mehr als 80 Prozent aus sogenannten Polysacchariden, also Schleimstoffen. Diese legen sich beim Lutschen der Pastillen wie ein schützender Balsam auf die entzündeten Schleimhäute von Hals und Rachen. So schirmen sie die Schleimhaut gegen trockene und schadstoffbelastete Atemluft ab. Bereits angegriffene Schleimhäute können sich schneller erholen und werden vor weiteren äußeren Einflüssen geschützt. Aufgrund ihrer guten Verträglichkeit sind Isländisch Moos-Pastillen auch für Menschen mit empfindlichem Magen oder Kinder hervorragend geeignet.
Klostermelisse: Auch bei Erkältungen seit Generationen bewährt
Die Heilkraft der Melissenpflanze (Melissa officinalis), die schon der berühmte Arzt Paracelsus als “Gold der Medizin” bezeichnete, wird bereits seit mehr als 2.000 Jahren in der Medizin verwendet. Entscheidend für die Wirkung sind die wertvollen ätherischen Öle in den Blättern. Von Botanikern wurde speziell für die Arzneimittel-Fertigung des Hauses Klosterfrau eine besonders veredelte Melissenart, die Klostermelisse, entwickelt. Diese Klostermelisse besitzt einen deutlich höheren Anteil ätherischer Öle. In einem besonders aufwendigen Destillationsverfahren werden die ätherischen Öle und die darin enthaltenen, medizinisch bedeutsamen Terpene schonend aus der Arzneipflanze herausgelöst und exklusiv für die Herstellung des weltbekannten Klosterfrau- Melissengeists eingesetzt.
Die ätherischen Öle der Klostermelisse haben stark beruhigende, entkrampfende und antibakterielle Eigenschaften und unterstützen so den Heilungsverlauf bei zahlreichen Beschwerden, zu denen unter anderem. Einschlafstörungen und nervöse Magenbeschwerden zählen. Insbesondere hat sich die Klostermelisse aber bei Erkältungen bewährt. Egal ob man den Melissengeist mit heißem Tee, mit Vitamin C-reichen Säften (Sanddorn, frisch gepresster Orangensaft) oder mit heißer Zitrone mischt, die regelmäßige Anwendung von ein bis zwei Teelöffeln Melissengeist (in mindestens der doppelten Menge Flüssigkeit verdünnt) drei Mal täglich kann die Erkältungsdauer verkürzen und die Krankheitssymptome rasch spürbar lindern. Am wirkungsvollsten ist das Ergebnis, wenn man mit der Einnahme möglichst schon bei den ersten Anzeichen einer Erkältung beginnt.
Gleichzeitig sorgt der Melissengeist für einen gesunden und erholsamen Schlaf und aktiviert so die körpereigenen Abwehrkräfte. Diese Erfahrungen wurden über Generationen hin genutzt - und sind inzwischen auch durch moderne wissenschaftliche Studien untermauert. Der echte Melissengeist hat aufgrund seiner nachgewiesenen Wirkung und guten Verträglichkeit auch heute noch seinen festen Platz in jeder dritten deutschen Hausapotheke.
Pflanzen-Arzneien gegen Stress und Trübsinn
Auslöser für Stress gibt es in der modernen, hektischen Gesellschaft zuhauf. Ärger am Arbeitsplatz oder in der Familie, Termindruck, aber auch die zunehmende Angst um den Job lassen den Körper rebellieren, rauben uns den Schlaf, machen uns nervös und unruhig. Untersuchungen zeigen: Die Bundesbürger schlafen heute etwa eine halbe Stunde weniger als noch vor 20 Jahren. Damals stöhnte nur jeder Fünfte über einen Mangel an Zeit, Ende der Neunziger Jahre war es schon jeder Vierte.
Ein ausreichend langer und erholsamer Schlaf ist aber notwendig, um sich geistig und körperlich zu regenerieren. Schlafstörungen verstärken die Erschöpfung am Tage, machen antriebslos und unkonzentriert – und führen so oft zu neuerlichem Stress. Viele greifen in ihrer Not zu chemischen Schlafmitteln, die möglichst rasch helfen sollen. Das Einschlafen klappt dann meist auch wieder ganz gut, doch der Schlaf wird oft nicht als erholsam empfunden. Solche Medikamente nehmen keine Rücksicht auf die natürlichen Schlafphasen und steigern möglicherweise das Risiko, dass man ohne sie gar nicht mehr schlafen kann.
Pflanzliche Schlaf- und Beruhigungsmittel stoßen den Schlaf hingegen auf mildere Weise an und erleichtern einen natürlichen Schlafrhythmus. Die Gefahr einer Gewöhnung gibt es bei ihnen nicht. Beruhigung und das Auffrischen der Energiereserven lassen sich am besten durch eine Zwei-Phasen-Therapie erreichen. Sehr gut bewährt hat sich dafür die Kombination verschiedener Arzneipflanzen wie Baldrian, Johanniskraut und Melisse.
Der Echte Baldrian (Valeriana officinalis) entfaltet seine spannungslösende Wirkung bereits vom ersten Tag an. Nervosität, Unruhe und Einschlafstörungen bessern sich innerhalb einer Woche; auch die körperlichen Stresssymptome werden positiv beeinflusst. Ein großer Vorteil: Baldrian beruhigt zwar, macht aber nicht müde. Man kann also ohne Bedenken Autofahren oder schwierige Arbeiten ausführen.
In der zweiten Phase der Behandlung geht es darum, neue Energie zu tanken. Keine andere Heilpflanze ist dafür besser geeignet als das Johanniskraut (Hypericum perforatum). Wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Johanniskraut die Botenstoffe im Körper wieder ins Gleichgewicht bringt. Es wirkt stimmungsaufhellend, bringt die Lebensfreude zurück. Johanniskrautextrakte werden deshalb häufig auch mit Erfolg bei leichten bis mittelschweren Depressionen eingesetzt.
Ergänzen kann man die Stressbehandlung durch die Melisse (Melissa officinalis). Ihre ätherischen Öle lösen Krämpfe, fördern die Verdauung und helfen so insbesondere bei nervösen Magen-Darmbeschwerden.
Mit Sedariston-Präparaten aus Baldrian und Johanniskraut sowie plus Melisse, ob in der Zweifach- oder Dreifachkombination, lässt sich ein breites Spektrum psychischer und körperlicher Stresssymptome wirkungsvoll und vor allem gut verträglich lindern. Wie immer bei naturmedizinischen Arzneimitteln sollte man auch hier auf hohe Qualität und einen standardisierten Wirkstoffgehalt achten. Am sichersten ist es, wenn man sich dazu in der Apotheke beraten lässt.
Beweglich bleiben mit der Teufelskralle
Unter Rücken- und Gelenkbeschwerden leiden mehrere Millionen Bundesbürger. Dass sich die Knorpel in den Gelenken im Laufe eines Lebens etwas abnutzen, ist ganz normal. Ist der Verschleiß aber übermäßig stark oder tritt er schon viel früher auf als gewöhnlich, dann handelt es ich um einen krankhaften Prozess, der sich durch Schmerzen im betroffenen Gelenk bemerkbar macht. Da die Schmerzen jede Bewegung zur Qual werden lassen, nehmen die Betroffenen meist eine Schon- oder. Fehlhaltung ein, wodurch bislang gesunde Abschnitte des Bewegungsapparates überfordert und über kurz oder lang ebenfalls geschädigt werden. Diesen Teufelskreis gilt es so früh wie möglich zu durchbrechen.
Unter den Medikamenten, die bei Rücken- und Gelenkbeschwerden sinnvolle Hilfe leisten können, gibt es auch gut verträgliche pflanzliche Präparate. An erster Stelle ist hier die Teufelskralle zu nennen.
Seit mehr als 50 Jahren haben Extrakte aus der Teufelskralle in Deutschland einen festen Platz in der Therapie von Rücken- und Gelenkbeschwerden. Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) hat ihre Heimat im südlichen Afrika. Ihren eigentümlichen Namen verdankt sie hakenförmigen Fortsätzen auf den Früchten der Pflanze. Für die Arzneistoffgewinnung wird allerdings die Wurzel verwendet.
Die Wirkstoffe der Teufelskralle haben insbesondere schmerzlindernde und entzündungshemmende, aber auch muskelentspannende Eigenschaften. Je nach Stadium der Erkrankung können dadurch die Gelenkbeschwerden gelindert oder sogar beseitigt werden und die verspannte Muskulatur, die häufig Mitauslöser für die Schmerzen ist, wieder geschmeidig gemacht werden. Bei der Auswahl eines Teufelskrallen-Präparates sollte die Qualität im Vordergrund stehen, denn wie bei anderen pflanzlichen Arzneimitteln gilt auch hier: Nur qualitativ hochwertige Präparate, wie zum Beispiel Rivoltan Teufelskralle, können auch zu einem Therapieerfolg führen.
Ein großes Plus der Teufelskrallen-Extrakte ist, dass sie ausgezeichnet verträglich sind und sich damit besonders gut für eine Langzeitbehandlung eignen, wie sie bei Rücken- und Gelenkbeschwerden häufig erforderlich ist. Entsprechend vieler pflanzlicher Arzneimittel entfalten auch Teufelskrallen-Präparate ihre volle Wirkung allmählich, das heißt nach etwa zwei Wochen.
Königs-Artischocke fördert Fettverdauung und senkt Cholesterinwerte
Zu fette Speisen stoßen so manchem unangenehm auf. Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit und krampfartige Bauchschmerzen: Beinahe jeder dritte Bundesbürger klagt regelmäßig über derartige Verdauungsbeschwerden, unter Ärzten als “dyspetischer Symptomkomplex” bekannt. Ursache ist fast immer eine gestörte Fettverdauung. Gleichzeitig leiden immer mehr Bundesbürger aufgrund einer dauerhaft zu fettlastigen Ernährung an zu hohen Fettwerten im Blut und gehen damit ein erhöhtes Risiko ein, im Laufe der Jahre eine lebensbedrohliche Arterienverkalkung zu entwickeln.
Von allen Nahrungsbestandteilen gehören Fette mit zu den am schwierigsten zu verdauenden Stoffen. Die meist langkettigen Fettmoleküle müssen auf komplexe Weise erst in ihre Einzelteile zerlegt und zu kleinen Fettkügelchen umgebaut werden, damit sie vom Darm überhaupt aufgenommen werden können. Diese entscheidende Aufgabe erledigen Gallensäuren, die von der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert werden. Schüttet die Gallenblase bei einer fettreichen Mahlzeit aber zu wenig Gallensaft aus, können unzersetzte Fette weiter in den Darm wandern – und werden zu einem gefundenen Fressen für die dort lebenden Bakterien. Die bei der bakteriellen Fettzersetzung entstehenden Gase sind dann letztlich verantwortlich für die Verdauungsbeschwerden.
Wer auf fetthaltiges Essen nicht ganz verzichten möchte, dem bieten insbesondere Wirkstoffe aus der Artischocke (Cynara scolymus) eine rasch wirksame und gut verträgliche Hilfe. Die Artischocke (Cynaria scolymus) ist als Heilpflanze bereits seit dem 4. Jahrhundert bekannt und zählt heute zu den wissenschaftlich am besten untersuchten Arzneipflanzen überhaupt. Daher kennt man die vielfältigen therapeutischen Wirkungen der Artischocke sehr gut. Sie beruhen vor allem darauf, dass der Gallenfluss gefördert und somit die Fettverarbeitung im Darm verbessert wird. Verantwortlich dafür sind sogenannte Flavonoide. In erster Linie steigern diese die Produktion der Gallenflüssigkeit in der Leber. Der Vorteil: Für den Gallensaft wird sehr viel Cholesterin benötigt, das so dem Blutkreislauf entzogen wird. Zusätzlich hemmen die Inhaltsstoffe der Artischocke auch die Neubildung von Cholesterin. Beide Effekte gemeinsam sorgen für eine durchschnittliche Senkung insbesondere des gefährlichen LDL-Cholesterins im Blut um bis zu 20 Prozent. Darüber hinaus können die Flavonoide die Leberzellen vor aggressiven freien Radikalen und Lebergiften schützen.
Bei der Königs-Artischocke handelt es sich um eine speziell für arzneiliche Zwecke entwickelte und kontrolliert angebaute Hochleistungssorte. Wie rasch und effektiv der Spezialextrakt aus der Königs-Artischocke (ausschließlich enthalten in dem apothekenpflichtigen Präparat Hepar-SL forte) wirkt, ist wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen. Wurden Personen mit Verdauungsbeschwerden damit behandelt, so legten sich bei 70 Prozent Blähungen und Völlegefühl schon wenige Minuten nach der Einnahme, der schmerzhafte Druck im Oberbauch besserte sich sogar bei fast 80 Prozent der Patienten. Wurden die Artischocken-Kapseln unmittelbar vor den Mahlzeiten eingenommen, traten Verdauungsbeschwerden häufig erst gar nicht auf.
Der Extrakt aus der Königs-Artischocke steigerte außerdem die Produktion von Gallenflüssigkeit innerhalb von nur 30 Minuten auf mehr als das Doppelte der ursprünglichen Menge und sorgte so für eine optimale Fettverarbeitung. Bei den betreffenden Patienten sanken die Cholesterinwerte im Blut deutlich. Das Verhältnis von “gutem” HDL-Cholesterin zu “bösem” LDL-Cholesterin verschob sich darüber hinaus zu Gunsten des HDL.
Dies ist insofern von großer Bedeutung, als eine Senkung des Cholesterinspiegels um ein Prozent das Herzinfarkt-Risiko aufgrund einer allgemeinen Arterienverkalkung um zwei Prozent verringern kann. Da sich auch bei längerfristiger Anwendung kein Nachlassen der beschriebenen Wirksamkeit einstellte, können auch Patienten mit Cholesterinproblemen von einer Dauereinnahme des gut verträglichen Extrakts der Königs-Artischocke profitieren.
Mariendistel: Vital-Kur für die Leber
Wer im Herbst gerne „in die Pilze“ geht, um sich ein wohlschmeckendes Pilzgericht selbst zu ersammeln, der sollte zumindest die gefährlichsten Giftpilze gut kennen. Zu den tödlichsten zählt zweifelsohne der Knollenblätterpilz. Rechtzeitig erkannt, kann das Leben eines Pilzfreundes aber auch im Falle einer Knollenblätterpilz-Vergiftung noch gerettet werden: mit einem Wirkstoff aus der Mariendistel. Der Einsatz von Mariendistel-Extrakten bei lebensbedrohlichen Pilzvergiftungen ist aber eigentlich ein Sonderfall. Viel häufiger vertrauen Menschen auf die wertvolle Heilkraft der Mariendistel, wenn sie ihrer überlasteten Leber wieder „auf die Beine“ helfen wollen.
Die Mariendistel (Silybum marianum) wirkt wie eine Energie-Kur für die angegriffene Leber. Die Heilpflanze bietet aktiven Zellschutz und macht die Leber widerstandsfähig gegen neue Angriffe. In einem patentierten Verfahren wird aus den Früchten der Mariendistel ein Extrakt gewonnen, der hoch angereichert ist mit dem Wirkstoff Silymarin. Dieser Spezialextrakt MZ 80 (Legalon) garantiert, dass das Silymarin besonders schnell zur Leber gelangt. Entscheidende Wirksubstanz ist das Silibinin. Silibinin ist in der Lage, aggressive Substanzen abzufangen und so die empfindlichen Hüllen der Leberzellen zu schützen.
Neben den zellschützenden Eigenschaften hat der Legalon-Spezialextrakt ein vielfältiges Wirkspektrum: Die Entsorgung von Schadstoffen wird unterstützt, die Stoffwechselleistung der Leber stimuliert. Die Leber kann sich besser regenerieren. Die Lebensqualität der betroffenen Menschen bessert sich, sie fühlen sich nicht mehr so erschöpft, sind wieder leistungsfähiger.
An einen Leberschutz mit einer Mariendistel-Behandlung sollten vor allem Personen denken, die häufiger leberschädigenden Stoffen ausgesetzt sind. Dazu gehören Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, da auch diese in der Leber abgebaut werden. Ein vermehrter Alkoholkonsum kann ebenso zu einer Einschränkung der Leberfunktion führen. Vorsicht walten lassen sollten auch alle, die zum Beispiel beruflich Umweltgiften oder Dämpfen von Putzmitteln oder Farben ausgesetzt sind. Selbst bei schweren chronischen Leberentzündungen (Hepatitis) kann der Mariendistel-Extrakt, begleitend zur Therapie eingenommen, die Krankheitsfolgen zumindest mildern, in dem er der Leber hilft, sich zu regenerieren.
Johanniskraut pflegt die Haut bei Neurodermitis
Die Neurodermitis zählt inzwischen zu den häufigsten Hauterkrankungen überhaupt. Epidemiologische Studien sprechen von 2,5 Prozent der Bevölkerung in den Industriestaaten. Kinder trifft es dabei am häufigsten, etwa 12 Prozent der Vorschulkinder sollen schon erkrankt sein. Insgesamt geht man von ca. drei Millionen Neurodermitis-Kranken in Deutschland aus – mit steigender Tendenz.
Gekennzeichnet ist die Neurodermitis durch eine extrem trockene, schuppige und juckende Haut, wobei rötlich entzündete und wunde Hautveränderungen auftreten können. Die größten Probleme verursacht der höllische Juckreiz. Er führt oft zu unbeherrschbaren Kratzanfällen. In die aufgerissene, manchmal blutende Haut können Bakterien eindringen, die wiederum die Entzündungsreaktion verschärfen.
Bei der Neurodermitis verändert sich die Haut. Abwehrzellen des Immunsystems werden aktiv und schütten Botenstoffe wie Histamin und Zytokine aus. Dadurch kommt eine Entzündungsreaktion in Gang, die sich an der Hautoberfläche als Austrocknung mit rauen Stellen, Knötchen, Rötungen und Juckreiz bemerkbar macht. Der Fettsäureschutzmantel der Haut bricht zusammen und sie wird empfindlicher gegenüber äußeren Reizen. Um dies zu verhindern, muss die Barrierefunktion der Haut mit Hilfe von Cremes oder Lotionen wieder stabilisiert werden.
Ein neuer Hoffnungsträger für Neurodermitis-Patienten ist das Johanniskraut, eine anerkannte Heilpflanze, die sich schon seit Jahrhunderten einen Namen als Stimmungsaufheller gemacht hat und bei der Therapie leichter bis mittelschwerer Depressionen erfolgreich angewendet wird. Wissenschaftler der Universitäts-Hautklinik in Freiburg untersuchten die Eigenschaften eines Johanniskrautextrakts genauer. Dabei erwies sich vor allem das Hyperforin, einer der Hauptinhaltsstoffe des Extrakts, für die Pflege der Haut von Neurodermitikern als entscheidend. Hyperforin bremst die Überreaktion des Immunsystems und hemmt das Wachstum bestimmter Bakterien, die in der Haut immer wieder Infektionen auslösen. Gleichzeitig hat Hyperforin einen antientzündlichen Effekt.
Aufgrund dieser Erkenntnisse entwickelten die Freiburger Hautärzte ein innovatives Hautpflegekonzept auf Johanniskraut-Basis, das für die trockene und empfindliche Haut insbesondere bei Neurodermitis geeignet ist. Geprüft wurde die Bedan-Creme an der Freiburger Klinik an 21 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Neurodermitis. Sie wurden halbseitig damit eingecremt, auf die andere Körperhälfte wurde eine Vergleichscreme ohne Wirkstoff aufgetragen. Nach vierwöchiger Pflege mit der Bedan-Creme waren die entzündeten Hautstellen bei 75 Prozent der Testpersonen abgeheilt, bei zwei Dritteln wurde der Juckreiz deutlich gemildert. Da die untersuchte Creme frei von Konservierungs- und Duftstoffen ist, zeichnete sie sich durch eine sehr gute Verträglichkeit aus.
Durch die Kombination seiner pflegenden, kühlenden, feuchtigkeitsbindenden, antibakteriellen, entzündungshemmenden und juckreizstillenden Eigenschaften bietet dieses Hautpflegekonzept auf Johanniskraut-Basis somit eine sinnvolle und gut verträgliche Pflege-Ergänzung zur medikamentösen Neurodermitis-Therapie.
Ansprechpartner:
Dr. Ingolf Dürr
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