DGK e.V. -DGK-Sondermeldung April 2006: 100 Jahre Alzheimer. Infobus zur Früherkennung der Altersdemenz besucht 45 Städte
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Sondermeldung April 2006
100 Jahre Alzheimer
Infobus zur Früherkennung der Altersdemenz besucht 45 Städte

Infomobil Demenz(dgk) Am 24. April 2006 startet der Alzheimer-Infobus des Deutschen Grünen Kreuzes und der „Initiative Altern in Würde“ zu einer Tournee durch 45 Städte. Im Mittelpunkt dieser großen bundesweiten Aufklärungs-Aktion steht die Früherkennung der Alzheimer-Demenz, also dem fortschreitenden Gedächtnisschwund. Ausgangsort ist Frankfurt am Main, jene Stadt, in der der Nervenarzt Alois Alzheimer vor genau 100 Jahren die Krankheit erstmals bei einer seiner Patientinnen beschrieben hatte. Den vollständigen Tourplan findet sich im Internet unter www.altern-in-wuerde.de .

Heute leiden in Deutschland bereits mehr als eine Million Menschen an Alzheimer-Demenz. Jährlich kommen etwa 100.000 neue Fälle hinzu. Aufgrund des stetig wachsenden Anteils alter und hochbetagter Menschen, gehen Schätzungen von einer Verdopplung dieser Zahlen bis zum Jahr 2030 aus. Durch einen Krankheitsfall in der Familie werden aber gleichzeitig auch viele Jüngere indirekt mit dem Problem Alzheimer konfrontiert.

Frühzeitig erkannt ist wirksame Hilfe möglich

Je früher die Alzheimer-Krankheit erkannt wird, umso größer ist erfahrungsgemäß der Behandlungserfolg. Bei der Mehrzahl der Betroffenen wird die Krankheit jedoch viel zu spät entdeckt. Erste Warnzeichen wie ein nachlassendes Kurzzeitgedächtnis, ein vermindertes Orientierungsvermögen, depressive Verstimmungen oder auffällige Verhaltenweisen wie krankhafte Feindseligkeit und gesteigerte Aggressivität werden von den Patienten und ihren Angehörigen so lange wie möglich „übersehen“ oder verheimlicht. Ein Arzt wird erst aufgesucht, wenn es gar nicht mehr anders geht. Häufig gehen so etliche Jahre verloren, die für eine erfolgreiche Behandlung sinnvoll hätten genutzt werden können.

Infobus bietet Alzheimer-Tests an

Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Chancen der Früherkennung zu lenken, ist daher ein Hauptanliegen der Kampagne. Am Infobus werden die Besucher aufgeklärt, welche Symptome und Verhaltensweisen auf eine beginnende Erkrankung hindeuten können und erhalten Informationen, die für das Arztgespräch hilfreich sein können. Außerdem können die anwesenden Experten erste einfache Tests vornehmen, mit denen sich ein Anfangsverdacht erhärten oder widerlegen lässt. Spezielle Erfahrungsstationen, die am Infobus aufgebaut sind, sollen zudem gesunden Menschen verdeutlichen, welche Symptome ein Alzheimerkranker entwickelt und wie er seine Umwelt erlebt.

Die meisten Alzheimer-Patienten sind medizinisch nicht ausreichend versorgt

Heilen lässt sich die Alzheimer-Demenz noch nicht, wohl aber kann man ihren Verlauf mit den derzeit vorhandenen modernen Medikamenten verzögern und die Symptome wie Gedächtnisschwund, Orientierungslosigkeit und auffällige Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen erheblich bessern. Werden moderne Antidementiva, wie zum Beispiel der ursprünglich aus dem Schneeglöckchen gewonnene Wirkstoff Galantamin, rechtzeitig eingesetzt, können die geistigen Fähigkeiten und damit die Teilnahme am täglichen Leben für Monate bis Jahre noch gut erhalten werden. Die häufig durch die Demenz verursachten Verhaltensstörungen wie Aggressionen oder Wahnideen und die damit verbundene Unruhe kann der Wirkstoff Risperidon wirkungsvoll mildern. Durch eine angemessene medikamentöse Therapie sowie begleitende nicht-medikamentöse Maßnahmen gewinnen die Betroffenen und ihre pflegenden Angehörigen deutlich mehr Lebensqualität. Auch Heimeinweisungen können vermieden werden. Doch selbst hier zeigt unser Gesundheitssystem dramatische Lücken. So offenbarte eine Untersuchung aus dem Jahr 2005, dass nur etwa 13 Prozent aller Alzheimer-Patienten tatsächlich mit einem der in den offiziellen Therapieleitlinien empfohlenen antidementiven Arzneimittel behandelt werden.

Angehörige sind durch die Demenz ebenfalls extrem belastet

Die Alzheimer-Demenz stellt nicht nur eine medizinische, sondern auch eine enorme gesellschaftspolitische Herausforderung dar. Alzheimer-Patienten benötigen eine umfassende Pflege und Betreuung, doch dafür stehen immer weniger Mittel zur Verfügung, denn die Pflegekassen sind jetzt schon überfordert. Deshalb lastet die schwere Bürde der Pflege heute noch größtenteils auf den Schultern der Angehörigen. Diese werden so oft zum zweiten Opfer der Krankheit.

 

Tourplan 2006 - Alzheimer früh erkennen

zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken

AIW Alzheimer - Demenz: Tourplan

Nähere Informationen zum Infobus Alzheimer-Demenz gibt es im Internet unter www.altern-in-wuerde.de sowie beim Organisationsbüro im Deutschen Grünen Kreuz e.V., Schuhmarkt 4, 35037 Marburg; Tel.: 0 64 21 / 2 93150, Fax: 0 64 21 / 2 93 750, E-Mail: ingolf.duerr(à)kilian.de.

 

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