DGK e.V. -Chronische Verstopfung im Kindesalter muss zügig behandelt werden
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Sondermeldung November 2007/1
Chronische Verstopfung bei Kindern

Wenn bei Kindern der Toilettengang zur Qual wird
Chronische Verstopfung im Kindesalter muss zügig behandelt werden

Wer denkt, Verstopfung sei eine Erkrankung des Erwachsenenalters, irrt gewaltig. Rund zehn Prozent aller Kinder leiden nicht nur manchmal, sondern dauerhaft unter Problemen auf dem stillen Örtchen. Eine frühzeitige Behandlung der kindlichen Obstipation, so der Fachbegriff, ist äußerst wichtig, sagen Experten.

Eine chronische Verstopfung entwickelt sich meist aus einer akuten Verstopfung, die fast jedes Kind manchmal hat, wenn zum Beispiel die Ernährung umgestellt wird, die Familie im Urlaub ist oder psychische Belastungen auftreten. Das betroffene Kind erlebt dabei die Stuhlentleerung als eine schmerzhafte Erfahrung, die es zukünftig möglichst vermeiden möchte. Dies führt häufig zum „Verkneifen“ des Stuhlgangs und zu sogenannten Stuhlrückhaltemanövern wie Überkreuzen der Beine, Sitzen auf der eigenen Faust oder Reiten auf Stuhllehnen.

Von chronischer Obstipation bei Kindern spricht man, wenn die Beschwerden mindestens ein bis zwei Monate andauern. Sie ist gekennzeichnet durch zwei oder noch weniger Stuhlgänge pro Woche. Die Kinder haben außerdem Bauchschmerzen, keinen Appetit, einen aufgeblähten Bauch und sind häufig müde und übellaunig. „Eine frühe, konsequente und langandauernde Behandlung der Obstipation ist bei Kindern unbedingt erforderlich, weil sich das Problem nicht verwächst. Im Gegenteil: Bei bis zu einem Drittel der Betroffenen kann die chronische Obstipation bis ins Erwachsenenalter anhalten“, erläutert Prof. Dr. Klaus-Michael Keller, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Kindergastroenterologe an der Deutschen Klinik für Diagnostik, Wiesbaden.

Am Anfang der Behandlung steht das vollständige „Ausräumen“ des Darmes und die Beseitigung des Kotstaus. Dies muss bei Kindern besonders schonend geschehen. Der Wirkstoff Makrogol wird in Wasser aufgelöst und über den Mund zugeführt, also getrunken. Das nicht abhängig machende Abführmittel gibt es auch in einer Variante, die für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr zugelassen ist (Movicol Junior). Es muss vom Arzt verordnet werden.Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) empfiehlt das für Kinder zugelassene Arzneimittel außerdem als Mittel der ersten Wahl für die weitere vollständige, schmerzfreie und regelmäßige Stuhlentleerung bei den kleinen Patienten. Dieses Präparat verdünnt und erweicht den Stuhl durch das Binden von Wasser und dessen Einströmen in den Dickdarm. So wird eine zuverlässige Darmreinigung garantiert. Weil das Medikament weder in den Körper aufgenommen noch  von Darmbakterien verstoffwechselt wird, verursacht es keine schmerzhaften Blähungen.

Je später die Obstipation behandelt wird, desto länger dauert es, bis die betroffenen Kinder wieder einen normalen Stuhlgang haben. Zwischen 12 und 24 Monate braucht der Darm, bis er wieder normal funktioniert. Eltern und Kinder müssen also viel Geduld mitbringen – ein zu frühes Absetzen der Medikamente ist der häufigste Grund für Rückfälle. Experimente mit freiverkäuflichen Mitteln aus der Drogerie oder Apotheke sollten Eltern unterlassen: Die Therapie der Verstopfung gehört in jedem Fall in die Hände eines Kinderarztes.

 

Die kindliche Verstopfung muss frühzeitig behandelt werden.
Foto: Zeno / www. fotolia.com


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