DGK e.V. -Welt-Glaukom-Kongress macht auf Lücken in der Vorsorge von Augenerkrankungen in Deutschland aufmerksam. Grüner Star könnte früher entdeckt werden.
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Sondermeldung September 2007/1
Hightech für die Augengesundheit



Grüner Star könnte früher entdeckt werden

Welt-Glaukom-Kongress macht auf Lücken in der Vorsorge von Augenerkrankungen in Deutschland aufmerksam

Bei der gefährlichen Augenerkrankung Grüner Star (Glaukom) reicht die alleinige Messung des Augeninnendrucks und die Sehnervenuntersuchung mit herkömmlichen Methoden nicht aus, um eine klare Diagnose zu stellen. Diese Auffassung vertraten internationale Experten beim Welt-Glaukom-Kongress, der kürzlich in Singapur stattfand. Moderne Mess- und Testmethoden könnten hier für mehr Sicherheit bei Patienten und Augenärzten sorgen.

Vom Grünen Star sind in Deutschland mehr als 800.000 Menschen betroffen. Meist ist es ein zu hoher Druck im Auge, der nach und nach den empfindlichen Sehnerven zerstört und so das Sehvermögen mehr und mehr einschränkt – und das völlig schmerzfrei. Häufig bemerken die Betroffenen die Krankheit deshalb erst, wenn der Schaden bereits sehr groß geworden ist. Augenärzte raten daher schon lange dazu, die Augen spätestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig auf ein beginnendes Glaukom prüfen zu lassen.

Die standardmäßige Glaukom-Früherkennungsuntersuchung besteht aus einer Messung des Augeninnendrucks, einem Gesichtsfeldtest und der optischen Kontrolle des Sehnerven durch den Augenarzt. Als Basis-Früherkennungsprogramm sei dies zwar akzeptabel, so die Experten-Meinung in Singapur, doch sei inzwischen klar, dass mit moderneren Verfahren eine frühere und eindeutigere Diagnose möglich ist.

So sei schon länger bekannt, dass bei einem Drittel der Glaukom-Patienten der Druck im Auge durchaus im normalen Bereich liegt, der Sehnerv aber dennoch geschädigt wird. Mit der Druckmessung alleine könne man also ein Glaukom nicht immer entdecken. Genauere Ergebnisse liefere beispielsweise eine Retina-Tomographie, bei der die Netzhaut und der Sehnerv von einem Laser abgetastet wird und man anschließend anhand eines Computer-Ausdrucks beurteilen kann, wie hoch das persönliche Glaukom-Risiko ist. Optimal geeignet sei dieses Verfahren auch, wenn die Therapie eines Glaukoms mit entsprechenden Augentropfen auf ihre Wirksamkeit hin optimal kontrolliert werden soll.

Weiter verfeinert werden könne die Diagnose noch durch eine Untersuchung der Nervenfaserschicht in der Netzhaut und eine detaillierte Prüfung des Gesichtsfelds mit hochmodernen Apparaten. Mit solchen Verfahren sei es möglich, ein Glaukom einige Jahre früher zu erkennen, als dies bisher der Fall war. Und natürlich könne man dann auch früher mit einer wirksamen Therapie beginnen, die den Grünen Star stoppt, bevor der Sehnerv ernsthaften Schaden nimmt.

In Deutschland werden diese Hightech-Untersuchungsmethoden derzeit vor allem von sogenannten Augendiagnostikcentern und einigen Augenkliniken angeboten (eine Liste mit Adressen findet man im Internet unter www.badc.de). Die Kosten hierfür müssen die Patienten allerdings selbst tragen, denn die ge-setzlichen Krankenkassen kommen dafür ebenso wenig auf wie für die Stan-dardfrüherkennung. Daher würden die verbesserten Diagnosemöglichkeiten hierzulande noch viel zu selten genutzt, beklagt die Initiative Auge e.V., der größte Selbsthilfeverband von Glaukom-Patienten in Deutschland.
 

Abb. 1 Moderne Technik verbessert die Glaukom-Früherkennung
Abb. 2 Moderne Technik verbessert die Glaukom-Früherkennung


Die Fotos können unter roswitha.seim(à)kilian.de angefordert werden.

 

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