DGK e.V. -Sonderpressedienst 'Allergie' April 2002
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Deutsches Grünes Kreuz, Asthmazahlen,Bluttest,Hauttest,Allergie-Detektive,Veranlagung,Pollenflugkalender,Heuschnupfen
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Sonderpressedienst 'Allergie'
April 2002

Zahl der asthmakranken Kinder steigt um 33 Prozent (3.071 Zeichen)
 

Asthma-Experten fordern "maßgeschneiderte" Behandlung


(dgk) Fast jeder dritte Deutsche leidet heute unter einer Allergie, Tendenz steigend. Gerade bei Kindern aber werden Allergien oft selbst von den aufmerksamsten Eltern nicht erkannt. Allergischer Dauerschnupfen kann leicht als Infektanfälligkeit oder Ausschläge als Kinderkrankheiten missgedeutet werden. Die mögliche Folge, schon bei Kindern: chronisches Asthma.

Asthma-Erkrankungen bei Kindern nehmen in bedrohlichem Maße zu. Bei einer Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin wurden die Ergebnisse der weltweiten ISAAC-Studie veröffentlicht. Die Untersuchung von 8.000 Kindern ergab: Die Zahl der asthmakranken Kinder ist in Deutschland allein innerhalb der letzten sechs Jahre um 33 Prozent gestiegen.

Bereits in den ersten beiden Klassen der Grundschule nahm der Anteil der Kinder mit Asthma von 9,6 Prozent im Jahre 1995 auf jetzt 12,3 Prozent zu. Unter den 13- bis 14-Jährigen leidet sogar mittlerweile jeder sechste Teenager (heute: 17,5 Prozent, 1995: 14,1 Prozent) unter den typischen Symptomen Keuchen, Husten, verschleimten Bronchien und Atemnot. Damit ist Asthma zur häufigsten chronischen Erkrankung im Kindes- und Jugendalter geworden.

Deshalb sollten Eltern sich nicht scheuen, ihr Kind schon bei Verdacht auf eine Allergie einem Allergologen vorzustellen. Denn der beherrscht die detektivische Sucharbeit nach dem Stoff, der den Körper so überschießend reagieren lässt. Ratsam kann der Besuch beim Facharzt auch schon bei Kleinkindern sein. Als Faustregel gilt: Ein Immunsystem, das "reif" genug ist allergisch zu reagieren, reagiert auch auf Allergietests.

Der bei Kindern am häufigsten angewandte Allergietest ist der "Pricktest". Er ist allerdings nur für Kinder sinnvoll, die stillhalten und die unangenehme Prozedur aushalten können. Der Pädiater Professor Dr. Ulrich Wahn aus Berlin findet es "geradezu abartig", bei einem Kind einen Hauttest zu machen: "Hauttests bei Kleinkindern grenzt an Kindesmisshandlung."*

Schonender und für alle Kinder geeignet ist der Labor-Test. Hierbei wird ein wenig Blut abgenommen und im Labor untersucht. Dieser Test bestimmt die auslösenden Allergene sehr genau. Nach Ansicht des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) und der Deutschen Gesellschaft für Allergie und Immunitätsforschung (DGAI) belasten die Laboruntersuchungen im Unterschied zu meist verwendeten Hauttests die kleinen Patienten weniger und vermeiden auch bei hochgradiger Sensibilisierung jegliche Gefährdung. Zudem bieten sie den Vorteil einer genaueren Kontrolle und Präzision der Ergebnisse.

Angesichts dieser bedrohlichen Entwicklung von allergischen Erkrankungen kommt es mehr denn je darauf an, den betroffenen Kindern eine "maßgeschneiderte" Behandlung zukommen zu lassen, fordern Asthma-Experten. Denn zur Zeit werden die Therapie-Empfehlungen der Ärzte von einem hohen Prozentsatz der kleinen Patienten nicht befolgt. Der Hauptgrund für die mangelnde Therapietreue: Die meisten herkömmlichen Asthma-Medikamente müssen umständlich inhaliert werden, oft mehrmals täglich, häufig über Jahre hinweg.


*Das Zitat von Prof. Wahn:
"Hauttests bei Kleinkindern grenzt an Kindesmisshandlung" erfolgte während des 43. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Penumologie (GPP) und der 22. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Im-munologie (DGAI) vom 13. bis 16. März in Bochum.


Bluttest statt Hauttest (1.843 Zeichen)
 

Frühe Diagnose kann Allergiekarriere vorbeugen


(dgk) Allergische Erkrankungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich in verschiedenen Altersabschnitten des Kindes unter verschiedenen Erscheinungsformen zeigen: im Säuglingsalter als atopische Dermatitis, im Kleinkindes- und Schulalter als allergisches Asthma, und schließlich als allergische Rhinokonjunktivitis. Dieser typische zeitliche Ablauf ist unter dem Namen Allergiekarriere oder allergischer Marsch, in der englischsprachigen Literatur als "allergic march" oder "atopic march" bekannt.

Eine frühzeitige Diagnose und entsprechend gezielte richtige Behandlung ist daher besonders bei Babys und Kindern wichtig. Der bekannteste Allergie-Test ist ein Hauttest, der "Prick-Test". Dabei werden allergieverdächtige Stoffe auf die Haut aufgetragen und die Haut an dieser Stelle oberflächlich angeritzt. Die Hautreaktion und damit auch die Stärke der allergischen Reaktion wird nach dem Auftreten von Rötung, Juckreiz und Quaddeln beurteilt. Schon Erwachsene empfinden diesen Test als unangenehm, für Kleinkinder ist er eine Tortur - und dabei gänzlich unnötig. Denn es gibt eine schonende und zudem genauere Alternative zum Hauttest, den Allergie- Labortest.

Alles, was der Arzt hierfür benötigt, ist eine kleine Blutprobe seines Patienten. Im Labor wird das Blut dann auf Immunglobulin E untersucht. Das ist der Abwehrstoff, den das Immunsystem bildet, um die vermeintlich "feindlichen" Allergene wie zum Beispiel Tierhaare oder Blütenpollen zu bekämpfen.

Das Ergebnis dieser Messung kann klären, auf welche speziellen Substanzen der Patient allergisch reagiert. Der Arzt kann so durch eine geeignete Therapie nicht nur das Ausmaß der Allergie lindern, sondern auch eine Verschlimmerung oder mögliche Entwicklung weiterer Allergien bis hin zum Asthma verhindern.


Allergie-Detektive finden die wahren Übeltäter (873 Zeichen)
 

Allergieauslöser mit Bluttests einfach bestimmen


(dgk) Die Suche nach dem Allergieauslöser kann manchmal zur reinsten detektivischen Feinarbeit werden. Neben den Allergietests, die auf der Haut durchgeführt werden, gibt es auch die Möglichkeit, die Allergene im Blut nachzuweisen. Hierzu wird dem Patienten etwas Blut abgenommen und in einem Labor auf Immunglobulin E untersucht, einen Abwehrstoff, den das Immunsystem als Reaktion auf die Allergieauslöser bildet.

Der Vorteil des Bluttests für den Patienten ist, dass er keinerlei zusätzliche allergische Reaktionen hervorrufen kann, also ungefährlich ist, und man den Test jederzeit vornehmen kann. Für Säuglinge und Kinder ist der Bluttest im Labor daher besonders geeignet. Gerade im Kindesalter ist es sehr wichtig, die Erkrankung möglichst frühzeitig zu erkennen. Notfalls kann so einen Ausbreitung der Allergie oder ein chronischer Verlauf verhindert werden.


Allergie-Detektive im Überblick (3.022 Zeichen)
 

Allergologen empfehlen die genaueren Blutteste im Labor


(dgk) Nach Ansicht des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) und der Deutschen Gesellschaft für Allergie und Immunitätsforschung (DGAI) sind allergiespezifische Laboruntersuchungen ein unverzichtbarer Bestandteil der allergologischen Diagnostik. Im Unterschied zu den klinischen Testverfahren bieten sie den Vorteil einer genaueren Kontrolle sowie der Richtigkeit und Präzision der Ergebnisse, belasten den Patienten weniger und vermeiden auch bei hochgradiger Sensibilisierung jegliche Gefährdung.

Der folgende Überblick erklärt die verschiedenen Methoden, die Allergie auslösenden Substanzen herauszufinden:

Wenn bei einem Patienten der Verdacht einer allergischen Erkrankung besteht, so wird in der Regel durch einen Hautarzt oder Allergologen durch Hauttests geprüft, gegen welche Stoffe eine Reaktion erfolgt. Dazu wird in verschiedenen Testmethoden eine geringe Menge des Allergens mit der Haut des Patienten in Kontakt gebracht. Bilden sich an der Stelle, an der das Allergen aufgetragen wurde, Rötungen, Juckreiz oder Quaddeln, so zeigt dies eindeutig an, dass eine Allergie vorliegt. Je stärker die ausgelöste Reaktion, desto stärker ist die Allergie ausgebildet. Die verschiedenen Hauttest-Verfahren sind zuverlässige und gängige Methoden, Allergien zu untersuchen. Diese sind im Einzelnen:

  • Reibtest: Das Allergen wird auf die Innenseite des Unterarms gerieben.
  • Scratchtest: Die Haut wird an der Innenseite des Unterarmes leicht ange- ritzt. Danach wird das Allergen auf die betreffende Hautstelle aufgetragen.
  • Pricktest: Das Allergen wird als Tropfen auf den Unterarm aufgetragen. Mit einer Nadel wird durch den Tropfen oberflächlich in die Haut gestochen.
  • Intrakutantest: Eine geringe Menge des Allergens wird direkt in die Haut gespritzt.
  • Epikutantest: Bei dem Epikutantest, auch Läppchen- oder Pflastertest ge- nannt, werden Pflaster mit Testsubstanzen für 48 Stunden auf den Rücken geklebt.


Besteht eine Überempfindlichkeit gegen einen der Teststoffe, reagiert die Haut nach einem Zeitraum von 5 bis 20 Minuten mit Rötung und der Ausbildung von Quaddeln - kleinen Wasseransammlungen in der Unterhaut wie nach einem Brennesselkontakt.

Ein Bluttest sind eine echte Alternative zum Hauttest und liefert in vielen Fällen sogar noch genauere Ergebnisse, weil es keine Störfaktoren zu beachten gibt. Ein solcher kann beispielsweise für Neurodermitiker hilfreich sein, deren gereizte Haut keine Hauttests erlaubt. Bei einem Bluttest wird das Blut des Patienten auf Antikörper, so genannte Immunglobuline untersucht. Bei allen allergischen Erkrankungen spielt das Immunglobulin E (IgE) eine wichtige Rolle.

Bei einem Provokationstest werden gezielt die Reaktionen eines einzelnen Organs auf ein Allergen provoziert und so erkannt oder ausgeschaltet. So wird beispielsweise einem Pollenallergiker Pollen unmittelbar in die Nase auf die Nasenschleimhaut oder die Bindehaut des Auges geblasen. Es kann aber auch ein bronchialer Provokationstest durchgeführt werden, bei dem das Allergen inhaliert wird.


Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm (2.109 Zeichen)
 

Wie der Vater so der Sohn - Veranlagung zur Allergie ist oft erblich


(dgk) Eine Allergie selbst ist weder ansteckend noch erblich. Man entwickelt sie erst durch mehrmaligen Kontakt mit den Allergenen. Aber: Die Veranlagung, eine Allergie zu entwickeln, wird über die Gene weitergegeben. Kinder von Allergikern haben ein deutlich höheres Risiko zu erkranken.

Je mehr Verwandte ersten Grades (Vater, Mutter, Geschwister) an allergischen Symptomen leiden oder in ihrer Kindheit litten, desto größer ist das Allergierisiko für den Nachwuchs. Haben beide Eltern Heuschnupfen, so besteht ein 80-prozentiges Risiko, dass auch ihr gemeinsames Kind eine Allergie entwickelt. Ist nur ein Elternteil oder ein Geschwisterkind betroffen, liegt das Risiko immer noch bei 30 Prozent. Dabei ist jedoch nicht vorhersehbar, welche Form der Allergie das Kind entwickeln wird. Ein moderner Bluttest kann über das Allergierisiko frühzeitig Auskunft geben, da hiermit eine Vielzahl unterschiedlicher Allergene geprüft wird. Dazu genügt ein einziger Pieks, der besonders für kleine Kinder angenehmer ist als das mehrfache Anritzen der Haut bei dem sonst üblichen Allergietest.

Neben den genetischen Faktoren sind für die Entstehung atopischer Erkrankungen auch Umwelteinflüsse und Lebensstile von Bedeutung. Diese Faktoren scheinen bereits sehr früh im Leben wirksam zu werden. Ein Patentrezept zur Vermeidung einer Allergie-Erkrankung im frühen Kindesalter gibt es leider nicht. Aber viele Maßnahmen können helfen, das Risiko, an einer Allergie zu erkranken, klein zu halten:

  • Neugeborene sollten vier bis sechs Monate lang gestillt werden oder hypoallergene (HA-)Nahrung bekommen. Die späte (ab dem sechsten Monat) und schrittweise Einführung einer möglichst variantenreichen Beikost mindert das Risiko, eine Allergie zu entwickeln.
  • Kinder sollten im ersten Lebensjahr keine hochallergenen Lebensmittel wie Frischmilch, Hühnerei, Soja, Nüsse und Fisch erhalten.
  • Eine schadstoffarme Wohnumgebung mit regelmäßigem Luftaustausch ohne Tabakrauch verringert ebenfalls das Allergierisiko.
  • Bei erhöhten familiären Risikofaktoren sollte das Kind frühzeitig einem Allergologen vorgestellt werden.

 


Wenn der Pollenflug zur Qual wird (3.382 Zeichen)
 

Tipps für Heuschnupfengeplagte - Pollen der Haselnuss und Erle schon früh unterwegs


(dgk) Der Frühling: Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen erwacht die Natur zu neuem Leben. Doch für Allergiker und insbesondere die Kinder unter ihnen sind das eher trübe Aussichten, denn auch die ersten Baum-, Kräuter- und Gräserpollen sind im Anflug. In Deutschland leiden rund 16 Prozent der Bevölkerung alljährlich unter Pollinosis, dem Heuschnupfen, der durch Kontakt von Blütenstaub (Pollen) von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern mit den Schleimhäuten in der Nase oder am Auge zustande kommt. Die Folge: eine Überreaktion des Immunsystems.

Das Gefährliche am Heuschnupfen: Viele Betroffenen wissen nichts von ihrem (Un-) Glück und halten die triefende Nase für eine normale Erkältung. Mit jedem Pollenkontakt nehmen die Beschwerden zu. Ohne eine angemessene Behandlung kann das Problem das ganze Jahr über auftreten, außerdem droht die Gefahr, dass sich ein Pollenasthma oder eine Kreuzallergie zu Nahrungsmitteln entwickelt. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie ist daher von größter Wichtigkeit. Ob und auf welche Pollen der Patient genau allergisch reagiert, lässt sich schnell und gründlich mit einem Allergie-Labortest herausfinden. Vor allem bei Kindern bietet sich dieser Test an, da er weniger belastend ist und vor allem auch bei einer starken Überempfindlichkeit keine Gefahr einer allergischen Reaktion besteht, wie sie bei den sonst üblichen Hauttesten auftreten kann.

In diesem Jahr trieben die milden Frühlings-Temperaturen und der Pollenflug Millionen Betroffene schon im Februar die Tränen in die Augen. Ungewöhnlich früh flogen bereits die Pollen von Haselnuss und Erle, so der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Einen Monat waren die Pflanzen dem normalen Kalender voraus. Neben dem trockenen und sonnigen Wetter habe besonders der starke Wind für eine kräftige Verteilung der Pollen gesorgt, die etwa 100 Kilometer, in Extremfällen sogar bis zu 500 Kilometer weit fliegen könnten. So bringt es dem Allergiker nur relativ wenig, darauf zu achten, was in seiner direkten Umgebung wächst. Auch zwischen Häusern in dicht besiedelten Gebieten ist man vor Pollen und entsprechenden Beschwerden nicht sicher.

Besonders starker Pollenflug findet in den frühen Morgenstunden, bei trockenem und windigem Wetter statt. Wenn Sie wissen, auf welche Pollen Sie allergisch reagieren, dann informieren Sie sich mit einem Pollenflugkalender, wann "ihre" Pollenzeit ist. Ist noch nicht bekannt, worauf man allergisch ist, lässt sich umgekehrt über den Pollenflugkalender herausfinden, welche Pollen als Allergieauslöser in Frage kommen.

Wegen des milden Wetters hat auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach seine Pollenflugvorhersage früher gestartet. Unter der kostenpflichtigen Telefonnummer 0 19 0 / 11 54 80 bis 11 54 94 können Vorhersagen für alle Bundesländer abgefragt werden. Den gleichen Service bietet der Wetterdienst kostenlos im Internet unter der Adresse www.dwd.de/forecasts/pollen.htm.

Weitere Tipps:

  • Tragen Sie im Freien eine (Sonnen-) Brille mit Seitenschutz. So können die Pollen nicht so leicht in die Augen gelangen.
  • An schönen, trockenen Tagen möglichst wenig ins Freie gehen (Pollenflug!).
  • Vor dem Schlafen gehen duschen und Haare waschen. Auf diese Weise atmen Sie nachts weniger Pollen ein.
  • Regelmäßig Staubwischen und -saugen; wenn möglich, sollte dies nicht die betroffene Person tun.


Unbehandelter Heuschnupfen kann zu Asthma führen (2.685 Zeichen)
 

Bei Verdacht auf Pollenallergie: Testen lassen


(dgk) Die meisten Heuschnupfen-Allergiker reagieren nur auf bestimmte Pollenarten, so dass der Heuschnupfen nach ein paar Wochen, wenn die Blühphase dieser Pflanzenart beendet ist, wieder verschwindet. Aufgrund dieser nur zeitweiligen Beschwerden neigen viele Betroffene dazu, keinen Arzt aufzusuchen. Doch wird der Heuschnupfen auf diese Weise auf die leichte Schulter genommen und nicht behandelt, entwickelt sich etwa bei jedem Dritten im Laufe der Jahre aus der Allergie eine möglicherweise lebensbedrohliche Asthma-Erkrankung. Man spricht dann von einem Etagenwechsel von den oberen Luftwegen in die Bronchien.

Für jeden Allergiepatienten ist es daher entscheidend herauszufinden, worauf er allergisch reagiert. Erst dann ist eine gezielte Behandlung möglich. Die Allergietestungen können auf der Haut oder aus dem Blut durchgeführt werden. Die Haut- oder Pricktestungen führt der Hautarzt oder ein Allergologe durch. Hierbei werden die in Frage kommenden Allergieauslöser mit einer kleinen Nadel in die Haut eingeritzt. Das Ergebnis ist nach 20 Minuten ablesbar. Die Testergebnisse müssen zusammen mit dem Arzt sehr sorgfältig analysiert werden.

Genauer und auch schonender sind Bluttests. Sie bieten sich daher zur Allergiediagnostik nicht nur von Babys und Kleinkindern an. Mittels moderner Verfahren wird der Anteil an speziellen Antikörpern (Immunglobulin E) im Blut gemessen. Immunglobulin E bildet sich als Reaktion auf die körperfremden Substanzen (Allergene), auf die das Immunsystem eines Allergikers empfindlich reagiert. Solch ein Labortest ist für die Patienten weniger belastend; vor allem besteht auch bei einer starken Überempfindlichkeit für den Patienten keine Gefahr.

Zögern Sie nicht lange, wenn Ihnen oder Ihrem Kind die Nase läuft und gehen Sie bald zum Arzt. Unbehandelt kann aus Heuschnupfen schnell Asthma werden. Der Übergang von Pollen-Allergie in den oberen Atemwegen zu den unteren Atemwegen (Asthma) tritt insbesondere bei Kindern schnell ein. Diese folgenschwere Verschiebung kann jedoch verhindert werden, wenn man die Allergie rechtzeitig behandelt. Heute gibt es eine ganze Reihe von gut verträglichen Anti-Allergie-Mitteln (Antihistamininka). Sie bremsen die Allergie und wirken entzündungshemmend. Dadurch wird eine Schädigung der Atemwegs-Schleimhäute verhindert.

Wie diese Behandlung im einzelnen aussieht, wird der Arzt in Abhängigkeit von den Beschwerden entscheiden. Möglicherweise genügt schon die weitgehende Meidung des betreffenden Allergens, um die Beschwerden zu verringern. Ist dies jedoch nicht möglich, so kann eine spezifische Immuntherapie, eine Impfbehandlung mit dem krank machenden Allergiefaktor, durchgeführt werden.


Grafik: Pollenflugkalender

Pollenflugkalender


Grafik: Atopische Erkrankungen bei Kindern

Atopische Erkrankungen bei Kindern


Service-Informationen
 

Info-Broschüre

Ausführliche Informationen enthält die Broschüre "Allergie bei Kindern", die mit einem adressierten und mit 0,77 € frankierten DIN-A5-Rückumschlag kos-tenlos angefordert werden kann beim:
Deutschen Grünen Kreuz e. V., Stichwort: Allergie, Postfach 1207, 35002 Mar-burg

Grafiken und Bildmaterial

Alle abgebildeten Grafiken können von Redaktionen in schwarz-weiß, die
Buch- und Broschüren-Cover in schwarz-weiß oder farbig kostenlos per
E-Mail angefordert werden unter:
michaela.berg(à)kilian.de
regina.richter(à)kilian.de (Sekretariat)

Ansprechpartner

Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen können Sie sich gerne wenden an:
Dr. Ingolf Dürr, 0 64 21 / 2 93 - 1 74, ingolf.duerr(à)kilian.de
Michaela Berg, 0 64 21 / 2 93 - 1 40, michaela.berg(à)kilian.de
Telefax: 0 64 21 / 2 29 - 10

Buchtipp

Uwe Gieler; Annegret Schultze; Claudia Rehbock
Kinder und Neurodermitis - Fragen und Antworten
€ 13,50; VERLAG im KILIAN; ISBN 3-9803688-06-X

Rezensionsexemplare können angefordert werden bei:
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