DGK e.V. -Sonderpressedienst 'Sonne und Haut' Mai 2002
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Deutsches Grünes Kreuz, Haut,Sonne,Sonnentour 2002,Sonnenlicht,Warnungen,UV-Mobil,Krebsrot,Schönheit
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Sonderpressedienst 'Sonne und Haut'
Mai 2002

Wenn die Haut in der Sonne baden geht (2.174 Zeichen)
 

(dgk) Die Temperaturen steigen und die meisten Menschen hält es bald nicht länger in ihrer Wohnung. Raus in die Frühlings- bzw. Sommerfrische! Doch sonnenentwöhnte und ungeschützte Haut kann an Tagen mit hoher UV-Intensität schnell "baden gehen" - Sonnenbrand und Hautreizungen drohen.

Bei den hellen und damit besonders empfindlichen Hauttypen beträgt das "Zeitguthaben" bis zur Sonnenbrandschwelle nur 15 Minuten, im Sommer und an sehr sonnigen Tagen kann sogar bereits nach fünf bis zehn Minuten eine Hautrötung eintreten. Die Anzahl an Sonnenbränden im Leben ist wesentlich für das eigene Hautkrebsrisiko.

Unter dem Begriff "Lichtdermatosen" fasst man eine ganze Reihe an Krankheitsbildern zusammen. Dazu gehört auch die "Sonnenallergie" - weniger gefährlich aber nicht minder lästig als Sonnenbrand. Die "Sonnenallergie" tritt aufgrund von Wechselwirkungen der UV-Strahlung mit Haut- oder Kosmetikbestandteilen dann auf, wenn sonnenungewohnte Haut den ersten Sonnenstrahlen zu lange ausgesetzt wird.

Sowohl Sonnenbrand als auch "Sonnenallergie" können aber durch den richtigen Umgang mit dem Sonnenlicht vermieden werden. Zum einen ist es wichtig, sich langsam an die Sonne heranzutasten. Das bedeutet, nicht am ersten sommerlichen Tag das Dekolletee gleich für zwei Stunden freizulegen, sondern täglich ansteigend etwa in Zehn-Minuten-Schritten. Zum anderen gibt es Schutzmaßnahmen kosmetischer und textiler Art. Sonnencremes mit hohem UVA- und UVB- Breitbandschutz sind das Richtige. Aber nicht jedes Mittel ist für jede Haut geeignet. Besonders bei hellen Pigmenttypen sollte besonderer Wert auf einen hohen UVA- Faktor gelegt werden, der als Zahlenangabe auf der Packung erscheinen sollte. Damit ist sichergestellt, dass UVB- und UVA-Faktor aufeinander abgestimmt sind. Die beste Beratung erfährt man hier sicher in der Apotheke. Dort sind inzwischen übrigens auch medizinische Funktionstextilien mit ausgewiesen hohem UV-Schutz erhältlich.

Weitere Informationen gibt es unter
:

  • www.sonnenberatung.de
  • Gratis-Hotline des UV-Mobils: vom 15. Mai bis 3. Juli jeweils montags, dienstags, donnerstags, von 14 bis 16 Uhr unter Tel. 0 800 / 0 11 - 2 11 7


Sonnentour 2002: Mit dem UV-Mobil quer durch Deutschland (2.599 Zeichen)
 

(dgk) Auch dieses Jahr starten die drei Aktionspartner Berufsverband Deutscher Dermatologen, Vichy Laboratoires und das Deutsche Grüne Kreuz eine große Kampagne zum Thema "Sonnenschutz und Hautkrebsprävention". Ein zum UV-Mobil umgebauter Bus besucht mit verschiedenen Messgeräten und einem Beratungsteam an Bord 24 Städte in ganz Deutschland. Besucher können folgende Angebote kostenlos nutzen: Melanin Messgeräte: Wie hoch ist die individuelle Eigenschutzzeit?

So verschieden Menschen sind, so unterschiedlich empfindlich reagieren sie auf die Sonne. Wie lange sich der Einzelne der Sonne aussetzen kann, hängt ab vom Fototyp, von der Vorbräunung, vom Urlaubsziel, von der Jahreszeit usw. Mit Hilfe spezieller Messgeräte wird nicht nur der Fototyp der Haut bestimmt - das Messgerät berechnet gleich den jeweils richtigen Lichtschutzfaktor für das kommende Urlaubsziel.

  • UV-Kamera: Gibt es bereits sonnenbelastete Hautpartien im Gesicht?
    Die Kraft der Sonne wird immer noch unterschätzt. Dabei vergisst die Haut nichts: Besonders im Gesicht zeigt sich, ob die Haut schon viel Sonne abbekommen hat oder nicht. Mit Hilfe einer UV-Kamera wird eine Aufnahme des Gesichts erstellt. Auf dem Foto erkennt man besonders belastete Zonen. Das sind häufig die so genannten "Sonnenterrassen": Nase, Wangenknochen, Oberlippe. Zeigen sich auf dem Foto Belastungen, werden dem Besucher Tipps für den besseren Schutz dieser Bereiche an die Hand gegeben.
  • Mikroskop: Darstellung der lichtinduzierten Hautalterung
    Mit Hilfe eines Mikroskops können Interessierte einen Hautvergleich machen. Die Hautpartien, die oft der Sonne ausgesetzt sind, sehen unter dem Mikroskop "älter" aus, als beispielsweise die zarte Haut auf der Innenseite der Arme. Den Besuchern soll damit die Wichtigkeit eines guten Sonnenschutzes verdeutlicht werden.
  • Ärztliche Untersuchung: Gibt es auffällige Leberflecken oder "Sonnenallergien"?
    Ein Dermatologe an Bord des UV-Mobils kümmert sich um die medizinischen Fragen der Besucher: Gibt es auffällige Leberflecken? Gibt es Wechselwirkungen von Medikamenten und der UV-Strahlung? Liegt eine "Sonnenallergie" oder "Mallorca- Akne" vor? Wie schützen sich Menschen mit Hautproblemen am besten vor der Sonne? Besucher mit speziellen Problemen oder auffälligen Leberflecken werden an örtliche Dermatologen weitergeleitet.
  • Sonnenpass: Tipps für den optimalen persönlichen Sonnenschutz
    Die Ergebnisse werden in einem "Sonnenpass" festgehalten und den Besuchern als Gedächtnisstütze mitgegeben. Ein Expertenteam beantwortet alle Fragen rund um das Thema "Sonne und Haut".


Service: Tourübersicht und Hotline

 
Die Beratung im UV-Mobil findet jeweils von 11 bis 18 Uhr statt.

Weitere Infos unter: www.sonnenberatung.de

Kostenlose Telefonhotline zum Thema "Sonnenschutz": Unter der Telefonnummer 0 800 / 0 11 - 2 11 7 jeweils montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr (vom 15. Mai bis zum 3. Juli 2002).

Datum

Tag

Stadt

Standort

22.5.

Mi

Landau

Rathausplatz

23.5.

Do

Saarbrücken

Bahnhofstr., Ecke Reichsstr.

24.5.

Fr

Darmstadt

Ludwigsplatz

27.5.

Mo

Frankfurt

Zeil, Höhe Hauptwache

28.5.

Di

Bonn

Poststr., Höhe Maximilianpassage

29.5.

Mi

Köln

Schildergasse, Brunnen

31.5.

Fr

Düsseldorf

Schadowstr., Tuchtinsel

4.6.

Di

Essen

Limbeckerstr.

5.6.

Mi

Dortmund

Katharinenstr.

6.6.

Do

Münster

Klemensstr., Vorplatz Stadthaus

7.6.

Fr

Hannover

Steintorplatz

11.6.

Di

Braunschweig

Kohlmarkt

12.6.

Mi

Bremen

Hanseatenhof

13.6.

Do

Hamburg

Tibarg

14.6.

Fr

Kiel

Holstenplatz

18.6.

Di

Berlin

Rankestr. 1, Ecke Kurfürstendamm

19.6.

Mi

Berlin

noch offen

20.6.

Do

Leipzig

Kleiner-Willy-Brandt-Platz

21.6.

Fr

Erfurt

Neuwerkstr.

25.6.

Di

Dresden

Altmarkt

26.6.

Mi

Nürnberg

Lorenzkirche, Tugendbrunnen

27.6.

Do

München

Sendlinger-Tor-Platz

28.6.

Fr

Freiburg

Augustinerplatz

2.7.

Di

Stuttgart

Kronprinzenstr., Ecke Büchsenstr.

3.7.

Mi

Karlsruhe

Marktplatz


Sonnenlicht - was ist dran an den Warnungen vor dem Sonnenbad? (2.593 Zeichen)
 

(dgk) Um Hautkrebs, Hautalterung und Pigmentflecken vorzubeugen sollte man nicht mehr als 50 Sonnenbäder pro Jahr nehmen, empfehlen Dermatologen. Und zwar unterhalb der Rötungsschwelle!


Die Rötungsschwelle ist, ungeschützt, je nach Pigmenttyp, in 10 bis 40 Minuten erreicht. Weil uns die Sonnenstrahlen aber nicht nur treffen, wenn wir auf dem Strandtuch liegen, fallen auch Spaziergänge und Schaufensterbummel unter den Begriff "Sonnenbad". Bei 365 Tagen im Jahr macht das einen Sonnentag pro Woche. Wer die kalte Jahreszeit über regelmäßig im Solarium war, hat das 50-er Guthaben vielleicht schon aufgebraucht. Wer es gelassen hat, kann die Eigenschutzzeit der Haut mit geeigneten Schutzmaßnahmen um ein Vielfaches ausdehnen und hat jetzt durchschnittlich zwei Sonnentage pro Woche gut. Lichtschutzfaktor LSF 30 erlaubt es dem "Typ hellhäutiger Europäer" beispielsweise, statt nur zehn Minuten fünf Stunden im Freien zu sein. So kann man guten Gewissens den Garten umgraben...

Die Intensität der ultravioletten Strahlung an der Erdoberfläche nimmt von Jahr zu Jahr zu, und das nicht nur in Regionen mit löchriger Ozonschicht. Die Zunahme hierzulande ist zwar nicht massiv, für aufmerksame Beobachter in der Umwelt aber längst spürbar und sichtbar. Manche Pflanzen reagieren mit "Sonnenbrand", er wird beispielsweise in Form von Entfärbung des Blattwerks sichtbar. Auch viele Menschen spüren heute im Vergleich zu "früher" eine deutliche Zunahme der Hautempfindlichkeit. Hohe Schutzfaktoren in Sonnenschutzmitteln sind also sinnvoll, um den Gefahren der UV-Strahlung zu begegnen. Besonders Kinder, der helle, nordische Pigmenttyp und Personen, die in der Sonne mit Bläschen und Pusteln ("Sonnenallergie") zu kämpfen haben, benötigen Licht-schutzfaktoren zwischen LSF 30 und 45, kombiniert mit hohen UVA-Faktoren. Eine entsprechende Beratung bekommt man in der Apotheke. Andere Maßnahmen zum Schutz gegen UV- Strahlung bestehen in angemessener Kleidung, das sind Hemd oder T-Shirt, Hose, Hut bzw. "Legionärskappe" (mit Nackenschutz) und Sonnenbrille. So geschützt ist die Hautgesundheit nicht in Gefahr. Aber bitte daran denken: Kleinkinder gehören selbst geschützt nicht in die pralle Sonne, und auch für Erwachsene gilt: Die besonders strahlungsintensive Mittagssonne zwischen 11 und 16 Uhr sollte gemieden werden. Im Schatten ist die Sonne ohnehin am schönsten!


Fotos UV-Mobil

 UV-Mobil, Deutsches Grünes Kreuz


UV-Mobil, Deutsches Grünes Kreuz

Die Fotos können von Redaktionen in Schwarz-Weiß oder Farbe kostenlos per E- Mail angefordert werden unter:
heike.stahlhut(à)kilian.de
regina.richter(à)kilian.de (Sekretariat)



Selbstbräuner aus der Tube statt Sonne aus der Steckdose (1.667 Zeichen)
 

(dgk) Jede Haut ist anders. Sie reagiert anders auf Sonnenlicht, egal, ob es natürlich ist, oder aus der "Steckdose" kommt. Leider sind viele Menschen in Bezug auf Sonne "kurzsichtig", denn die Folgeschäden aus jahrelangem Sonnenmissbrauch zeigen sich oft erst Jahre später: Nicht nur in Form von Hautkrebs, auch vorzeitige Hautalterung, Verlust an Elastizität, bleibende Pigmentflecken und Hautreaktionen wie die so genannte Sonnenallergie drohen. Besonders Jugendlichen ist oft nicht klar, welche Hautreaktionen sie aufgrund der ausgiebig genossenen Sonnenbäder zu erwarten haben. Nach wie vor geistern Informationen durch die Medien, dass die Sonne im Solarium nur gesundheits-fördernde Eigenschaften besitze, wie Stimmungsaufhellung, Schutz vor Osteoporose, Urlaubsvorbereitung, Vorbeugung von Sonnenbrand usw. Dagegen spricht das Lichtspektrum der UV-Röhren, die Intensität der Strahlung und die Dauer des Lichtbades. Es droht sicher kein Unheil, wenn man "mal" ein Sonnenstudio mit guter Beratung besucht. Aber nicht regelmäßig, schon gar nicht mehrmals die Woche, und auch nicht bis zur Hautrötung sonnen. Dennoch braucht niemand auf ein wenig Farbe im Gesicht zu verzichten.

Selbstbräuner in Form von Gelen, Sprays oder Cremes sind eine gute Alternative: Moderne Präparate enthalten keine reizenden Substanzen und sind leicht zu handhaben. Bei diesem "Bräunungsprozess" wird nur die tote Zellschicht der obersten Hornlagen der Haut angefärbt. Aber nicht vergessen: Die Bräunung aus der Tube bietet keinen Schutz vor UV-Strahlung. In der Apotheke findet man gute Präparate, die neben pflegenden Substanzen einen zusätzlichen Lichtschutzfilter enthalten.


Krebsrot für die Schönheit (2.261 Zeichen)
 

(dgk) Was passiert eigentlich in der Haut, wenn man das Sonnenbad zu lange ausdehnt? In den Zellen der Epidermis (Oberhaut) eines Mitteleuropäers, der spärlich bekleidet in der Mittagssonne ungeschützt ein Schönheitsschläfchen hält, spielen sich dramatische Szenen ab. Dabei unterscheidet man zwischen den biologischen Wirkungen der UVB- und denen der UVA-Strahlung.

Die UVB-Strahlung umfasst nur einen kleinen Wellenlängenbereich, ist aber sehr aggressiv. Sie sorgt dafür, dass die Haut sich rötet, entzündet, später Blasen wirft, um sich selbst zu schützen - damit die Zellen mit zerstörter Erbsubstanz sich nicht weiter teilen bzw. vermehren können. Zellen mit nur teilweise angeschlagener Erbsubstanz können von diesem Selbstschutzmechanismus eventuell übersehen werden, und je nachdem wo im DNA-Strang die Erbinformation fehlerhaft geworden (mutiert) ist, ist hier und heute der Grundstein zum Hautkrebs gelegt. Die Mutation wird nun von Zellgeneration zu Zellgeneration weiter gegeben und möglicherweise erst in 20 bis 40 Jahren offenbar.

Besonders Sonnenbrände im Kindes- und Jugendalter erhöhen das Hautkrebsrisiko enorm, insbesondere für das schwarze Melanom. Unter UVB-Einwirkung wird des Weiteren die körpereigene Bildung der Zellart beeinträchtigt, die für die Auslösung von Immun-Abwehrreaktionen verantwortlich ist (T-Zellen). So wird das Immunsystem geschwächt, Infektionskrankheiten können zunehmen und auch Allergietests funktionieren auf besonnter Haut nicht.

Das Spektrum der UVA-Strahlung ist zwar wesentlich größer als der UVB-Bereich, die biologische Wirkung aber viel subtiler. Sie offenbart sich nicht so direkt wie ein Sonnenbrand. Die Strahlung dringt bis tief in die Lederhaut ein und zerstört dort die elastischen Moleküle. Die Haut wird faltig und schlaff, es kommt zu vorzeitiger Hautalterung. Die UVA-Strahlung wirkt sich zudem negativ auf die Binde- und Hornhaut am Auge aus. Und: Durch die Freisetzung von Entzündungsmediatoren werden Hautreaktionen wie "Mallorca-Akne" und "Sonnenallergie" ausgelöst.

Und ganz nebenbei wirkt die UV-Strahlung auf die Pigment bildenden Zellen der Oberhaut, so dass aus den Melaninvorstufen Bräune entstehen kann. [Sofern die nicht schon bei der Verbrennung zweiten Grades verschmort sind.]


V.i.S.d.P.
 

Herausgeber
:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

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:
Dipl. oec. troph. Alexandra Renkawitz
Dipl. biol. Heike Stahlhut
Michael Koellstadt

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