DGK e.V. -Sonderpressedienst 'Allergiediagnostik' Juni 2003
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Deutsches Grünes Kreuz, Allergieauslöser, Hühnereiweiß, Nahrungsmittelallergene, Allergiediagnostik, Epidemie, Immunglobulin E
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Sonderpressedienst 'Allergiediagnostik'
Juni 2003

Worauf bin ich allergisch?
Neues Testverfahren macht die Diagnose von Allergien einfacher und sicherer (2.100 Zeichen)

 

(dgk) Jeder dritte Deutsche leidet unter einer Allergie - Tendenz steigend. Zwar weiß man heutzutage ziemlich genau, was im menschlichen Körper abläuft, wenn er eine allergische Reaktion zeigt. Viel größere Probleme bereitet es Medizinern hingegen herauszufinden, welcher von den Millionen Stoffen aus unserer Umwelt die Allergie aus-gelöst hat. Ein neues Testverfahren soll Ärzten diese Detektivarbeit jetzt erleichtern.

Für den Arzt war es bislang meist wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen, wenn ein Patient mit einer unerklärlichen Hautveränderung, roten Augen oder einer fließenden Nase in seine Praxis kam. Handelt es sich um eine Allergie, und wenn ja, was hat sie verursacht? "In den Arztpraxen wird dann entweder zu viel oder zu wenig getan, aber immer zu ungezielt versucht, eine Diagnose zu stellen", beklagt Professor Ulrich Wahn, Allergologe an der Charité in Berlin und einer der führenden deutschen Allergie-Experten. Nur selten ergäbe sich schon aus den Beschreibungen des Patienten ein eindeutiger Hinweis. Was gebraucht werde, so Wahn, sei ein einfacher Suchtest, der zunächst eine grobe Einordnung erlaube und die Grundlage für weitere diagnostische Maßnahmen beim Facharzt bilde.

Solch einen Test gibt es seit kurzem. Mit dem neuartigen Phadisym-Verfahren kann auch der "normale" Hausarzt nun schnell entscheiden, ob ein Nahrungsmittel, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Blütenpollen für den Hautausschlag, die Triefnase oder die asthmatischen Beschwerden verantwortlich sind. Dazu muss er lediglich eine kleine Blutprobe entnehmen und in einem Labor untersuchen lassen.

"Ich bin sehr glücklich über dieses neue Testverfahren", erklärte Wahn auf einer Fachtagung in Ulm, "und denke, dass kein Arzt in Zukunft darum herum kommen wird, es auch einzusetzen". Insbesondere für Kinder sei diese Allergietestung aus dem Blut (in vitro) optimal, weil ihnen damit eine Vielzahl quälender Prozeduren erspart bliebe. Je schneller und genauer man bei einer Allergie zu einer exakten Diagnose komme, umso früher könne mit einer wirkungsvollen Therapie begonnen werden.


Den Allergieauslösern auf der Spur
Vor allem bei Kindern müssen Allergien frühzeitig erkannt und behandelt werden (2.374 Zeichen)

 

(dgk) Als "Epidemie des 21. Jahrhunderts" bezeichnet Professor Ulrich Wahn, Allergologe an der Berliner Charité und einer der namhaftesten deutschen Experten auf diesem Gebiet, die immer weiter anwachsende Zahl von Allergie-Erkrankungen vor allem bei Kindern. Die etwa 4.000 Allergologen in der Bundesrepublik gerieten hierdurch zunehmend unter Druck, denn die häufig noch durchgeführte Allergie- Diagnostik mittels Haut- und Provokationstests sei sehr zeit- und kostenaufwendig.

Abhilfe schaffen soll ein neues Allergietestverfahren, das auch der nicht allergologisch spezialisierte Hausarzt vornehmen kann. Hierzu wird lediglich eine kleine Blutprobe entnommen, die in einem Labor auf speziell ausgewählte Allergie-Auslöser untersucht wird. Bei allergischen Hautauschlägen sind zum Beispiel meist Nahrungsmittel die Ursache. Wenn die Nase nur zu bestimmten Jahreszeiten läuft, liegt das vermutlich an einer Allergie gegen Blütenpollen. Tritt die Rhinitis, also der Heuschnupfen, oder das Asthma ganzjährig auf, sind Tierschuppen, Hausstaubmilbenkot oder Schimmelpilze als Auslöser einer Allergie wahrscheinlich.
Das als Phadisym bezeichnete neue in-vitro-Testverfahren fischt aus diesen Gruppen genau jene Allergieauslöser heraus, die am häufigsten eine Allergie verursachen. Dies erleichtert dem Arzt die Diagnose und er kann schnell und gezielt mit der Therapie beginnen. Aufgabe des Facharztes sei es dann, die komplizierteren Fälle zu behandeln, so Wahn.

Vorteilhaft sei das neue Diagnoseverfahren insbesondere für Kinder. Eines von drei Kindern in Deutschland leidet unter allergischen Hautveränderungen, jedes Siebte klagt über Rhinitis, 30 Prozent leiden an Asthma, erläuterte Wahn bei einer Allergie- Fachtagung in Ulm. Diesen Kindern kann durch eine einfache und schnelle Blutuntersuchung ein unangenehmer oder gar schmerzhafter Hauttest erspart bleiben.

Allergien verändern sich im Kindesalter häufig. Was mit einer Unverträglichkeit gegen Milcheiweiß im Säuglingsalter beginnt, kann sich nach einigen Jahren zu einer ernsthaften Asthma-Erkrankung auswachsen. Diese fatale Allergie-Karriere lässt sich nur unterbrechen, wenn die Allergieauslöser frühzeitig entdeckt und vermieden werden, beziehungsweise die Allergie wirkungsvoll behandelt wird. Das neue Testverfahren Phadisym betrachtet Wahn daher als einen erheblichen Fortschritt in der Allergie-Diagnostik.


Mit Hühnereiweiß fängt oft alles an
Allergieauslöser Nr. 1 bei Kleinkindern sind meist Nahrungsmittel. Doch damit beginnt die 'Allergie-Karriere' häufig erst.(2.467 Zeichen)

 

(dgk) Von Allergien sind zunehmend Kleinkinder betroffen. So leiden bereits 20 Prozent der unter Dreijährigen an allergisch bedingten Krankheiten wie Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma.

Früh auftretende Nahrungsmittelallergien sind ein Warnzeichen für spätere allergische Er-krankungen. Experten fanden heraus: 6 Prozent aller Babys reagieren allergisch auf Hühnereiweiß, und von ihnen entwickeln 46 Prozent im Alter von drei Jahren eine Hausstaubmilben-Allergie. Mit fünf Jahren leiden 40 Prozent dieser Kinder an Asthma. Dieser Prozess wird auch als Allergie-Karriere bezeichnet.

In der Kindheit entstehende Allergien müssen ernst genommen werden, damit die Kinder nicht ihr Leben lang unter den körperlichen und damit häufig auch sozialen Folgen leiden müssen. Das A und O ist die frühzeitige und korrekte Diagnose. Sie ist der Ausgangspunkt für die richtige Behandlung und kann außerdem wichtige Hinweise auf den voraussichtlichen Allergieverlauf liefern.
Um einer Allergie auf die Schliche zu kommen, gibt es mehrere Methoden. Weit verbreitet sind Hauttests: Mögliche Allergie-auslösende Probesubstanzen werden auf die Haut aufgebracht und diese anschließend angeritzt. Kommt es dann zu Entzündungsreaktionen wie Rötungen oder Quaddeln, sind das Indizien für eine Allergie. Auch wenn das Risiko einer Schockreaktion gering ist, sollte bei der Durchführung eines solchen Hauttests immer ein Arzt anwesend sein. Es erfordert einiges an Erfahrung, die Ergebnisse zu interpretieren.
Außerdem sind diese Tests bei Allergien auf Nahrungsmittel häufig unzuverlässig.

Genauer und auch schonender sind Bluttests. Sie bieten sich daher zur Allergiediagnostik bereits bei Babys und Kleinkindern an. Mittels moderner Verfahren wird der Anteil an Antikörpern (Immunglobulin E) im Blut gemessen. Immunglobulin E bildet sich als Reaktion auf die körperfremden Substanzen, auf die das Immunsystem eines Allergikers empfindlich reagiert. Solch ein Labortest ist für die kleinen Patienten weniger belastend, da er nur eine Blutabnahme erfordert; vor allem besteht auch bei einer starken Überempfindlichkeit für das Kind keine Gefahr. Ein weiterer Vorteil: Die Einnahme von Medikamenten beeinflusst das Ergebnis nicht, während Hauttests hierdurch verfälscht werden können. Schließlich kann der Arzt sogar anhand der Ergebnisse des Labortests die wahrscheinliche Allergie-Karriere seines Patienten vorhersehen und mit geeigneten Gegenmaßnahmen oft Schlimmeres verhindern.


Tabelle: Die häufigsten Nahrungsmittelallergene (350 Zeichen)

im Kleinkind- und Säuglingsalter

im späteren Kindes- und Erwachsenenalter

Hühnerei

Kuhmilch

Weizen

Soja

Haselnüsse

Fisch

Steinobst (Pflaume, Aprikose, Kirsche)
Kernobst (Apfel)

Verschiedene Nüsse

Tomaten, Sellerie, Karotten, Paprika

Soja, Erdnuss

Getreidemehle

viele Gewürze (Pfeffer, Kümmel, Muskat, Ingwer, Curry, Selleriegewürz, Koriander, Anis, Fenchel)


Allergie ist die Epidemie des 21. Jahrhunderts
Daten und Fakten zu einer Volkskrankheit. Allergiediagnostik muss schon beim Hausarzt beginnen (2.918 Zeichen)

 

(dgk) Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich die Zahl der unter Asthma-Symptomen leidenden Kinder in den 20 Jahren zwischen 1975 und 1995 verdreifacht. In den Ländern der Europäischen Union sind Allergien die am häufigsten vorkommenden chronischen Krankheiten in der Kindheit - in manchen dieser Länder leidet jedes vierte Kind an einer Allergie. Durchschnittlich zeigen zehn Prozent der Kinder Asthma-Symptome, wobei die Rate in Westeuropa bis zu zehn Mal höher ist als in osteuropäischen Ländern. "Allergien sind hierzulande und in anderen Ländern inzwischen zur Volkskrankheit geworden", sagt auch Prof. Dr. med. Ulrich Wahn, Allergologe an der Charité in Berlin1 , und einer der führenden deutschen Allergie-Experten.

Eines von drei Kindern und Kleinkindern mit Ekzem leidet an einer Allergie. Sieben von zehn Kindern mit saisonaler oder perennialer (ganzjähriger) Rhinitis leiden an einer allergischen Erkrankung. Eines von drei Vorschulkindern und zwei von drei Schulkindern mit auffälligen Atemgeräuschen (Giemen) oder Husten leiden an einer allergischen Erkrankung. So lauten die aktuellen Zahlen der Pädiatrischen Sektion der Europäischen Akademie für Allergie und Klinische Immunologie (Pediatric Section of the European Academy of Allergy an Clinical Immunology (EAACI)).

Trotzdem werden die meisten Allergien im Kindesalter gar nicht oder erst zu spät erkannt. "Wir haben die Pflicht, etwas zu tun", so Wahn. Seiner Ansicht nach können die etwa 4.000 Allergologen in Deutschland dieses Gesundheitsproblem nicht allein bewältigen. "Auch die Primärärzte, wie Haus- oder Kinderärzte, müssen Verantwortung übernehmen".

Denn: Wer das erste Mal Symptome wie häufigen Niesreiz, tränende Augen oder Luftnot bemerke, denke in der Regel an eine Erkältung und geht zum Hausarzt. Dieser wird bei passender Anamnese unter anderem eine allergische Erkrankung in Betracht ziehen und entsprechende Untersuchungen in die Wege leiten. In dieser Situation wäre es für ihn sehr nützlich, mit Hilfe eines einfachen und aussagekräftigen Verfahrens rasch einen Überblick über das allergische Sensibilisierungsmuster des Patienten zu erhalten.

Solch ein Testverfahren gibt es jetzt und bildet einen neuen Ansatz in der Allergiediagnostik. Mit den einfach zu handhabenden, zuverlässigen Phadisym Symptom-Profilen erhält der Arzt die Auskunft, ob die Symptome des Patienten allergisch bedingt sind oder nicht. Jedes der Profile setzt sich aus denjenigen Einzelallergenen zusammen, die am häufigsten das entsprechende Symptom (Ekzem, Rhinitis oder Asthma) auslösen können. Ob ein bestimmtes Nahrungsmittel, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Blütenpollen für den Hautausschlag, die Triefnase oder die asthmatischen Beschwerden verantwortlich sind, kann mit diesem neuen Testsystem bereits beim Hausarzt festgestellt werden. Hierzu muss er nur eine kleine Blutprobe entnehmen und in einem Labor untersuchen lassen.


(1
Humboldt-Universität zu Berlin, Kinderklinik Charité, Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie, Berlin)


Allergie-Diagnostik ist Detektivarbeit (5.400 Zeichen)
 

(dgk) Bei der Diagnose allergischer Erkrankungen besteht das spezielle Problem, dass den Krankheitsbeschwerden - wie etwa Schnupfen, Asthma oder Ekzeme - eine Unmenge aller-gieauslösender Substanzen gegenüberstehen. Um aus den mindestens 20.000 bisher wissenschaftlich bekannten Allergenen das für den Patienten Zutreffende herauszufinden, bedarf es "detektivischer Fähigkeiten" und aufwendiger Diagnosemethoden.
Die Allergiediagnostik verläuft in der Regel nach folgenden vier Stufen:

1. Anamnese


Aus der Erhebung der allergologischen Krankheitsvorgeschichte können bereits wertvolle Hinweise auf den möglichen Allergieauslöser gewonnen werden. Zusätzlich sollen die häusliche und berufliche Umwelt, die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie die zumindest orientierende Erfassung des psychosozialen Umfeldes berücksichtigt werden. In besonderer Weise sind selbstbeobachtete Beziehungen zwischen den allergischen Symptomen und möglichen Allergenen sowie die Umgebungsbedingungen privater und beruflicher Art festzu-halten. Besonders wichtig sind die Erfassung des Krankheitsbeginns (auch möglicher "Vorboten") und die Hinweise auf den primären Allergenkontakt.

2. Hauttests


Hauttests (Prick-Test, Intrakutantest, Scratch-Test und Reibtest) sind ein Fundament der Allergiediagnostik. Hier werden Proben verschiedener Substanzen (mögliche Allergene) auf die Haut aufgebracht und beobachtet, ob eine allergische Reaktion an dieser Hautstelle (als Pustel oder Quaddel) auftritt. Je nach diagnostischer Zielsetzung kann sich der Arzt beschränken und durch Einzelproben die laut vorhergehender Befragung verdächtigen Allergene prüfen ("Bestätigungstest"). In den meisten Fällen jedoch handelt es sich um eine Suchdiagnostik, bei der es darauf ankommt, durch Gruppenextrakte in einer einzigen Sitzung ein möglichst breites Allergenspektrum zu erfassen. Hauttests führen zu falschen Ergebnissen, wenn gleichzeitig Antihistaminika oder Kortikosteroide eingenommen werden. Daher sollten schon fünf Tage vor einem beabsichtigten Hauttest Antihistaminika gemieden werden. Für Kleinkinder sind diese Tests nicht optimal geeignet.

Im Einzelnen:

  • Prick-Test: Auf dem Arm wird ein Tropfen mit der Testlösung aufgetragen und dann die Haut an dieser Stelle mit der Prick-Lanzette etwa 1 Millimeter tief durchstochen. Im Falle einer bestehenden Allergie gegen die Testsubstanz hat sich nach etwa 20 Minuten dann an dieser Stelle eine Quaddel gebildet. Bei Allergien des Soforttyps wird der Prick-Test als Standardmethode angewandt.
  • Intrakutantest: Hierbei wird das Allergen mit einer Nadel in die Haut gespritzt. Der Intrakutantest ist etwa 10.000 Mal empfindlicher als der Prick-Test, ergibt aber häufiger falsch positive Ergebnisse, vor allem bei Nahrungsmittelallergenen.
  • Scratch-Test: Durch die aufgetragenen Testlösung hindurch wird die Haut oberflächlich angeritzt. Wegen des relativ großen Hautreizung ist dieser Test nicht immer eindeutig. Daher hat der Scratch-Test heutzutage an Bedeutung verloren.
  • Reibtest: Das Allergen wird mehrfach auf der Innenseite des Unterarms hin- und hergerieben. Dieser Test wird dann eingesetzt, wenn eine hochgradige Sensibilisierung des Patienten besteht. Da dieser Test mit dem natürlichen Allergen durchgeführt wird, ist er auch geeignet, wenn die allergieauslösende Substanz nicht in industriell vorgefertigter Ausführung erhältlich ist.
  • Epikutantest (Pflastertest): Pflaster mit allergenhaltiger Substanz werden auf die Haut (bevorzugt Rücken) geklebt und nach 24, 48 oder 72 Stunden abgelesen. Dieser Test dient zur Identifizierung von Typ-IV-Allergenen.



3. Labortests


Bluttests:
Hier werden mit Hilfe von Blutproben die Reaktionsbereitschaft und spezifische Sensibilisierung gegen die untersuchten Allergene im Labor untersucht. Ein Kriterium ist das Vorhandensein spezifischer IgE-Antikörper. Mittels moderner Verfahren wird der Anteil an Antikörpern (Immunglubolin E) im Blut gemessen. Immunglobulin E bildet sich als Reaktion auf die körperfremden Substanzen, auf die das Immunsystem eines Allergikers empfindlich reagiert. Bluttests bieten sich daher zur Allergiediagnostik vor allem bei Babys und Kleinkindern an, denn sie sind für die kleinen Patienten weniger belastend, da nur eine Blutabnahme erforderlich ist. Vor allem aber steht auch bei einer starken Überempfindlichkeit für das Kind keine Gefahr. Zudem beeinflusst die Einnahme von Medikamenten das Ergebnis nicht, während Hauttests hierdurch verfälscht werden können. Schließlich kann der Arzt sogar anhand der Ergebnisse des Labortests die wahrscheinliche Allergie-Karriere seines Patienten vor-hersehen und mit geeigneten Gegenmaßnahmen oft Schlimmeres verhindern.


4. Nachanamnese und Provokationstest


Die Deutung des Testergebnisses erfordert immer eine Überprüfung durch Erhebung einer "Nachanamnese" (Ist der Patient überhaupt dem Allergen ausgesetzt? Passen Symptome und Testergebnis zusammen?). Ob der durch positive Hauttests und/oder Bluttests ermittelte IgE-Antikörper einer aktuellen klinischen Wirksamkeit des jeweiligen Allergens entspricht, kann nur durch direkte Prüfung am betreffenden Organ mit Hilfe eines Provokationstests endgültig geklärt werden.
Provokationstest: Im Provokationstest wird das klinische Symptom (zum Beispiel Binde-hautentzündung mit Rötung und Augentränen, Asthma, Hautausschlag, Ekzem) reproduziert durch weitgehende Nachahmung der "natürlichen" Allergene.


Stichwort: Immunglobulin E (1.595 Zeichen)
 

(dgk) Das Immunsystem kann körperfremde Stoffe oder Krankheitserreger, so genannte Antigene, erkennen und stellt zu ihrer Abwehr spezifische Antikörper her. Diese Antikörper werden als Immunglobuline bezeichnet und unterscheiden sich in ihrem Aufbau und in ihrer Funktion voneinander.

Das Immunglobulin E (IgE) ist ein stark spezialisierter Antikörper, der vor allem bei der Abwehr von Wurminfektionen und bei Allergien eine Rolle spielt. Es stammt aus dem Lymphgewebe, das in der Nähe der Atemwege und des Verdauungstraktes liegt. Von dort aus gelangt es ins Blut. IgE ist nur in winzigen Mengen nachweisbar, lediglich 0,001 Prozent aller Immunglobuline sind IgE. Trotzdem ist es bei über 90 Prozent aller allergischen Prozesse maßgeblich beteiligt.
IgE ist, wie alle Immunglobuline, ein Eiweißkörper. Es kann sich leicht an andere Körperzellen ankoppeln. IgE ist vor allem in der Haut und in den Schleimhäuten zu finden. Kommen Allergene dort mit IgE in Berührung, bewirkt das IgE eine Veränderung in der Funktion verschiedener Zellen. Diese Veränderungen führen zur Ausschüttung von Stoffen aus den Zellen, die eine Entzündungsreaktion hervorrufen. Diese Stoffe werden Mediatoren oder Mittlersubstanzen genannt. Der bekannteste Mediator ist das Histamin. Die Mediatoren lösen dann zum Beispiel Hautrötungen, Juckreiz, Triefnase oder Asthma aus.

Für jedes Allergen gibt es auch ein spezifisches Immunglobulin E. Bei einer Allergie kann also mit Hilfe eines Bluttests, bei dem verschiedene IgE-Typen untersucht werden, sehr exakt nachgewiesen werden, welcher Stoff die Allergie ausgelöst hat.


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  • Info-Broschüre

Broschüre-Allergien bei KindernAusführliche Informationen zum Thema enthält die Broschüre "Allergien bei Kindern", die mit einem adressierten und mit 1,44 € frankierten DIN-A5- Rückumschlag kostenlos angefordert werden kann.
Bezugsadresse:

DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e. V.
Stichwort: Allergie
Postfach 1207
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Stichwort: Allergie
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Fotos und Grafiken
 


Atopische Erkrankungen im Kindesalter

Abb. 1: Atopische Erkrankungen im Kindesalter (Grafik: DGK)


 
 

Kind weint

Abb. 2 (Foto: MEV)


 
 

baby Junge

Abb. 3 (Foto: DigitalVision)


 
 

Die wichtigsten Allergien im Überblick

Abb. 4: Die wichtigsten Allergien im Überblick (Grafik: DGK)


V.i.S.d.P.
 

Herausgeber:

DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:

Dr. Ingolf Dürr (verantw.)
Michaela Berg


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