DGK e.V. -Sonderpressedienst 'Gutes Hören ist kein Zufall' November 2004
Gesundheitsinformationen zu:
Deutsches Grünes Kreuz, Sonderpressedienst, Hören, Hörgerät, Unsicherheit, Ängste, Hörsystem
skip_nav

Suche

 

Service-Content

Anzeige

Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.erna-online.de
Ernährungs- und Allergieberatung
(Seite wird in Kürze umziehen)

 

www.rki.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

Weitere Links finden Sie hier

 

 


Textanfang / Content

Sie sind hier: Home / Presse / 2004 / 'Gutes Hören ist kein Zufall' November 2004
Sonderpressedienst 'Gutes Hören ist kein Zufall'
November 2004

Hörsysteme bieten eine deutliche Verbesserung für Menschen mit Hörproblemen. Doch die wenigsten wissen, worauf es bei der Hörgeräte-Anpassung ankommt, an wen sie sich wenden müssen und welche Leistungen ihnen zustehen. Klare Richtlinien für die Verbraucher fehlten bislang. Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. hat daher im Oktober 2004 Experten – Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Audiologen, Hörgeräte-Akustiker, Vertreter der Hörgeräte-Industrie und Betroffene – eingeladen, um Qualitätskriterien für die Hörgeräte-Anpassung zu erarbeiten. Die Ergebnisse dieser Expertenrunde und viele weitere Informationen zu Hörproblemen sowie Möglichkeiten der Hörgeräte-Versorgung sind in diesem Pressedienst zusammengestellt.


Klare Kriterien für Hörgeräte-Anpassung erarbeitet
Qualitätssicherung für Verbraucher unerlässlich
(2.968 Zeichen)

(dgk) 14 Millionen Menschen in Deutschland hören schlecht. Vielen kann mit Hörgeräten geholfen werden. Doch die wenigsten wissen, worauf es bei der Hörgeräte-Anpassung ankommt. Selbst die ausgeklügeltste Hörsystem-Technik hilft nicht, wenn sie nicht exakt auf das individuelle Hörproblem eines Menschen eingestellt wird. Viele medizinische, handwerkliche und psychologische Fähigkeiten und Fertigkeiten sind erforderlich, damit durch diese High-Tech-Geräte echte Lebensqualität entsteht.

Gefordert sind daher klare Kriterien, damit die Verbraucher wissen, was ihnen zusteht. Auf Einladung des Deutschen Grünen Kreuzes e . V. (DGK) kamen am 7. Oktober in Berlin Experten – Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Audiologen, Hörgeräte-Akustiker, Vertreter der Hörgeräte-Industrie und Betroffene – zusammen, um Qualitätskriterien zu erarbeiten. Der so entstandene Zehn-Punkte-Katalog benennt konkret die Leistungen, die erbracht werden müssen. Eine optimale Anpassung, so die Expertengruppe, sei nur dann möglich, wenn alle Punkte erfüllt werden.

Damit die Hörgeräte-Versorgung gelingt, sollten Hals-Nasen-Ohrenarzt und Hörgeräte-Akustiker sich nicht nur ergänzen, sondern auch gegenseitig kontrollieren. So ist die audiometrische Untersuchung des Arztes Bestandteil der Diagnose, während die Audiometrie des Hörakustikers der Anpassung dient. Beide Messungen sind wichtig, so die Experten. „Die Audiometrieergebnisse des HNO-Arztes sollten keinesfalls die einzige Grundlage der Hörgeräte-Anpassung sein“, fordert Dr. Harald Seidler, Vorsitzender des Deutschen Schwerhörigenbundes und niedergelassener HNO-Arzt.

Auch die Kontrolle durch den HNO-Arzt nach Abschluss der Hörsystemanpassung dient der Qualität. „Hier kann der Arzt zugleich auch Anwalt des Patienten sein, falls es noch Probleme mit dem Hören gibt“, so Seidler. „In den Fällen, in denen Ärzte selbst Hörgeräte anpassen, überprüfen sie ihre eigene Leistung, was allen Anforderungen an eine Qualitätskontrolle widerspricht.“ Nur wenn beide Berufsgruppen beteiligt sind, kann der Patient ein optimales Ergebnis erwarten, da waren sich die Experten einig. Und darauf sollte niemand verzichten, denn das Ziel ist bestmögliches Hören.

Doch nach Einschätzung der Experten bieten etwa zwölf Prozent der HNO-Ärzte ihren Patienten eine Hörgeräte-Anpassung in der Praxis an – also ohne Hörgeräte-Akustiker. Die Hals-Nasen-Ohrenärzte der Expertenrunde sehen darin keinen guten Weg: „Das ist ein ganz klarer berufsrechtlicher Verstoß“, so Seidler. „Bei der Hörgeräte-Anpassung durch den HNO-Arzt ist der Patient abhängig vom Anfang bis zum Ende. Es kann doch einfach nicht sein, dass man seinen Patienten die Möglichkeit vorenthält, die bestmögliche Hörgeräte-Versorgung zu bekommen.“

Auch Professor Dr. med. Karin Schorn, HNO-Klinik in Großhadern/München, hält eine gute Hörsystem-Anpassung nur für gewährleistet, wenn beide Berufsgruppen zusammenarbeiten: „Jeglicher Alleingang des HNO-Arztes oder des Hörakustikers ist zum Scheitern verurteilt.“

Die Diagnostik, Aufklärung und Beratung durch den HNO-Arzt, die Messungen, das handwerkliche Geschick, die Geräte-Auswahl, das technische Know-how und das Einfühlungsvermögen des Hörgeräte-Akustikers, die Kontrolle durch den HNO-Arzt, die jahrelange Wartung, Nachjustierung, Nachsorge und der Service durch den Hörgeräte-Akustiker: Erst durch die Summe aller Dienstleistungen ist gutes Hören mit Hörsystemen möglich.


Gut hören ist kein Zufall
Frühe Versorgung und professionelle Anpassung wichtig
(2.208 Zeichen)

(dgk) Die Bedeutung des Hörens für zwischenmenschliche Beziehungen und auch für unsere Orientierung innerhalb der Umwelt ist enorm. Wenn das Hörvermögen vermindert ist, bedeutet das eine massive Belastung für die Betroffenen – sowohl im Privatleben als auch im Beruf. Dank leistungsfähiger Hörsysteme ist es vielen Menschen mit Hörminderung heutzutage möglich, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Doch High-Tech-Hörgeräte können nur dann optimalen Nutzen bringen, wenn ein hohes Anpassungsniveau gewährleistet ist. Dabei spielen die ärztliche Diagnose, handwerkliches Geschick, psychologisches Einfühlungsvermögen und vor allem Geduld bei der Anpassung individuell zugeschnittener technischer Lösungen eine große Rolle. Bei einem Pressegespräch des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK) am 8. Oktober 2004 in Berlin beschäftigten sich Experten mit der Qualität der Hörsystem-Versorgung.

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Roland Laszig„Je früher Hörminderungen erkannt und behandelt werden, desto besser.“Das stellte Professor Dr. med. Dr. h. c. Roland Laszig, Freiburg, klar. Ein flächendeckendes Hörscreening für alle Neugeborenen und regelmäßige Hörtests bei Kindern und Erwachsenen seien die Grundlage dafür. Unbehandelte Hörminderungen führen bei Kindern unter anderem zu Sprachproblemen und bei Erwachsenen zu vielfältigen Schwierigkeiten bis hin zur sozialen Isolation. Laszig plädierte dafür, die Technik zu nutzen. Und zwar „nicht erst nach Jahren, sondern sobald das Hören zum Problem wird“. Denn wer sich erst nach langer Hör-Entwöhnung entschließe, mit der Verordnung des HNO-Arztes zum Hörakustiker zu gehen und Hörgeräte anpassen zu lassen, so Laszig, müsse das normale Hören erst wieder lernen. „Je früher Hörgeräte angepasst werden, desto problemloser ist das Eingewöhnen.“

                                                                                   Prof. Dr. med. Dr. h. c. Roland Laszig

 

 

 

Professor Dr. med. Karin SchornProfessor Dr. med. Karin Schorn, HNO-Klinik in Großhadern/München, sieht in der guten Zusammenarbeit optimale Anpassung: „Der Hals-Nasen-Ohrenarzt hat nicht nur die Aufgabe, vor der Hörgeräteanpassung Hörtests anzufertigen, er muss auch Vorurteile ausräumen, die Motivation abchecken und beraten. Er sollte deutlich machen, dass komfortables Hören wichtiger ist als kosmetische Aspekte.“ Beim Hörgeräte-Akustiker sei es unverzichtbar, bei der Anpassung Geräte verschiedener Herstellerfirmen und unterschiedlicher Qualität und Preisgestaltung zu vergleichen. Genauso wichtig sei das Nachjustieren nach dem Probetragen und die schrittweise Nachregulierung nach Wochen. „Jeglicher Alleingang des Akustikers oder des Hals-Nasen-Ohren-Arztes ist zum Scheitern verurteilt“, sagt Schorn.

Professor Dr. med. Karin Schorn


Unsicherheit und Ängste durch Hörprobleme
(1.544 Zeichen)

(dgk) „Wer schlecht hört und daher seinen eigenen Sinnen nicht mehr trauen kann, wird unsicher und verliert oft auch den Lebensmut“, so Dr. Werner Richtberg, Leitender Psychologe der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Frankfurt. Über die psychischen Belastungen, die eine Hörminderung mit sich bringt, sprach Richtberg bei einer Veranstaltung des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK) am 8. Oktober 2004 in Berlin.

Wir hören beim Gehen unsere eigenen Schritte. Der Klang unserer Schuhe auf dem Fußboden ist eine Bestätigung dessen, was wir gerade tun. Das ist nichts Besonderes, sondern selbstverständlich. Wenn diese akustische Rückmeldung jedoch fehlt, weil wir sie nicht hören können, macht das unsicher.

„Wer den eigenen Sinnen nicht mehr trauen kann und an seinen Wahrnehmungen zweifelt, der verliert zunächst die Risikobereitschaft und bald auch Lebensmut. Der zunächst nur an die Sinneswahrnehmung gebundene Vertrauensschwund erfasst immer mehr die gesamte Person. An die Stelle einer einstmals souveränen und erfolgreichen Lebensbewältigung treten Selbstzweifel, Versagensängste und soziales Vermeidungsverhalten“, sagt Dr. Werner Richtberg, Leitender Psychologe der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Frankfurt.

d-008-03-03-dr_richtberg-rgb-kl
Wenn es möglich ist, die Hörminderung mit Hörgeräten auszugleichen, sollte man dies tun. Darüber hinaus ist eine gezielte Anleitung zur Selbsthilfe wichtig. Hierzu zählt Richtberg: „Bewältigungsstrategien auf der Verhaltensebene wie Hörtaktik oder Kommunikationstraining. Eine sachliche Aufklärung über das eigene Hördefizit und über die Leistungsmöglichkeiten und -grenzen von Hörgeräten baut Ängste ab. In diese Aufklärung sollte man auch die Angehörigen mit einbeziehen. Diese wichtigen Hilfen leisten vor allem Hörgeräte-Akustiker.“



                                                                                                          Dr. Werner Richtberg

 

Trauen Sie Ihren Ohren wieder (1.936 Zeichen)


Trauen Sie Ihren Ohren wieder
Viele Hörprobleme lassen sich lösen
(1.936 Zeichen)

(dgk) Etwa 14 Millionen Menschen in Deutschland haben ein Problem mit den Ohren: Sie überhören Telefonklingeln, kommen bei Gesprächen nicht mehr mit oder haben seit Jahren den Lautstärkeregler Ihrer Fernbedienung bis zum Anschlag gezogen. Jeder fünfte Erwachsene ist betroffen – bei den 60- bis 69-Jährigen jeder dritte und nach dem 70. Geburtstag jeder zweite. Manchmal kann der HNO-Arzt mit Medikamenten oder einer Operation helfen, in den meisten Fällen jedoch ist das Innenohr unheilbar geschädigt. Dennoch ist besseres Hören möglich – mit individuell angepassten Hörgeräten.

Die meisten Menschen wissen zwar, dass sie gegen bestimmte Lebensmittel allergisch sind, hohen oder niedrigen Blutdruck haben und eine Brille benötigen oder nicht. Aber wenn es um das Hören geht, sind viele verunsichert oder völlig ahnungslos, denn sie haben noch nie einen Hörtest gemacht. Da Hörminderungen den Betroffenen selbst meist gar nicht auffallen, werden sie oft erst nach rund sieben Jahren bemerkt und behandelt. Das sind Jahre, in denen soziale Kontakte und Lebensqualität meist deutlich gelitten haben. Das kann man sich und seinen Mitmenschen ersparen, wenn man regelmäßig sein Gehör testen lässt.

Hörgeräte – heutzutage spricht man aufgrund ihrer technologischen Entwicklung auch von Hörsystemen – bieten eine deutliche Verbesserung für Menschen mit Hörminderungen. Von den etwa 14 Millionen Schwerhörigen sind jedoch nur rund 3 Millionen mit Hörgeräten versorgt. Bei Hörproblemen sollte man sich nicht scheuen, zum HNO-Arzt zu gehen. Der klärt die Ursachen des Problems und wie man es behandeln kann. Wenn das Gehör unheilbar geschädigt ist, verordnet der HNO-Arzt Hörgeräte. Angepasst werden die Geräte vom Hörakustiker. Nach ausführlichen Gesprächen und Messungen können die kleinen Hörsysteme per Computer so programmiert werden, dass sie optimal helfen. Nach jahrelanger Hör-Entwöhnung ist zudem ein Hörtraining sinnvoll.

Damit man auch weiterhin gut hört, geht man in den nächsten Jahren regelmäßig zum Hörgeräte-Akustiker. Er überprüft die Hörsysteme und justiert sie, wenn nötig, nach. Die Gerätewartung und die meisten Serviceleistungen sind im Preis inbegriffen. Natürlich sollten auch die Ohren regelmäßig vom Hals-Nasen-Ohrenarzt untersucht werden.


Eins oder zwei?
Zwei Ohren hat der Mensch: beidseitige Versorgung mit Hörgeräten
(2.198 Zeichen)

(dgk) Früher wurden Tonträger über nur ein Mikrofon, also in Mono, aufgenommen. Musik und Sprache wirkten flach und unnatürlich. Längst ist dieses Verfahren durch die Stereoaufnahmetechnik ersetzt. Diese Aufnahmen über zwei Mikrofone klingen natürlich und lebendig. Auch das Monokel ist von den Nasen verschwunden, seit man die Vorteile der beidseitigen Sehkorrektur mit Brillen kennt. Bei Hörgeräten gilt ganz klar: Wenn beide Ohren schlecht hören, braucht man zwei Hörgeräte.

Das unterstrich Professor Dr. med. Karin Schorn, HNO-Klinik Großhadern/München, während einer Veranstaltung des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK) im Oktober 2004: „Viele Patienten wissen nicht, wie wichtig es ist, dass beide Ohren versorgt werden, wenn – wie fast immer – beide geschädigt sind. Wenn ein Ohr unversorgt bleibt, ist kein Richtungshören möglich. Daher sollten, wenn beide Ohren geschädigt sind, immer auch zwei Hörgeräte angepasst werden.“

Das menschliche Hören funktioniert nach dem Prinzip der Stereophonie. Das Hörzentrum des Gehirns ist auf zwei voneinander unabhängige „Mikrofone“ – beide Ohren also – angewiesen. Arbeitet nur ein Ohr korrekt, bereitet es Mühe, Sprache im Lärm zu verstehen oder Geräusche zu orten.

Folgerichtig sollte an jedem Ohr ein Hörgerät getragen werden, wenn es die Hörminderung zulässt. Ist eine Hörminderung für beide Ohren diagnostiziert, dann sind zwei Hörsysteme definitiv besser als eins. Unser Gehör ist für zwei Ohren entwickelt, genauso wie unser Sehen für zwei Augen. Die Fähigkeit, Richtung und Ursprung eines Klangs zu erkennen, baut auf den Informationen von zwei gleich funktionierenden Ohren auf. Dies ist für Ihre Sicherheit sehr wichtig, zum Beispiel im Straßenverkehr. Um die Position eines sich nähernden Autos festzustellen, wertet das Gehör die Unterschiede in Zeit und Intensität des Fahrgeräusches aus. Die Sprachverständlichkeit im Störlärm wird mit zwei Hörgeräten verbessert. Das Hören mit beiden Ohren ist notwendig, um sich auf ein Gespräch zu konzentrieren und dabei die Geräusche im Hintergrund zu ignorieren.

Beim Hören werden elektrische Impulse zu beiden Gehirnhälften geleitet. Viele der Impulse wandern vom linken Ohr zur rechten Gehirnhälfte und umgekehrt. Zwei Hörsysteme verbessern daher die „Hörbalance“ und stellen den natürlichen Stereo-Effekt wieder her. Die richtige Wahl der Hörsysteme wird durch die anatomischen Gegebenheiten des Ohres und den individuellen Hörverlust beeinflusst.
Der Hörgeräte-Akustiker ist der kompetente Ansprechpartner und unterstützt mit seiner fachkundigen Beratung.

Moderne Im-Ohr-Geräte Für leichte bis mittelschwere Hörverluste eignen sich die modernen Im-Ohr-Geräte.
Foto: Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH)


Neue Technologien helfen nur bei optimaler Anpassung
(1.577 Zeichen)

(dgk) Hörsysteme werden immer kleiner, leistungsfähiger und natürlicher im Klang. Und die Branche entwickelt sich immer weiter: Nachdem der Schritt von analogen
über digitale zu volldigitalen Hörsystemen vollzogen ist, geht es nunmehr um die Verbesserung von Feinheiten. Feinheiten, die die Qualität des Hörens und damit auch die Lebensqualität stark beeinflussen können.

Moderne Hörsysteme heben Sprache noch deutlicher hervor, unterdrücken Rückkopplungspfeifen nahezu vollständig und filtern Störschall heraus. Die neue Generation hat ein ästhetisches Design oder ist – als Gehörgangs-Variante – fast unsichtbar zu tragen, ist leicht zu bedienen, vollautomatisch und so leistungsfähig wie ein Computer. Doch die Qualität der Geräte kommt erst dann zum Tragen, wenn sie optimal angepasst werden. Denn selbst die ausgeklügeltste Technik nützt nichts, wenn sie nicht exakt auf das jeweilige Hörproblem des Betroffenen eingestellt wird.

Wenn der HNO-Arzt die Ursache des Hörproblems ermittelt und Hörgeräte verordnet hat, beginnt die Arbeit des Hörgeräte-Akustikers. Nach eingehenden Gesprächen, Messungen und Beratungen sucht er gemeinsam mit dem Kunden die geeigneten Hörsysteme aus. Dabei hat man die Möglichkeit, mehrere unterschiedliche Geräte auszuprobieren, die jeweils so programmiert wurden, dass sie den eigenen Hörverlust ausgleichen. Wenn Hörsysteme gefunden wurden, die die eigenen Ansprüche an den Klang, die technischen Möglichkeiten und die Gestaltung erfüllen, beginnt die Feinanpassung. Dabei werden die Geräte Schritt für Schritt an die akustischen Möglichkeiten angepasst. Wenn Hörgeräte erst nach jahrelanger Hörminderung angepasst werden, ist es sinnvoll, die technischen Möglichkeiten nicht sofort voll auszuschöpfen. Die Klangvielfalt, die Hörgeräte bieten können, wird dann stufenweise eröffnet.

Beim Hörakustiker erhält jeder eine ausführliche BeratungBeim Hörakustiker erhält jeder eine ausführliche Beratung.
Foto: Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH)


Hörsysteme: Worauf muss man achten?
10-Punkte-Katalog zur Qualität der Hörgeräte-Anpassung
(3.733 Zeichen)

(dgk) Hörgeräte bezeichnet man heutzutage als Hörsysteme, um der enormen Leistungsfähigkeit dieser Miniatur-Computer gerecht zu werden. Doch auch die ausgeklügeltste Technik hilft nichts, wenn sie nicht exakt auf das individuelle Hörproblem eines Menschen eingestellt wird. Und auch der Betroffene selbst muss bereit sein, sich auf die Technik einzulassen. Viele medizinische, handwerkliche und psychologische Fähigkeiten und Fertigkeiten sind erforderlich, damit aus diesen High-Tech-Geräten echte Lebensqualität entsteht. Die folgenden zehn Punkte benennen, worauf es ankommt.

1.

Beachten Sie, dass eine qualitativ hochwertige Versorgung mit Hörsystemen immer eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen HNO-Facharzt und Hörgeräte-Akustiker erfordert. Beide Berufe beruhen auf einer mehrjährigen qualifizierten und spezialisierten Fachausbildung.

2.

Der HNO-Facharzt diagnostiziert die Art, den Grad und den Ort der Schwerhörigkeit. Er berät über die therapeutischen Möglichkeiten. Wenn Hörsysteme erforderlich sind, stellt der Arzt die Verordnung für die Hörsystem-Versorgung aus. Damit haben Sie das Recht, einen Hörgeräte-Akustiker Ihrer Wahl aufzusuchen.

3.

Ihr Hörgeräte-Akustiker erhebt in einem ausführlichen Gespräch die Vorgeschichte der Hörminderung und klärt, welche Hörsituationen für Sie von besonderer Bedeutung sind. Er bestimmt die Kenndaten des Gehörs und ermittelt ein Ton- und Sprachaudiogramm.

4.

Ihr Hörgeräte-Akustiker trifft aus dem vielfältigen Marktangebot (zurzeit rund 1.700 Hörsysteme im Hilfsmittelkatalog) eine Vorauswahl mehrerer der für Sie in Frage kommenden Hörsysteme. Diese werden auf Ihre audiometrischen Daten eingestellt, damit Sie den Klang und die Leistungsmöglichkeiten der Hörsysteme vergleichen können (vergleichende Anpassung). Die akustischen und kosmetischen Vorzüge von Hinter-dem-Ohr- und Im-Ohr-Geräten werden Ihnen ebenso erläutert wie die technologischen Besonderheiten und Möglichkeiten der unterschiedlichen Systeme. Ihr Hörgeräte-Akustiker wird Ihnen in jedem Falle auch eigenanteilsfreie Versorgungen vorstellen und berät Sie über die Kostenübernahmemöglichkeiten durch Ihre Krankenkasse.

5.

Der Hörgeräte-Akustiker nimmt einen Abdruck jedes Gehörgangs, um die Ohrpassstücke (Otoplastiken) bzw. Schalen für Im-Ohr-Geräte anzufertigen. Mit der perfekten Passform des Ohrpassstücks steht und fällt die Qualität der Schallübertragung und des Tragekomforts.

6.

Bei der vergleichenden Anpassung wird das Übertragungsverhalten der verschiedenen Geräte mit modernsten multimedialen Systemen im Ohr getestet. Erst in der Tragesituation ist eine exakte Überprüfung und Einstellung der Hörsysteme möglich, da die individuelle Krümmung, Weite, Länge und Gewebebeschaffenheit des Gehörgangs die Übertragungseigenschaften erheblich beeinflussen. Beim Vergleich spielt vor allem Ihr subjektiver Eindruck eine Rolle.

7.

Ihr Hörgeräte-Akustiker wird bei der Anpassung sehr viel Zeit und Sorgfalt aufwenden und die Geräte im Laufe der Eingewöhnungszeit stufenweise an Ihre individuellen Hörgewohnheiten anpassen (gleitende Anpassung). Das ist besonders bei einer längeren Hörentwöhnung wichtig, um Sie nicht mit den neu gewonnenen Höreindrücken zu überfordern. Oft ist auch ein Hörtraining erforderlich.

8.

Ihr Hörgeräte-Akustiker wird Sie eingehend in die Handhabung, Bedienung und Pflege der Hörsysteme einweisen.

9.

Lassen Sie nach der Anpassung die Verbesserung Ihres Sprachverständnisses mit den Hörsystemen durch den HNO-Arzt überprüfen.

10.

Sie haben für die etwa fünf- bis siebenjährige Tragedauer der Geräte Anspruch auf eine umfassende Nachbetreuung durch Ihren Hörgeräte-Akustiker. Dazu gehören Serviceleistungen wie die Reinigung der Ohrpassstücke, Batterie- und Schallschlauchwechsel, Nachbearbeitung und Erneuerung der Otoplastik, das Nachjustieren der Geräte sowie Beratung in Hörtaktik und Hörtraining. Die meisten Serviceleistungen sind mit dem Preis der Hörsysteme abgegolten. Ihr Hörgeräte-Akustiker steht Ihnen darüber hinaus für viele Fragen rund um das Hören zur Verfügung (Lärmschutz, technisches Zubehör, Informationsmaterial, Tinnitusberatung etc.).


Auf keinen dieser Punkte sollte man verzichten. Nur wenn alle Bereiche erfüllt werden, ist eine gute Anpassung gewährleistet.


Kosten für Hörgeräte (Zeichen 738)

(dgk) Hörgeräte werden nach dem Gesetz zur Modernisierung des Gesundheitswesens (GMG) weiterhin von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst. Wie bisher übernehmen die Kassen bei verordneten Hörgeräten einen bestimmten Betrag. Dieser Festbetrag ist in allen Bundesländern unterschiedlich und liegt derzeit zwischen 350 bis 500 Euro pro Hörgerät. Für hochwertigere Geräte müssen Patienten nach wie vor einen Eigenanteil übernehmen. Im Verlauf des Jahres soll der Festbetrag bundesweit vereinheitlicht werden.

Seit dem 1. Januar 2004 müssen für jedes neue Hörgerät zehn Euro Gebühr gezahlt werden. Hörakustiker sind gesetzlich dazu verpflichtet, diese Hilfsmittelgebühr einzuziehen und mit dem Festbetrag der Krankenkasse zu verrechnen.


Fragen? Das kostenlose Beratungstelefon hilft

Wer Fragen zum Thema Hörprobleme und Hörgeräte-Anpassung hat, kann sich an das Beratungstelefon des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK) wenden.

Jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr stehen Experten
für die individuelle Beratung am Telefon bereit:

  • Hörakustiker (0 800 / 01 12 112)
  • HNO-Ärzte (0 800 / 01 12 113).

    Die Anrufe sind gebührenfrei. Das DGK bietet das Beratungstelefon gemeinsam mit dem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte und der Fördergemeinschaft Gutes Hören an.


SERVICE

Bildmaterial

Fotos können von Redaktionen in Schwarz-Weiß oder Farbe kostenlos per E-Mail angefordert werden unter: presseservice(à)kilian.de

Ansprechpartnerin

Bei Fragen zu den Texten, Anregungen oder Wünschen können Sie sich gerne wenden an:
Martina Stein-Lesniak
Telefon: 0 64 21 / 293 - 663
E-Mail: martina.stein-lesniak(à)kilian.de


V.i.S.d.P.

Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:

Martina Stein-Lesniak (verantw.)
Michaela Berg


Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten an:

Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion dgk
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93 - 140
Telefax: 0 64 21 / 2 93 - 740


 

Fusszeile / Impressum