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April 2005
25. bis 30. April 2005
3. Nationale Aktionswoche
gegen den Grünen Star (Glaukom)
Glaukom: Augen unter Druck (Zeichen 3.321)
Wie hoch ist das persönliche Risiko, am Augenleiden Grüner Star zu erkranken? Aktionswoche im April will aufklären und zur Vorsorge motivieren.
(dgk) „Glaukom: Risiken früh erkennen – optimal behandeln“ so lautet das Motto der 3. Nationalen Aktionswoche gegen den Grünen Star (Glaukom), mit der das Deutsche Grüne Kreuz e. V., die Patientenvereinigung Initiative Auge e. V. und der Bundesverband der Augendiagnostikcenter e .V. (BADC) die Bevölkerung vom 25. bis 30. April 2005 zur Früherkennung der Augenkrankheit Grüner Star aufrufen.
Dass ein zu hoher Blutdruck das Herz-Kreislaufsystem schädigen kann, dürfte den meisten Menschen bekannt sein. Weitaus weniger wissen allerdings um die Gefahr, die von einem Überdruck im Inneren des Auges für das Sehvermögen ausgeht. Etwa eine Million Bundesbürger sind schon am Glaukom erkrankt, weitere ein bis zwei Millionen leben mit einem noch nicht entdeckten, aber gefährlich hohen Augeninnendruck.
Wie groß das persönliche Risiko tatsächlich ist, kann nur durch eine eingehende Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt herausgefunden werden. Doch diese Chance wird in Deutschland noch viel zu selten genutzt. Die Veranstalter der Aktionswoche wollen auf dieses Problem aufmerksam machen und zur Übernahme von mehr Eigenverantwortung für die Gesundheit motivieren.
Der Grüne Star raubt das Augenlicht schleichend und heimtückisch. Das Sehvermögen verschwindet erst punktuell, dann breiten sich die Lücken im Gesichtsfeld flächenartig aus. Schmerzen treten keine auf. Scharf sehen können die Betroffen oft auch noch lange, weshalb sie die Krankheit meist erst viel zu spät bemerken. Was bis dahin aber am Sehnerv zerstört wurde, lässt sich auch durch die beste Therapie nicht wiederherstellen. Frühzeitig entdeckt und mit modernen Medikamenten wirksam behandelt kann der Krankheitsverlauf jedoch zumeist gestoppt und das Augenlicht erhalten werden. Wer über 40 Jahre alt ist, sollte deshalb unbedingt einmal jährlich zur Kontrolle beim Augenarzt vorbeischauen. Spezielle AugenDiagnostikCenter (ADC) bieten darüber hinaus modernste Verfahren zur Glaukom-Früherkennung und zur Therapiekontrolle an.
Aber auch bereits erkannte Glaukom-Patienten können und müssen noch dazulernen. Viele empfinden es beispielsweise als unangenehm, sich mehrfach am Tage ihre Augentropfen einzuträufeln, zumal vor allem ältere Präparate auch das Sehvermögen beeinträchtigen und beispielsweise die Fähigkeit, nachts Auto zu fahren, eingeschränkt wird. Solche Probleme führten leider oft dazu, dass diese Medikamente nicht regelmäßig verwendet wurden. Moderne Glaukom-Wirkstoffe, wie zum Beispiel Latanoprost, tragen diesem Umstand heute Rechnung: Sie senken den Druck besser, weisen dabei weniger Nebenwirkungen auf und müssen im besten Fall nur noch einmal am Tag, etwa vor dem Schlafengehen, eingeträufelt werden. Für den Glaukom-Patienten wird so die konsequente Einhaltung der Therapievorschriften erheblich erleichtert – die Grundvoraussetzung für den Erfolg der Glaukom-Behandlung.
Im Aktionszeitraum können sich Ratsuchende und Interessierte bei Augenärzten, Augendiagnostikcentern sowie zahlreichen Gesundheitsämtern und Apotheken über das Krankheitsbild, die Vorsorgeuntersuchungen und die Behandlungsmöglichkeiten des Grünen Stars informieren.
Ihr Ansprechpartner für die Aktionswoche Glaukom 2005 ist
Dr. Ingolf Dürr im Organisationsbüro im Deutschen Grünen Kreuz e. V.,
Tel.: 0 64 21 / 293 - 174, Fax: 0 64 21 / 293 - 774,
E-Mail: ingolf.duerr(à)kilian.de.
Waren Sie schon beim Glaukom-Check? (Zeichen 4.219)
Moderne Augentropfen nehmen dem Grünen Star seinen Schrecken
(dgk) Annähernd eine Million Bundesbürger leiden an der Augenkrankheit Glaukom, im Volksmund auch Grüner Star genannt. Ein gefährlich hoher Augeninnendruck zerstört bei den Betroffenen langsam aber sicher die sehr empfindlichen Fasern des Sehnerven. Die Folgen: Immer größere Teile des Gesichtsfelds gehen unwiederbringlich verloren bis hin zur Erblindung.
Soweit muss es aber nicht kommen. Es gibt heute eine ganze Reihe wirksamer Augentropfen, die das Fortschreiten der Erkrankung stoppen können. Entscheidend für den Erhalt des Sehvermögens ist, dass das Glaukom so früh wie möglich entdeckt wird, wenn der angerichtete Schaden noch gering ist.
Früherkennung lohnt sich
Da das Glaukom zunächst kaum Probleme bereitet, man keine Schmerzen empfindet und auch das scharfe Sehen noch sehr gut funktioniert, bemerken die Betroffenen ein Glaukom im Anfangsstadium nur selten selbst. Schätzungen zufolge leben in Deutschland etwa ein bis zwei Millionen Menschen mit einem überhöhten Augendruck, ohne davon etwas zu wissen. Sicherheit kann hier nur die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt geben. Riet man früher zum Glaukom-Check ab 40, empfehlen Experten heute auch Jüngeren eine Untersuchung, vor allem dann, wenn in der Familie schon jemand an einem Glaukom erkrankt ist. Leider übernehmen die Krankenkassen nicht mehr die Kosten für diesen wichtigen Check-up. Doch die rund 16 Euro sollte einem das eigene Augenlicht schon wert sein.
Für Glaukom-Patienten ist es extrem wichtig, den Augeninnendruck so stark wie möglich zu senken. Die früher noch als sicher betrachteten mittleren Druckwerte von 21 Millimeter Quecksilbersäule haben heute keine Gültigkeit mehr, man muss wesentlich tiefere Werte anstreben. Durch die Entwicklung neuer Wirkstoffe wurden hier gerade in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte bei der medikamentösen Glaukom-Therapie gemacht.
Therapie auf neuestem Stand
Am wirkungsvollsten gelingt die Drucksenkung mit modernen Glaukom-Medikamenten wie den Prostaglandinanaloga. Bestes Beispiel hierfür ist der Wirkstoff Latanoprost, der seit seiner Einführung im Jahr 1996 weltweit mit mehr als 100 Millionen Verordnungen am häufigsten eingesetzt wird. Da Glaukom-Patienten lebenslang auf ihre Augentropfen angewiesen sind, wenn sie die Krankheit unter Kontrolle halten wollen, müssen die Arzneimittel auch gut verträglich und einfach handzuhaben sein. Latanoprost ist vermutlich auch deshalb so beliebt, weil die Tropfen nur einmal täglich angewendet werden müssen. Bei den älteren Betablockern musste das bis zu vier Mal am Tag geschehen. Da Betablocker auch den Druck weniger stark senken und wegen ihrer Nebenwirkungen von vielen Patienten nicht gut vertragen werden, gelten Prostaglandinanaloga wie Latanoprost heute als Mittel der ersten Wahl in der Glaukom-Therapie.
Nur in Deutschland hinkt man dieser Entwicklung noch etwas hinterher, wie eine Umfrage unter den 1.700 Mitgliedern der Initiative Auge e. V., des größten Selbsthilfeverbands von Glaukom-Patienten, ergeben hatte. Mehr als die Hälfte der deutschen Glaukom-Patienten, so das Ergebnis, werde noch mit Medikamenten behandelt, die nicht mehr dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung entsprächen. Die Patientenvereinigung fordert daher nachdrücklich, dass auch die Glaukomkranken hierzulande besseren Zugang zu modernsten Behandlungsformen erhalten. Nur so lasse sich die Lebensqualität der betroffenen Menschen dauerhaft verbessern.
Glaukom-Hotline 0800-0112118 gibt Auskunft
Die Initiative Auge e. V. macht sich darüber hinaus Jahr für Jahr mit großen bundesweiten Aufklärungs-Kampagnen für die Glaukom-Vorsorge stark. Wer Fragen zum Glaukom hat, kann sich außerdem an das Glaukom-Beratungstelefon wenden, das die Initiative als besonderen Service nicht nur für ihre Mitglieder anbietet. Diese Hotline ist jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0 800 / 01 12 118 zu erreichen. Viele Hundert Menschen haben dieses Angebot bereits genutzt, wenn sie sich Sorgen wegen einer plötzlichen Glaukom-Diagnose oder wegen Problemen bei der Therapie gemacht haben.
Grüner Star – das unterschätzte Risiko (Zeichen 5.844)
(dgk) Der Grüne Star (Glaukom) ist eine der gefährlichsten Augenerkrankungen. Schleichend und meist völlig schmerzlos verengt sich das Blickfeld des betroffenen Menschen immer mehr. Wenn nicht rechtzeitig etwas dagegen unternommen wird, kann dies zur Erblindung führen.
Wichtigste Ursache des Glaukoms ist ein zu hoher Druck im Auge, der allmählich den sehr empfindlichen Sehnerven quetscht und unwiderruflich zerstört. Etwa eine Million Bundesbürger leiden bereits an einem Glaukom, mindestens eine weitere Million lebt unerkannt mit einem zu hohen Augeninnendruck, weist also ein erhöhtes Risiko für ein Glaukom auf.
Nicht verwechselt werden darf das Glaukom mit dem Grauen Star, bei dem die Augenlinse sich eintrübt und wo auch in fortgeschrittenem Stadium durch eine Operation noch wirksam geholfen werden kann. Im Gegensatz dazu lassen sich beim Grünen Star die bereits eingetretenen Verluste des Sehvermögens nicht mehr rückgängig machen.
Gibt es besondere Risikofaktoren?
Grundsätzlich ist kein Mensch davor gefeit, am Grünen Star zu erkranken. Von bestimmten Faktoren weiß man aber, dass sie das Risiko für ein Glaukom deutlich erhöhen:
- Das Alter: Nach Überschreiten des 40. Lebensjahres steigt die Häufigkeit des Glaukoms.
- Die Vererbung: Vieles spricht dafür, dass die Veranlagung für ein Glaukom vererbt wird. Gibt es in der Familie schon einen Glaukomfall, sollte man besonders wachsam sein.
- Andere Erkrankungen: Zuckerkranke (Diabetes mellitus) oder stark kurzsichtige Menschen sind beispielsweise überdurchschnittlich gefährdet.
Früh erkannt, Gefahr gebannt
Beim Grünen Star kommt es ganz entscheidend darauf an, dass er so früh wie möglich erkannt und richtig behandelt wird. Ab dem 40. Lebensjahr sollte deshalb jeder einmal jährlich eine Glaukom-Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt vornehmen lassen. Nur durch diesen kurzen und schmerzlosen Test erhält man eindeutigen Aufschluss darüber, wie es um die eigenen Augen bestellt ist.
Bei einer umfassenden Früherkennungsuntersuchung prüft der Augenarzt nicht nur den Augeninnendruck, sondern auch den Augenhintergrund, das Gesichtsfeld und im Idealfall die Dicke der Hornhaut. Alle diese verschiedenen Untersuchungen sind notwendig, denn erst durch sie kann sich der Augenarzt ein klares Bild von der Situation machen.
Die alleinige Messung des Augeninnendrucks reicht für eine exakte Diagnose nicht aus. Der Grund: Bei bis zu einem Drittel der Glaukom-Patienten wird ein völlig normaler Druck ermittelt, dennoch entwickeln sich bei ihnen die typischen Schäden. Man spricht dann von einem Normaldruckglaukom. Der Sehnerv der betroffenen Menschen ist offenbar extrem empfindlich. Misst man bei diesen Personen also nur den Augeninnendruck, würde man sie in einer falschen Sicherheit wiegen.
Auch die Dicke der Hornhaut kann die exakte Bestimmung des Augeninnendrucks beeinflussen. Normalerweise ist die Hornhaut etwa 0,55 mm dick. Doch es gibt durchaus Abweichungen. Beim Einen ist sie etwas dünner, beim Anderen dagegen dicker. Je nach individueller Hornhautdicke kann der tatsächliche Druck im Auge um bis zu 5 mmHg höher oder niedriger liegen als die Druckmessung ergab. Im Grenzbereich um 21 mmHg kann dies also Konsequenzen für die Einleitung einer Behandlung haben. Mit einer Pachymetrie, einem speziellen Ultraschallverfahren, kann der Augenarzt die Hornhautdicke bestimmen und in seine Diagnose mit einfließen lassen.
Schnell und schmerzfrei: Moderne Untersuchungsmethoden
Am wichtigsten ist aber für den Augenarzt, dass er sich den Augenhintergrund und den Sehnerv genau ansehen kann. Schäden durch einen überhöhten Augeninnendruck werden dort meist am frühesten sichtbar. Für eine exakte Diagnose spielt dabei nicht nur die Erfahrung des Arztes eine Rolle, sondern auch die Technik, die er einsetzen kann. Große Fortschritte hat hier die Laser-Technologie gebracht. Mit Hilfe der so genannten „Laser Scanning Tomographie“ (HRT) kann der Arzt verschiedene Schichten der Netzhaut oder des Sehnervs darstellen, ohne den Augapfel überhaupt zu berühren. Ein angeschlossener Computer berechnet anschließend die Daten und setzt diese zu einem dreidimensionalen Bild zusammen.
Für Patient und Augenarzt bedeutet die Laser-Tomographie einen Zugewinn an Sicherheit. Selbst geringfügige Schäden an Sehnerv oder Netzhaut bleiben so nicht unerkannt. Aufgrund der Messungen kann der Arzt den Therapieverlauf und den Erfolg der Behandlung viel genauer verfolgen und – falls notwendig - daran Veränderungen beziehungsweise Verbesserungen vornehmen. Die Vorteile für den Patienten sind offensichtlich.
Stetes Tropfen hilft
Eine erfolgreiche Therapie des Glaukoms muss also möglichst frühzeitig beginnen. Nur dann lässt sich das Augenlicht so weitgehend wie möglich bewahren. Gerade in den letzten Jahren hat die Glaukom-Forschung rasante Fortschritte gemacht. Neue, wirksamere und besser verträgliche Substanzen wurden entwickelt. Als neue Mittel der Wahl kristallisieren sich dabei mehr und mehr die so genannten Prostaglandinanaloga heraus. Der bekannteste Vertreter dieser Wirkstoffklasse ist wohl das Latanoprost. Latanoprost ist derzeit das weltweit am meisten verordnete Glaukom-Therapeutikum.
Dass Latanoprost neben Betablockern wie Timolol mittlerweile auch von den Augenärzten in Deutschland als neue Standardtherapie eingesetzt werden darf, hängt sicher nicht zuletzt mit seiner einfachen Anwendung zusammen. Da der Wirkstoff den Augeninnendruck über 24 Stunden konstant senkt, müssen die Tropfen nur einmal täglich genommen werden. Dies erleichtert vielen Patienten die Einhaltung der Einnahmevorschriften erheblich. Und die regelmäßige Anwendung der drucksenkenden Augentropfen ist schließlich eine unabdingbare Voraussetzung für jede erfolgreiche Glaukombehandlung.
Grüner Star: Wirksame Augentropfen können Operation überflüssig machen (Zeichen 2.805)
(dgk) Neuere Medikamente gegen die gefährliche Augenkrankheit Grüner Star (Glaukom) verringern offensichtlich die Zahl von chirurgischen Eingriffen am Auge, das haben jetzt amerikanische Wissenschaftler bei einer Langzeitstudie festgestellt. Die Ergebnisse sind mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auch auf Deutschland übertragbar und zeigen, dass moderne Therapien die Lebensqualität von Glaukom-Patienten deutlich verbessern können.
Das Glaukom ist eine chronische Erkrankung, bei der ein zu hoher Druck innerhalb des Augapfels den Sehnerv unwiederbringlich zerstört. Wird der Druck nicht durch spezielle Augentropfen wieder deutlich und dauerhaft gesenkt, droht die Erblindung. Bis Mitte der 1990-er Jahre war das Arzneimittel-Arsenal der Augenärzte für den Kampf gegen das Glaukom noch sehr eingeschränkt. Augenoperationen waren deshalb oft der letzte Ausweg, wenn Medikamente alleine nicht mehr ausreichten. Aber auch mit chirurgischen Eingriffen lässt sich der Grüne Star in vielen Fällen nicht dauerhaft stoppen. So kann etwa bei jedem zweiten Patienten bereits im ersten Jahr nach einer Glaukom-Operation erneut eine medikamentöse Therapie notwendig sein.
Nach wirksameren Glaukom-Arzneien wurde und wird deshalb intensiv geforscht. Ein Ergebnis dieser Anstrengungen bildeten die Prostaglandin-analoga. Der erste Vertreter dieser völlig neuen Wirkstoffklasse war das Latanoprost, welches 1996 in den USA eingeführt wurde.
Wie deutlich der neue Wirkstoff offenbar die Situation vieler Glaukom-Patienten verbesserte, entdeckten jetzt amerikanische Forscher, als sie die Zahlen der Glaukom-Operationen in den USA in den Jahren 1994 bis 1999 rückblickend miteinander verglichen. Von den etwa 2,5 Millionen US-Bürgern mit einem Glaukom mussten sich 1994 bis 1996 jährlich jeweils ca. 140.000 einer Augenoperation unterziehen. Im Jahr 1997 bemerkten die Wissenschaftler, dass die Zahl der Operationen plötzlich auf nur noch 104.000 gesunken war und sich weiter verringerte bis auf 85.000 im Jahr 1999, dem Ende des Beobachtungszeitraums.
Die Schlussfolgerung der Forscher: Schon ein Jahr nach Einführung des neuen Wirkstoffs mussten die Augenärzte erheblich weniger häufig zum Skalpell oder Laser greifen als zuvor; bis 1999 gingen die chirurgischen Eingriffe um mehr als die Hälfte (72 Prozent) zurück. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass sich dieser Trend in den folgenden Jahren weiter fortgesetzt hat. In Deutschland ist Latanoprost seit 1997 zugelassen. Hierzulande haben Prostaglandinanaloga aber noch nicht die gleiche große Verbreitung gefunden wie in den Vereinigten Staaten. Aufgrund der zahlreichen positiven Studiendaten erwarten Fachleute allerdings auch bei uns eine ähnliche Entwicklung.
Volkskrankheit Glaukom: Unwissenheit kann blind machen (Zeichen 3.217)
Emnid-Umfrage deckt gefährliche Wissenslücken auf
(dgk) Das Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen in den westlichen Industrieländern. Doch obwohl bereits fast eine Million Menschen in Deutschland vom Glaukom betroffen sind, hat jeder vierte noch nie etwas von der Augenerkrankung gehört. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage bei 1079 Bundesbürgern ab 35 Jahren, die das Marktforschungsinstitut EMNID durchgeführt hat.
Mit den Augen erschließen wir uns die Welt. Ganz selbstverständlich verlassen wir uns dabei auf ein Sinnesorgan, ohne das wir im Alltag hilflos wären. Kaum vorstellbar, eines Tages einmal auf das Sehen verzichten zu müssen. Doch kann uns dieses Schicksal treffen - in Form der Augenerkrankung Glaukom, im Volksmund oft als "Grüner Star" bezeichnet. Hauptsächlich bedingt durch einen erhöhten Augeninnendruck wird der Sehnerv schleichend zerstört, bis hin zur Erblindung.
Fast eine Million Bundesbürger sind bereits von einem Glaukom betroffen. Dennoch hat jeder vierte Deutsche noch nie etwas von dieser Volkskrankheit gehört, wie die Ergebnisse der EMNID-Umfrage zeigten. Ein Drittel der Befragten verwechselte den Grünen Star mit dem Grauen Star, der Linsentrübung. Ganz offensichtlich ist die Mehrheit der Bevölkerung nicht ausreichend darüber informiert, was sie für die Gesundheit ihrer Augen tun sollte. Viele der Befragten glauben, Vorsorge betreiben zu können, indem sie für angemessene Beleuchtung sorgen (90 Prozent), Vitamin A zu sich nehmen (42 Prozent) oder ihre Augen beim Lesen kleiner Schrift "trainieren" (35 Prozent). 64 Prozent der Befragten nahmen an, dass sich die Augen im Schlaf von selbst regenerieren. Doch solche gut gemeinten Maßnahmen allein reichen nicht aus, um einer ernsthaften Augenerkrankung wie dem Glaukom vorzubeugen.
Ein Glaukom muss nicht zwingend zur Erblindung führen - man kann sich davor schützen. Der Augenarzt kann die Erkrankung mit einer Früherkennungsuntersuchung rechtzeitig entdecken und einer Erblindung vorbeugen. Doch die Mehrzahl (87 Prozent) der Deutschen würde erst dann zum Augenarzt gehen, wenn sie nicht mehr deutlich sehen könnte. Im Fall eines Glaukoms wäre es dann bereits zu spät. Das Glaukom kündigt sich nicht durch verschwommenes Sehen an, wie mehr als die Hälfte der Deutschen laut Umfrage glaubt. Der Patient bemerkt den Sehverlust meist erst, wenn bereits erheblicher und irreparabler Schaden entstanden ist.
Je früher das Glaukom entdeckt und therapiert wird, desto eher kann das Sehvermögen erhalten werden. Nur 44 Prozent der Befragten wissen, dass sich ein Glaukom mit Augentropfen, die den Augeninnendruck senken, erfolgreich behandeln lässt. Dass der Erkrankte nicht zwangsläufig operiert werden muss, ist nicht einmal der Hälfte der Befragten bekannt. Viele Erblindungen können vermieden werden, wenn die Früherkennung ernst genommen wird, sagen Experten. Doch die Deutschen zeigen sich leichtsinnig in Sachen Früherkennung. Obwohl immerhin 40 Prozent durch Zeitung oder Fernsehen schon einmal auf das Glaukom aufmerksam geworden sind, haben lediglich 26 Prozent beim Augenarzt in den letzten zwölf Monaten einen Glaukom-Check gemacht.
Modernste Technik verbessert die Früherkennung des Glaukoms (Zeichen 1.749)
(dgk) Der rechtzeitigen Diagnose eines Glaukoms kommt höchste Priorität zu. Um ihren Patientinnen und Patienten den zurzeit technisch bestmöglichen Service der Glaukom-Früherkennung und -Therapie anbieten zu können, haben sich zahlreiche Augenärzte in vielen Regionen zu Apparategemeinschaften zusammengefunden. In einem gemeinsam betriebenen, eigens dafür eingerichteten AugenDiagnostikCenter (ADC) stehen nun modernste Geräte, wie zum Beispiel ein so genannter Laser Scanning Tomograph. Damit kann der Augenarzt bereits in einem viel früheren Stadium als bisher feststellen, ob Nervenfasern geschädigt wurden, und dann rasch wirksame Gegenmaßnahmen einleiten. Auch der Verlauf und der Erfolg einer Glaukom-Therapie lässt sich mit den jetzt zur Verfügung stehenden Apparaten besser kontrollieren.
Die ersten Erfahrungen in den ADC sind sehr positiv. Ärzte berichten, die Patienten seien einfach erleichtert, wenn sie etwas angeboten bekommen, was ihnen einen zusätzlichen Nutzen verspricht. Schließlich geht es um ihr Augenlicht und keiner möchte das so gerne verlieren. Also ist jeder froh, wenn er die Chance zu einer Verbesserung seiner Situation ergreifen kann. In den ADC wird der Patient zum Partner des Arztes. Ihm wird verdeutlicht, dass er selbst Verantwortung für seine Gesundheit übernehmen muss und dass er es selbst in der Hand hat, wenn er eine Verbesserung seiner Situation erreichen möchte. Gerade bei einer Krankheit wie dem Glaukom hängt der Erfolg einer medikamentösen Therapie ganz entscheidend von der Mitarbeit des Patienten und seiner Therapietreue ab. Und diese wiederum ist sicher dann am höchsten, wenn der Patient gut über seine Krankheit informiert ist.
Wie es zum Glaukom kommt (Zeichen 3.472)
Wissenswertes über das menschliche Auge
(dgk) Das menschliche Auge ist ein nahezu kugelförmiges Sinnesorgan mit einem Gewicht von etwa 7,5 Gramm. Von außen wird es von der Lederhaut umschlossen, die vorn in die transparente Hornhaut übergeht. Unterhalb der Lederhaut liegt die Aderhaut, die das Auge mit Nährstoffen versorgt. Auf der sichtbaren Vorderseite bildet diese Schicht die Regenbogenhaut, auch Iris genannt, welche die Pupille umschließt. Die Netzhaut kleidet schließlich als innerste Schicht das Auge aus. In ihr liegen Millionen von lichtempfindlichen Sehzellen. Fällt Licht auf das Auge, bündelt zunächst die Linse den Lichtstrahl und überträgt ihn auf die Netzhaut. Feinste Sehzellen registrieren den Reiz und leiten ihn an den drei bis vier Millimeter dicken Sehnerv weiter, der die Informationen schließlich an das Sehzentrum im Großhirn übermittelt.
Damit das Auge seine kugelige Form behält und seine Aufgaben optimal erfüllen kann, muss in seinem Inneren ein gewisser Druck herrschen. Normalerweise liegt dieser in einem Bereich zwischen 12 und 21 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Steigt der Augeninnendruck deutlich und dauerhaft über die Marke von 21 mmHg, besteht ernste Gefahr für die empfind-lichen Fasern des Sehnervs. Inzwischen hat der Grenzwert von 21 mmHg allerdings an Bedeutung verloren, denn heute weiß man: Bei vielen Menschen kann auch schon ein niedrigerer Druck zu Schäden am Sehnerv führen.
Verantwortlich für die Stabilität des Auges ist zum einen der so genannte Glaskörper, dessen gelartige, elastische Masse den größten Teil des Auges ausfüllt. Zum anderen trägt aber auch die so genannte Augenkammer im vorderen Augenabschnitt ihren Teil bei. Dieser Hohlraum zwischen Hornhaut und Linse ist mit einer glasklaren Flüssigkeit gefüllt, dem so genannten Kammerwasser. Das Kammerwasser hat die Aufgabe, Linse, Iris und Hornhaut mit Nährstoffen zu versorgen.
Das Kammerwasser bildet sich fortwährend neu. Gleichzeitig wird verbrauchtes Wasser durch ein feines Kanalsystem (Schlemmscher Kanal) nach einiger Zeit wieder aus dem Auge abtransportiert. Ist das Auge gesund, besteht ein Gleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers: Der Augeninnendruck bleibt weitestgehend konstant.
Wenn der Druck im Auge steigt
Ist dagegen der Abfluss aus irgendeinem Grund gestört, baut sich durch das ständig nachfließende Kammerwasser allmählich ein immer stärkerer Druck in der Augenkammer auf. Dieser Überdruck pflanzt sich über den Glaskörper auf das ganze Auge und so auch auf die Netzhaut fort. Die von dort ausgehenden Nervenfasern, die die Seheindrücke an das Gehirn weiterleiten, reagieren besonders empfindlich auf die Drucksteigerung. Der Sehnervenkopf, also der Ort, wo die gebündelten Nervenfasern als Sehnerv den Augapfel verlassen, ist eine sehr heikle Stelle. Werden die Nervenfasern dort gequetscht, können sie absterben und es kommt zu Ausfällen im Gesichtsfeld. Diese Ausfälle betreffen zunächst meist nur Randbereiche und fallen den Betroffenen daher auch nicht auf. Bleibt der Druck aber hoch, gehen mehr und mehr Fasern zu Grunde, die Ausfälle weiten sich aus. Sie werden aber immer noch nicht bemerkt, denn die Sehkraft im Zentrum des Gesichtsfeldes schwindet meistens erst im Spätstadium der Glaukomerkrankung – und das Glaukom bereitet normalerweise keine Schmerzen. Diese Umstände führen dazu, dass die Betroffenen meist erst viel zu spät einen Augenarzt aufsuchen.

Abb. 1 Erhöhter Augeninnendruck

Abb. 2 Augeninnendruckmessung
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