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August 2005
Salmonellose – die unbekannte Gefahr
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(dgk) Sommerzeit ist Salmonellenzeit: Gerade in den warmen Monaten häufen sich die Infektionen mit dem gefährlichen Bakterium, an denen pro Jahr rund 70.000 Menschen alleine in Deutschland erkranken – die Dunkelziffer dürfte jedoch um das Zehn- bis Zwölffache höher liegen.
Bratwürstchen und selbstgemachter Kartoffelsalat auf dem Grillfest, eine Portion Pommes mit “Mayo” oder ein Stück Kuchen beim Straßenfest, ein Eis im Schwimmbad: Leckereien, die zum Sommer einfach dazu gehören. Allerdings steigen gerade in den Sommermonaten die Infektionen mit Salmonellen sprunghaft an; Grund dafür sind häufig unsauber zubereitete Speisen oder auch das so beliebte Speiseeis. Insbesondere Süßspeisen mit rohen Eiern, Eis oder selbst gemachte Mayonnaise bergen Gefahren: Stehen sie während einem zünftigen Grillabend längere Zeit ungekühlt auf dem Tisch, können sich die gefährlichen Krankheitserreger ungebremst vermehren. Die Folgen können entsprechend sein: starke Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Eine Salmonellose kann bei Kindern sowie kranken oder alten Personen unter Umständen sogar zum Tod führen.
“Rund ein Drittel der Bevölkerung gehören zu den Risikogruppen für eine Salmonellen-Infektion”, sagt Prof. Dr. Michael Bülte vom Institut für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde der Justus-Liebig-Universität Gießen. “Das Problem ist aber, dass die meisten Leute das Gefährdungspotential gar nicht kennen”. Gerade bei sommerlichen Temperaturen muss man Vorsicht walten lassen. So sollte beim Einkaufen unbedingt auf die korrekte Einhaltung der Kühlkette geachtet werden, da angetaute Lebensmittel bereits erheblich mehr Bakterien und andere krankheitsauslösende Keime enthalten, als tiefgefrorene. Auch die richtig eingestellte Kühlschranktemperatur ist wichtig: Maximal fünf Grad Celsius sollten es sein, höhere Temperaturen können gefährlich werden.
Grundsätzlich sollten die Hände vor und nach der Essenszubereitung gewaschen werden. Salmonellen werden besonders häufig durch rohe Eier oder durch nicht völlig durchgegartes Fleisch, vor allem Geflügel oder Hackfleisch, übertragen. Auf Speisen wie Mayonnaise, die mit rohen Eiern zubereitet werden, sollte man daher möglichst ganz verzichten. Lebensmittel, die als eventuelle Träger von Salmonellen gelten, müssen strikt getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahrt werden.
Ein weiterer Tipp: Küchentücher häufig wechseln, Küchengeräte und Arbeitsplatten nach Gebrauch heiß spülen sowie Auftauwasser von gefrorenem Fleisch nicht mit anderen Lebensmitteln zusammen bringen.
Andere Maßnahmen zur Vorbeugung existieren nicht. Zwar gibt es seit 1994 in Deutschland die gesetzlich vorgeschriebene Pflicht, alle Hühnerbestände, die zur Fleisch- oder Eierproduktion bestimmt sind und aus mehr als 250 Junghennen bestehen, gegen Salmonellen zu impfen. Die herkömmliche Impfung über das Trinkwasser der Tiere scheint jedoch keinen andauernden Schutz zu bieten, da trotzdem noch ein relativ hoher Prozentsatz an Hühnern positiv ist. Allerdings gibt es mittlerweile eine weitere Möglichkeit zur Prophylaxe von Salmonellen. So ist seit einiger Zeit ein relativ neuer Geflügel-Impfstoff auf dem Markt, der den Tieren intramuskulär verabreicht wird und gegenüber der herkömmlichen Impfung über Wasser deutliche Vorteile aufweist – die Gefahr von Salmonellen-Infektionen kann damit zukünftig deutlich gesenkt werden.
Lebensmittelhygiene – ein Buch mit sieben Siegeln?
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(dgk) Wöchentliche Sonderangebote, eine reichhaltige Auswahl an verschiedenen Fertiggerichten – das Leben wird günstiger und vielfach auch einfacher. Allerdings gibt es auch Nachteile: Die Kenntnisse des richtigen Umgangs mit Lebensmitteln werden immer schlechter.
Lebensmittelskandale sind fast allgegenwärtig – viele Menschen reagieren zu Recht sehr besorgt, wenn Meldungen über Schadstoffe in Lebensmitteln veröffentlicht werden. Wer frisches Obst und Gemüse verzehrt, sollte sich nicht vor Pestizidrückständen fürchten müssen, wer Eier und Geflügel isst, nicht vor Antibiotika oder wer Toast und Knäckebrot knabbert, nicht vor Acrylamid.
Doch es gibt noch andere Risiken, die sehr häufig unterschätzt werden. Gemeint sind die Gefahren durch Mikroorganismen, die sich – ganz besonders im Sommer – rasend schnell vermehren und zu teilweise schweren Erkrankungen führen können. Dabei kann es sich um eine Infektion handeln oder sogar um eine Vergiftung, da bestimmte Erreger Toxine (Gifte) bilden können. Zu den Mikroorganismen zählen unter anderem Bakterien, Schimmelpilze und Hefen. Sie sind mikroskopisch klein und können erst bei starker Vermehrung mit bloßem Auge, zum Beispiel als Pilzbelag, erkannt werden.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung berichtet, dass in Deutschland jedes Jahr etwa 200.000 Erkrankungen durch verdorbene Lebensmittel bekannt werden, fast ein Drittel davon sind Salmonellen-Infektionen. Die tatsächliche Zahl wird jedoch 10 bis 20 Mal höher geschätzt. Dies entspricht einer Zahl von bis zu 4.000.000 Fällen jährlich.
Wie heftig eine solche Erkrankung ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, in erster Linie von der Art des Erregers, von der Anzahl der Keime und vom Immunsystem des Menschen. Die Palette der Symptome reicht von einer leichten Übelkeit über schweren Brechdurchfall bis hin zur Muskel-Lähmung, Stillstand des Atemsystems und zum Tod des Patienten. So sind Risikogruppen, wie Säuglinge und Kleinkinder, alte Menschen und solche, deren Abwehrsystem infolge einer Erkrankung geschwächt ist, besonders gefährdet. In der Vergangenheit ist es beispielsweise immer wieder zu schweren Salmonelleninfektionen in Altersheimen gekommen.
Durch entsprechende Konzepte und Hygienestandards konnten die Risiken in der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln deutlich gesenkt werden. Ein zusätzliches Problem sind die Tierbestände. Nutztiere, besonders Hühner, können Krankheitserreger tragen, ohne klinische Symptome zu zeigen. Auch die Lagerung und die Zubereitung tierischer Produkte gelten als kritisch. Zu Hause sollte jeder so sorgfältig wie nur möglich im Umgang und bei der Zubereitung von Lebensmitteln sein.
- Kühlketten möglichst kurz unterbrechen, d. h. mit empfindlichen Lebensmitteln immer sofort nach Hause fahren; Tiefkühl-Produkte bei längerem Transport in Papier einschlagen oder aber in einer Isoliertasche transportieren; auch zu Hause nie antauen lassen;
- Vorsicht bei Speisen mit rohen Eiern wegen der Salmonellengefahr, also z. B. bei Tiramisu oder Pudding mit Eischnee: Die Eier sollten ganz frisch sein, im Sommer ist eher ein Verzicht ratsam – besonders für Risikogruppen;
- Vorsicht auch beim Umgang mit rohem Geflügel: Gründliche Reinigung von allem, was mit der Auftauflüssigkeit in Berührung gekommen ist, der Wischlappen gehört in die Kochwäsche;
- Inhalte von unter Druck stehenden Konserven (“Bombagen”) oder Einmachgläsern auf keinen Fall verzehren: Es besteht die Gefahr von Botulismus, einer potentiell tödlich verlaufenden Vergiftung durch Bakterien;
- an- oder aufgetaute Eiscreme nicht wieder einfrieren: Hier besteht die Gefahr, dass sich vorhandene Keime während der Auftauphase stark vermehren; Salmonellen z. B. werden durch das Wiedereinfrieren nur “lahm gelegt”, jedoch nicht abgetötet;
- bei in Folie abgepackten tierischen Lebensmitteln das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht bis zum Schluss “ausreizen”: Untersuchungen z. B. von verpacktem Lachs haben gezeigt, dass er bereits vor Ablauf eines Mindesthaltbarkeitsdatums verdorben sein kann;
- besser nicht zu viel einkaufen: Sonderangebote verleiten zwar zu großer Vorratshaltung, es sollte jedoch sichergestellt sein, dass die Produkte auch richtig gelagert werden können.
- immer beachten, dass aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdaten nur für die ungeöffnete Verpackung gelten; empfindliche Lebensmittel dann auch möglichst schnell aufbrauchen;
- Spül-/Wischlappen in der Küche sehr häufig wechseln: alle zwei Tage, noch besser jeden Tag – sie sind wahre Brutstätten für Keime.
- Antibakterielle Spülmittel und Reiniger täuschen trügerische Sicherheit vor. Zwar können sie tatsächlich Keime von Geschirr oder der Arbeitsfläche entfernen – die keimfreie Umgebung kann aber sehr schnell wieder durch die Hände oder andere Lebensmittel kontaminiert werden.
Chronik spektakulärer Lebensmittel-Vergiftungen in Deutschland
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Juni 2004: Im südlichen Oberallgäu sind insgesamt 32 Salmonellen-Fälle nachgewiesen worden. Vier Tote, Frauen im Alter zwischen 64 und 92 Jahren, litten mit Sicherheit an Salmonellen. Mit Salmonellen infiziert waren zehn Patienten der Oberallgäuer Kliniken, zehn Bewohner von Altenheimen und zwölf Mitarbeiter der Kliniken in Sonthofen und Immenstadt.
Juni 2000:13 Kinder müssen nach einem Besuch eines Volksfestes in Proßmarke (Landkreis Elbe-Elster) mit einer schweren Salmonelleninfektion in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Labortestes weisen eine hochgradige Verseuchung mit Salmonellen in einem Kuchen nach.
Januar 1998: Verseuchtes Schulessen löst eine Salmonellenepidemie unter Kindern im brandenburgischen Storkow aus. An insgesamt drei Grundschulen und vier Kindergärten erkranken 346 Jungen und Mädchen sowie 4 Erzieher an Durchfall und Fieber. Alle betroffenen Einrichtungen wurden von derselben Großküche mit Essen beliefert. Auslöser der Salmonellen-Epidemie ist vermutlich ein Grießbrei mit Früchten.
Mai 2000: In Halle müssen 120 Patienten, darunter viele Kinder, wegen starker Magenbeschwerden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt werden. Sie hatten Nudeln mit Wurstgulasch einer Halleschen Catering-Firma gegessen.
März 2000: In vier Berliner Seniorenheimen sterben 14 Menschen, nachdem sie mit Salmonellen verseuchte “Eclairs” (so genannter Liebesknochen) als Dessert gegessen haben. 222 Senioren erkranken an einer Lebensmittelvergiftung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine Berliner Bäckerei wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.
Juni 1998: In einem Münchner Altenheim stirbt eine 84 Jahre alte Frau vermutlich an den Folgen einer Lebensmittelvergiftung. 22 weitere Senioren leiden unter Brechdurchfall sowie unter Herz- und Kreislaufbeschwerden. Die Polizei vermutet auch hier eine Lebensmittelvergiftung als Ursache.
Juni 1998: Rund 30 Menschen erkranken in Göttingen nach dem Verzehr von verdorbenem Rohmilch- Käse an einer Lebensmittelvergiftung. Die Betroffenen hatten den Käse auf einem Flohmarkt in der Innenstadt als Sonderangebot gekauft. Eine Firma aus Thüringen hatte ihn als biologisch-organisches Produkt ausgegeben und zu einem Viertel seines regulären Preises angeboten.
September 1997: Bei einem kirchlichen Kongress des "Marburger Kreises" in Veitshöchheim (Landkreis Würzburg) ziehen sich etwa 50 Teilnehmer eine Lebensmittelvergiftung zu. 17 Menschen werden mit schweren Magen- und Darmkrämpfen in unterfränkische Krankenhäuser gebracht. Ursache der Vergiftung ist vermutlich ein Reisgericht.
Juni 1997: In acht Kindertagesstätten der Stadt Tübingen erkranken 50 Menschen an einer Salmonellenvergiftung. 33 Kinder und 18 Erzieherinnen müssen kurzzeitig in einer Klinik und zu Hause behandelt werden. Die Tagesstätten beziehen ihr Essen aus der Küche des Bürgerheims, die eine Kantine für städtisches Personal und Kindergärten beliefert.
Juni 1997: In einer Bamberger Tageseinrichtung für geistig Behinderte erkranken etwa 90 Menschen an einer Salmonellenvergiftung. Die Ansteckung wurde durch hygienisch nicht einwandfreie Lebensmittel hervorgerufen. Das Gesundheitsamt erhebt keine Vorwürfe gegen die Einrichtung.
August 1996: Bei einem Markt in Jetzendorf (Landkreis Pfaffenhofen) infizieren sich rund 60 Besucher mit Salmonellen. Die Patienten leiden teilweise unter starkem Durchfall und werden in einem Krankenhaus behandelt.
Juni 1994: Nach einer Hochzeitsfeier im württembergischen Dischingen (Kreis Heidenheim) müssen 17 von 170 Gästen wegen des Verdachts auf akute Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus. Weiteren 10 Gästen wird nach dem Hochzeitsschmaus ebenfalls schlecht.
Salmonellen – welche neuen Erkenntnisse gibt es?
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(dgk) Erkrankungen durch Lebensmittel haben weltweit zugenommen. Welche neuen Forschungsansätze gibt es, um Infektionen einzudämmen – und welche Probleme gibt es dabei?
Salmonellen-Infektionen gelten in den Industrienationen als die am weitesten verbreitete Ursache für schwere Magen-Darm-Erkrankungen des Menschen – sie sind die am häufigsten vom Tier zum Menschen übertragene Erkrankung (Zoonose). Vor allem Geflügel und Geflügelprodukte (Eier bzw. Eiprodukte) gelten als wichtige Ursache einer Salmonelleninfektion. Insbesondere mit Salmonellen infizierte Eier und mit Rohei hergestellte Speisen wie Speiseeis, Süßspeisen, Cremes, Saucen und Backwaren sind in den europäischen Ländern die Hauptinfektionsquellen.
“Salmonellen können bei Geflügel auf verschiedenen Wegen weitergegeben werden”, so Prof. Dr. Dr. Hafez vom Institut für Geflügelkrankheiten der Freien Universität Berlin. “Die Übertragung erfolgt beispielsweise von Elterntieren oder in Brutbetrieben. Eine weitere Rolle spielen kontaminiertes Futter sowie verschiedene andere Faktoren: Auch Menschen, Hunde, Katzen, Nagetiere Vögel oder Insekten können die Erkrankung in sich tragen und entsprechend übertragen.”
Problematisch ist die Tatsache, dass die Infektionen bei Hühnern meistens keine Symptome hervorrufen. “Auf diese Weise können infizierte Tiere die Erreger mit dem Ei ausscheiden und werden als vermeintlich gesundes Tier geschlachtet”, so Hafez. “Des Weiteren können auch kontaminierte Eier in den Verkauf bzw. in Verarbeitungsbetriebe gelangen”.
Regelmäßige Schulung des Personals in Zuchtbetrieben, gründliche Desinfektion und die Schädlingsbekämpfung sind wichtige Maßnahmen, um Infektionen in großen Geflügelbeständen zu vermeiden. Dies reicht jedoch bei weitem nicht aus – die Impfung gegen Salmonellen ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die Zahl der Infektionen einzudämmen. “Eine Impfung von Junghennen ist in Deutschland in Beständen mit mehr als 250 Junghennen vorgeschrieben”, so Prof. Hafez. Die Impfung erfolgt in den meisten Fällen über das Trinkwasser der Tiere.
Dass die Impfung die Zahl der Salmonellen-Infektionen drastisch reduzieren kann, zeigt das Beispiel England. Dort ergab eine Untersuchung im Jahr 1988, dass der größte Teil der Eier mit Salmonellen infiziert war – entsprechend hoch waren die Infektionsraten bei Menschen.
Um die Erkrankungsraten einzudämmen, wurde ein Gütesiegel eingeführt, dass unter anderem die Impfung der Bestände voraussetzte. Das Ergebnis: Innerhalb weniger Jahre sank die Zahl der Infektionen bei Tier und Mensch um fast die Hälfte.
Trotzdem – die Impfung über das Trinkwasser scheint keinen ausreichenden Schutz zu bieten, da immer noch ein gewisser Prozentsatz an Tieren positiv ist. Eine recht neue Entwicklung lässt jedoch hoffen: Ein Impfstoff, der intramuskulär verabreicht wird, könnte das Thema Salmonellen bald in Vergessenheit geraten lassen. Untersuchungen haben gezeigt, dass nur noch 0,3 Prozent der Eier von entsprechend geimpften Tieren Salmonellen enthalten.
Salmonellen – wissenswertes in Kürze
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(dgk) Salmonellen sind nach dem amerikanischen Bakteriologen Daniel E. Salmon benannte Bakterien. Von den rund 2.000 bekannten Arten sind rund 120 in der Lage, beim Menschen die so genannten Salmonellosen hervorzurufen.
Die Symptome sind vielfältig – meist Bauchschmerzen, Durchfall, Fieber und Erbrechen – und können leicht, in den meisten Fällen jedoch sehr heftig ausgeprägt sein. Für Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, alte oder kranken Menschen sowie für Menschen mit einem eingeschränkten Immunsystem kann eine Salmonelleninfektion unter Umständen sogar höchst gefährlich sein.
Allerdings: In einigen Fällen zeigen sich überhaupt keine Krankheitssymptome, obwohl Salmonellen im Darm vorhanden sind und mit dem Stuhl ausgeschieden werden.
Eine Salmonelleninfektion erfolgt fast immer durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln, meist in Verbindung mit mangelnder Hygiene. Von sich reden machen Salmonellosen vor allem, wenn viele Menschen gleichzeitig daran erkranken. Dies geschieht immer wieder in öffentlichen Einrichtungen mit Gemeinschaftsverpflegung wie Kindergärten oder Altenheimen. Natürlich kann eine Salmonelleninfektion aber auch in jedem Privathaushalt auftreten. Ein solcher Fall ist dann zwar weniger spektakulär und gerät selten an die Öffentlichkeit, ist aber nicht minder unangenehm oder gefährlich. Egal, ob öffentlich oder privat: Salmonellosen zählen zu den meldepflichtigen Erkrankungen und müssen vom behandelnden Arzt dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt
(dgk) Als Hauptübertragungsquelle für Salmonellen gelten Geflügel, rohes Fleisch, Speiseeis, Eier und daraus hergestellte Speisen wie Mayonnaise, Tiramisu etc. Da man eine Salmonellenkontamination weder am Geruch noch am Aussehen erkennen kann, sind der richtige Umgang mit diesen Lebensmitteln sowie Hygiene der beste Schutz vor einer Infektion. Hier sind die wichtigsten Tipps zusammengefasst:
- Da sich Salmonellen bereits ab 7 Grad Celsius ( C) rasch vermehren, gehören leicht verderbliche Lebensmittel nach dem Einkauf sofort in den Kühlschrank. Besonders gefährdet ist Hackfleisch, das den Bakterien viel Angriffsfläche bietet: Es sollte noch am Einkaufstag verbraucht werden. Auch fertig zubereitete Speisen müssen – streng von rohen Speisen getrennt – bis zum Verzehr im Kühlschrank lagern.
- Salmonellen vermehren sich zwar unter 7 C nur noch langsam oder gar nicht mehr, können aber Temperaturen von minus 20 C überstehen. Im Idealfall taut man daher tiefgefrorenes Fleisch oder Geflügel im Kühlschrank in einer Schale auf – die Auftauflüssigkeit darf keinesfalls mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen und muss weggeschüttet werden. Speiseeis darf man nicht in an- oder aufgetautem Zustand verzehren.
- Da Salmonellen erst bei Temperaturen über 70 C abgetötet werden, sind Geflügel- und Fleischgerichte gut durchzugaren bzw. vorgekochte Speisen nochmals gründlich zu erhitzen. Füllungen können die im rohen Geflügel lebenden Salmonellen aufnehmen, denn beim Garen wird im Inneren des Geflügels selten die nötige Sicherheitstemperatur erreicht. Daher sollte man das Geflügel erst unmittelbar vor der Zubereitung füllen und die längere Gardauer des dadurch schwereren Bratens berücksichtigen – im Idealfall misst man die Innentemperatur des Bratens vor dem Verzehr mit einem Fleischthermometer. Sie sollte mindestens 70 C betragen.
- Auch im Mikrowellenherd ist auf ausreichende Garzeiten zu achten, da bei zu raschem Erwärmen eventuell “kalte Nester” in den Speisen verbleiben, in denen die Erreger überleben können.
- Eier sind häufig Salmonellenträger. Der beste Schutz ist hier der Verzicht auf Zubereitungen mit rohen Eiern wie Tiramisu, Mayonnaise (Salate!), zumindest aber sollte man nur ganz frische und gut gekühlte Eier verwenden und derartige Speisen sofort nach der Herstellung verzehren. Was das Frühstücksei betrifft, kann die Salmonellengefahr nur gebannt werden, wenn man das Ei lange genug bei ausreichend hohen Temperaturen gart, so dass sowohl das Eiweiß als auch der Dotter fest sind. Als Richtwerte gelten: Eier sieben Minuten kochen oder fünf Minuten pochieren, Spiegeleier auf beiden Seiten je drei Minuten braten (auch wenn deren Aussehen darunter leidet).
- Das Händewaschen vor und nach dem Umgang mit Lebensmitteln versteht sich eigentlich von selbst. Auch die Haushaltsgeräte müssen gründlich gereinigt werden, am besten in der Geschirrspülmaschine, da hier höhere Temperaturen erreicht werden. Außerdem ist bei der Zubereitung selbst auf peinlichste Sorgfalt zu achten: Das Brett, auf dem das rohe Fleisch geschnitten wurde, darf nicht als Ablage für den Löffel benutzt werden, mit dem man beispielsweise die Sauce probiert!
Was tun, wenn …? Manchmal hilft alle Vorsicht nichts, und man zieht sich trotzdem eine Salmonelleninfektion zu. Übelkeit, Erbrechen und mitunter heftige Durchfälle, die etwa 12 bis 24 Stunden nach dem Verzehr “kritischer” Lebensmittel einsetzen, sowie gleichzeitige Erkrankung weiterer Personen, die dasselbe gegessen haben, sind ein erster und wichtiger Hinweis darauf. Den Verdacht bestätigen und die Erkrankung angemessen therapieren kann allerdings nur ein Arzt.
Service-Informationen
Infos im Internet
Umfangreiche und gut verständliche Informationen rund um das Thema “Salmonellen” finden sich auf der Homepage des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de (Menüpunkt “Infektionskrankheiten A-Z" / “Salmonellose”
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Falls Sie ein Interview mit
- Prof. Dr. Dr. H.M. Hafez
Institut für Geflügelkrankheiten
Freie Universität Berlin
- Prof. Dr. M. Bülte
Institut für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde
Justus-Liebig-Universität Gießen
- Frau Dr. S. Schulz
Institut für Ernährungswissenschaft
Justus-Liebig-Universität Gießen
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