DGK e.V. -Erste bundesweite Beratungswoche vom 25. bis 30. April 2005
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Sonderpressedienst 'Zecken & Borreliose – Die unterschätzte Gefahr' März 2005


Erste bundesweite Beratungswoche vom 25. bis 30. April 2005
„Zecken & Borreliose – Die unterschätzte Gefahr“
(1.439 Zeichen)

Zecken & Borreliose – Die unterschätzte Gefahr(dgk) Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa. Mit einer Beratungswoche vom 25. bis 30. April weist das Deutsche Grüne Kreuz e.V. (DGK) auf das Risiko durch Zeckenstiche und geeignete Schutzmaßnahmen hin.

Etwa jede fünfte Zecke in Deutschland ist mit Borreliose-Erregern infiziert. Viele wissen zwar, dass Zecken die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) übertragen, unterschätzen aber das Risiko, sich mit Borrelien zu infizieren. Borreliose kommt überall dort vor, wo es Zecken gibt, also in ganz Deutschland. Laut Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin ist die Borreliose die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa. Eine Infektion kann zu starken chronischen Gelenkbeschwerden und neurologischen Veränderungen führen. Während man sich gegen FSME impfen lassen kann, steht ein solcher Schutz gegen Borreliose nicht zur Verfügung. Einzige vorbeugende Maßnahme ist daher die Vermeidung von Zeckenstichen: Bei Aufenthalten in Wald und Wiese halten lange Kleidung und ein auf die Haut eingeriebenes Zeckenabwehrmittel Blutsauger vom Stechen ab. Zu Hause sollte man den Körper nach Zecken absuchen und diese gegebenenfalls so schnell wie möglich ohne Quetschen entfernen.

Mit steigenden Temperaturen halten sich viele wieder gerne im Freien auf. Daher führt das Deutsche Grüne Kreuz e. V. mit Unterstützung von Autan zu Beginn der Zeckenhochsaison eine große Aufklärungskampagne unter dem Motto „Zecken & Borreliose: Die unterschätzte Gefahr“ durch. Zahlreiche Apotheker im gesamten Bundesgebiet beteiligen sich an der Aktion.

Weitere Informationen und Adressen der Aktionsapotheken erhalten Sie ab Mitte April unter www.dgk.de.


Zecken – Riskante Irrtümer
(1.971 Zeichen)

(dgk) Denken Sie, Sie seien „gegen Zecken geimpft“? Glauben auch Sie, Ihr Zeckenabwehrmittel könnten Sie zu Hause lassen, da Sie diesmal zum Wandern nicht in den Bayerischen Wald, sondern in den Harz fahren? Missverständnisse über die zu den Spinnentieren gehörenden Blutsauger sind weit verbreitet. Das Deutsche Grüne Kreuz e.V. klärt über riskante Irrtümer auf.

1. „Ich bin gegen Zecken geimpft“
Erstens kann man sich nicht gegen „Zecken“ impfen lassen. Und zweitens schützt die Impfung, die damit von Laien gemeint ist, vor Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), nicht aber vor der ebenfalls durch Zecken übertragenen Borreliose. Eine Borreliose kann zu chronischen Gelenkbeschwerden und neurologischen Veränderungen führen. Dieser Erkrankung kann nur durch Vermeiden von Zeckenstichen vorgebeugt werden.

2. „Gefahr durch Zecken lauert nur in Süddeutschland“
Ein gefährlicher Irrtum, denn Zecken kommen in ganz Deutschland vor und auch die Erreger der Borreliose kann man sich überall in der Bundesrepublik „einfangen“. FSME-Risikoge-
biete hingegen befinden sich vor allem in Süddeutschland.

3. „Lange Kleidung hält Zecken sicher ab“
Lange Kleidung hält die unliebsamen Tierchen zwar auf, aber nicht vollständig ab. Einen sicheren Schutz bietet Kleidung allein nicht, da die Tiere mit viel Ausdauer so lange herum krabbeln, bis sie eine geeignete Stichstelle gefunden haben. Dabei können sie schließlich auch unter die Kleidung gelangen.

4. „Zeckenabwehrmittel gehört nur auf nackte Haut“
Für einen guten Schutz mit Zeckenabwehrmitteln muss die Haut auch unter der Bekleidung möglichst großflächig eingerieben werden. Wenn die Zecken dann durch Abstreifen von Pflanzen auf den Körper gelangen und nach einer Stichstelle suchen, finden sie keinen für sie „angenehmen“ Ort und lassen sich wieder fallen. Zusätzlich sollte im Anschluss an einen Aufenthalt im Freien der Körper nach Zecken abgesucht werden.

5. „Zecken lassen sich von Bäumen fallen“
Richtig ist: Zecken halten sich an Gräsern und Pflanzen in Bodennähe (bis in einer Höhe von maximal 1,5 Meter) auf. Sie lassen sich in der Regel nicht auf ihre Opfer fallen, sondern werden von diesen abgestreift. Mit ihren Klauen an den Vorderbeinen bleiben die Parasiten an vorbei kommenden Warmblütern hängen. Hüte schützen daher nicht vor Zeckenbefall.


Jede fünfte Zecke kann beim Blutsaugen Borrelien übertragenJede fünfte Zecke kann beim Blutsaugen Borrelien übertragen.
Quelle: Autan


Tipps: So beugen Sie Zeckenstichen wirksam vor
(2.266 Zeichen)

(dgk) Das Vermeiden von Zeckenstichen ist der einzige wirksame Schutz vor der durch Zecken übertragenen Borreliose. Unerkannt und dann auch unbehandelt kann diese Erkran-kung zu chronischen Gelenkbeschwerden und neurologischen Veränderungen führen. Doch vorbeugende Maßnahmen gegen Zeckenstiche werden laut Robert Koch-Institut in Berlin oftmals nicht angewendet. Das ist fatal, denn etwa jede fünfte Zecke kann Borrelien übertragen, und das deutschlandweit. Experten des Deutschen Grünen Kreuzes e.V. raten dringend, sich bei Aufenthalten im Freiland, bei dem Kontakt zu Vegetation in Bodennähe besteht, vor Zeckenstichen zu schützen:


  • Tragen Sie lange Kleidung

Zecken wird dadurch das Auffinden einer geeigneten Stichstelle zumindest erschwert. Zu Hause sollte man die Kleidung sorgfältig ausschütteln oder in den Wäschetrockner stecken. In der Kleidung versteckte Zecken werden durch trockene Hitze abgetötet. Bevorzugen Sie geschlossene Schuhe. Stecken Sie die Hose zudem in die Strümpfe. Auch das erschwert den Parasiten den Zugang zur nackten Haut.

  • Tragen Sie ein Zeckenschutzmittel auf

Kleidung allein hält die Parasiten nicht sicher ab. Denn auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle krabbeln die Plagegeister oft stundenlang umher – und geraten so auch unter die Kleidung. Daher sollten zumindest Arme und Beine zusätzlich mit einem wirksamen Zeckenschutzmittel eingerieben werden, auch unter den Kleidern. Doch viele Mittel halten nicht, was sie versprechen. Die Stiftung Warentest beurteilte 12 von 18 getesteten Zeckenschutzmittel lediglich als ausreichend oder sogar mangelhaft (Test 4/2001). Als zuverlässiger Wirkstoff, Zecken die Lust auf ihren Lebenssaft zu verderben, hat sich beispielsweise Icaridin erwiesen. Sprechen Sie Ihren Apotheker darauf an.

  • Suchen Sie nach Aufenthalt im Freien den Körper nach Zecken ab

Vergessen Sie dabei nicht den Kopf, die Ohren und den Rücken. Zecken suchen besonders gerne dort nach einer geeigneten Stichstelle, wo die Haut warm, feucht oder dünn ist: also beispielsweise in den Kniekehlen, Leisten oder Achselhöhlen. Bei Kindern befinden sich Zecken häufig an Kopf oder Hals. Achten Sie beim Absuchen auch auf die winzigen Larven, die häufig übersehen werden.

  • Meiden Sie im Freiland Stellen, an denen sich Zecken besonders wohl fühlen

Zecken halten sich in der Vegetation bis maximal 1,5 Meter Höhe auf. Sie benötigen mindestens 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Daher sind sie in Gewässernähe und in der Krautschicht im Wald besonders häufig zu finden. Achten Sie darauf, dass Sie beispielsweise beim Joggen oder Wandern nicht an hohen Gräsern oder Kräutern vorbeistreifen.

Schützen Sie sich und Ihre Familie vor ZeckenAusflug ins Grüne: Schützen Sie sich und Ihre Familie vor Zecken
Quelle: DGK


„Zeckenimpfung“ schützt nicht vor Borreliose
(1.995 Zeichen)

(dgk) Die oft als „Zeckenimpfung“ bezeichnete Spritze beugt der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vor, nicht aber der ebenfalls von Zecken übertragenen Borreliose. Geimpfte wiegen sich daher oft in falscher Sicherheit und übersehen alarmierende Symptome einer Krankheit, die zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann.

FSME ist als Krankheit weithin bekannt. In Deutschland kommt sie vor allem in Bayern und Baden-Württemberg vor. Menschen, die sich im FSME-Verbreitungsgebiet häufiger im Freien aufhalten, sollten sich gegen diese Viruserkrankung impfen lassen. Weniger bekannt, aber viel weiter verbreitet als FSME ist die Borreliose. Den Erreger, ein Bakterium namens Borrelia, kann man sich überall in Deutschland, von der Nordsee bis zu den Alpen, einfangen. Die Bakterien leben im Darm von Zecken und gelangen beim Saugakt in die Stichwunde. Europaweit ist Borreliose die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit. In Deutschland erkranken jährlich bis zu 100.000 Bundesbürger neu. Die Folgen können fatal sein:

Meist beginnt die Krankheit mit einer sich kreisförmig ausbreitenden Hautrötung um die Einstichstelle (Wanderröte). Borreliose lässt sich im Frühstadium gut mit Antibiotika behandeln. Wird die Infektion nicht erkannt, und das ist gar nicht selten, kann es zu chronischen Verläufen mit Gelenkbeschwerden, neurologischen Veränderungen oder Lähmungen kommen. Eine Behandlung im Spätstadium ist oftmals langwierig und schwierig.

Abwehr ist die beste Verteidigung
Die Vermeidung von Zeckenstichen ist der einzige sichere Schutz vor einer Infektion mit Borrelien. Bei Aufenthalten in Wald, Feld und Wiese sollte man daher langärmelige Hemden, lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen, vor allem, wenn man sich bei seinen Erkundungen auch mal ins Unterholz schlägt oder eine hohe Wiese durchstreift. Die Strümpfe sollten über die Hosenbeine gestülpt werden, um Zecken das Eindringen zu erschweren.
Zudem ist es ratsam, Beine und Arme mit einem wirksamen Abwehrmittel einzureiben, auch unter der Kleidung!

Eine sich ausbreitende Rötung um die Einstichstelle herum ist ein sicheres Zeichen für Borreliose.Eine sich ausbreitende Rötung um die Einstichstelle herum ist ein sicheres Zeichen für Borreliose.
Quelle: Autan
Vom 25. bis 30. April 2005 führt das Deutsche Grüne Kreuz e.V. mit Unterstützung von Autan eine bundesweite Aktionswoche zum Thema „Zecken & Borreliose – Die unter-schätzte Gefahr“ durch. Weitere Informationen und Adressen der Aktionsapotheken erhalten Sie ab Mitte April unter www.dgk.de


Vergleich: Lyme-Borreliose / Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
(860 Zeichen)



Borreliose

FSME

Überträger

Ixodes ricinus (Holzbock)

Ixodes ricinus (in Europa)

Erreger

Bakterien
(Borrelia burgdorferi sensu stricto
Borrelia garinii
Borrelis afzelii)

Flavi-Viren

Risikogebiete in Deutschland

ganz Deutschland

v.a. Süddeutschland
(genaue Verbreitungsge-biete siehe www.dgk.de)

Häufigkeit erregerbefallener Zecken

durchschnittlich bis 20%

bis 3,5 % in Endemiegebieten

Neuerkrankungen/Jahr in Deutschland

bis zu 100.000 (geschätzt)

ca. 300 (gemeldete Fälle)

mögliches Krankheitsbild

Wanderröte
Gelenkentzündung
neurologische Veränderungen
Lähmungen
Herzentzündung

grippeähnliche Symptome Kopfschmerzen, Fieber
Hirnhautentzündung
Gehirnentzündung
Lähmungen
Todesfälle: etwa 1%

Behandlung

im Frühstadium gut mit Antibiotika behandelbar;
in späteren Stadien ebenfalls Antibiotikatherapie, aber Behandlungserfolg fraglich

nur symptomatische Behandlung möglich

Schutzmaßnahmen

Vermeidung von Zeckenstichen

FSME-Impfung
Vermeidung von Zeckenstichen

 


Service-Informationen

Infos im Internet
Umfangreiche und gut verständliche Informationen rund um das Thema „Zecken & Borreliose“ finden sich auf der Homepage des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de (Menüpunkt „Infektionskrankheiten A-Z" / „Borreliose“ / „Ratgeber Infektionskrankheiten“)

Bildmaterial
Alle abgebildeten Fotos können im Zusammenhang mit den Artikeln von Redaktionen in Schwarz-Weiß oder Farbe kostenlos per E-Mail (Adresse siehe unten) angefordert werden.

Interviewpartner
Gerne sind wir Redakteuren bei der Suche nach einem Interviewpartner behilflich.


V.i.S.d.P.

Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:

Heike Stahlhut (verantw.)
Michael Köllstadt


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Beleg erbeten an:

Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion dgk
Schuhmarkt 4
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Telefon: 0 64 21 / 2 93 - 155
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