DGK e.V. -Glaukom und AMD: Unwissenheit kann blind machen! Immer mehr Bundesbürger erkranken im Alter an einer chronischen Augenerkrankung wie beispielsweise einem Glaukom oder einer Makuladegeneration (AMD). Die Betroffenen selbst merken oft viel zu spät, dass etwa
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Mai 2007
Aktionswoche gegen den Grünen Star (Glaukom) und AMD

Unwissenheit kann blind machen (Zeichen 3.892)

Nationale Aktionswoche klärt über sehr häufige chronische Augenerkrankungen wie Glaukom und Makuladegeneration auf und will zur Früherkennung motivieren

Während viele Bundesbürger ihre Blutdruckwerte meist bestens kennen und diese regelmäßig kontrollieren lassen, wissen nur die wenigsten, wie hoch ihr Augeninnendruck ist. Dabei kann diese Unkenntnis unter Umständen das Augenlicht kosten. Ein zu hoher Augeninnendruck ist das wichtigste Kennzeichen eines Glaukoms, und er führt zu einer allmählichen Zerstörung des Sehnerven. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland zusätzlich zu den etwa 500.000 Glaukom-Patienten weitere zwei Millionen Menschen mit einem unerkannten Augen-Hochdruck leben. Je früher ein Glaukom entdeckt wird, umso wirkungsvoller lässt es sich behandeln.

„Früherkennung rettet Augenlicht“ lautet deshalb das Motto der 5. Nationalen Aktionswoche gegen Glaukom und Makuladegeneration, mit der das Deutsche Grüne Kreuz e.V., die Initiative Auge e.V. und der Bundesverband der Augendiagnostikcenter e.V. (BADC), die Bevölkerung über die gefährlichsten und häufigsten Augenerkrankungen informieren und zur Vorsorge ermuntern wollen.

Das Heimtückische am Glaukom ist, dass die Betroffenen von Ihrer Erkrankung jahrelang nichts bemerken. Ein Glaukom bereitet keine Schmerzen, und die langsame Einschränkung des Sehvermögens fällt zunächst nicht auf, weil sie sich von Außen nach Innen ausbreitet. Ist der Schaden dann doch unübersehbar, kann man das Glaukom zwar mit drucksenkenden Wirkstoffen wie zum Beispiel Latanoprost erfolgreich stoppen, die bereits vorhandenen Sehausfälle lassen sich jedoch auch durch die beste Therapie nicht mehr rückgängig machen.

Durch eine jährliche Glaukom-Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt, die jeder ab dem 40. Lebensjahr machen sollte, ließe sich das Problem leicht lösen. Der Augenarzt prüft dabei den Augeninnendruck, betrachtet den Zustand des Sehnerven und misst das Gesichtsfeld. Moderne technische Verfahren, wie sie in speziellen Augendiagnostikcentern angeboten werden, erlauben ihm darüber hinaus noch eine genauere Diagnose. Doch leider wird dieses wichtige Vorsorgeangebot in Deutschland noch viel zu selten genutzt. Das Glaukom ist trotz seiner Gefährlichkeit in der Bevölkerung immer noch relativ unbekannt und Umfragen zeigen darüber hinaus, dass viele Bundesbürger jahrelang gar keinen Augenarzt aufsuchen.

Während der Aktionswoche halten deshalb nicht nur Augenärzte, sondern auch zahlreiche Apotheken und Gesundheitsämter Informationsbroschüren sowohl zum Glaukom als auch zur altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) bereit. Die AMD bildet das zweite Schwerpunktthema der Aufklärungskampagne. Bei dieser Krankheit geht das zentrale Sehvermögen verloren, man sieht in der Mitte des Blickfeldes nur noch einen grauen Fleck, gerade Linien erscheinen plötzlich gebogen. Lesen oder Autofahren ist dann nicht mehr möglich, die Betroffenen sind auf Hilfe angewiesen. Die Zahl der AMD-Patienten erreicht in Deutschland ebenfalls die Millionengrenze, meist handelt es sich um Menschen jenseits des 50. Lebensjahres. Bis vor kurzem waren die therapeutischen Möglichkeiten bei der AMD sehr eingeschränkt. Doch seit 2006 ist auch hierzulande die erste zugelassene, selektive medikamentöse VEGF-Therapie verfügbar. Dies gibt neue Hoffnung, vor allem für jene die unter der besonders aggressiven feuchten Form der AMD leiden. Aktuelle Studien zeigen, dass diese modernen AMD-Medikamente, die direkt in das Auge gespritzt werden müssen, am wirkungsvollsten sind, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden. Auch hier kommt es also entscheidend auf die Früherkennung an.


Ansprechpartner im Organisationsbüro
der Nationalen Aktionswoche
beim Deutschen Grünen Kreuz e.V.:

Dr. Ingolf Dürr
Tel.: 0 64 21 / 293 - 174
Fax: 0 64 21 / 293 - 774
E-Mail: ingolf.duerr(à)kilian.de


Unwissenheit kann blind machen (Zeichen 4.006)

(dgk) Schätzungsweise ein bis zwei Millionen Bundesbürger leben unerkannt mit einem zu hohen Augeninnendruck und dem Risiko, am Grünen Star zu erkranken. Aktionswoche im Mai will aufklären und zur Vorsorge aufrufen.

Unter dem Motto „Unwissenheit kann blind machen“ rufen das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK), die Patientenvereinigung Initiative Auge e. V. und der Bundesverband der Augendiagnostikcenter e. V. (BADC) mit der 5. Nationalen Aktionswoche gegen den Grünen Star (Glaukom) und AMD die Bevölkerung vom 07. bis 12. Mai 2007 zur Früherkennung der Augenkrankheiten Grüner Star und Altersbedingte Makuladegeneration auf.

Dass ein zu hoher Blutdruck das Herz-Kreislaufsystem schädigen kann, dürfte den meisten Menschen bekannt sein. Weitaus weniger wissen allerdings um die Gefahr, die von einem erhöhten Augeninnendruck für das Sehvermögen ausgeht. Etwa eine Million Bundesbürger sind schon am Glaukom erkrankt, mindestens eine weitere Million Menschen leben mit einem noch nicht entdeckten, aber gefährlich hohen Augeninnendruck, der unbehandelt das Augenlicht kosten kann.

Wie hoch das persönliche Risiko tatsächlich ist, kann nur durch eine eingehende Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt herausgefunden werden. Doch diese Chance wird in Deutschland noch viel zu selten genutzt. Ein Grund dafür ist wohl, dass die Kosten der Früherkennung seit einigen Jahren nicht mehr von den Krankenkassen übernommen werden. Die Veranstalter der Aktionswoche wollen deshalb das Problembewusstsein in der Bevölkerung schärfen und die Menschen zur Übernahme von mehr Eigenverantwortung für die Gesundheit motivieren. „20 Euro sollte die Gesundheit der Augen wert sein“, sagt Dr. Ingolf Dürr vom Deutschen Grünen Kreuz.

Was passiert beim Glaukom?
Der Grüne Star raubt das Augenlicht schleichend und heimtückisch. Das Sehvermögen verschwindet erst punktuell, dann breiten sich die Lücken im Gesichtsfeld flächenartig aus (peripheres Sehen). Schmerzen treten keine auf, scharf sehen können die Betroffen oft auch noch lange, weshalb sie die Krankheit meist erst viel zu spät bemerken. Was bis dahin aber am Sehnerv zerstört wurde, lässt sich auch durch die beste Therapie nicht wiederherstellen. Frühzeitig entdeckt und mit modernen Medikamenten wirksam behandelt, kann der Krankheitsverlauf jedoch zumeist gestoppt oder das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden. Wer über 40 Jahre alt ist, sollte deshalb unbedingt alle ein bis zwei Jahre zur Kontrolle beim Augenarzt vorbeischauen. Spezielle Augendiagnostikcenter (ADC) bieten darüber hinaus modernste Verfahren zur Glaukom-Früherkennung und zur Therapiekontrolle an.

Augentropfen müssen lebenslang genommen werden
Aber auch bereits erkannte Glaukom-Patienten können und müssen noch dazu lernen. Viele empfinden es beispielsweise als unangenehm, sich mehrfach am Tage ihre Augentropfen einzuträufeln, zumal vor allem ältere Präparate auch das Sehvermögen beeinträchtigen und beispielsweise die Fähigkeit zum Autofahren bei Nacht eingeschränkt wird. Solche Probleme führten leider oft dazu, dass diese Medikamente nicht regelmäßig verwendet wurden. Moderne Glaukom-Wirkstoffe, wie zum Beispiel Latanoprost, tragen diesem Umstand heute Rechnung: Sie senken den Druck besser, weisen dabei weniger Nebenwirkungen auf und müssen im besten Fall nur noch einmal am Tag, etwa vor dem Schlafengehen, eingeträufelt werden. Für den Glaukom-Patienten wird so die konsequente Einhaltung der Therapie erheblich erleichtert – und das wiederum ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg der Glaukom-Behandlung.

Im Aktionszeitraum können sich Ratsuchende und Interessierte bei Augenärzten, Augendiagnostikcentern sowie zahlreichen Gesundheitsämtern und Apotheken über das Krankheitsbild Glaukom, die Vorsorgeuntersuchungen und die Behandlungsmöglichkeiten des Grünen Stars informieren. Tage der offenen Tür und Vortragsveranstaltungen in Augendiagnostikcentern und Augenkliniken ergänzen das Informationsprogramm.


Volkskrankheit Glaukom: Früherkennung lohnt sich (Zeichen 3.096)
Umfrage deckt gefährliche Wissenslücken auf

(dgk) Tagtäglich verlassen wir uns ganz selbstverständlich auf ein Sinnesorgan, ohne das wir ansonsten ziemlich hilflos wären: unsere Augen. Kaum vorstellbar, eines Tages einmal auf das Sehen verzichten zu müssen. Doch kann uns dieses Schicksal treffen – in Form der Augenerkrankung Glaukom, im Volksmund oft als "Grüner Star" bezeichnet. Hauptsächlich bedingt durch einen erhöhten Augeninnendruck wird der Sehnerv schleichend zerstört.

Das Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen in den westlichen Industrieländern. Doch obwohl bereits fast eine Million Menschen in Deutschland vom Glaukom betroffen sind, hat jeder Vierte noch nie etwas von der Augenerkrankung gehört. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage bei 1.079 Bundesbürgern ab 35 Jahren, die das Marktforschungsinstitut EMNID durchgeführt hat.

Ein Drittel der Befragten verwechselte den Grünen Star mit dem Grauen Star (einem Katarakt), also der weit ungefährlicheren Linsentrübung. Ganz offen-sichtlich ist die Mehrheit der Bevölkerung nicht ausreichend darüber informiert, was sie für die Gesundheit ihrer Augen tun sollte. Viele der Befragten glauben, Vorsorge betreiben zu können, indem sie für angemessene Beleuchtung sorgen (90 Prozent), Vitamin A zu sich nehmen (42 Prozent) oder ihre Augen beim Lesen kleiner Schrift "trainieren" (35 Prozent). 64 Prozent der Befragten nahmen an, dass sich die Augen im Schlaf von selbst regenerieren. Doch solche gut gemeinten Maßnahmen allein reichen nicht aus, um einer ernsthaften Augenerkrankung wie dem Glaukom vorzubeugen.

Ein Glaukom muss nicht zwingend zur Erblindung führen – man kann sich davor schützen. Der Augenarzt kann die Erkrankung mit einer Früherkennungsuntersuchung rechtzeitig entdecken und einer Erblindung bzw. dem Fortschreiten der Erkrankung durch eine Behandlung mit wirksamen Augentropfen vorbeugen. Doch die Mehrzahl (87 Prozent) der Deutschen würde erst dann zum Augenarzt gehen, wenn sie nicht mehr deutlich sehen könnte. Im Fall eines Glaukoms wäre es dann bereits zu spät. Das Glaukom kündigt sich nicht durch verschwommenes Sehen an, wie mehr als die Hälfte der Deutschen laut Umfrage glaubt. Der Patient bemerkt den Sehverlust meist erst, wenn bereits erheblicher und irreparabler Schaden entstanden ist.

Je früher das Glaukom entdeckt und therapiert wird, desto eher kann das Sehvermögen erhalten werden. Nur 44 Prozent der Befragten wissen, dass sich ein Glaukom mit Augentropfen, die den Augeninnendruck senken, erfolgreich behandeln lässt. Dass der Erkrankte nicht zwangsläufig operiert werden muss, ist nicht einmal der Hälfte der Befragten bekannt. Viele Erblindungen können vermieden werden, wenn die Früherkennung ernst genommen wird, sagen Experten. Doch die Deutschen zeigen sich leichtsinnig in Sachen Früherkennung. Obwohl immerhin 40 Prozent durch Zeitung oder Fernsehen schon einmal auf das Glaukom aufmerksam geworden sind, haben lediglich 26 Prozent beim Augenarzt in den letzten zwölf Monaten einen Glaukom-Check gemacht.


Waren Sie schon beim Glaukom-Check? (Zeichen 3.474)
Moderne Augentropfen nehmen dem Grünen Star seinen Schrecken

(dgk) Annähernd eine Million Bundesbürger leiden an der Augenkrankheit Glaukom, im Volksmund auch Grüner Star genannt. Ein gefährlich hoher Augeninnendruck zerstört bei den Betroffenen langsam aber sicher die sehr empfindlichen Fasern des Sehnerven. Die Folgen: Immer größere Teile des Gesichtsfelds gehen unwiederbringlich verloren bis hin zur Erblindung.

Soweit muss es aber nicht kommen. Es gibt eine ganze Reihe wirksamer Augentropfen, die das Fortschreiten der Erkrankung stoppen können. Entscheidend für den Erhalt des Sehvermögens ist, dass das Glaukom so früh wie möglich entdeckt wird, wenn also der angerichtete Schaden noch gering ist.

Früherkennung lohnt sich
Da das Glaukom zunächst kaum Probleme bereitet, man keine Schmerzen empfindet und auch das scharfe Sehen noch sehr gut funktioniert, bemerken die Betroffenen ein Glaukom im Anfangsstadium nur selten selbst. Schätzungen zufolge leben in Deutschland etwa ein bis zwei Millionen Menschen mit einem überhöhten Augeninnendruck, ohne davon etwas zu wissen. Sicherheit kann nur die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt geben. Riet man früher zum Glaukom-Check ab 40, empfehlen Experten heute auch Jüngeren eine Untersuchung, vor allem dann, wenn in der Familie schon jemand an einem Glaukom erkrankt ist. Leider übernehmen die Krankenkassen nicht mehr die Kosten für diesen wichtigen Check-up.

Therapie auf neuestem Stand
Für Glaukom-Patienten ist es extrem wichtig, den Augeninnendruck so stark wie möglich zu senken. Die früher noch als sicher betrachteten mittleren Druckwerte von 21 Millimeter Quecksilbersäule haben heutzutage keine Gültigkeit mehr, man muss wesentlich tiefere Werte anstreben. Durch die Entwicklung neuer Wirkstoffe wurden gerade in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte bei der medikamentösen Glaukom-Therapie gemacht.

Am wirkungsvollsten gelingt die Drucksenkung mit modernen Glaukom-Medikamenten wie den Prostaglandinanaloga. Bestes Beispiel hierfür ist der Wirkstoff Latanoprost, der seit seiner Einführung im Jahr 1995 weltweit mit mehr als 100 Millionen Verordnungen am häufigsten eingesetzt wird. Da Glaukom-Patienten lebenslang auf ihre Augentropfen angewiesen sind, wenn sie die Krankheit unter Kontrolle halten wollen, müssen die Arzneimittel auch gut verträglich und einfach zu handhaben sein. Latanoprost ist vermutlich auch deshalb so beliebt, weil die Tropfen nur einmal täglich angewendet werden müssen. Bei den älteren Betablockern musste das bis zu vier Mal am Tag geschehen. Da Betablocker auch den Druck weniger stark senken und wegen ihrer Nebenwirkungen von vielen Patienten nicht gut vertragen werden, gelten Prostaglandinanaloga heute als Mittel der ersten Wahl in der Glaukom-Therapie.

Nur in Deutschland hinkt man dieser Entwicklung noch etwas hinterher, wie eine Umfrage unter den 1.800 Mitgliedern der Initiative Auge e. V., des größten Selbsthilfeverbands von Glaukom-Patienten, ergeben hatte. Mehr als die Hälfte der deutschen Glaukom-Patienten, so das Ergebnis, werde noch mit Medikamenten behandelt, die nicht mehr dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung entsprächen. Die Patientenvereinigung fordert daher nachdrücklich, dass auch die Glaukomkranken hierzulande besseren Zugang zu modernsten Behandlungsformen erhalten. Nur so lasse sich die Lebensqualität der betroffenen Menschen dauerhaft verbessern.


Grüner Star: Wirksame Augentropfen können Operation überflüssig machen (Zeichen 2.795)

(dgk) Neuere Medikamente gegen die gefährliche Augenkrankheit Grüner Star (Glaukom) verringern offensichtlich die Zahl von chirurgischen Eingriffen am Auge, das haben jetzt amerikanische Wissenschaftler bei einer Langzeitstudie festgestellt. Die Ergebnisse sind mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auch auf Deutschland übertragbar und zeigen, dass moderne Therapien die Lebensqualität von Glaukom-Patienten deutlich verbessern können.

Das Glaukom ist eine chronische Erkrankung, bei der ein zu hoher Druck innerhalb des Augapfels den Sehnerv unwiederbringlich zerstört. Wird der Druck nicht durch spezielle Augentropfen wieder deutlich und dauerhaft gesenkt, droht die Erblindung. Bis zur Mitte der 1990er-Jahre war das Arzneimittel-Arsenal der Augenärzte für den Kampf gegen das Glaukom noch sehr eingeschränkt. Augenoperationen waren deshalb oft der letzte Ausweg, wenn Medikamente alleine nicht mehr ausreichten. Aber auch mit chirurgischen Eingriffen lässt sich der Grüne Star in vielen Fällen nicht dauerhaft stoppen. So kann etwa bei jedem zweiten Patienten bereits im ersten Jahr nach einer Glaukom-Operation eine neuerliche medikamentöse Therapie notwendig sein.

Nach wirksameren Glaukom-Arzneien wurde und wird deshalb intensiv geforscht. Ein Ergebnis dieser Anstrengungen bildeten die Prostaglandinanaloga. Der erste Vertreter dieser völlig neuen Wirkstoffklasse war das Latanoprost, welches 1996 in den USA eingeführt wurde.

Wie deutlich der neue Wirkstoff offenbar die Situation vieler Glaukom-Patienten verbesserte, entdeckten jetzt amerikanische Forscher, als sie die Zahlen der Glaukomoperationen in den USA in den Jahren 1994 bis 1999 rückblickend miteinander verglichen. Von den etwa 2,5 Millionen US-Bürgern mit einem Glaukom, mussten sich 1994 bis 1996 jährlich jeweils ca. 140.000 einer Augenoperation unterziehen. Im Jahr 1997 bemerkten die Wissenschaftler, dass die Zahl der Operationen plötzlich auf nur noch 104.000 gesunken war und sich weiter verringerte bis auf 84.000 im Jahr 1999, dem Ende des Beobachtungszeitraums.

Die Schlussfolgerung der Forscher: Schon ein Jahr nach Einführung des neuen Wirkstoffs mussten die Augenärzte erheblich weniger häufig zum Skalpell oder Laser greifen, als zuvor; bis 1999 gingen die chirurgischen Eingriffe um fast die Hälfte zurück. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass sich dieser Trend in den folgenden Jahren weiter fortgesetzt hat. In Deutschland ist Latanoprost seit 1997 zugelassen. Hierzulande haben Prostaglandinanaloga aber noch nicht die gleiche große Verbreitung gefunden wie in den Vereinigten Staaten. Aufgrund der zahlreichen positiven Studiendaten erwarten Fachleute allerdings auch bei uns eine ähnliche Entwicklung.


Glaukom-Hotline gibt Auskunft (Zeichen 1.445)


(dgk) Menschen, die von ihrem Augenarzt die Mitteilung erhalten, dass sie unter einem Glaukom oder einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) leiden, sind von dieser Nachricht oft so schockiert, dass wichtige Fragen meist ungestellt bleiben.

Für diesen Fall hat die Initiative Auge e. V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) zwei Beratungstelefone eingerichtet. Dort können sich Betroffene und Interessierte einerseits medizinische Ratschläge von einer Augenärztin einholen oder sich mit ihren Sorgen und Ängsten an eine erfahrene Glaukom-Patientin wenden.

Die medizinische Glaukom/AMD Hotline ist jeden Mittwoch von 13 bis 17 Uhr unter der gebührenfreien Telefonnummer 0 800 / 011 21 18 zu erreichen.

Das Sorgentelefon der Initiative Auge e. V. ist an jedem letzten Montag im Monat in der Zeit von 16 bis 18 Uhr geschaltet und dann ebenfalls unter der kostenlosen Rufnummer 0 800 / 011 21 18 erreichbar. Die nächsten Termine sind:

    21. Mai (vorverlegt wegen Pfingsten)
    25. Juni 2007
    30. Juli 2007
    27. August 2007
    24. September 2007
    29. Oktober 2007
    26. November 2007


Fragen zur altersabhängigen Makuladegeneration kann man auch im Inter-net an einen Experten stellen. Wie das funktioniert, erfährt man auf der Internetseite www.feuchte-amd.de. Dort findet man auch noch weitere Informationen zu dieser Augenerkrankung.


Altersabhängige Makuladegeneration – gefährlich, aber kaum bekannt
(Zeichen 3.355)


(dgk) Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die Hauptursache für Erblindungen und hochgradige Sehbehinderungen in den Industriestaaten. Doch nur 14 Prozent der Bundesbürger können mit dem Begriff „Makuladegeneration“ überhaupt etwas anfangen. Das ist das Ergebnis einer weltweiten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup, in die auch Deutschland einbezogen war. Das Risikobewusstsein ist dementsprechend gering ausgeprägt, regelmäßige Augenuntersuchungen lassen nur wenige vornehmen.

Die AMD ist eine degenerative Netzhauterkrankung, bei der das zentrale Sehvermögen zunehmend schwindet. Geschädigt wird vor allem die Makula, jene Stelle auf der Netzhaut, mit der wir am schärfsten sehen können. In der Makula sind die lichtempfindlichen Zellen (Photorezeptoren) am dichtesten gepackt. Je mehr diese Photorezeptoren absterben, umso schlechter sieht die betroffene Person. Alltägliche Verrichtungen wie Lesen oder Autofahren werden immer schwieriger. Erste Anzeichen können sein, wenn gerade Linien plötzlich gebogen aussehen, Buchstaben verschwinden oder in der Mitte des Blickfeldes ein verschwommener Fleck erscheint. Für gewöhnlich beginnt der Krankheitsprozess nur auf einem Auge. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings hoch, dass in einem späteren Stadium auch das zweite Auge betroffen ist.

Man unterscheidet bei der AMD zwei Formen. Mit ca. 85 Prozent ist die trockene AMD die weitaus häufigere Form. Sie schreitet nur sehr langsam fort und der Sehverlust ist meist begrenzt. Eingeschränkt sind aber leider auch die Behandlungsmöglichkeiten. Ob die Einnahme bestimmter Vitaminpräparate, die Lutein und Zeaxanthin enthalten, den Krankheitsverlauf verzögern oder gar stoppen kann, wird derzeit diskutiert.

Gefährlicher für das Augenlicht ist die feuchte AMD, denn sie verläuft we-sentlich rasanter. Bei der feuchten AMD tritt Flüssigkeit aus neu wuchernden Blutgefäßen in der Netzhaut aus, die Photorezeptoren sterben schneller ab, das zentrale Sehvermögen geht häufig vollständig verloren – und das innerhalb weniger Monate. Aktuell gibt es allerdings auch Hoffnung für Patienten mit feuchter AMD, das Fortschreiten ihrer Erkrankung aufzuhalten. Seit Mai 2006 steht betroffenen Patienten in Deutschland die neuartige Anti-VEGF-Therapie zur Verfügung. Bei dieser Behandlungsform wird der Wirkstoff in das Auge gespritzt und hemmt dort den Wachstumsfaktor VEGF165, der für das unkontrollierte Wachstum der Blutgefäße in der Netzhaut verantwortlich ist.

Erste Erfahrungen zeigen, dass der Erfolg der Anti-VEGF-Therapie dann am größten ist, wenn die Krankheit sich noch in einem frühen Stadium befindet. Es kommt also ganz entscheidend auf die Früherkennung an. Wer über 40 ist, sollte jährlich oder wenigstens alle zwei Jahre seine Augen vom Augenarzt prüfen lassen. Tatsächlich, so ergab die Gallup-Studie, kommen nur etwa die Hälfte der befragten Bundesbürger dieser Empfehlung nach, bei einem Viertel lag die letzte Augenuntersuchung mehr als ein Jahr zurück. 24 Prozent hatten ihren Augenarzt schon länger als zwei Jahre nicht mehr aufgesucht. Das bedeutet: 20 Millionen Deutsche vernachlässigen ihr Augenlicht sträflich. Ein Grund dafür ist sicherlich die Unkenntnis darüber, welche Gefahren den Augen vor allem mit zunehmendem Alter drohen können.


Amsler-Gitter-Test warnt vor Altersblindheit (Zeichen 2.184)

(dgk) Mit einem einfachen Test kann man prüfen, ob in der Netzhaut der Augen Veränderungen vor sich gehen, die später zur Erblindung oder zu schweren Seheinschränkungen durch eine so genannte altersabhängige Makuladegeneration (AMD) führen können. Die AMD ist mit rund zwei Millionen Betroffenen die häufigste Ursache für Altersblindheit in Deutschland.

Bei der langsam verlaufenden trockenen Form der AMD lagern sich Abfallprodukte des Stoffwechsels unter der Netzhaut ab, die als Drusen bezeichnet werden. Bei der aggressiveren und rascher voranschreitenden feuchten AMD wuchern zusätzlich noch krankhafte Blutgefäße in die Netzhaut. Die Blutgefäße sind oft durchlässig, so dass Blut und Flüssigkeit in die Netzhaut austreten kann. Bemerkbar macht sich dies als verschwommenes Sehen, Farben können verblassen oder gerade Linien plötzlich krumm erscheinen. Oft bildet sich in der Mitte des Blickfelds ein grauer Fleck. Ist nur ein Auge betroffen, fallen solche Veränderungen oft lange Zeit nicht auf, weil das noch gesunde Auge die Ausfälle ausgleicht.

Mit dem Amsler-Gitter-Test (siehe Abbildung) kann aber jeder frühzeitig selbst prüfen, ob sein Sehvermögen noch in Ordnung ist. Man betrachtet den Test aus einem Abstand von 30 bis 40 Zentimetern. Mit der Hand deckt man ein Auge ab, mit dem anderen Auge fixiert man den Punkt in der Mitte des Gitters. Dann wiederholt man das Ganze mit dem anderen Auge. Sollten die Linien verzerrt, verschwommen oder gewellt erscheinen, kann dies ein Hinweis auf eine Netzhauterkrankung sein.

Die Früherkennung der AMD gewinnt in letzter Zeit an Bedeutung, da es neue und wirkungsvollere Therapien speziell für die feuchte AMD gibt. So haben Studien mit einer neuartigen Anti-VEGF-Therapie gezeigt, dass der Wirkstoff die Wucherung neuer Blutgefäße in der Netzhaut dann am erfolgreichsten unterdrückt, wenn er schon im Anfangsstadium der Erkrankung eingesetzt wird.

Der Amsler-Gitter-Test, den man zu Hause durchführen kann, ist ein einfacher Selbsttest zur Früherkennung von Netzhauterkrankungen. Dieser Test ersetzt jedoch auf keinen Fall die regelmäßige, augenärztliche Untersuchung.


Grüner Star – das unterschätzte Risiko (Zeichen 6.070)

(dgk) Der Grüne Star (Glaukom) ist eine der gefährlichsten Augenerkrankungen. Schleichend und meist völlig schmerzlos verengt sich das Blickfeld des betroffenen Menschen immer mehr. Wenn nicht rechtzeitig etwas dagegen unternommen wird, kann dies zur Erblindung führen.

Wichtigste Ursache des Glaukoms ist ein zu hoher Druck im Auge, der allmählich den sehr empfindlichen Sehnerven quetscht und unwiderruflich zerstört. Etwa eine Million Bundesbürger leidet bereits an einem Glaukom, mindestens eine weitere Million lebt unerkannt mit einem zu hohen Augeninnendruck, weist also ein erhöhtes Risiko für ein Glaukom auf.

Nicht verwechselt werden darf das Glaukom mit dem Grauen Star, bei dem die Augenlinse sich eintrübt und auch in fortgeschrittenem Stadium durch eine Operation noch wirksam geholfen werden kann. Im Gegensatz dazu lassen sich beim Grünen Star die bereits eingetretenen Verluste des Sehvermögens nicht mehr rückgängig machen.

Gibt es besondere Risikofaktoren?
Grundsätzlich ist kein Mensch davor gefeit, am Grünen Star zu erkranken. Von bestimmten Faktoren weiß man aber, dass sie das Risiko für ein Glaukom deutlich erhöhen:

Erhöhter Augeninnendruck

    • Das Alter: Nach Überschreiten des 40. Lebensjahres steigt die Häufigkeit des Glaukoms.
    • Die Vererbung: Vieles spricht dafür, dass die Veranlagung für ein Glaukom vererbt wird. Gibt es in der Familie schon einen Glaukomfall, sollte man besonders wachsam sein.
    • Andere Erkrankungen: Zuckerkranke (Diabetes mellitus) oder kurzsichtige Menschen sind beispielsweise überdurchschnittlich gefährdet.
    • Ethnische Gruppe: Schwarze haben ein bis zu fünf Mal höheres Risiko als Weiße


Früh erkannt, Gefahr gebannt
Beim Grünen Star kommt es ganz entscheidend darauf an, dass er so früh wie möglich erkannt und richtig behandelt wird. Ab dem 35. Lebensjahr sollte deshalb jeder einmal jährlich eine Glaukom-Früherkennungsuntersuchung vom Augenarzt vornehmen lassen. Nur durch diesen kurzen und schmerzlosen Test erhält man eindeutigen Aufschluss darüber, wie es um die eigenen Augen bestellt ist.

Bei einer umfassenden Früherkennungsuntersuchung prüft der Augenarzt nicht nur den Augeninnendruck, sondern auch den Augenhintergrund, das Gesichtsfeld und im Idealfall die Dicke der Hornhaut, die bei einer genauen Berechnung des Augeninnendruckes entscheidend ist. Alle diese verschiedenen Untersuchungen sind notwendig, denn erst durch sie kann sich der Augenarzt ein klares Bild von der Situation machen.

Die alleinige Messung des Augeninnendruckes reicht für eine exakte Diagnose nicht aus. Der Grund: Bei mehr als einem Drittel der Glaukom-Patienten wird ein völlig normaler Druck ermittelt, dennoch entwickeln sich bei ihnen die typischen Schäden. Man spricht dann von einem Normaldruckglaukom. Der Sehnerv der betroffenen Menschen ist offenbar extrem empfindlich. Misst man bei diesen Personen also nur den Augeninnendruck, würde man sie in einer falschen Sicherheit wiegen.

Auch die Dicke der Hornhaut kann die exakte Bestimmung des Augeninnendrucks beeinflussen. Normalerweise ist die Hornhaut zwischen 0,52 und 0,67 mm dick. Doch es gibt durchaus Abweichungen, beim einen ist sie etwas dünner, beim anderen dagegen dicker. Je nach individueller Hornhautdicke kann der tatsächliche Druck im Auge um bis zu 5 mmHg höher oder niedriger liegen als die Druckmessung ergab. Im Grenzbereich um 21 mmHg kann dies also durchaus Konsequenzen für die Einleitung einer Behandlung haben. Mit einer Pachymetrie, einem speziellen Ultraschallverfahren, kann der Augenarzt die Hornhautdicke bestimmen und in seine Diagnose mit einfließen lassen.

Schnell und schmerzfrei: Moderne Untersuchungsmethoden
Am wichtigsten ist aber für den Augenarzt, dass er sich den Augenhintergrund und den Sehnerven genau ansehen kann. Schäden durch einen über-höhten Augeninnendruck werden dort meist am frühesten sichtbar. Für eine exakte Diagnose spielt dabei nicht nur die Erfahrung des Arztes eine Rolle, sondern auch die Technik, die er einsetzen kann. Große Fortschritte hat hier die Laser-Technologie gebracht. Mit Hilfe der so genannten „Laser Scanning Tomographie“ (HRT) kann der Arzt verschiedene Schichten der Netzhaut oder des Sehnervs darstellen, ohne den Augapfel überhaupt zu berühren. Ein angeschlossener Computer berechnet anschließend die Daten und setzt diese zu einem dreidimensionalen Bild zusammen.

Für Patient und Augenarzt bedeutet die Laser-Scanning-Tomographie einen Zugewinn an Sicherheit. Selbst geringfügige Schäden an Sehnerv oder Netzhaut bleiben so nicht unerkannt. Aufgrund der Messungen kann der Arzt den Therapieverlauf und den Erfolg der Behandlung viel genauer verfolgen und – falls notwendig – die Therapie entsprechend anpassen. Die Vorteile für den Patienten sind offensichtlich.

Stetes Tropfen hilft
Eine erfolgreiche Therapie des Glaukoms muss also möglichst frühzeitig beginnen. Nur dann lässt sich das Augenlicht so gut wie möglich bewahren. Gerade in den letzten Jahren hat die Glaukom-Forschung rasante Fortschritte gemacht. Neue, wirksamere und besser verträgliche Substanzen wurden entwickelt. Als neue Mittel der Wahl kristallisieren sich dabei mehr und mehr die so genannten Prostaglandinanaloga heraus. Der bekannteste Vertreter dieser Wirkstoffklasse ist das Latanoprost. Latanoprost ist derzeit das weltweit am meisten verordnete Glaukom-Therapeutikum.

Dass Latanoprost neben Betablockern wie Timolol mittlerweile auch von den Augenärzten in Deutschland als neue Standardtherapie eingesetzt werden darf, hängt sicher nicht zuletzt mit seiner einfachen Anwendung zusammen. Da der Wirkstoff den Augeninnendruck über 24 Stunden konstant senkt, müssen die Tropfen nur einmal täglich genommen werden. Dies erleichtert vielen Patienten die Einhaltung der Einnahmevorschriften und verbessert zudem die Therapietreue (Compliance) erheblich. Und die regelmäßige Anwendung der drucksenkenden Augentropfen ist schließlich eine unabdingbare Voraussetzung für jede erfolgreiche Glaukombehandlung.


Fotos und Grafiken:

Die nachfolgenden Fotos können per E-Mail angefordert werden unter: roswitha.seim(à)kilian.de.

Auge: Überdruck
Abb. 1: Überdruck

Gesichtsfeld
Abb. 2: Gesichtsfeld

Das Auge im Querschnitt
Abb. 3: Das Auge im Querschnitt

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Abb. 4: Amsler-Gitter-Sicht
Quelle: DGK


V.i.S.d.P.

Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:

Dr. Ingolf Dürr (verantw.)

Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten an:

Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93 - 174
Telefax: 0 64 21 / 2 93 - 774
E-Mail: ingolf.duerr(à)kilian.de

 

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