DGK e.V. -Pressedienst Tier und Gesundheit (animal), Jahrgang 1, Ausgabe 4 - 2003 Themen: Ellbogengelenksdysplasie, Arzneimittel, Flöhe, Pfotenprobleme, Winterquartier, Fledermäuse, Kurioses
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Deutsches Grünes Kreuz, Ellbogengelenksdysplasie, Arzneimittel, Flöhe, Pfotenprobleme, Winterquartier, Fledermäuse, Kurioses
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Tier und Gesundheit
animal, Jg. 1, 4 - 2003

Ellbogengelenksdysplasie (ED) beim Hund
Verschiedene Erkrankungen des Ellbogengelenkes, deren Auftreten auf einer genetisch bedingten Veranlagung beruht
(5.642 Zeichen)

 

Unter dem Begriff ED werden verschiedene Erkrankungen des Ellbogengelenkes zusammengefasst, deren Auftreten auf einer genetisch bedingten Veranlagung beruht
.

(animal) Starke Überbelastung in der Wachstumsphase, zu lange Spaziergänge, Fahrradfahren oder übermäßiges Treppensteigen, zu energiereiche Fütterung, "hochwertiges" Welpenfutter über zu lange Zeit oder Zusatzfütterung von extra Mineralstoffpräparaten: All das kann dem genetisch vorbelasteten Hund zusätzlich schaden. Zeigt der Vierbeiner eine gemischte Lahmheit und sonderbare Auswärtsstellung der Vorderpfoten und nennen Sie ihn deshalb gerne "Charlie Chaplin", liegt der Verdacht einer Ellenbogengelenk-Dysplasie (ED) nahe.

Immer mehr mittelgroße und große Hunde wie zum Beispiel Rottweiler, Großer Schweizer Sennenhund, Berner Sennenhund und Retriever leiden an Ellenbogengelenk-Dysplasie (Skelettentwicklungsstörung). Unter dem Begriff ED werden drei verschiedene Erscheinungsformen von Ellenbogengelenkserkrankungen zusammengefasst:

OCD
(Ostechondrosis dissecans) Ursache der OCD ist eine Knorpelwachstumsstörung mit mangelhafter Ausreifung, zum Beispiel durch eine zu hohe Wachstumsgeschwindigkeit. Dann wird die Knorpelschicht zu dick. Die Folge sind Ernährungsstörungen des Knorpels. Die Knorpelzellen an der Grenze zum Knochen sterben ab, so dass Risse im Knorpel ent-stehen. Gelenkflüssigkeit gelangt in Kontakt mit dem unter dem Knorpel gelegenen Knochen und den abgestorbenen Knorpelzellen, was zu einer Entzündung des Gelenks führt. Durch die Ansammlung der Flüssigkeit im Gelenk (Gelenkerguss) wird die Kapsel gedehnt, es entsteht Schmerz und der Hund lahmt. Teilweise können sich vom Gelenkknorpel ganze Schuppen ablösen, die in den meisten Fällen an ihrem Platz bleiben, aber auch als freie Gelenkkörper im Gelenk vorliegen können. Im Bereich des Ellenbogengelenks tritt die OCD an der Trochea lumeri (Oberarmrolle) auf. Häufig ist auch eine OCD im Schultergelenk. Als Ur-sache für die OCD gilt eine energie- und kalziumreiche Fütterung. Klinisches Symptom: Die Gliedmaße werden vom Ellenbogengelenk an abduziert, nach außen gedreht.

FPC
(Fragmentierter Processus cronoideus medialis), auch gebrochener Kronenfortsatz genannt: Bei dem Processus coronoideus medialis ulnae handelt es sich um den inneren Kronfortsatz der Elle, welcher bei Hunden großwüchsiger Rassen erst im Alter von vier bis fünf Monaten verknöchert. Bis zu diesem Zeitpunkt ist er sehr empfindlich gegenüber jeglicher Überbelastung. Kommt es durch unterschiedliches Längenwachstum von Elle und Speiche, d.h. verzögertes Radiuswachstum, zu einer Stufenbildung mit zu kurzer Speiche im Ellenbogengelenk, kann der Kronfortsatz durch Überbelastung von der zu langen Elle partiell abbrechen. Ein typisches Symptom ist eine Gelenkabduktion, d.h. ein nach außen gedrehter Ellbogen.

FPC und OCD treten bei vielen Hunden an beiden Vordergliedmaßen auf. Eine beiderseits bestehende geringere Lahmheit ist schwierig zu erkennen. So bedarf es oft eines zusätzlichen Traumas (mechanischer Einwirkung) an einer der beiden Vordergliedmaßen, bis der Hundehalter an dem stärker schmerzhaften Bein eine Lahmheit erkennt. Zu diesem Zeitpunkt haben die Hunde nicht selten schon ein Alter von 10 bis 14 Monaten erreicht, und die Arthrosen sind entsprechend weit fortgeschritten. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass bei beiden Erkrankungen eine genetische Disposition vorliegt. Allerdings sind unterschiedliche Familien betroffen. Daher ist beim Kauf eines Hundes immer darauf zu achten, ob in der Zucht bereits ED-Fälle vorlagen. Dies gilt auch für den im Folgenden besprochenen IPA.

IPA
(Isolierter Processus anconaeus) Beim Processus anconaeus (PA) handelt es sich um einen Knochenvorsprung der Elle, dessen Wachstumsfuge im Alter von 16 bis 20 Wochen geschlossen sein sollte. Fehlt diese knöcherne Verbindung, liegt ein Krankheitsbild vor, das folgende Ursachen haben kann: Ein verzögertes Längenwachstum der Elle, dadurch Druckveränderung und Irritationen, führt in seiner Wachstumsfuge zu Störungen der Verknöcherung und zum Isolierten PA. Bei einer zu engen Gelenkpfanne (Incisura trochlearis) der Elle entsteht Druck auf den PA und dem medialen Kronfortsatz. IPA tritt häufig bei Deutschen Schäferhunden auf. Bis zum Alter von sieben Monaten kann versucht werden den PA mit einer Schraube zu fixieren. Danach ist eine Entnahme angezeigt.

Die Hunde zeigen oft eine typische Schonhaltung mit nach außen gedrehten Pfoten und Unterarmen und nach innen gedrehten Ellenbogen.
Bei allen drei Erscheinungsformen der ED treten als Folgeerscheinungen meist schmerzhafte Arthrosen auf. Die betroffenen Hunde zeigen Bewegungsunlust und Lahmheit. Mit zunehmender Belastungsdauer steigen die Schmerzen, die durch passives Beugen und Stre-cken des Ellenbogens hervorgerufen werden können.
In seltenen Fällen ohne Auftreten von freien Gelenkkörpern kann die Krankheit durch absolute Schonung und Futterumstellung ausheilen. In der Regel müssen die freien Gelenkstücke bzw. die abgebrochenen Knochenstücke (z.B. bei FPC) operativ entfernt werden. Je früher Diagnose und Operation erfolgen, um so größer sind die Aussichten auf langfristige Heilung. Wenn einen Operation nicht in Frage kommt, bieten sich als alternative Behandlungsformen der ED eine frühzeitige Krankengymnastik sowie die Goldakupunktur (Goldimplantation) an.



Röntgenbild Rottweiler, 8 Monate Rechtes Ellbogengelenk, seitlicher Strahlengang, gebeugtes Gelenk

 

 

 

 

 

 

 

Röntgenbild Rottweiler, 8 Monate. Rechtes Ellbogengelenk, seitlicher Strahlengang, gebeugtes Gelenk. IPA. Nicht dislozierter isolierter Processus anconaeus (1 ). Eine Stufenbildung zwischen Radius und Ulna ist nicht erkennbar. H Humerus, R Radius, U Ulna.


Foto und Grafik: Dr. Bernd Tellhelm, Justus-Liebig-Universität Gießen, Fachbereich Veterinärmedizin, Chirurgische Veterinärklinik



Hintergrund:

Das Ellbogengelenk, ein so genanntes Scharniergelenk, wird von drei Knochen gebildet. Der Oberarmknochen (Humerus) formt die Gelenkwalze. Die Gelenkpfanne wird zum größten Teil von der Gelenkfläche der Speiche gebildet, die etwa 80 Prozent der Last übernimmt. Von hinten wird die Gelenkwalze von einer halbmondförmigen Aussparung der Elle (Incisura trochlearis) umfasst. Das obere Ende dieses Gelenkabschnittes wir vom Processus anconaeus gebildet, der als zapfenförmiger Fortsatz in eine entsprechende Aussparung des Oberamknochens reicht. Am unteren Ende finden sich der kleinere äußere und der erheblich größere innere Kronfortsatz (Processus coronoideus lateralis und medialis), die den Kopf der Speiche von hinten umfassen.


Berater: Dr. Bernd Tellhelm, Justus-Liebig-Universität Gießen, Fachbereich Veterinärmedizin, Chirur-gische Veterinärklinik


Fenstersturz mit Folgen
Netze machen Wohnungen katzensicher
(3.045 Zeichen)

 

(animal) Viele Katzen verbringen ihr Leben als reine Wohnungskatzen und haben Angst, die Schwelle der Wohnungstür zu überschreiten. Die Neugier nach dem, was sich "da draußen" abspielt, ist ihnen jedoch geblieben. Nicht umsonst gehören Fensterbretter, Balkonbrüstungen und Hausdächer zu den Lieblingsplätzen der Stubentiger. Ein gefährliches Spiel.

Miezi balanciert geschickt auf dem schmalem Fenstersims und blickt neugierig um die Ecke. Gerne sitzt sie auch wie versteinert auf der Balkonbrüstung und starrt gebannt auf das, was da unten vor sich geht. Gerade die untrainierte Wohnungskatze neigt dazu, ihre Balancier- und Kletterkünste zu überschätzen. Durch einen auffliegenden Vogel abgelenkt oder eine plötzlich zuschlagende Tür erschreckt, kann sie leicht das Gleichgewicht verlieren und in die Tiefe stürzen.

Im fliegenden Fall versucht jede Katze, sich zu drehen und auf den Pfoten zu landen. Diese Stoßdämpfung schützt Kopf und Rumpf vor größeren Verletzungen. Möglich sind Abschürfungen, Prellungen oder Brüche im Bereich der Vorderpfoten. Bei einem Sturz aus großer Höhe ist die Verletzungsgefahr größer, weil der Aufprall durch die Gliedmaßen nicht mehr abgefangen werden kann. Aber auch geringe Falldistanzen sind gefährlich. Den Tieren bleibt dann keine Zeit, die Pfoten zum Boden hin auszurichten und der Rumpf prallt ungedämpft auf die Erde. Zu den entscheidenden Faktoren gehören somit die Sturzhöhe und der Untergrund, auf den die Katze auftrifft. Bei einer Landung auf Stein oder Beton treten oft mehrfache Brüche der langen Gliedmaßen- und der Schädelknochen (vor allem im Bereich der Unterkiefer) und Verletzungen innerer Organe auf, die den sofortigen Tod des Unfallopfers zur Folge haben können.

Solche Patienten brauchen umgehend tierärztliche Hilfe. Röntgenbilder in zwei Ebenen sind unabdingbar. Auch wenn gestürzte Katzen noch mobil erscheinen, sollten sie genau beobachtet werden. Ein bestehender Schock kann Schmerzsymptome zunächst verschleiern. Erkennbare Atembeschwerden sind immer ein sicheres Zeichen für eine dringend erforderliche tierärztliche Behandlung. Schwere Unfälle dieser Art lassen sich auf einfache Weise vermeiden. Ein gespanntes Netz macht offene Fenster und Balkone katzensicher. Auch für Kippfenster, die ein großes Unfallrisiko für Katzen darstellen, gibt es spezielle Netz- oder Gittereinsätze.
Kippfenster können zur tödlichen Katzenfalle werden. Beim Versuch, sich durch solche Fensterspalten zu zwängen, bleiben die Tiere häufig stecken. Durch verzweifelte Befreiungsversuche klemmen sie sich oft noch stärker ein. Erschöpft gibt das Tier schließlich auf, wobei die Kante des Fensters die Körperschlagader abdrückt. Es bildet sich ein Blutgerinnsel, welches zur Lähmung und schließlich zum Absterben des Hinterteils führt. Schon viele Katzen mussten so einen qualvollen Tod erleiden. Können die Stubentiger noch rechtzeitig befreit werden, sind sie wegen eines bestehenden Schocks, einer Weichteilquetschung oder Rückenmarksverletzung oftmals Notfallpatienten in der tierärztlichen Praxis.
In solchen Fällen ist der schonende und möglichst stressfreie Krankentransport besonders wichtig. Vorsorgliche Katzenbesitzer sollten ein Transportbehältnis benutzen, das sich weit nach oben öffnen lässt. Die klassischen geflochtenen Katzenkörbe in Höhlenform sind ungeeignet: Wegen der engen Zugangsöffnung ist ein schmerzfreies Hinein- und Herausheben der Patienten nicht möglich und das Tier leidet zusätzlich.

(Quelle: BUNDESVERBAND PRAKTISCHER TIERÄRZTE e.V.)


Arzneimittel für Tiere nur nach tierärztlicher Diagnose
Hausapotheke für Bello und Mieze
(2.601 Zeichen)

 

(animal) Bello und Mieze können jaulen oder jammern, aber sie können nicht sprechen, wenn ihnen etwas weh tut. Der Gang zum Tierarzt ist daher Pflicht, wenn Ihr Tier krank ist. Dort bekommt man auch die richtigen Arzneimittel.

Tierärzte dürfen Medikamente nicht nur verschreiben, sondern sind aufgrund ihres Fachwissens auch berechtigt, eine Praxisapotheke zu führen und daraus Fertigarzneimittel abzugeben oder selbst Medikamente herzustellen. Dies ist sinnvoll, damit spezielle Arzneizubereitungen für Tiere im Behandlungsfall sofort verfügbar sind.

Die meisten Tierarzneimittel sind verschreibungspflichtig. Man bekommt sie daher nur in der Apotheke und nicht ohne tierärztliches Rezept. Der Apotheker ist ein Fachmann für Arzneimittel bei Menschen. Er hat aber keine Ausbildung über Tierkrankheiten oder den Einsatz von Medikamenten bei Tieren. Bei Tierkrankheiten und beim Einsatz von Tierarzneimitteln ist allein der Tierarzt der richtige Ansprechpartner.

Nach der Diagnosestellung leitet der Tierarzt die gezielte medikamentöse Behandlung ein. Sie muss individuell festgelegt werden und hängt von Art, Alter, Gewicht und Zustand des Tieres ab. Je kleiner die Tierart, desto rascher der Stoffwechsel und umso kürzer meist die Verweildauer des Medikamentes im Körper. Diese Regel bestimmt Dosis und Anwendungshäufigkeit eines Medikamentes. Darüber hinaus müssen tierart- und rassespezifische Unter-schiede in der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten berücksichtigt werden. Eine Selbstmedikation kann ungeahnte Folgen haben, wenn beispielsweise Krankheitssymptome vom Tierbesitzer falsch gedeutet werden, wenn eine als harmlos eingestufte Erkrankung mit zu schwachen Mitteln behandelt und verschleppt wird, wenn gegen eine harmlose Erkrankung mit zu drastischen Mitteln vorgegangen wird, wenn humanmedizinische Präparate eingesetzt werden, die für Tiere unverträglich sind, wenn Dosierungen aus der Humanmedizin auf das Tier übertragen werden, wenn Tierarzneimittel nicht tierartspezifisch eingesetzt werden oder gehäuft Allergien auslösen. Wer so handelt, geht grob fahrlässig mit seinem Tier um.

Ein falsch eingesetztes Mittel schadet mehr als es nützt. Anzeichen einer Arzneimittelunverträglichkeit können Durchfall, Erbrechen, Absonderung von Schleim oder Schaum aus Maul und/oder Nase, Atemnot, Anschwellungen im Kopfbereich, an den Augen und Kopfschleimhäuten oder ein schwankender Gang sein.

  • Tierarzneimittel gehören auf keinen Fall in die normale Hausapotheke. Es besteht sonst leicht Verwechslungsgefahr.
  • Geben Sie Ihrem vierbeinigen Freund niemals Medikamente, die eigentlich für Menschen bestimmt sind. Paracetamol ist beispielsweise tödlich für Katzen. Teebaumöl ist für Katzen in entsprechender Dosierung aufgetragen ebenfalls tödlich.
  • Bewahren Sie Medikamente grundsätzlich an einem für das Tier nicht zugänglichen, sicheren Ort auf.
  • Haben Sie den Verdacht, das Tier könnte Medikamente gefressen haben, suchen Sie sofort Ihren Tierarzt auf.


Flöhe im warmen Winterfell
'Hungrige' stechen auch Menschen
(2.459 Zeichen)

 

(animal) In den Wintermonaten steigt die Zahl der von Flöhen verursachten Hauter-krankungen bei Hund und Katze deutlich an. Dieser gerade zur kalten Jahreszeit zu beobachtende starke Floh-Befall unserer Haustiere will zuerst nicht recht einleuchten, heißt es doch, Flöhe würden im Winter absterben. Aber: Flöhe sind das ganze Jahr über aktiv, wenn sie Hunde oder Katzen als ernährende Wirte finden.

Die allgemein vorherrschende Angst vor Zecken und den durch diese verursachten Krankheiten hat dazu geführt, dass Tierhalter inzwischen Hund und Katze in der warmen Jahreszeit gegen diese Parasiten ausreichend schützen. Die dabei angewendeten Halsbänder, Sprays oder Lösungen mit entsprechendem Wirkstoff gegen Zecken machen auch dem Floh das Leben so schwer, dass er für unsere Haustiere und auch für uns kaum Bedeutung hat. Dies ändert sich jedoch, wenn die "Zeckenbekämpfung" im Herbst endet. Nunmehr beginnt wieder die "große Zeit des Flohs".

Einmal im molligen Fell von Hund oder Katze niedergelassen, lässt er sich gern in die behaglich warmen Wohnungen seiner Wirte mitnehmen. Dort findet er auch ideale Vorausset-zungen für seine Fortpflanzung. Polstermöbel, Teppichboden, Hundekorb oder -decke sind für eine explosionsartige Vermehrung wie geschaffen.

Stiche sind für den Blutsauger überlebenswichtig, für den Gebissenen oft nicht nur unangenehm. Starker Flohbefall kann bei kleinen Hunden oder Katzen bis zur Blutarmut führen; durch den beim Stich auf den Wirt übertragenen Flohspeichel können Allergien ausgelöst werden. Bei Katzen führt der Juckreiz zu heftigen Abwehrreaktionen. Bei starkem Befall und sensiblen Tieren können durch Kratzen und Scheuern Hautwunden entstehen, welche die Anfälligkeit für Bakterien und Pilze erhöhen.

Auch und gerade in der kalten Jahreszeit ist es daher wichtig, eine vernünftige Floh- Prophylaxe vorzunehmen. Neben den allgemein bekannten Floh-Halsbändern gibt es zudem äußerlich anzuwendende Präparate und auch monatlich zu verabreichende Tabletten.

Außerdem sind Flöhe für Hund und Katze die Hauptinfektionsquelle für Bandwürmer. Fischt das Tier die Schädlinge mit den Zähnen aus seinem Fell und schluckt sie, nimmt es unter Umständen auch Wurmlarven auf. Eine Behandlung gegen Flöhe sollte daher mit einer Be-handlung gegen Würmer (Entwurmung) kombiniert werden.

Als Überträger von Bakterien oder Viren kommen Flöhe ebenfalls in Frage. In unseren Breitengraden und dank der guten hygienischen Einrichtungen spielen sie jedoch kaum mehr eine Rolle. Es sei jedoch in Erinnerung gerufen, dass vor einigen hundert Jahren der Rattenfloh (der auch auf den Menschen übergeht) eine große Bedeutung bei der Verbreitung der Pest im europäischen Raum hatte.

Ist der Flohbefall gewiss, sollte auch die Umgebung des Tieres mit einem Spray oder einem Verdampfer "behandelt" werden. Denn: "Hungrige" Flöhe stechen auch Menschen.


Lebendiges unterm Weihnachtsbaum
'Tierische' Geschenke wohl überdenken
(2.728 Zeichen)

 

(animal) Niedliche Hundewelpen, Katzenjungen, süße Kaninchen oder pfiffige Meerschweinchen unter dem romantisch geschmückten Tannenbaum - es gibt nichts Schöneres als strahlende Kinderaugen beim Anblick eines solch "tierischen" Geschenks. Aber ein Tier sollte nicht nur das Weihnachtsfest bereichern, sondern auch die nächsten 5 bis 20 Jahre.

Den Entschluss, "Familienzuwachs" zu bekommen, sollte man daher nicht leichtfertig treffen. Wichtig ist vor allem, sich über alle Pflichten und auch Kosten zu informieren. Ein Tier ins Haus zu nehmen, bedeutet Verantwortung, jeden Tag, ein Tierleben lang. Ist das Wohlergehen des Tieres gesichert? Für welche Tierart ist die Wohnung am besten geeignet? Wer kümmert sich um das Tier - auch während des Urlaubs? Sind alle Familienmitglieder einverstanden? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, sollte man den Wunsch des Kindes erfüllen. Dann wird das Tier auch allen wirklich Freude bereiten.

Wie leicht unterschätzt man beim Anblick von ach so niedlichen Jungtieren das Ausmaß an Zeit, Arbeit und finanziellem Aufwand, den ein Vierbeiner mit sich bringt. Überfüllung in Tierheimen und jährliche Schreckensmeldungen spätestens zur Urlaubszeit von ausgesetzten, abgemagerten und heruntergekommenden Tieren sprechen Bände.
Unterschätzen Sie auch die Tierarztkosten nicht. Auch ein gesundes Tier muss jährlich geimpft und regelmäßig entwurmt werden, braucht Floh- und Zeckenschutz oder hat Ohrmilben. Weitere Kosten entstehen oft durch Zahnsteinentfernung oder eine notwendige Kastration. Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Tierarzt über die anfallenden Routinekosten. Er berät Sie auch gern bei der Wahl des richtigen Tieres, bzw. der richtigen Rasse (zum Beispiel kinderliebe Hunderassen) und aus welcher Hand man das Wunschtier am besten bekommt.
Ein weiteres hohes Risiko besteht bei Hundeimporten aus südlichen Ländern (zum Beispiel Spanien). Bei diesen lauern nicht selten Krankheiten (Babesiose, Leishmaniose, Ehrlichiose, Dirofilariose), die erst nach Monaten bis Jahren zum Ausbruch kommen. Selbst immenser diagnostischer und therapeutischer Kostenaufwand kann diese Hunde oft nicht retten. Außerdem besteht bei einigen Krankheiten eine nicht zu unterschätzende Ansteckungsgefahr für den Menschen.

Eine gute Kompromisslösung: Ein Vogel- oder Nagerheim, ein Hunde- oder Katzenkorb oder ein Aquarium mit jeweils einem Gutschein drin für das entsprechende Tier. Dazu bietet sich ein Ratgeberbuch zu der gewünschten Tierart an. So kann man sich schon vorher genauestens über die Bedürfnisse des zukünftigen Hausgenossen informieren. Nach den Feiertagen kann man in Ruhe mit dem Kind gemeinsam im Zoofachgeschäft, beim Züchter oder im Tierheim das Wunschtier aussuchen.

'Tierische' Geschenke wohl überdenkenLebendiges unterm Weihnachtsbaum




Denken Sie auch daran, früh genug mit einer gründlichen Erziehung zu beginnen: Aus dem süßen Welpen wird unglaublich schnell ein großer Hund, der bei schlechter Erziehung von Erwachsenen und vor allem Kindern dann im wahrsten Sinne des Wortes "kaum noch zu halten" ist.
Fotos: DGK




Buchtipp
für Hundeneulinge: Felicia Rehage "Lassie, Rex und Co", EUR 21,00, Gebundene Ausgabe - 139 Seiten - Wilfr. Westrupp, Giessen, 1999, ISBN: 3933228115


MELDUNGEN
Probleme mit den Pfoten
(2.260 Zeichen)

 

(animal) In der kalten, feuchten Jahreszeit haben viele Hunde Probleme mit den Pfoten, da diese durch Schnee, Matsch, Streusplitt oder Salz besonders beansprucht sind.

Scharfe Eiskanten und Firnschnee können an den ungeschützten Pfoten zu oberflächlichen bis tiefen Schnittverletzungen und Schürfwunden führen. Die gestreuten Splitsteinchen sind für die im Winter ohnehin empfindlichere Ballenhornhaut oft schmerzhaft und nicht selten spießt sich sogar ein Steinchen in die feuchte und daher recht weiche Pfotenhaut ein. Auch Streusalz kann in kleinen Hornhautrissen unangenehm brennen und zu Verätzungen führen. Wieder zu Hause fangen die Tiere dann an ihre schmerzenden Pfoten intensiv zu lecken, wodurch zusätzlich noch Keime in die kleinen Wunden und Verletzungen einmassiert werden. Die Folge sind Leckekzeme, Zwischenzehenekzeme, eitrige Hautentzündungen, Bewegungsunlust durch wunde, schmerzhafte Pfoten, eventuell sogar Pilzbefall, da die Haut als Schutzbarriere defekt ist. Auf das Ablecken größerer Salzmengen reagieren magenempfindlichen Tieren zudem mit Verdauungsstörungen oder Erbrechen.

Probleme mit den Pfoten
Foto: DGK

Vorbeugend können Sie vor dem Spaziergang die Pfoten des Hundes mit Melkfett oder Vaseline einreiben, damit sich keine Eisklumpen, Salz oder Matsch zwischen den Zehen oder Ballen festsetzen können. Im Fachhandel gibt es als etwas teurere Alternative ein Pfotenschutzspray oder ein Pfotenbalsam, eine leider jedoch nicht abriebfeste Abhilfe. Diese Sprays wirken aber als Schutzfilm gegen Reizungen durch Salz, Streusand, Eis und Schmutz. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, dass Ihr Hund möglichst neben dem Gehweg im Gras oder Schnee läuft und Sie nach Möglichkeit größere Spaziergänge auf ungestreuten Waldwegen oder Wiesen machen.

Um Verletzungen vorzubeugen oder bereits wunde Füße zu schützen, können so genannte "Booties" (stabile "Überschuhe" zum Beispiel aus Flies) übergezogen werden. Booties eignen sich auch gut bei langhaarigen Hunderassen mit starkem Haarwuchs zwischen den Zehen, um dort die Schneeballbildung zu verhindern. Übrigens können Sie diese auch einschränken, wenn Sie die Haare zwischen den Ballen regelmäßig kurz schneiden.

Nach dem Spazieren gehen empfiehlt es sich, die Hundepfoten mit lauwarmem Wasser oder besser Käsepappeltee (Eichenrindentee) abzuspülen und gut abzutrocknen. Sind die Pfotenballen bereits rissig oder wund, so ist Hirschtalgcreme (erhältlich in jeder Apotheke) ein bewährtes Hausmittel. Damit sich der Hund nach dem Aufbringen der Salbe nicht sofort leckt, kann man (eventuell über Nacht) einen Salbenverband anlegen und Booties darüber ziehen.


Fledermäuse suchen Winterquartier
(1.514 Zeichen)

 

(animal) Nicht nur Murmeltiere, Siebenschläfer und Igel ruhen sich im Winter aus, auch die heimischen Fledermäuse suchen noch bis in den Dezember hinein nach geeigneten Winterquartieren. Doch immer mehr Schlafplätze in Höhlen, Stollen oder Kellern werden verschlossen oder die Tiere dort immer wieder gestört.

Gewölbekeller sind ein ideales Winterquartier für Fledermäuse: kühl, frostfrei und mit hoher Luftfeuchtigkeit. Für bestimmte Arten sind Gefachlücken von Fachwerkhäusern oder Spalten und Ritzen hinter Fensterrahmen geeignet. "Viele Winterquartiere für Fledermäuse sind in den vergangenen Jahrzehnten vor allem durch Dämmung, Sanierung und Schließen von Ritzen und Spalten weggefallen", erklärt Matthias Simon von der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz in Hessen.

Dachstühle und Fledermauskästen bieten keine Alternativen, da sie nicht frostfrei sind. "Das Schönste, was man für die nachtaktiven Flieger machen kann, ist Einschlupfmöglichkeiten beispielsweise in Gewölbekellern zu erhalten oder auch alte Bäume mit Höhlen nicht abzuholzen", so Simon. Und: "Wenn man ein Winterquartier kennt, sollte man die Tiere auf keinen Fall stören. Denn jede Störung kann den Tod der Winterschläfer bedeuten." Fledermäuse sind wahre Hungerkünstler. Um die kalte Jahreszeit ohne Nahrungsaufnahme zu überleben, senken Fledermäuse im Winterschlaf ihre Temperatur und damit ihren Energiebedarf. Wachen sie zwischendurch auf, wird der Stoffwechsel und damit der Energieverbrauch hochgekurbelt - der Energievorrat reicht dann vielleicht nicht mehr bis zum Frühjahrsbeginn aus. Simon: "Fledermäuse schlafen monatelang mit äußerst geringen Energiereserven. Eine Zwergfledermaus beispielsweise muss mit nur 1,5 Gramm Fett mehrere Monate auskommen".


TIPPS
Wenn Kater Carlo weint
Absonderungen in den Augenwinkeln müssen nichts bedeuten
(2.107 Zeichen)

 

(animal) Eine dicke Kullerträne im Auge Ihrer Katze? Das hat nichts mit Traurigkeit zu tun! Gerade bei älteren Katzen sammeln sich leicht Absonderungen aus den Tränenkanälen an, die manchmal verkrusten.

Vor allem bei Perserkatzen sind durch die extrem gestauchte Nase die Tränengänge (Verbindung von Auge zur Nase) zu eng. Dadurch fließen die Tränen nach außen ab. Man kann den betroffenen Tieren aber helfen: Abschwellende Augentropfen plus einer sorgfältigen Weitung der zarten Gänge durch den Tierarzt. Das hilft allerdings nur vorübergehend. Grundsätzlich sollte versucht werden, in der Zucht auf "langnasige" Tiere zu züchten (Zuchtproblem - Qualzucht, Gutachten des Bundesregierung)

Bei anderen betroffenen Tieren könnte es sich auch um eine Bindehautentzündung handeln. Diese ist gar nicht so selten und wird manchmal durch Viren oder Bakterien hervorgerufen. Als erstes Anzeichen tränen die Augen der Katze recht stark. Der aussickernde Ausfluss ist zunächst klar und wird zunehmend gelblich / bräunlich und schleimig. Gelegentlich fällt auch das so genannte dritte Augenlid (Nickhaut) vor. Die Entzündung kann ein Lid oder beide Lider befallen. Eine beidseitige Bindehautentzündung ist oft allergisch bedingt. Das Auge ist meist dunkelrot verfärbt.
Zwinkern und geschlossene Augenlider weisen eindeutig auf Schmerz hin und können auch durch mikroskopisch kleine Wimpern am Lidwinkel verursacht werden. Diese lassen sich operativ entfernen.
Auch auf Fremdkörper im Auge (Granne) sollte untersucht werden.

Wenn Kater Carlo weint

Foto: DGK

Auslöser vermehrter Tränenbildung können zu trockene Heizungsluft, aber auch allergische Reaktionen gegen eingeatmete Düfte, Pollen, Gase, Zigarettenrauch oder Haarspray sein. Ältere Katzen sind besonders empfindlich.

Das Vermeiden von Rauch, aggressiven Reinigern, starken Parfüms und Raumdeos oder Raumparfüms kann Abhilfe schaffen. Lassen Sie Ihr Tier beim Tierarzt auf eventuelle Ursachen untersuchen.



Pflegetipps:


Wischen Sie Ihrer Katze die Tränen mit einer Kompresse getränkt in Augenwasser ab, damit eventuell doch vorhandene Bakterien oder Herpesviren nicht von einem Auge aufs andere übertragen werden.

Manchmal kommt es vor, dass Katzen durch die Tränen das Fell zwischen Nase und Augen verlieren und die Haut darunter etwas wund wird. In diesen Fällen sollten Sie das Tier unbedingt vom Tierarzt untersuchen lassen. Hierbei hilft in den meisten Fällen nur eine antibiotische Augensalbe, die rezeptpflichtig ist.


Kurioses aus der Hundewelt
Tipps für die gesunde Ernährung
(2.211 Zeichen)

 

(animal) Joghurt in hundespezifischen Geschmacksrichtungen, bunte Kaubonbons aus Geflügelleber oder Salami, Klappliegen für Hasso, Satteltaschen für Berni, ein Jogginganzug für Waldi, ein Dirndl und Parfum für Daisy, Sonnenbrille für Windy: Beim Zubehör für Hunde gibt es hierzulande fast alles, was man sich nur vorstellen kann.
In Frankreich treiben es Hundehalter noch weiter: Maul-Spray gegen strenge Gerüche und CDs mit heiterem Hundegebell zur Beruhigung psychisch gestresster Vierbeiner. In Paris gibt es neuerdings einen elektronischen Bell-Dolmetscher - um jedes "Wuff" richtig zu interpretieren. Angeboten wird auch eine telefonische Ernährungsberatung für die Lieblingshaustiere, denn zu viel Leberpastete und zu wenig Ausgang führen auch bei Hunden zu unerwünschten Pölsterchen.

Unser Tipp
:
Überfütterung schadet Ihrem Liebling! Dicke Hunde leiden häufig an Osteoarthritis und haben eine geringere Lebenserwartung. Bei normalgewichtigen Hunden sind die Rippen nicht sichtbar, aber fühlbar. Von oben betrachtet hat der Hund eine Taille, die je nach Hunderasse unterschiedlich deutlich stark ausgeprägt ist. Wer Zweifel hat, sollte das Gewicht seines Hundes vom Tierarzt überprüfen lassen.
Erwachsene Hunde bekommen täglich bis zu zwei Mahlzeiten, Welpen werden je nach Alter mehrmals täglich gefüttert - zu festen Zeiten. Verderbliche Futterreste sollten entfernt und die Näpfe nach jeder Mahlzeit ausgewaschen werden. Hunde brauchen ausgewogene und abwechslungsreiche Kost, um in Form zu bleiben. Besonders auf den richtigen Eiweiß- und Fettgehalt sowie das richtige Calcium- Phosphor-Verhältnis sollte geachtet werden - außerdem auf Kohlenhydrate, verschiedene Vitamine und zwanzig unterschiedliche Mineralstoffe. Dabei müssen die Nährstoffe nicht nur in den richtigen Mengen vorhanden sein, sondern auch im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Denn nur so ist der Speiseplan wirklich ausgewogen und entspricht ernährungswissenschaftlichen Standards. Gegen Übergewicht helfen Diätfutter und regelmäßige Bewegung.

Kein Hund kann ausschließlich mit Muskelfleisch ernährt werden. Auch die Vorfahren unserer Haushunde haben nach erfolgreicher Jagd nicht nur Muskelfleisch gefressen, sondern innere Organe, Mageninhalt, Haut und Fell. Eine Ernährung mit Muskelfleisch ist als Fehlernährung zu bezeichnen. Auch Beeren, Früchte, Kräuter und Gemüse sollten auf dem Speiseplan stehen. Diese abwechslungsreiche Vielfalt braucht der Hund, um alle wichtigen Nähr- und Aufbaustoffe zu bekommen, für ein langes und gesundes Hundeleben.


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Die Fotos können von Redaktionen in Schwarz-Weiß oder Farbe kostenlos per
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Telefon: 0 64 21 / 2 93 - 1 40
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