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animal, Jg. 2, 2 - 2004
Leishmaniose: Eine Tropenkrankheit in Europa
Risiken in Deutschland
(6.359 Zeichen)
(animal) Abgemagerte streunende Hunde in südlichen Ländern erregen oft das Mitleid von Tierliebhabern und verleiten zum Mitnehmen der Tiere nach Deutschland. Auch viele Tierheime arbeiten mit südländischen Tierschützern zusammen und importieren Hunde, für die sich hier leichter neue Besitzer finden lassen. Doch Vorsicht: Diese Tiere könnten mit Leishmaniose infiziert sein. Diese Krankheit ist für Hunde, aber auch Pferde und Menschen, besonders kleine Kinder und ältere Personen gefährlich.
Die Leishmaniose ist eine in den Tropen und Subtropen weitverbreitete parasitäre Erkrankung. In Europa kommt sie vorwiegend im Mittelmeergebiet vor. Durch den Import von Tieren, vor allem Hunden aus den Mittelmeerländern, wurde die Krankheit Leishmaniose auch in Deutschland ein Thema.
Durch Sandmücken (auch Schmetterlingsmücken oder fälschlich Sandfliegen genannt) werden die Leishmanien - geißeltragende Einzeller - von Hund zu Hund, von Hund zu Mensch oder von Mensch zu Hund übertragen. Dies gilt aber nur für die Gebiete, in denen die Überträger vorkommen. Deutsche Urlauber, die ihre Hunde in diese Länder mitnehmen, setzen ihre Tiere einem Infektionsrisiko aus. Nur durch Vorbeugung von Insektenstichen, zum Beispiel durch spezielle Halsbänder oder Shampoos, kann man den Hund weitgehend vor der Erkrankung schützen. Leider werden diese aber bei Reisen zu selten und bei im Urlaubsland lebenden Hunden fast gar nicht angewandt.
Infizierte Hunden sind oft - trotz Fresslust und normaler Verdauung - abgemagert. Es kommt zu Lymphknotenschwellungen, Milz- und Lebervergrößerung sowie gelegentlich zu Muskelschwund. Am auffälligsten sind die Hautsymptome: Das Haarkleid wird dünn, glanzlos, rau, neigt stellenweise zu Kahlheit, die Haut schuppt sich. Am Ohrrand zeigen sich die typischen Veränderungen am häufigsten (exfoliative Dermatitis). Die Krallen werden häufig spröde und wachsen länger als normal. Häufig kommt es zu Schwellungen im Gelenkbereich. Die Therapie ist langwierig, eine Ausheilung der Erkrankung ist keineswegs garantiert. Man kann die Leishmaniose aber mit Medikamenten so behandeln, dass die betroffenen Patienten symptomfrei werden.
Besteht nun auch bei uns die Gefahr, dass infizierte Hunde als Reservoir für die Erreger dienen und die Infektion verbreiten? "Prinzipiell wäre das möglich, denn es gibt auch hierzulande mögliche Überträger", sagt Dr. Torsten J. Naucke, der erstmals eine Sandmückenart in Deuschland nachgewiesen hat. In Baden-Württemberg wurde eine bisher unbekannte Sandmückenart Phlebotomus mascittii gefunden1, aktuell zusätzlich Phlebotomus perniciosus, ein aus Süd- und Südwesteuropa bekannter Überträger der Leishmaniose.
Am Institut für Parasitologie der Universität Gießen untersucht man seit einigen Jahren die sich in Deutschland ausbreitende Leishmaniose. In den vergangenen zehn Jahren sind tatsächlich eine ganze Reihe von Leishmaniose-Infektionen bei Mensch und Tieren aufgetreten, die nicht als "Reiseandenken" von Fernreisen mitgebracht worden sind. Sogar ein Pferd in Augsburg, das sich nie im Mittelmeerraum aufgehalten hat, war an Leishmaniose erkrankt.2 Vor zwei Jahren wurde der erste Fall von Leishmaniasis bei einem Kind festgestellt.3 Inzwischen sind weitere Fälle bei einer wachsenden Zahl von Hunden sowie einer Katze bekannt geworden, die sich in Deutschland mit Leishmaniose infiziert haben.4
Ein Großteil der Experten ist sich einig: Sowohl der zunehmende Tourismus als auch der organisierte Import von Streunerhunden aus dem Mittelmeerraum durch wohlmeinende Tierschutzorganisationen führen gleichzeitig dazu, dass in Mitteleuropa Tausende von Hunden leben, die trotz klinisch erfolgreicher Therapie mit dem Erreger Leishmania infantum chronisch infiziert sind und so wiederum eine Infektionsquelle für Sandmücken darstellen.
Prof. Dr. Horst Zahner und Dr. Christian Bauer, Gießen, schließen aufgrund der wachsenden Zahl der Fälle in Deutschland auch ohne Reisen in südliche Länder nicht mehr aus, dass auch eine der hierzulande vorkommenden Sandmückenarten gelegentlich Leishmanien übertragen könnte.
Der private, aber auch der von Tierheimen durchgeführte Import von Hunden aus den Mittelmeerländern in vermeintlich tierschützerischer Absicht muss daher sehr kritisch betrachtet werden: Obwohl diese Tiere zunächst gesund zu sein scheinen, ist ein erheblicher Teil Leishmanien-infiziert. Prof. Dr. Peter Deplazes (Zürich), Dr. Naucke (Bonn) und andere warnen seit längerem eindringlich vor einer möglichen Zeitbombe. Die zunehmende Erwärmung des Klimas nährt die Befürchtung, dass sich diese Krankheit von den Mittelmeerländern immer mehr nach Norden ausbreitet.
Eine Übertragung vom infizierten zum gesunden Tier ist nur bei Blutkontakt möglich. Eine Bisswunde reicht nicht! Bis jetzt sind jedoch noch keine Fälle von direkter Übertragung gefunden, damit ein Beweis für diese Theorie entdeckt worden. Als gesichert kann aber gelten, dass eine Übertragung vor oder während der Geburt von der Mutter auf das Kind oder von der Mutterhündin auf ihre Welpen erfolgen kann.5
Für Hunde sind Reisen in Mittelmeerländer auf jeden Fall gefährlich. Prof. Dr. Ernst- Günther Grünbaum von der Universität Gießen warnt: "Wer seinen Hund liebt, fährt ohne ihn in südliche Urlaubsländer". Wer es trotzdem macht, sollte ihn durch Mücken-abwehrende Mittel schützen, wobei sich besonders ein Halsband oder ein Shampoo mit dem Wirkstoff Dexamethrin bewährt hat, das (verschreibungspflichtig) beim Tierarzt erhältlich ist. Außerdem empfiehlt es sich, während der Hauptflugzeit der Sandmücke am Spätnachmittag den Hund im Haus zu lassen.
Die üblicherweise durchgeführten Bluttests sind wenig geeignet, infizierte Importhunde zu erkennen. Zu diesem beunruhigenden Ergebnis kommen Fachleute verschiedener griechischer Forschungseinrichtungen, die ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift "Veterinary Parasitology"6 veröffentlicht haben. Sie untersuchten 73 gesunde Jagdhunde mit einem Test, der die Parasiten direkt zum Veispiel am nachweist (PCR), und mit einem Test auf Leishmania-Antikörper. Während bei der direkten Nachweismethode mehr als Hälfte der Hunde (63 Prozent) positiv waren, reagierten im Antikörpertest nur 12, 3 Prozent der Hunde positiv. Die Wissenschaftler warnen davor, sich bei der Untersuchung von Hunden nur auf einen einfachen Antikörpertest zu verlassen.
Therapie: Ein völlig neuer Ansatz der Therapie der Leishmaniose ist im Moment in der klinischen Prüfung. Hierbei handelt es sich um ein Alkylphosphorcholin - das Oleyl-PC - mit dem einen gute klinische Wirksamkeit auch bei Hunden festgestellt werden konnte, die auf die herkömmliche Therapie nicht ansprechen.
Hintergrund Leishmaniose
Entdeckt wurde der Erreger vom britischen Tropenarzt Sir William Boog Leishman 1900 in Indien. Der Hund soll in Endemiegebieten das wichtigste Erreger-Reservoir für die menschliche Leishmaniose sein, die derzeit in Mittel- und Nordafrika, Madagaskar und Brasilien und in Südeuropa, Mittelfrankreich und der Schweiz vorkommt. Die Infektion wird im europäisch-mediterranen Raum vom Erreger Leishmania infantum ausgelöst. Derzeit sind etwa 12 Millionen Menschen in 88 Ländern auf allen Kontinenten (mit Ausnahme von Australien) mit Leishmanien infiziert; jährlich kommen etwa 1,5 bis 2 Millionen Neuerkrankungen hinzu. Der Deutschland nächstgelegene aktive Leishmaniose-Focus ist die Umgebung von Paris.
Quellen:
(1) T. J. Naucke, C. Schmitt: Is leishmaniasis becoming endemic in Germany?
Int. J. Med. Microbiol. 293, Suppl. 37, 179 - 181 (2003)
(2) Kernt Köhler, Maximilian Stechele, Udo Hetzel, Mariano Doming, Gabriele, Schönian, Horst Zahner, Eberhard Burkhardt: Cutaneous leishmaniosis in a horse in southern Germany caused by Leishmania infantum, Veterinary Parasitology 109 (2002) 9-17
(3) Bogdan, S, Schönian, G., Banuls, A. L., Hide, M.,Pratlong, F., Lorenz, E., Röllinghoff, M., Mertens, R.: 2001 in 'Clinical and Infectious Diseases' :'Visceral leishmaniasis in a german child who has never entered a known endemic area: Case report and review of the literature.' Clin. Infect. Dis. 32, 302 -306 (2001).
(4) Poli A, Abramo F, Barsotti P, Leva S, Gramiccia M, Ludovisi A, Mancianti F. Feline leishmaniosis due to Leishmania infantum in Italy. Vet Parasitol 2002 Jun 26;106(3):181-91
(5) Meinecke,-C-K; Schottelius,-J; Oskam,-L; Fleischer,-B: Congenital transmission of visceral leishmaniasis (Kala Azar) from an asymptomatic mother to her child. Pediatrics. 1999 Nov; 104(5): e65.
(6) Leonidas S. Leontides, Manolis N. Saridomichelakis, Charalambos Billinis, Vasilios Kontos, Alexander F. Koutinas, Apostolos D. Galatos and Mathios E. Mylonakis: A cross-sectional study of Leishmania spp. infection in clinically healthy dogs with polymerase chain reaction and serology in Greece, Veterinary Parasitology, Vol. 109 (1-2) (2002) pp. 19-27
Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)
Eine häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit bei Katzen
(2.140 Zeichen)
(animal) FIP, Feline Infektiöse Peritonitis, ist eine ansteckende Entzündung der verösen Häute in Bauch und Brustkorb der Katze. Die häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit vor allem bei Jungtieren wird durch ein Virus, in diesem Fall ein Coronavirus, hervorgerufen. Durch das FIP-Virus sterben jedes Jahr mehr als 100.000 Hauskatzen alleine in Deutschland. Coronaviren sind im Regelfall harmlose Durchfallereger, können aber zu den FIP-erregenden Coronaviren mutieren.
Am häufigsten wird der Erreger direkt von Katze zu Katze übertragen. Die Krankheit kann auch von Katzen übertragen werden, die einen völlig gesunden Eindruck machen, aber tatsächlich infiziert sind. Man weiß inzwischen, dass nicht alle Katzen, die sich angesteckt haben, erkranken. Es sind aber noch nicht alle Einzelheiten der Krankheitsübertragung bekannt. Der Krankheitsausbruch ist abhängig von der Anzahl der aufgenommenen Erreger, von der krankmachenden Wirkung der Erreger und vor allem von der Funktionstüchtigkeit des spezifischen Immunabwehrsystems der Katze. Auffallend ist, dass Rassekatzen stärker gefährdet sind.
Die Virus-Krankheit äußert sich im ersten Stadium oft in Form von Fieber, Appetitmangel und leichten Atembeschwerden. Nach Abklingen dieser Symptome kann es einige Zeit später zum zweiten Stadium der Erkrankung kommen.
Hierbei unterscheidet man dann eine so genannte feuchte Form der FIP, die in typischen Fällen mit einer "Bauchwassersucht" einhergeht. So erkrankte Katzen sind am ganzen Körper abgemagert, haben aber einen dicken, flüssigkeitsgefüllten Bauch. Auch in der Brusthöhle können solche Flüssigkeitsansammlungen vorkommen und zu Luftnot führen.
Bei der so genannten trockenen FIP kommt es zu einer Entzündung der inneren Organe (Leber, Niere, Milz usw.) mit Fieberschüben und teilweise Atembeschwerden. Weil hierbei die typischen Flüssigkeitsansammlungen fehlen, ist die Diagnose wesentlich schwieriger als bei der feuchten Form.
Wirksame Behandlungsmethoden existieren bislang nicht. Die betroffenen Tiere können symptomatisch behandelt werden, aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass sich der Zustand langfristig verschlechtern wird. Keinesfalls sollte man den Augenblick verpassen, an dem es Zeit wird, den Liebling zu erlösen.
Gegen FIP existiert ein Impfstoff, dessen Nutzen aber unter den Wissenschaftlern höchst umstritten ist. Das Fazit der Fachkreise: Ob der Impfstoff schützt, weiss man nicht, er schadet dem Tier aber wohl nicht.
Gefahr durch Katzenhalsbänder
Parasitenschutz ist auch mit Medikamenten möglich
(1.962 Zeichen)
(animal) Von Katzenhalsbändern geht eine bisweilen tödliche Gefahr aus: Bei der Fellpflege, beim Spielen oder Klettern können die Tiere in den Halsbändern hängen bleiben, Quetschungen erleiden, sich strangulieren - im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang. Daher warnt der Deutsche Tierschutzbund alle Katzenhalter davor, ihrem Stubentiger auf Freigang ein Halsband umzubinden. Wer sein Tier vor Parasiten schützen wolle, könne hierzu auf ent-sprechende Medikamente zurückgreifen. Und auch für eine Kennzeichnung des Tieres gibt es bessere Alternativen.
Gerade im Frühling und Sommer wollen Katzenhalter ihre Tiere wirkungsvoll vor Flöhen und Zecken schützen. Dass ein Parasitenhalsband zur tödlichen Gefahr für die Tiere werden kann, ahnen die wenigsten. Doch gerade in der warmen Jahreszeit werden immer wieder verletzte Katzen in die Tierarztpraxen eingewiesen: Sie sind bei der Fellpflege mit der Vorderpfote ins Halsband geraten und haben schwere Gewebequetschungen erlitten; beim Klettern sind sie hängen geblieben und haben sich stranguliert. Die solcherart gefangenen Tiere geraten nicht selten in Panik, verheddern sich noch mehr und strangulieren sich im schlimmsten Falle zu Tode. Lange Zeit waren Parasitenhalsbänder die einzige Möglichkeit, die Katze vor Flöhen und Zecken zu schützen. Heute jedoch gibt es speziell für Katzen entwickelte Medikamente, die das Tier mehrere Wochen wirkungsvoll vor den lästigen Schma- rotzern schützen.
Auch die Kennzeichnung muss nicht mehr über Adressaufkleber erfolgen, die am Halsband angebracht sind. Stattdessen sollte der Katzenhalter sein Tier lieber vom Tierarzt chippen lassen. Hierbei wird der Katze ein reiskorngroßer Mikrochip unter die Haut gesetzt. Der Mikrochip enthält alle wichtigen Daten über das Tier, die mit Hilfe eines speziellen Gerätes abgelesen werden können. Damit diese Art der Kennzeichnung ihren Sinn erfüllt, muss das Tier auch registriert sein. Denn erst hierdurch ist es möglich, den Halter des Tieres festzustellen und zu informieren.
Der Deutsche Tierschutzbund bietet seit Anfang der 80er-Jahre kostenlose Registrierungen der Tiere im Deutschen Haustierregister® an.
Nähere Informationen über das Deutsche Haustierregister® erhalten Tierfreunde unter der Service-Telefonnummer 0 18 05 / 23 14 14.
Hilfe bei Sommerekzem
Allergievermeidung bei Pferden
(4.110 Zeichen)
(animal) Mit steigenden Temperaturen und den ersten Weidegängen beginnt für Pferde mit Sommerekzem wieder eine lange Zeit des Leidens. Die betroffenen Tiere werden von einem starken Juckreiz gepeinigt, der ihnen kaum Ruhe lässt. Sie scheuern sich Schweif und Mähne ab, treten mit den Hinterbeinen unter den Bauch und beißen sich die Haut blutig.
Der quälende Juckreiz ist Ausdruck einer allergischen Reaktion, die durch Stiche oder Bisse blutsaugender Insekten ausgelöst wird. Mittlerweile gilt als gesichert, dass neben anderen Insekten häufig Gnitzen (Culicoides spp.) die Allergie auslösen. Gnitzen sind kleine Stechmücken von 0,5 bis 3 Millimeter Größe. Sobald im Oktober beziehungsweise November die Flugzeit der Blutsauger im Freien vorüber ist, hat auch das Martyrium der Pferde ein Ende - bis zum nächsten Frühling.
Das Sommerekzem ist keine neue Krankheit. Bereits 1840 beschrieben französische Tiermediziner die Symptome dieser allergischen Dermatitis. Die Erkrankung kann alle Pferderassen sowie auch Esel, Mulis und Maultiere betreffen.
Als eine Allergie vom Typ I ist das Sommerekzem - ähnlich wie der Heuschnupfen beim Menschen - bislang nicht heilbar. Die Behandlung beschränkt sich daher darauf, die Symptome zu lindern beziehungsweise die Allergie auslösenden Insekten fern zu halten.
Linderung der Symptome
- Für alle Halter von Ekzemer-Pferden sollte es selbstverständlich sein, die durch das intensive Scheuern entstandenen Hautverletzungen zu behandeln. Der Tierarzt hilft gern weiter mit Maßnahmen und Produkten, die in Frage kommen.
- Um die Verletzungsgefahr beim Scheuern gering zu halten, kann man Besenbürsten im Stall, Auslauf oder auf der Weide anbringen. Dies verhindert, dass sich das Tier an Pfosten, Tränkebecken oder scharfen Gegenständen oft gefährlich verletzt.
- Wenn erforderlich, können Pferde vorübergehend mit einem wirksamen Insektenmittel behandelt werden, um die Belästigung möglichst gering zu halten. Doch Vorsicht: Eine längerfristige Behandlung mit solchen Mitteln kann eine nachlassende Wirkung wegen resistenter Insekten haben und außerdem zu allergischen Reaktionen des Pferdes gegen die Inhaltsstoffe der Produkte führen.
- Um den quälenden Juckreiz zu beheben, sollte man vorübergehend cortisonhaltige Salben auf die gereinigte Haut auftragen. Entsprechende Produkte hält der Tierarzt bereit. Nur in ganz schlimmen Fällen injiziert der Tierarzt ein geeignetes Cortisonpräparat. Er wird damit sehr vorsichtig umgehen, denn das Pferd könnte infolge der Behandlung eine Hufrehe entwickeln.
Allergievermeidung
- Wer sein Pferd nicht nur im Stall, sondern auch auf der Weide halten möchte, sollte Folgendes beachten: Um die Insektenplage gering zu halten, wählt man am besten hoch gelegene Wiesen, auf denen ein stetiges Lüftchen weht. Sicherer stehen Pferde möglichst weit entfernt von Bächen, Teichen und Tümpeln, da dort ideale Brutbedingungen für Insekten herrschen. Auch Waldwiesen sind ungeeignet. Wenn möglich, sollte den Pferden ein schattiger und möglichst dunkler Unterstand zur Verfügung stehen.
- Spezielle Ekzemer-Decken leisten gute Dienste, um blutsaugende Insekten und andere Quälgeister auf Abstand zu halten. Die Decke muss dem Pferd gut angepasst (maßgeschneidert) sein und über einen Bauchlatz verfügen. Wer sich für eine Ekzemer-Decke entscheidet, sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass er den korrekten Sitz der Decke täglich kontrollieren muss. Das gilt besonders für Weidepferde im Herdenverband. Auch sollte spätestens jeden zweiten Tag die Decke abgenommen und das Pferd darunter gründlich gestriegelt werden.
- Aufstallen ist eine weitere Möglichkeit, sein Pferd vor den Allergieauslösern zu schützen, wenn der Zugang zum Stall möglichst dunkel ist und der Stall selbst weitgehend von Insekten freigehalten wird (Insektenfallen, Fliegenfänger). Dennoch sollte versucht werden, dem Pferd ein paar Stunden in freier Bewegung zu ermöglichen. Die Hauptflugzeit der Gnitzen ist in den Dämmerstunden, bei feucht- schwülem Wetter sind sie jedoch den ganzen Tag über aktiv.
Tipp:
Die Suche nach den allergieauslösenden Stoffen meist langwierig und häufig ohne konkretes Ergebnis. Doch nur wer die Allergene kennt, auf die sein Pferd reagiert, kann diese auch vermeiden und damit die oft quälenden allergischen Reaktionen verhindern. Hoffnung kommt nun aus Hannover. Professor Wolfgang Leibold und seine Mitarbeiter der Immunologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover haben ein neues Verfahren entwickelt: Mit einem funktionellen in vitro Test, kurz FIT, lässt sich an einer Blutprobe prüfen, ob ein Individuum auf eine bestimmte Substanz überhaupt allergisch reagieren kann oder nicht.
Weitere Informationen zu diesem Thema:
Allergie bei Pferden: Neuer Test prueft Reaktionsbereitschaft
Ekzemerpferde: Gefahr durch Desensibilisierung
NACHRICHTEN DES BUNDESVERBANDES PRAKTIZIERENDER TIERÄRZTE E. V. (bpt)
Tragfähigkeit von Rasselisten weiterhin offen
Praktizierende Tierärzte fordern aussagefähige Beißstatistik
(3.025 Zeichen)
(bpt/animal) Das vor drei Jahren von der Bundesregierung erlassene Zuchtverbot für gefährliche Hunde ist mit dem Grundgesetz unvereinbar und nichtig. Das verkündete der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts in seinem aktuellen Urteil. Dagegen bestätigten die Karlsruher Richter das Importverbot bestimmter, als gefährlich eingestufte Hunderassen. Die Rasselisten haben damit weiterhin Bestand.
Nach Auffassung des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte e. V. (bpt) sind pauschale Regelungen für bestimmte Rassen nicht geeignet, Menschen vor gefährlichen Hunden zu schützen. Sie täuschen lediglich Sicherheit vor. Der bpt fordert deshalb Bund und Länder auf, den Aussagen des Bundesverfassungsgerichts Rechnung zu tragen. Die bloßen Annahmen, bestimmte Hunderassen seien gefährlicher als andere, müssen anhand einer aussagefähigen "Beißstatistik" dringend überprüft werden. Um Aggression zu verhindern, sollten nach Auffassung des Verbandes Zucht und Ausbildung der Hunde überwacht werden.
Der Teilerfolg, den die klagenden Hundehalter und -züchter mit dem Karlsruher Urteil erringen konnten, verdeutlicht nach Ansicht des bpt lediglich die fehlende Regelungskompetenz des Bundes. Für Dr. Hans-Joachim Götz, Präsidenten des bpt, stellt das Urteil keineswegs einen Erfolg dar, um Menschen effektiver vor gefährlichen Hunden zu schützen. "Zwar bestätigt das Bundesverfassungsgericht erstmalig, dass nach derzeitigem wissenschaftlichen Erkenntnisstand nicht allein aus der Zugehörigkeit eines Hundes zu einer bestimmten Rasse auf seine Gefährlichkeit geschlossen werden kann, dennoch lässt es die vermutete Gefährlichkeit als Begründung für das Importverbot gelten", so Götz. Verlässliche "Beißstatistiken" werden dabei einerseits moniert, andererseits aber nicht wirklich aussagekräftige Zahlen als Urteilsgrundlage genutzt. Die Tragfähigkeit von Rasselisten bleibt damit weiterhin offen. "Immerhin haben die Karlsruher Richter den Gesetzgeber aufgefordert, die weitere Entwicklung zu beobachten und zu prüfen", kommentiert Götz die Urteilsbegründung. "Das lässt hoffen!"
Der Verband appelliert an die Länder, die Gefahrenverordnungen auf individuell gefährliche Tiere abzustellen und bundeseinheitlich Folgendes zu regeln:
- Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde
- Anzeigepflicht für auffällig gewordene Tiere
- standardisierter Wesenstest für auffällig gewordene Tiere, durchzuführen von auf Verhaltenskunde spezialisierten Tierärzten
- Sachkundenachweis von Haltern auffällig gewordener Hunde über Hundeverhalten, tierschutzrechtliche Vorschriften und Tiergesundheit
- konsequente Reglementierung von Hunden, die als gefährlich begutachtet wurden, und deren Halter
Nach Ansicht des Verbandes müssen Züchter und Ausbilder stärker in die Verantwortung genommen werden, um Aggressionen zu verhindern. Folgende Regelungen hält der bpt für sinnvoll:
- Sachkundenachweis und Dokumentationspflicht für alle Züchter
- standardisierter Wesenstest für alle Zuchthunde
- Sachkundenachweis für Ausbilder
Um diese vorbeugenden Strategien sinnvoll umzusetzen, ist ein weiteres Gesetz notwendig. Schon lange fordert der Deutsche Tierschutzbund ein bundeseinheitliches Heimtiergesetz, das Zucht, Haltung, Handel sowie Im- und Export von Tieren regelt. Der bpt schließt sich dieser Forderung an. Gleichzeitig bietet er dem Gesetzgeber sachverständige Unterstützung an, um das Gesetz zu realisieren - zum Wohl der Tiere und dem Schutz des Menschen.
Zuckerkrankheit trifft auch Vierbeiner
Früherkennung sichert Lebensqualität
( 3.234 Zeichen)
(animal) Mit zunehmendem Alter steigt bei Hunden und Katzen das Risiko, an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zu erkranken. Neben Übergewicht können eine Reihe verschiedener Faktoren die lebensbedrohliche Erkrankung auslösen.
Hunde erkranken meist im mittleren Alter zwischen sieben und neun Jahren, wobei Hündinnen sehr viel häufiger einen Diabetes mellitus entwickeln als Rüden. Bei Katzen erkranken männliche wie weibliche Tiere gleichermaßen; ein erhöhtes Risiko haben allerdings kastrierte, übergewichtige Kater.
Wenn Ihr Tier mehr trinkt und häufiger "Bächlein" machen muss, können das erste Anzeichen der Zuckerkrankheit sein. Wird nichts unternommen, treten unheilbare Schäden an inneren Organen auf, die im weiteren Verlauf zum Tod führen können. Auch wenn es bislang keine Heilung gibt, lässt sich die Zuckerkrankheit gut behandeln. Das Leiden muss allerdings frühzeitig erkannt werden.
Was bedeutet Diabetes mellitus?
Mit dem Begriff Diabetes mellitus wird eine Störung des Stoffwechsels bezeichnet. Sie wird ausgelöst durch einen Mangel des Hormons Insulin. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und sorgt dafür, dass der aus der Nahrung gewonnene Zucker, die Glukose, aus der Blutbahn in die Körperzellen gelangt. Dort wird er als Energielieferant benötigt. Fehlt dem Tier Insulin, kann sein Körper den mit der Nahrung aufgenommenen Zucker nicht mehr nutzen. Die Glukose verbleibt im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt immer weiter an.
Bei den meisten diabetischen Hunden beruht der Insulinmangel auf einer Zerstörung der insulinbildenden Zellen. Ursächlich verantwortlich dafür sind unter anderen erbliche Veranlagung, Infektionen oder Tumore der Bauchspeicheldrüse. Bei Katzen wird Diabetes durch viele Faktoren ausgelöst: Mangel an Bewegung, falsche Ernährung und vor allem Übergewicht spielen eine wichtige Rolle.
Wie macht sich Diabetes beim Tier bemerkbar?
Um den überschüssigen Blutzucker wieder ausscheiden zu können, muss ein zuckerkrankes Tier sehr große Mengen trinken und dementsprechend mehr ausscheiden. Obwohl diabetische Tiere mehr fressen als gewöhnlich - viele entwickeln einen regelrechten Heißhunger - nehmen sie häufig ab. Schuld ist der Insulinmangel, der eine korrekte Ver-wertung der Nahrung verhindert.
Zuckerkranke Katzen fallen eher durch Appetitmangel und Erbrechen auf. Bei manchen macht sich die Krankheit auch durch eine veränderte Gangart bemerkbar, die auf eine flachere Fußung der Hinterhand zurück zu führen ist. Da den Körperzellen nur noch wenig oder gar keine Energie mehr zugeführt werden kann, wird der gesamte Körper in Mitleidenschaft gezogen: Ein stumpfes Fell, aber auch Schäden an Leber, Niere und Gehirn sind mögliche Folgen. Bei Hunden können zudem Sehstörungen aufgrund einer Linsentrübung auftreten. Diese so genannte diabetische Katarakt kann bis zur Blindheit führen.
Wenn Katzen an Appetit verlieren und häufiger erbrechen, könnte eine Zuckerkrankheit zugrunde liegen. Ein Besuch beim Tierarzt verschafft schnell Gewissheit. Foto: bpt/Jöhnssen
Hier noch einmal die auffälligsten Anzeichen:
- vermehrtes Trinken
- vermehrtes Wasserlassen
- gesteigerte Futteraufnahme bei gleichzeitigem Gewichtsverlust
- Appetitmangel und Erbrechen bei Katzen
Hunde- und Katzenhalter, die solche Veränderungen bei ihrem Tier beobachten, sollten nicht lange warten. Ein Tierarztbesuch verschafft Gewissheit. Durch frühzeitige Behandlung und die richtige Ernährung kann auch ein zuckerkrankes Tier ein langes Leben genießen.
Gewinnspiel "Diabetes"
Unter www.smile-tierliebe.de lädt der Bundesverband Praktizierender Tierärzte zur Teilnahme an einem Gewinnspiel ein. Bis Ende Juli können Hunde- und Katzenhalter beweisen, dass sie die Symptome eines Diabetes mellitus bei ihrem Senior richtig erkennen können. Wer mitmacht, kann für seinen Hunde- oder Katzensenior einen Gutschein für eine Blutuntersuchung auf Diabetes mellitus im Wert von 40 Euro gewinnen.
TIPPS
Wenn Katzen an Tapeten kratzen
Tipps gegen scharfe Krallenspuren
(1.822 Zeichen)
(animal) Immer wieder kommt es vor, dass Katzen ihre Krallen an Tapeten, Sesseln oder Sofas wetzen. Falls auch Ihr Stubentiger regelmäßig das Mobiliar mit dem Kratzbaum verwechselt, sollten Sie Folgendes ausprobieren:
1. Tapeten lassen sich prima mit durchsichtiger Klebefolie schützen. Die glatte Fläche verleidet Katzen den Spaß am Kratzen, da sie gern ein wenig Widerstand zwischen den Pfoten verspüren. Bevor Sie die Folie anbringen, sollten Sie allerdings an unauffälliger Stelle prüfen, ob sie sich problemlos entfernen lässt.
2. Sofakanten, Armlehnen und Ähnliches können Sie mit Alufolie umwickeln. Die derart dekorierten Möbel sind zwar nicht gerade ein ästhetisches Highlight, schützen aber wirkungsvoll die Einrichtung. Hat sich Mieze nach einiger Zeit das Kratzen abgewöhnt, können Sie die "Glanzlichter" wieder entfernen.
3. Doppelseitiges Klebeband ist ebenfalls ein probates Mittel, um kratzwütige Katzen auf Abstand zu halten.
4. Vergreift sich Ihre Mieze vor allem an Teppichen und deren Fransen, können Sie mit Düften kontern. Denn bei Zitronenduft oder Mentholgerüchen rümpfen Katzen die Nase - und lassen die guten Stücke links liegen. Doch Vorsicht: Viele ätherische Öle, so Thymian-, Zimt- und Oregano-Öle, sowie Teebaumöl sind für Samtpfoten reines Gift.
5. Schließlich können Sie versuchen, die Attraktivität des Kratzbaums zu steigern, um größeren Schaden abzuwenden. In diesem Fall arbeiten Sie mit Gerüchen, die Katzen lieben. Zum Einsatz kommen in erster Linie Baldrian und Katzenminze, die Sie über das Katzenmöbel streuen. Sie werden erstaunt sein, wie begeistert Ihr Stubenkater wieder über den Kratzbaum herfällt.
Wenn alles nichts helfen sollte, können Sie ein Kratzbrett in der Nähe der unerwünschten Stelle anbringen. Manche Katzen benötigen einfach eine weitere Kratzmöglichkeit auf ihren Wegen durch die Wohnung.
Einige Katzen vergreifen sich auch aus purer Langeweile an Tischen oder Bänken. Falls Sie den Eindruck haben, dass Ihr Stubentiger nicht ausgelastet ist, könnte eine zweite Katze für die nötige Abwechslung sorgen.
Jungvogel gefunden - was nun?
Achtung, kleine Piepmätze unterwegs!
(2.301 Zeichen)
(animal) Jungvögel, die außerhalb des Nestes aufgefunden werden, sollten nicht unbedacht mitgenommen werden. Darauf weist das Deutsche Grüne Kreuz e.V. (DGK) in Marburg hin.
Für die Entscheidung, ob ein Jungvogel tatsächlich Hilfe benötigt oder nicht, ist es laut DGK wichtig zu wissen, ob es sich um einen "Nestling" oder "Ästling" handelt.
Als Nestlinge bezeichnet man Küken, die nur wenige Tage alt sind. Sie sind noch nackt oder haben nur ein spärliches Federkleid. Ihr Schnabel wirkt im Vergleich zum Körper sehr groß. Findet man einen solch kleinen Vogel, so ist er aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Nest gefallen. Ist das Nest auffindbar, kann der Vogel wieder dorthin zurück gesetzt werden. Altvögel verstoßen vom Menschen berührte Jungtiere nicht, da der Geruchssinn bei Vögeln nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Ästlinge sind junge Vögel, die zwar noch nicht richtig fliegen können, das Nest aber schon auf dem Weg in Selbstständigkeit verlassen. Sie lassen sich auf Ästen oder dem Boden in der Nähe des Nestes nieder, wo sie von den Eltern in regelmäßigen Abständen aufgesucht und gefüttert werden. Bei Gefahr flüchten sie oftmals nicht, sondern verhalten sich ruhig und regungslos und erwecken damit den Anschein, verlassen und hilflos zu sein. Ästlinge sollten, falls sie nicht akut gefährdet sind, sitzen gelassen werden.
Die folgende Checkliste enthält Hinweise, die beim Auffinden von Jungvögeln zu beachten sind:
- Unverletzte Nestlinge zurück ins Nest setzten.
- Ist kein Nest zu finden oder ist der Jungvogel verletzt oder stark geschwächt, sollte er gewärmt, tierärztlich versorgt und anschließend von einem Vogelpfleger großgezogen werden.
- Jungvögel, die auf dem Boden herumhüpfen und Kontaktlaute ausstoßen, sind aller Wahrscheinlichkeit nach Ästlinge, die keiner Hilfe bedürfen. Um sicher zu sein, können die Vögel aus einem Versteck heraus beobachtet werden: Nur wenn nach einer Stunde noch kein Altvogel aufgetaucht ist, braucht das Tier Hilfe. Fangen Sie das Tier vorsichtig ein und nehmen Sie Kontakt mit einer Vogelstation oder einem Tierheim auf.
- Sitzt ein Jungvogel an einem gefährdeten Ort, beispielsweise am Straßenrand, nehmen Sie ihn vorsichtig hoch und setzten Sie ihn an sicherer Stelle ab. Die Entfernung vom Fundort darf nicht mehr als 25 Meter betragen, damit die Eltern ihren Sprössling wiederfinden.
- "Versehentlich" mitgenommene Ästlinge können innerhalb von 24 Stunden wieder an den Fundort zurückgebracht werden. Solange suchen die Altvögel nach ihrem Nachwuchs. Nach 24 Stunden bedarf der Vogel menschlicher Hilfe.
Foto: Anke Poggel/Wildvogelhilfe
Ausführliche Hinweise für den Umgang mit aufgefundenen Wildvögeln und Kontaktadressen sind unterwww.wildvogelhilfe.de zu finden.
MELDUNGEN
Der Zaunkönig - Vogel des Jahres 2004
(1.234 Zeichen)
(animal) Den Zaunkönig, einer der kleinsten heimischen Vögel, hat fast jeder schon einmal gesehen: Häufig sitzt er mit steil aufgestelltem Schwänzchen auf Büschen, Zäunen oder Pfählen und singt weithin hörbar.
Als typischer Vogel des menschlichen Siedlungsraumes ist der Zaunkönig auf naturnahe Gärten und Grünanlagen angewiesen. Aus diesem Grund wählten der Landesbund für Vogelschutz und der Naturschutzbund NABU den Zaunkönig zum Vogel des Jahres 2004. Als einer der bekanntesten und sympathischsten Singvögel wirbt der Zaunkönig nun für eine intakte, natürliche Umgebung. Sein Bestand ist nicht gefährdet.
Troglodytes troglodyte, so sein wissenschaftlicher Name, ist nur neun Zentimeter groß und wiegt nur wenig mehr als eine Ein-Euro-Münze. Trotz seiner "Größe" trällert der Zaunkönig erstaunlich laut.
Die kleinen Gesellen wirken ausgesprochen sympathisch. Sie sind flink, aufmerksam und huschen häufig - ähnlich wie Mäuse - durch bodennahe Sträucher. Zaunkönige lieben Büsche, Hecken und Feldgehölze, sofern sie nicht zu trocken sind. Auch Bäche sowie feuchte Mischwälder mit viel Unterholz gehören zum natürlichen Lebensraum des kleinen Sängers.
Wer mehr wissen will, bestellt die Broschüre zum Vogel des Jahres. Sie ist für Briefmarken im Wert von 5 mal 55 Cent (2,75 Euro) erhältlich beim NABU-Infoservice in 53223 Bonn. Weitere Informationen erteilt zudem der Landesbund für Vogelschutz, Eisvogelweg 1, in 91161 Hilpoltstein.
Das Haustier - lieb und teuer
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(animal) Der beste Freund des Menschen mag der Hund sein, doch das beliebteste Haustier ist die Katze. Knapp sieben Millionen (6,9) Samtpfoten tigern durch 14 Prozent der deutschen Haushalte.
Mit fast fünf Millionen (4,7) Tieren nehmen Hunde den zweiten Platz ein. Die Nachfahren des Wolfes leben in etwa 13 Prozent der hiesigen Haushalte. Insgesamt gibt es in der Bundesrepublik mehr als 22 Millionen Heimtiere - Fische und Reptilien nicht mitgezählt. Das teilt der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) mit.
Zudem bevölkert ein wahres Heer an Kleinsäugern die deutschen Wohnungen. Fast sechs Millionen (5,7) Goldhamster, Meerschweinchen, Rennmäuse oder Kaninchen sind in acht Prozent der deutschen Haushalte heimisch.
Während die Zahl der Ziervögel mit knapp fünf Millionen Tieren (4,9) weiterhin rückläufig ist, erfreut sich die Aquaristik einer gleich bleibenden Beliebtheit: Etwa drei Millionen Aquarien mit mehreren Millionen Fischen stehen in sechs Prozent der Haushalte.
Um die tierischen Massen zu verköstigen, gaben die Bundesbürger im vergangenen Jahr rund zwei Milliarden Euro für Fertignahrung aus. Weitere 700 Millionen Euro entfielen auf Zubehör und Bedarfsartikel, so der ZZF.
Foto: DGK SERVICE
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