DGK e.V. -Pressedienst Tier und Gesundheit (animal), Jahrgang 2, Ausgabe 4 - 2004 Themen: Bewegung. Welpen, Junghunde, Pyometra, Scheinschwangerschaft, Haustiere, Hygiene, Salmonellen, Fuchsbandwurm, Tollwut, Katzen, Vogelgrippe, Kaninchen, Schildkröten, Hunde,
Gesundheitsinformationen zu:
Deutsches Grünes Kreuz, Bewegung. Welpen, Junghunde, Pyometra, Scheinschwangerschaft, Haustiere, Hygiene, Salmonellen, Fuchsbandwurm, Tollwut, Katzen, Vogelgrippe, Kaninchen, Schildkröten, Hunde, Vögel, EU-Heimtierausweis, Yoga für Hunde
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Tier und Gesundheit
animal, Jg. 2, 4 - 2004

Bewegungsdrang junger Hunde
Wie viel ist zu viel?
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(animal) Die meisten stolzen Welpenbesitzer verwöhnen ihre Schätzchen gerne mit Leckerlis und teurem Welpenfutter. Dagegen ist nichts einzuwenden; wenn aber nach etwa drei bis vier Monaten aus dem Welpen ein Junghund wird, sollte er dem Babyspeck entwachsen sein. Übergewichtig ist ein Junghund bereits dann, wenn man beim Streicheln über den seitlichen Brustkorb aufdrücken muss, um die Rippen zu fühlen. Zu hohes Gewicht ist für heranwachsende Hunde gefährlich, weil ihre Gelenke permanent überfordert und so geschädigt werden können, dass sie eventuell ein Leben lang darunter leiden. Übergewicht fördert den frühen Verschleiß und verhindert die gesunde Entwicklung der Gelenke.

In den meisten Fällen allerdings wird zudem der notwendige Bewegungsdrang der Welpen zu wenig berücksichtigt. Nur bei Normalgewicht und angepasster Bewegung können Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder des Hundes gesund heranwachsen. Beim Wolf, dem Urahnen des Hundes, beginnt der Junghund auch erst etwa im Alter von acht bis neun Monaten das Rudel auf größeren Streifzügen zu begleiten und damit längere Strecken zu bewältigen. Bis dahin hält sich der Welpe und Jungwolf überwiegend in der näheren Umgebung der Höhle auf, hält längere Schlaf- und Ruhepausen und tobt nur kurze Zeit herum.

Häufig hört man, Hunde unter einem Jahr hätten zu weiche Gelenke, um Sprünge machen, Treppen steigen oder neben dem Fahrrad rennen zu dürfen. Sogar Züchter raten oft, den Welpen die Treppe hoch und in das Auto hinein zu tragen. Dies führt dazu, dass viele Welpenbesitzer ihren jungen Hunden diese Bewegungsformen vollständig verbieten. Diese 'Vorsicht' kann auch übertrieben werden. „Ich denke, dass gelegentliche Bewegungen dieser Art einem jungen Hund nicht schaden, wenn sie nur in Maßen erfolgen und nicht erzwungen werden“, sagt Prof. Dr. rer. nat. Roland Friedrich von der Justus-Liebig-Universität Gießen, selbst Züchter und Retrieverbesitzer. „Großwüchsige und schnellwachsende Hunde sind stärker gefährdet als kleine Rassen oder als ausgesprochene Lauf- und Schlittenhunde“.

Natürlich solle man den Welpen, wenn man ihn vom Züchter abgeholt hat, nicht gleich stundenlang ausführen, etwa die Treppe hinunter oder über Hindernisse springen lassen. „Dann und wann den jungen Hund gewähren zu lassen und somit die Vertrautheit mit Stufen oder Hindernissen aufzubauen, ist für das zukünftige Selbstbewusstsein des Hundes sicher von Vorteil“, sagt Hundebesitzerin Dr. med. Ute Quast vom Deutschen Grünen Kreuz e.V. Auf der Treppe sollte sich auch der ältere Hund – insbesondere abwärts – langsam bewegen (anleinen!), weil diese Form der Bewegung eine sehr unnatürliche und einseitige ist, die vor allem die Vorderläufe stark belastet.

'Zu gut gemeinte' Fütterung – häufig verbunden mit Übergewicht – und viel zu starke körperliche Beanspruchung verstärken in diesem Alter genetische angelegte Erkrankungen wie Hüftgelenks- (HD) und Ellenbogendyplasien (ED) sowie Skelettentwicklungsstörungen wie zum Beispiel den fragmentierten Processus coronoideus (FPC) medialis.

Das richtige Maß zu finden, ist schwierig. Es gibt zudem auch keine Pauschalregeln wie etwa Spaziergänge von 5, 15 oder 30 Minuten. Hinzu kommt: Die meisten Welpen werden durch ihren Spieltrieb, ihr Temperament und den Wunsch zu gefallen dazu getrieben, sich weit über ihre eigentliche Belastungsgrenze hinaus anzustrengen. Es ist also auch falsch, den Welpen intensiv zu wilden Spielen zu ermuntern, denn er wird nicht von alleine aufhören, wenn es eigentlich für ihn zu viel wird. Deshalb gilt, dass man einen Hund – vor allem großwüchsige Rassen mit Tendenz zu Gelenksproblemen – bis zu 12 Monaten eigentlich nicht zu wenig, sondern nur zu viel bewegen kann.

Bewegungsdrang junger Hunde Regelmäßige, aber mäßige Bewegung stärkt den Muskel- und Bänderapparat; dieser kann die gefährdeten Gelenke wirkungsvoll zusammenhalten und entlasten. Springen, plötzliches Abbremsen, Hakenschlagen und Aufstellen auf die Hinterläufe sollte jedoch so weit wie möglich vermieden werden – ebenso Überlastungen. Geht der Hund zudem auf Waldboden, Wiesen und Schotter, so ist das viel besser für die Gelenke.

Wissenschaftliche Studien zum Thema Hüftgelenks-/ Ellbogengelenksdysplasie haben gezeigt, dass man durch kalorienarme Fütterung mit reduziertem Gesamtenergiegehalt und eingeschränkte Bewegungsaktivität die Gelenksentwicklung des Hundes günstig beeinflussen kann – bei genetisch schlecht veranlagten Hunden zudem mit strikter Bewegungseinschränkung.

KURZ:
Die meisten Junghunde großwüchsiger Rassen werden von ihren Besitzern im ersten Lebensjahr in punkto Bewegung unwissentlich massiv überbeansprucht. Bis zu diesem Alter lieber mehrmals täglich ein kurzer Spaziergang von wenigen Minuten als einmal eine halbe Stunde, lautet daher die Empfehlung. Dr. med. vet. Alexander Pack empfiehlt bei jungen Hunden einen Spaziergang mit einer Dauer von „pro Lebensmonat fünf Minuten und das zwei Mal täglich“. Bei einem zweimonatigen Welpen sind dies dann zwei zehnminütige kurze Spaziergänge.

Lassen Sie sich deshalb von Ihrem Tierarzt beraten, was Sie speziell bei Ihrem Hund, Ihrer Hunderasse in Hinblick auf Ernährung, Bewegung und Haltung vorsorglich tun können und auf welche Gefahren Sie achten müssen.

Junge Welpen sind oft äußerst wild und temperamentvollJunge Welpen sind oft äußerst wild und temperamentvoll.
Fotos: DGK



Quelle: Wilhelmi,G.: Potential effects of nutrition including additives on healthy andarthrotic joints. I. Basic dietary constituents, Z-Rheumatol.1993 May-Jun; 52(3): 174-9
Weitere Literaturangaben erhalten Sie auf Anfrage.


Scheinschwanger oder krank?
Eingebildetes Mutterwerden muss behandelt werden
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(animal) Schein oder nicht Schein? Ungefähr 13 Prozent aller Hündinnen neigen zur Scheinträchtigkeit (Lactatio falsa), einem Verwirrspiel der Hormone. Sollte auch Ihre Hündin darunter leiden, können Sie ihr helfen. Auch wenn die Scheinschwangerschaft keine Krankheit darstellt, kann Ihre Hündin unter diesem Zustand seelisch und/oder körperlich sehr stark leiden.

Ungefähr sieben bis zehn Wochen nach der Läufigkeit kann sich das Verhalten einer Hündin plötzlich ändern. Dies ist exakt der Zeitpunkt, zu dem sie nach einem erfolgreichen Deckakt ihre Jungen bekommen hätte. Obwohl sie nicht gedeckt wurde, fängt sie an, sich genau wie eine trächtige Hündin zu verhalten: Sie baut Nester, verkriecht sich winselnd mit Spielzeug in ihren Korb, wird überanhänglich und schmusig. Auch das komplette Gesäuge der Hündin schwillt an und bei mancher tritt milchähnlicher Sekret aus den Zitzen. Hinzu kommt häufig Appetitlosigkeit, Gereiztheit, Unruhe, Müdigkeit und Lustlosigkeit.

Eine Scheinträchtigkeit ist eine hormonelle Steuerung des Zyklus der Hündin. Um und einige Wochen nach der Freisetzung der Eizelle in der Läufigkeit steigt das Trächtigkeitsschutzhormon Progesteron an, bei tragenden und nicht tragenden Hündinnen in gleicher Weise. Die Gebärmutter wird 'umgebaut' und das Gesäuge auf die Milchbildung vorbereitet. Nach etwa vier bis fünf Wochen steigt der Prolaktinspiegel (Prolaktin ist das Hormon zur Milchbildung) und es kommt zur Milchabsonderung. Hormonell durchläuft jede Hündin eine Scheinträchtigkeit nach der Läufigkeit, die jedoch durch die individuelle Ansprechbarkeit der betroffenen Organe und die Hormonbildung unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

Oft bleibt diese „Scheinträchtigkeit“ jedoch unbemerkt. Es können aber auch Erkrankungen wie zum Beispiel Gesäugeentzündungen entstehen. Allerdings gibt es keinen Zusammenhang zwischen Gebärmuttererkrankungen und Gesäugetumoren und Scheinträchtigkeit. Starke Verhaltensänderungen der Hündin, erhöhte Körpertemperatur, Rötungen und starke Schwellungen des Gesäuges, Milchstau oder länger anhaltender Milchfluss, animiert durch das Lecken an den eigenen Zitzen, zwingen oft zur Verabreichung von Medikamenten. Ob die Scheinträchtigkeit altersabhängig ist, ist bis heute noch nicht gesichert.

Allerdings konnte man feststellen, dass besonders kleine Hunderassen, insbesondere der Dackel, zur Scheinträchtigkeit neigen. Bei großen Hunden ist besonders die Deutsche Boxerhündin betroffen. Gefördert wird die Scheinträchtigkeit durch den Wohlstand, den die Hündinnen durch den Menschen erfahren und durch ihre häufige Einzelhaltung. Bei Wölfen erhält oft nur das Leittier ausreichend Nahrung, während die anderen Wölfinnen hungern. In der Natur fällt bei Nahrungsmangel der Zyklus aus, denn hier hat das Überleben Vorrang. Und dies steckt auch heute noch in der Erbmasse des Hundes. Auch die Fähigkeit bei nicht tragenden Hündinnen als Pflegemutter einzuspringen ist in unseren Hunden erhalten geblieben und ebenfalls ein Auslöser der Scheinträchtigkeit.

Nimmt die Scheinträchtigkeit überhand, ist ein Gang zum Tierarzt unumgänglich. Es empfiehlt sich bei übermäßigem Milchfluss den Tierarzt nach Medikamenten mit dem Wirkstoff Cabergolin zu fragen. Diese hemmen die Milchproduktion und haben sich als für den Hund besonders verträglich und nebenwirkungsarm erwiesen. Bei geschwollenem Gesäuge empfiehlt sich eine Salbe, die durchblutungsfördernd und schmerzmildernd wirkt und dafür sorgt, dass sich das Gesäuge schneller zurückbildet.

Unbedingt muss verhindert werden, dass die Hündin sich selbst die Milch absaugt, denn dadurch wird die Milchproduktion weiter angeregt Sollte die Hündin nicht anders davon abzubringen sein, muss im Notfall eine Halskrause aufgesetzt werden. Unterstützend helfen die Wegnahme der Spielzeuge, längere Spaziergänge und viel Beschäftigung sowie leichte, flüssigkeitsarme Nahrung. Nützt dies alles nichts, sollte man sich mit seinem Tierarzt über eine mögliche Kastration beraten. Ein genaues Abwägen zwischen dem operativen Eingriff und der Langzeiteinnahme von Medikamenten mit den möglichen Nebenwirkungen und der hinzu kommenden seelischen Belastungen für Mensch und Tier ist dabei unumgänglich.


Pyometra – eine gefürchtete Krankheit bei Hündinnen
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(animal) Eine Pyometra ist eine Entzündung der Gebärmutter (Uterus) mit massiver Eiterbildung. Die Gebärmutter kann bei dieser Erkrankung vollständig mit Eiter gefüllt sein und – je nach Ausprägung – die Größe wie bei der Schwangerschaft erreichen. Die von Eiterbakterien, dies sind vor allem verschiedene Darmbakterien, gebildeten Giftstoffe schädigen die Organe der Hündin so stark, dass ohne Behandlung die Todesrate sehr hoch ist. Außerdem kann die prall gefüllte Gebärmutter platzen und sich der Eiter in den Bauchraum entleeren. Dann ist es für die Hündin oft schon zu spät.

Die Ursache für die Erkrankung liegt im Ablauf der Läufigkeit der Hündin. An ihrem Ende ist das Gebärmuttergewebe aufgrund des Einflusses von Östrogen in seiner Abwehrfähigkeit gegen Keime herabgesetzt. Gleichzeitig ist jedoch der Muttermund für Keime noch passierbar, so dass sich eine lokale Infektion entwickeln kann. Mit dem Ende der Brunst schließt sich der Muttermund wieder und die Abwehrkraft der Uterusschleimhaut nimmt zu.

Bei der typischen 'geschlossenen' Form der Pyometra führen die im Uterus eingeschlossenen Keime nun zu einer eitrigen Entzündung. Die gebildeten Sekrete können die verschlossene Gebärmutter nicht verlassen und sammeln sich in ihr an. In günstigen Fällen ('offene' Pyometra) gelangt die Flüssigkeit doch durch Muttermund und Scheide nach außen, was dann meist an einem gelben oder – durch die Beimengungen mit Blut – braunen Ausfluss erkennbar ist. Typischerweise entwickelt sich die Symptomatik drei bis acht Wochen nach Ende der letzten Läufigkeit. Ältere Hündinnen haben ein erhöhtes Risiko, ebenso wie Hündinnen, deren Läufigkeit hormonell unterdrückt wurde.

Die geschlossene Form der Pyometra fällt oft durch den schlechten Allgemeinzustand der Hündin und ihren großen Durst auf. Manche Fälle der Pyometra können aber auch atypisch verlaufen. In jedem Fall sind Appetitmangel, Erbrechen und großer Durst kurz nach der Hitze höchste Alarmzeichen, wegen derer man umgehend den Tierarzt aufsuchen sollte. Die Diagnose schließt meist eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung ein.

Die tierärztliche Behandlung besteht im Regelfall aus der Kastration, bei der Gebärmutter und Eierstöcke entfernt werden. Neu entwickelte Medikamente erlauben es in Sonderfällen, zum Beispiel bei Zuchthündinnen, die weiterhin zur Zucht eingesetzt werden sollen, den chirurgischen Eingriff zu umgehen. Das eingesetzte Medikament mit dem Wirkstoff Aglépristone, so Dr. med. vet. Alexander Pack, blockiert das Schwangerschaftsschutzhormon Progesteron, so dass es in günstigen Fällen zu einer Öffnung des Muttermunds und einem Abfließen des Eiters kommen kann. Jede Therapieform wird von einer Antibiotikabehandlung begleitet.

Bei der offenen Form der Pyometra kann zwar Eiter abfließen, doch ist in vielen Fällen trotz einer möglichen medikamentösen Therapie eine Operation unumgänglich, insbesondere weil die Rezidivrate sehr hoch ist, also die erneute Erkrankung nach der nächsten Läufigkeit.

Die Krankheit gibt es auch bei der Katze. Nur ist sie dort sehr viel seltener, zudem fast alle Katzen, die in einem Haushalt leben, kastriert sind.


Haustiere und Hygiene
Salmonellenrisiko: Schildkröte und Hauskatze
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(animal) In Deutschland gibt es mehr als 20 Millionen Haustiere. Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und Co. sind nicht nur eine Freude, sondern auch 'gesund' für den Menschen. Vorausgesetzt, die Tiere selbst sind gesund.

Denn wenn ein Tier krank ist, kann es unter Umständen auch Herrchen und Frauchen anstecken. Vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheiten bezeichnet man als Zoonosen. Und davon gibt es mehr als 200. Am bekanntesten ist die Tollwut. Gar nicht so bekannt, dafür aber sehr viel häufiger sind Salmonellosen. Das sind Durchfallerkrankungen, die oft mit Fieber, Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen einhergehen. verursacht durch verunreinigte Nahrungsmittel. Etwa zehn Prozent dieser Erkrankungen beruhen auf einer Infektion durch Haustiere. Hunde und Katzen können sich mit Salmonellen infizieren, wenn sie zum Beispiel mit frischen Schlachtabfällen gefüttert werden. Bei Fertigfutter besteht diese Gefahr nicht.

Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes, „Heimtierhaltung – Chancen und Risiken für die Gesundheit“, die vom Robert Koch-Institut herausgegeben wird, warnt zudem vor verschiedenen Reptilienarten, die Salmonellen übertragen können. Untersuchungen bei Landschildkröten zum Beispiel ergaben, dass bis zu 63 Prozent der Tiere Salmonellen beherbergen. Die gepanzerten Tiere scheiden diese bakteriellen Erreger oft jahrelang aus, ohne selbst zu erkranken. Anders als bei Landschildkröten kommen Salmonellen bei Kaninchen (0,6 Prozent) oder Meerschweinchen (0,8 Prozent) nur sehr selten vor.

Katzenbesitzer können sich an ihren Lieblingen zudem mit Salmonellen infizieren, wenn die Vierbeiner mit Salmonellen infizierte Wildvögel fangen. Hierauf verweist Ian Tizard von der Texas A&M Universität im Fachjournal 'Seminars in Avian and Exotic Pet Medicine'. Laut Tizard sind viele Sing- und andere Wildvögel mit für den Menschen gefährlichen Salmonellen infiziert. Insbesondere wenn diese Tiere dann – gestresst durch Futtermangel oder Schlechtwetterperioden – an einer Salmonellose erkranken und so geschwächt das Opfer von Hauskatzen werden, können die Erreger in Haushalte eingeschleppt werden.

Tizard kritisiert in diesem Zusammenhang das dauerhafte und oftmals nicht notwendige Füttern von Vögeln in Hausgärten. Es habe sich eine wahre 'Vogelfutterindustrie' entwickelt. Derartige Futterstellen seien häufig in hohem Maße mit Salmonellen kontaminiert und stell-ten für den Menschen beim Befüllen der Futterplätze ein direktes Infektionsrisiko dar.
Um die Übertragung von Salmonellen auf den Menschen zu erschweren, sollten sich alle Personen nach Kontakt mit den Tieren und deren Ausscheidungen gründlich die Hände waschen.

Quellen:
Ian Tizard: Salmonellosis in wild birds, Seminars in Avian and Exotic Pet Medicine, Vol 13, Issue 2, April 2004, pp: 50-66;
Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 19 „Heimtierhaltung – Chancen und Risiken für die Gesundheit“

Das GBE-Heft 19 "Heimtierhaltung – Chancen und Risiken für die Gesundheit" kann kostenlos schriftlich angefordert werden beim:
Robert Koch-Institut
Gesundheitsberichterstattung
Seestraße 10
13353 Berlin
Fax: 0 18 88 / 754 - 35 13,
E-Mail: gbe(à)rki.de


Fuchsbandwurm hoch im Kurs
Füchse suchen die Nähe des Menschen und bringen eine tückische Krankheit mit
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(animal) Im Landkreis Starnberg ist laut einer aktuellen Untersuchung der Technischen Universität München und der Universität Hohenheim durchschnittlich jeder zweite Fuchs mit dem Bandwurm (Echinococcus multilocularis) infiziert, der beim Menschen die unheilbare Echinokokkose verursacht. Die lokalen Spitzenwerte für den Fuchsbandwurm-Befall, die man gemessen hat, lagen bei mehr als 80 Prozent. Nach bisherigen Daten des Landesgesundheitsamts soll in Bayern jeder dritte Fuchs den Parasiten in sich tragen. Dies teilte der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) in Bonn im Juli mit. „Für die Bevölkerung ergibt sich durch den Anstieg insbesondere im Südwesten eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefährdung“, erklärte DJV-Präsident Jochen Borchert.

Der Fuchs – und mit ihm der Erreger – breitet sich seit Mitte der 90er-Jahre insbesondere in Deutschlands Städten stark aus und erreicht dort mittlerweile Dichten, die bis zu zehn Mal höher sind als in Wald und Feld. Mit dem Fuchskot gelangen die Parasiteneier in Gärten, Parks und auf Felder.

Waldfrüchte und Pilze galten lange Zeit als ausschließliche Infektionsquelle für den Kleinen Fuchsbandwurm beim Menschen. Da Füchse jedoch immer weiter in Siedlungsgebiete des Menschen vordringen, sind auch Gartengemüse, Erdbeeren oder Früchte von Streuobstwiesen eine mögliche Infektionsquelle für die leicht durch den Wind verwehten Bandwurmeier. Der DJV weist darauf hin, dass sich bei Obst und Gemüse das Infektionsrisiko durch Wa-schen gegen Null reduzieren lässt. Absolute Sicherheit bietet aber erst das Erhitzen auf über 60 Grad Celcius.

Dr. Thomas Romig, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Parasitologie der Universität Hohenheim empfiehlt Verbrauchern als einfache und effektive Schutzmaßnahmen zudem, nach Freiland-arbeiten die Hände zu waschen und Arbeitskleidung sowie -schuhe nicht mit in die Wohnung zu nehmen. Haustiere, die Mäuse fangen, müssen regelmäßig entwurmt werden. Jäger sollten erlegte Füchse in geschlossenen Säcken transportieren.

Aus Gründen der Seuchenhygiene sowie zum Schutz gefährdeter Wildtierarten ist nach Auffassung des DJV eine stärkere Bejagung der explosionsartig zunehmenden Fuchsbestände sinnvoll.

Um das Risiko für den Menschen von vorn herein zu minimieren, empfiehlt der DJV, Füchse nicht in Siedlungen zu locken – etwa durch gezielte Fütterungen. Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehört es zudem, mögliche Stellen für einen Fuchsbau – beispielsweise an Gartenhäuschen oder unter Fertiggaragen – zu beseitigen und das Nahrungsangebot zu verringern. Romig: „Banale Maßnahmen wie Speiseabfälle nicht in Säcken vor die Tür zu stellen oder Katzenfutter nachts ins Haus zu räumen, erweisen sich als effektiv“. Siedeln sich Füchse in der Nähe von Schulen an, sei die Bejagung nach Worten des Parasitologen sinnvoll, um das Risiko gering zu halten. Hierzu bedarf es einer Sondergenehmigung durch die zuständige Jagdbehörde.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Regelmäßige Bandwurmkuren bei Hunden und Katzen verhindern, dass deren eventuelle Infektion zur Ausscheidung von Bandwurmeiern führt und sich hieran die Besitzer oder ihre mit den Tieren spielenden Kinder infizieren!


Hintergrundinformation Fuchsbandwurm

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der nicht nur den Fuchs befällt. Neben Kleinnagern, die immer in die Infektionskette einbezogen sind, können auch Katzen, in selteneren Fällen Hund und Mensch betroffen sein.
Der geschlechtsreife, nur wenige Millimeter lange Bandwurm lebt im Dünndarm seines Endwirtes. Dort pflanzt er sich fort und schadet dabei seinem Wirt kaum. Mit dem Kot gelangen die Parasiteneier schließlich in Wälder, Parks oder Gärten, wo sie von Nagetieren wie Mäusen – den Zwischenwirten – mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Bandwurmeier werden zudem auch leicht vom Wind verweht. In der Mausleber verursachen die geschlüpften Larven innerhalb weniger Monate ein tumorartiges Gewebe. Fängt der Fuchs die geschwächte Maus, wachsen in seinem Darm erneut Fuchsbandwürmer heran. Der Kreislauf ist geschlossen.
Gelangen Bandwurmeier mit der Nahrung in den Darm des Menschen, schlüpfen ebenfalls Larven, die in die Leber oder andere Organe wandern. Über einen Zeitraum von Jahren wächst dort ein schwammartiges Gewebe, tumoröse Veränderungen, heran, das die gesunden Zellen des Organs langsam verdrängt. Ohne Behandlung führt diese so genannte alveoläre Echinokokkose zum Tod. Da Frühsymptome meist fehlen, wird die Krankheit oft erst erkannt, wenn Großteile der Leber befallen sind. Eine Operation ist in diesem Stadium so gut wie ausgeschlossen. Erschwerend kommt hinzu, dass zwischen Infektion und Ausbruch der Echinokokkose 10 bis 15 Jahre liegen können. Nur bestimmte Medikamente, die ein Leben lang eingenommen werden müssen, können die Larvenentwicklung stoppen, jedoch keine vollständige Heilung herbeiführen.
Für Panik gibt es jedoch keinen Anlass, meinen aber die Experten, auch wenn grundsätzlich bundesweit mit einer Infektionsgefahr für den Menschen zu rechnen ist. Beim Fuchs kommt und geht der Bandwurm. Wenige Wochen nach einer Infektion ist der Bandwurm wieder eliminiert. Je nachdem, welche und wie viele Mäuse eine Hundepopulation zu einer gegebenen Zeit gefressen hat, variiert daher die Befallsrate, die jahreszeitlich sehr unterschiedlich sein kann.

 


Vorsicht Tollwut!
Gefährliche Reiseerinnerungen auf vier Beinen
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(animal) Vom elenden Leben der vielen Straßentiere Südeuropas, auf dem Balkan, in der Türkei und in Nordafrika haben fast alle Touristen inzwischen gehört. Doch im Urlaub werden sie selbst damit konfrontiert. Sie finden ein verletztes Tier auf der Straße, entdecken in einem Mülleimer Katzenbabys, es läuft ihnen ein halb verhungerter Hund zu. Tierfreunde wollen dann nicht wegsehen. Zuerst einmal wird der Findling versorgt, aufgepäppelt und betreut. Schnell wird aus der Urlaubsbekanntschaft eine kleine Liebe, was spätestens dann zum Problem reift, wenn der Abreisetermin näher rückt und die Frage nach der Zukunft des lieb gewonnenen Vierbeiners aufwirft. Immer mehr Urlauber entschließen sich dann, das Tier mit nach Hause zu nehmen. Viele vergessen dabei: Das Tier könnte mit Tollwut infiziert sein, einer Infektionskrankheit, die zu schweren Lähmungserscheinungen führt und unbehandelt immer zum Tode führt.

Die neue Freundschaft mit dem Tier aus dem Ausland hat oft Folgen: So wurde Anfang August 2004 ein 23 Jahre alter Mann aus Österreich während eines Abenteuerurlaubs in Marokko von einem streunenden, offenbar tollwutkranken Welpen gebissen. Nachdem er und seine Freundin mehrere Tage mit dem kleinen Hund gespielt hatten, soll das Tier plötzlich sein Verhalten geändert haben. Es biss sowohl den 23-Jährigen als auch seine 21-jährige Freundin. Die beiden versorgten ihre Wunden selbst. Ende August traten dann bei dem jungen Mann die ersten Krankheitssymptome wie Müdigkeit, Verwirrung, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen auf. Am 1. September wurde er in das Spital der spanischen Exklave Ceuta aufgenommen. Anfangs vermuteten die Ärzte noch, dass der Steirer an einer Hirnhautentzündung erkrankt war. Dann bestätigten Laboruntersuchungen sowohl aus Spanien als auch aus Österreich unabhängig voneinander: Er ist tatsächlich an Tollwut erkrankt. Seit dem 4. September wurde der Patient an der Intensivstation der Medizinischen Universitätsklinik Graz behandelt und befand sich wochenlang in künstlichem Tiefschlaf. Mittlerweile ist der 23-Jährige im Grazer Klinikum gestorben. Das teilte der stellvertretende Ärztliche Direktor Prof. Dr. Thomas Pieber am Freitag, 24. September, der Presse mit. Die Viren hatten das Gehirn des Patienten zunehmend geschädigt und es sei zu einem Funktionsverlust des zentralen Nervensystems gekommen. Im Gegensatz zu dem jungen Mann waren bei der Freundin keine Symptome der tödlich verlaufenden Krankheit aufgetreten. Sie bleibt weiter unter ärztlicher Beobachtung und wird psychologisch betreut. Die Krankheit kann bis zu 90 Tage nach dem Biss ausbrechen.

Gerade auch beim Import von Hunden aus den Mittelmeerländern, die meist nicht ausrei-chend untersucht wurden, ist das Risiko nicht nur für den Menschen, der das Tier mitbringt, hoch. Auch sämtliche Kontaktpersonen und eigene Tiere sind gefährdet.

Dies zeigt der Fall eines mit Tollwut infizierten, illegal aus Marokko importierten Hundes im Juli diesen Jahres: Ein etwa sechs Monate alter Mischlingswelpe aus Marokko, der nicht gegen Tollwut geimpft war, reiste in einem Auto versteckt über Spanien nach Frankreich. In Frankreich angekommen zeigte das Tier nervöse Ausfallerscheinungen, einen schlechten Allgemeinzustand und hatte Schwierigkeiten beim Fressen. Ein um Rat gefragter Tierarzt erkannte sofort den Ernst der Lage: Die klinische Diagnose Tollwut wurde labordiagnostisch bestätigt. Es wurde ein afrikanischer Stamm des caninen Lyssavirus (Tollwutvirus) mit dem Ursprung Marokko (Africa 1a - Morocco) isoliert. Das jetzt gefundene Virus weist große Ähnlichkeiten mit einem Tollwutvirus auf, welches im Februar diesen Jahres bei einem ebenfalls illegal aus Nordafrika nach Frankreich importierten Hund gefunden wurde.

Mit Hilfe der Gesundheitsbehörden und der Gendarmerie wurden der Reiseweg des Hundes und mögliche Kontaktpersonen ermittelt, um diese mit einer postexpositionellen Tollwut-Impfung zu behandeln. Hierzu gehörte auch der Marokkaner, der den Welpen verschenkt hatte. Elf Hunde und neun Katzen, die Kontakt zu dem tollwütigen Tier hatten, mussten getötet werden, da sie nicht gegen Tollwut geimpft waren. Spätere Tests ergaben ein negatives Ergebnis.

Noch suchen die französischen Gesundheitsbehörden neun Personen, die in Lebensgefahr schweben, ohne sich dessen bewusst zu sein: Sie wurden im August im Raum Bordeaux bei einem Straßentheaterfestival wahrscheinlich von dem inzwischen an Tollwut verendeten Hund gebissen. Die Suche wurde auch auf Spanien ausgeweitet, da unter den mutmaßlichen neun zusätzlichen Opfern des tollwütigen Hundes auch eine Spanierin und deren Tochter sind. Die EU-Kommission hat daraufhin eine europaweite Tollwut-Warnung veröffentlicht.

Solche Fälle müssen hierzulande dem Amtsveterinär und dem zuständigen Ministerium gemeldet werden. Um tödlichen Erkrankungen vorzubeugen, müssen alle Menschen, mit denen das infizierte Tier Kontakt hatte, geimpft und sämtliche freilaufenden Hunde oder Katzen eingefangen und alle Haustiere im gefährdeten Bezirk auf die Gültigkeit ihrer Tollwut-Impfung überprüft werden. Übersieht man eine Kontaktperson oder kann man sie nicht rechtzeitig ausfindig machen, stirbt diese möglicherweise grausam an der Tollwut.


Ab 1. Oktober 2004 müssen alle Besitzer von Katzen, Hunden und Frettchen innerhalb der Europäischen Union einen „EU-Heimtierausweis“ besitzen, wenn sie die Tiere mit ins Ausland nehmen wollen. Der neue Ausweis ist zukünftig kombiniert mit einer Tätowierung oder einem Mikrochip und enthält eine Kennzeichnungsnummer zur Identifikation des Tieres. Ferner muss darin der gültige Impfschutz gegen Tollwut (mindestens 30 Tage und maximal 12 Monate vor dem Grenzübertritt) ersichtlich sein. Der Pass ist beim Tierarzt erhältlich. Mehr Informationen darüber finden Sie auf www.dgk.de.


Hintergrundinformation Tollwut

Die Tollwut (Rabies) ist eine akute Erkrankung des Zentralnervensystems, die durch eine Infektion mit dem Tollwutvirus hervorgerufen wird. Der Mensch infiziert sich hauptsächlich über den Speichel eines infizierten Wild- oder Haustieres nach Biss- oder (seltener) nach Kratzverletzungen, nach Belecken nicht intakter oder verletzter Hautstellen durch das Tier oder wenn Speichel eines infizierten Tieres auf Schleimhäute von Augen, Mund und Nase gelangen.
Ist das Tollwutvirus in den menschlichen Organismus gelangt, wandert es langsam entlang der Nervenbahnen bis in das Rückenmark und das Gehirn, wo es sich vermehrt und sich schließlich weiter im Körper ausbreitet. Die Zeit vom Anstecken bis zum Ausbruch der Krankheit dauert zehn Tage bis viele Monate, manchmal sogar Jahre.
Es gibt keine erfolgreiche Behandlung. Eine einmal ausgebrochene Tollwuterkrankung endet immer tödlich. Der einzige Schutz vor einer Erkrankung besteht in einer rechtzeitig durchgeführten Tollwut-Impfung.
Man unterscheidet zwischen der vorbeugenden Impfung und der Impfung nach Tollwut-Exposition, das heißt nach Biss- und Kratzverletzung oder Kontakt mit dem Speichel tollwütiger oder tollwutverdächtiger Tiere.


Weitere Informationen über das Krankheitsbild Tollwut im Internet auf www.dgk.de oder www.ibera-online.de.


Auch Langohren werden krank
Zum täglichen Gesundheitscheck beim Kaninchen
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(animal) Kaninchen können zahlreiche Krankheiten bekommen und sind nicht besonders widerstandsfähig. Daher ist es wichtig, dass man Anzeichen einer Krankheit rechtzeitig entdeckt. Wer sich täglich mit seinem langohrigen Haustier beschäftigt, es sauber macht und mit Futter und Wasser versorgt, wird Veränderungen schnell bemerken. Zwar bedeutet nicht jede Veränderung gleich, dass das Tier krank ist, so trinkt es beispielsweise mehr, wenn es recht heiß oder das Futter recht trocken ist. Trotzdem sollten Sie Ihr Tier immer im Blick haben. Im Zweifelsfall hilft oft der Vergleich mit einem anderen Tier weiter – und Kaninchen sollten sowieso nicht einzeln gehalten werden. Trinkt nur eines der Tiere auffällig mehr oder ist merklich ruhiger, muss auf jeden Fall ein Tierarzt aufgesucht werden.

Wenigstens einmal täglich sollte man sein Kaninchen von allen Seiten in Augenschein nehmen. Sämtliche Körperöffnungen sollen weder verschmutzt sein noch darf sich irgendeine Art von Ausfluss an Augen, Ohren oder Nüstern finden. Bei männlichen Tieren sammelt sich in zwei Hautfalten seitlich der Hoden oft Sekret an, wo Fliegen gerne ihre Eier ablegen. Besonders bei im Freien gehaltenen Tieren ist hier deshalb eine tägliche Kontrolle auf Fliegenmaden Pflicht, zumal Maden bestimmter Arten innerhalb weniger Stunden aus den Eiern schlüpfen.

Das Haar darf außerdem nicht schütter oder matt sein und auch keine kahlen Stellen aufweisen. Ein Blick auf die Augen, die vorderen Zähne sowie die Krallen und Ballen kann ebenfalls nicht schaden. Achten sollten Sie außerdem darauf, ob Ihr Tier angestrengt atmet. Meist fällt es Laien schwer, die Atemtiefe zu beurteilen. Hier hilft wieder ein Vergleich mit einem zweiten Tier. Am besten schauen Sie sich die Atemtiefe vor dem Herausnehmen des Tieres an, weil sie sich natürlich auch bei Aufregung – und sei diese auch noch so klein – verändert.

Die meisten Kaninchen leiden an Übergewicht. Auch wenn Sie es gut meinen, damit tun Sie Ihrem Kaninchen wirklich nichts Gutes. Durch ihr Übergewicht wird es für die Tiere zunehmend schwerer den für die Verdauung notwendigen Blinddarmkot aufzunehmen und sich am hinteren Körperteil zu reinigen. Dies führt zu feuchten, verklebten Haaren und dadurch in Sommermonaten regelmäßig zu Madenbefall.
Ziehen Sie deshalb rechtzeitig die Bremse. Am besten wiegen Sie das Tier alle zwei oder vier Wochen einmal und notieren sich sein Gewicht. So verhindern Sie nicht nur, dass das Tier zu stark zunimmt, sondern erhalten außerdem bei kaum merklichen Gewichtsabnahmen oft den ersten Hinweis auf eine schleichende Erkrankung.

Zum täglichen Gesundheitscheck gehört es außerdem unbedingt, sich Kot und Urin der Tiere genauer anzuschauen und das Ganze nicht einfach mit der Einstreu unbeachtet wegzukippen. Genauso soll-ten Sie täglich kontrollieren, wie viel von dem angebotenen Futter wirklich verzehrt worden ist. Manchmal fressen Kaninchen mit Zahnproblemen auch zunächst nur bestimmte Dinge nicht mehr, die sie ansonsten gerne gefressen haben. Erstaunlich viele Besitzer können die Frage, ob ihr Tier noch normal frisst, in der Praxis aber nicht eindeutig beantworten.


Auch Langohren werden krank Foto: DGK


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Katzen können Vogelgrippe übertragen
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(animal) Katzen können einer niederländischen Studie zufolge das Vogelgrippe-Virus auch auf ihre Artgenossen übertragen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser Stamm des Influenza-Virus sich bereits so verändert hat, dass er auf Säugetiere überspringen kann. Was daran so gefährlich ist? Da sich das Virus dadurch weiter verändert, wird eine Übertragung von Tier zu Mensch immer wahrscheinlicher. Die WHO befürchtet sogar eine Pandemie beim Menschen.

Die niederländischen Forscher um Thijs Kuiken vom Erasmus Medical Center in Rotterdam hatten wenige Monate alte Hauskatzen auf verschiedenen Wegen mit dem gefährlichen
Virusstamm H5N1 infiziert. Brachten sie diese mit weiteren Hauskatzen in Käfigen zusam-men, so erkrankten auch diese. Deshalb müsse die Rolle von Katzen bei der Weiterverbreitung des Virus auf Geflügelfarmen, aber auch auf dem Weg vom Geflügel zum Menschen überprüft werden, so die Forscher. Möglicherweise könne das Virus dem Menschen gefährlich werden und eine Grippe-Epidemie großen Ausmaßes auslösen.

Nach Auskunft eines Tierarztes der Universität Bangkok vom vergangenen Februar waren ein Tiger, ein Leopard und eine Hauskatze an dem Virus H5N1 erkrankt und eingegangen. Alle drei Tiere hätten sich durch den Verzehr von rohem Hühnerfleisch angesteckt. Eine Übertragung der Viren durch Katzen selbst war bisher aber nicht bekannt. Dem Virusstamm H5N1 sind in diesem Jahr in Asien mindestens 27 Menschen zum Opfer gefallen, 19 in Vietnam und 8 in Thailand. Rund 100 Millionen Stück Geflügel wurden vorsorglich getötet.

Quelle: Thijs Kuiken, Guus Rimmelzwaan, Debby van Riel, Geert van Amerongen, Marianne Baars, Ron Fouchier, and Albert Osterhaus: Avian H5N1 Influenza in Cats, Published online September 2 2004; 10.1126/science.1102287


Studie: Haustierhalter leben gesünder
Tierhalter müssen seltener zum Arzt
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(animal) Wer sich ein Haustier hält, lebt gesünder und geht weni-ger oft zum Arzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Längsschnittanalyse auf der Basis von Daten des deutschen Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Demnach lag die Zahl der Arztbesuche bei Menschen ohne Haustiere um 18,5 Prozent höher als bei jenen mit Tieren im Haushalt.

Die Wissenschaftler Bruce Headey (Melbourne) und Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) verglichen dabei die Daten von etwa 10.000 Personen der Jahre 1996 und 2001 miteinander. Die Forscher erfragten, wer in den Jahren zwischen 1996 und 2001 ein Haustier besaß, und wie oft in den vergangenen drei Monaten Ärzte aufgesucht wurden. Außerdem wollten sie wissen, wie der eigene Gesundheitszustand eingeschätzt wurde. Diese Daten verglichen sie mit denen aus dem Jahr 1996, als die gleichen Personen bereits schon einmal befragt worden waren.
In der Gruppe der Haustierbesitzer fiel die Zahl der Arztbesuche in diesen fünf Jahren von 2,8 (1996) auf 2,7 Arztbesuche im Jahr 2001, obwohl die Befragten in diesem Zeitraum fünf Jahre älter geworden sind und man daher eher eine Zunahme der Arztbesuche hätte erwar-ten können. Bei den Befragten ohne Haustiere stieg hingegen die Zahl der Arztbesuche im gleichen Zeitraum von 3 auf 3,2. Der Zusammenhang gilt für Frauen und Männer, für Jüngere und Ältere, mit ihrem Leben Zufriedene und Unzufriedenere.

Voraussetzung scheinen allerdings auch die für die Haustierhaltung günstigen Lebensumstände zu sein, wie etwa das Leben im eigenen Haus.

Nach der Analyse der Wissenschaftler hat die Dauer des Haustierbesitzes ebenfalls einen Einfluss auf die Gesundheit. Offensichtlich profitieren vor allem jene, die ihr Tier länger als fünf Jahre besitzen. Welche Tiere gehalten wurden, ob Hund, Katze, Fische oder andere, spielte keine Rolle für das Ergebnis. Auf der anderen Seite führt der Verlust des Haustiers zu eben so vielen Arztbesuchen wie in der Gruppe ohne Haustiere.

Obwohl die Zahl der Haustierbesitzer in den Jahren bis 2001 leicht rückläufig war, besitzen mehr als ein Drittel aller Deutschen ein Haustier, zumeist Hund oder Katze.

Die Daten wurden im Rahmen des SOEP, das vom Bundsministerium für Bildung und For-schung gefördert wird, erhoben. Es dient als Datenquelle zur Erforschung der Entwicklung der deutschen Gesellschaft.

Die Studie finden Sie im Internet unter:
www.diw.de/deutsch/produkte/publikationen/diskussionspapiere/doc-/papers/dp434.pdf


WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN:

Wieso fallen Vögel beim Schlafen nicht vom Baum?
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(animal) Es gibt Menschen, die im Sitzen schlafen. Das machen Vögel auch. Doch sitzen sie dabei auf der Stange, auf Ästen in meterhohen Bäumen und fallen trotzdem nicht herunter. Wie geht das?

Vögel haben eine 'Klammersicherung': Wenn sie auf einem Ast sitzen, winkeln sie ihre hintere Kralle ab. So spannen sich die Sehnen am Bein und die Krallen werden geschlossen. Das Ganze wird durch das Körpergewicht des Vogels noch abgesichert.

Der Greifreflex in den Krallen ist bei Vögeln ein Automatismus. Während der Mensch Muskeln aktivieren muss, um etwas zu greifen, müsste ein Vogel im Gegensatz Muskelkraft aktivieren, um seinen Griff zu lösen. Das Greifen stellt somit bei Vögeln einen passiven Akt dar, während es bei Menschen ein aktiver Akt ist.

Die Schlafzeit ist bei Vögeln allerdings sehr unterschiedlich: Drosselartige schlafen nur ein bis drei Stunden. Auch versinken Vögel generell nicht in eine dem Menschen ähnliche Tiefschlafphase. Sie legen lediglich eine Art Ruhephase ein, um stets rechtzeitig vor Feinden fliehen zu können. Mit rund sechs Stunden schlafen so genannte Höhlenbrüter wie der Specht am längsten.


MELDUNG

Der letzte Schrei: Yoga für Hunde
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(animal) Friseure für Hunde, Feinschmeckergerichte und selbst Maniküre für den tierischen Anhang – was es nicht alles gibt! Der letzte Schrei kommt jetzt aus den USA und nennt sich dort Doga: Yoga für Hunde. Statt Maulkorb sollen nun Entspannungsübungen für den Vierbeiner wilde Hunde zahm machen.

In New York ist der Trend bereits zu beobachten: Nach dem Anstimmen der indischen Rezitationsformel „Om“ praktizieren die Vierbeiner mit ihren Frauchen oder Herrchen – gerne in öffentlichen Parks – eine Reihe traditioneller Yoga-Stellungen, die hundetauglich abgewandelt sind.

Die spirituelle Welle hat inzwischen auch London erreicht. Der englische Tier-Therapeut Dan Thomas zeigte sich eigenen Angaben nach verblüfft über die Erfolge des Doga, berichtet die BBC. Zwar seien Hunde allein nicht in der Lage, die Lotus-Position einzunehmen, sondern bräuchten dazu die Unterstützung ihres Herrchens. Doch der Effekt sei dann derselbe wie bei den Menschen.

Thomas’ Erfahrung nach seiner tierischen Yoga-Sitzung: „Nach nur wenigen Minuten schien selbst der wildeste Teilnehmer zu entspannen und ruhiger zu werden“. Noch ungelöst ist allerdings die Frage, ob und an was der Hund beim Meditieren denkt...


Reisepass für Vierbeiner
Am 1. Oktober tritt der EU-Heimtierausweis in Kraft – Nicht jeder Pass ist gültig
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(animal) Wenn am 1. Oktober 2004 der EU-Heimtierausweis in Kraft tritt, wird das Reisen mit Vierbeinern innerhalb der Europäischen Union um einiges leichter. Anstelle zahlloser verschiedener Regelungen tritt ein einziges Dokument: der neue EU-Heimtierausweis. Der blaue Pass mit gelbem Sternenbanner gilt ausschließlich für Hunde, Katzen und Frettchen.
In erster Linie attestiert der EU-Heimtierausweis die wichtige Tollwutimpfung. Dies ist die einzige Bedingung, die Haustiere zukünftig erfüllen müssen, wenn sie in der EU auf Reisen gehen. Zudem sind die Tiere durch den EU-Heimtierpass eindeutig gekennzeichnet. Für die Reise nach Irland, nach Schweden und Großbritannien gelten allerdings für die nächsten fünf Jahre noch zusätzliche Regeln.

Die Heimtierausweise werden von verschiedenen Firmen hergestellt und vertrieben. Doch nicht jeder Pass erfüllt die vorgeschriebenen Normen. Damit Tierhalter bei der Einreise keine bösen Überraschungen erleben, sollten sie sich ihren Ausweis ganz genau anschauen: Auf dem Einband sowie auf jeder datentragenden Seite muss die individuelle Kennnummer stehen! Diese Nummer setzt sich zusammen aus dem Code des Mitgliedstaates – zum Beispiel DE für Deutschland – einer Firmenchiffre (beispielsweise 02) sowie der fortlaufendenden Nummer. Außerdem muss das Dokument mit Ausnahme des Einbands zweisprachig ausgestellt sein. Entspricht der Ausweis nicht diesen Vorgaben, können den Tierhaltern an der Grenze ernsthafte Schwierigkeiten erwachsen.

„Das ist eine höchst erfreuliche Nachricht für Tierhalter wie mich“, erklärte der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissar David Byrne. „Der Pass bescheinigt, dass ein Tier gegen Tollwut geimpft ist, und wird von allen Ländern der EU anerkannt. Außerdem erleichtert der Pass tierärztliche Kontrollen, da der Gesundheitszustand des Tieres auf einen Blick daraus ersichtlich wird. Dies ist ein wichtiger Schritt in Bezug auf ungehindertes Reisen und freies Mitführen von Haustieren. Möglich wurde er dank unserer beeindruckenden Erfolge bei der Bekämpfung der Tollwut, die heute in der EU fast vollständig getilgt ist.“


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