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Textanfang / Content
animal, Jg. 3, 1 - 2005
Wenn Nomaden der Lüfte sesshaft werden
Wissenschaftlich belegt: Zugrichtung wird vererbt
(3.281 Zeichen)
(animal) Woher weiß der Vogel, dass er ein Zugvogel ist? Woher kennt er seine Route? Woher weiß er, wann der Tag der Abreise gekommen ist? Woher weiß er, wie weit er fliegen muss?
Bis vor einigen Jahren gab es dazu nur Theorien: Der Vogel weiche der schlechten Witterung und folge dem besseren Nahrungsangebot, meinten die einen. Der Vogel folge einem angeborenen Programm, sagten die anderen. Wieder andere Wissenschaftler behaupteten, der Vogel lerne den Weg von seinen Eltern. Seit einiger Zeit scheint die Sache mit dem Vogelzug nun relativ klar zu sein.
Professor Dr. Peter Berthold, Direktor des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell hat die größten Rätsel des Vogelzugs gelöst. Er ist führender Wissenschaftler in der Vogelzugforschung und Experte in den Bereichen Populationsdynamik, Artenschutz und Umwelteinflüsse in der Ornithologie sowie wissenschaftlicher Berater des Kino-Films 'Nomaden der Lüfte'.
Ob ein Vogel zieht oder nicht, ist genetisch in einem Vektor festgelegt, das heißt Flugrichtung und Flugdauer sind vorprogrammiert. Ist das Nahrungsangebot an dem Zielort gut, überleben dort die Vögel. Ist das Nahrungsangebot schlecht, sterben sie. Das bedeutet: Nur die Vögel mit dem Vektor zu einem Standort mit gutem Nahrungsangebot können ihre Gene und damit den Vektor weitergeben. Der Vogelzug wird also durch Selektion bestimmt. Vektoren werden durch Paarung kombiniert, so werden bei Paarung von einem Zugvogel mit einem Standvogel die Nachkommen zum Beispiel halb so weit wie der Zugvogel fliegen.
Bertold und seine Mitarbeiter von der Vogelwarte Radolfzell konnten in langjährigen Forschungen mit Mönchsgrasmücken und Rotschwänzen nachweisen, dass die wesentlichen Zugfaktoren wie Dauer, Richtung und Intensität des Zuges in den Genen angelegt und somit vererbbar sind. Zu diesem Zweck wurden in den Volieren der Vogelwarte im Laufe der Jahre mehr als 3.000 Mönchsgrasmücken aufgezogen und in systematischen Versuchsreihen miteinander gekreuzt.
Mönchsgrasmücken sind Teilzieher. Das heißt, manche Individuen ziehen sehr weit, andere nur kurze Strecken und wieder andere ziehen gar nicht. Mit der Zugrichtung verhält es sich ähnlich. Einige Mönchsgrasmücken ziehen über Gibraltar, andere über Zypern und Israel nach Afrika. Die Wissenschaftler haben Ost- und Westzieher der Mönchsgrasmücken miteinander verpaart und heraus kamen: Südzieher. Dieser Versuch wurde vielfach variiert und kam immer zu dem gleichen Ergebnis: Der Vogel erbt die Zugrichtung von seinen Eltern; sie ist also eindeutig angeboren.
„Ich habe Darwin nicht widerlegt, wie es irgendwo zu lesen war“, so Berthold, „aber wir waren vor allem verblüfft über das Tempo der Mikroevolution. Es übertrifft alles, was wir bisher bei Wirbeltieren für möglich gehalten haben.“ In wenigen Generationen könnten aus ziehenden Arten Standvögel werden – und umgekehrt.
Zur Zeit lässt sich eine Veränderung des Flugverhaltens vieler Vogelpopulationen feststellen, was vermutlich mit der globalen Klimaveränderung zu tun hat. So versuchen in zunehmender Zahl einige Arten, die früher obligatorische Zieher waren, in Mitteleuropa zu überwintern. Einige Starenpopulationen beispielsweise haben ihre Zugrichtung komplett umgekehrt und ziehen in nördliche Richtungen in große Städte, wo sie ein ausreichendes Nahrungsangebot vorfinden. Die „Nordzieher“ haben sich damit durchgesetzt. Vor 30 Jahren verirrten sich Mönchsgrasmücken nur selten auf die Britischen Inseln. Heute fliegt rund zehn Prozent der Population regelmässig dorthin. Die Verhaltensänderung beruht, wie Experimente des Vogelkundlers Berthold zeigen, auf einer genetischen Anpassung. Die globale Erwärmung mit den milden Wintern wird nach Ansicht Bertholds dazu führen, dass wir das Phänomen Vogelzug in Mitteleuropa in den nächsten 100 Jahren vielleicht verlieren.
Quellen:
Coppack, T., F. Pulido, M. Czisch, D.P. Auer, P. Berthold: Photoperiodic response may facilitate ad-aptation to climatic change in long-distance migratory birds. Proc. R. Soc. Lond. B (Suppl.) 2003
Peter Berthold: Faszination Vogelzug. Von Aristoteles bis zur globalen Klimaerwärmung, 2-CD-Set, 130 Minuten, ISBN 3-932513-58-4, EUR 24,80
Mit einfachen Hausmitteln
Gesunde Kost für den Hund
(4.977 Zeichen)
(animal) Chico, der elfjährige Neufundländer, liebt rohe Möhren und Zucchini – aber bitte klein geschnitten, sonst spuckt er sie wieder aus. Das Allergrößte: Einen großen Becher Naturjoghurt zwischen die Pfoten gepackt und alles um sich herum vergessen, bis der Becher sauber ist. Es muss nicht immer Fleisch sein: Das gilt auch für unsere Vierbeiner.
Rohkost, insbesondere fein zerkleinerte Möhren und Äpfel, sind eine sättigende und vitaminreiche Futterergänzung für Hunde. Rohkost fördert die Verdauung und liefert wertvolle Vitamine und Mineralien. Möhren und Äpfel sind zudem auch eine gute Methode der Zahnreinigung: Wenn Sie ihren Hund ans Möhren- oder Äpfelknabbern gewöhnen können, wird das seinen Zähnen sehr gut tun und Zahnbeläge verhindern.
Doch Vorsicht: Der Darm eines Hundes ist kürzer, daher kann er Rohkost oft nur dann optimal ausnutzen, wenn sie vorbereitet wurde: In vielen Fällen daher nur püriert, gerieben oder gekocht. Roher Kohl kann beispielsweise zu Blähungen führen. Gibt man dem Tier eine Karotte oder Apfel im Ganzen, so scheidet es die abgebissenen Stücke oft unverdaut wieder aus. Mit dem Futter vermischt, fressen es die meisten Hunde. Wenn nicht, helfen kleine Tricks: Zum Beispiel Möhrenstückchen mit Leberwurst bestreichen. Auch gehackte Petersilie oder Kresse und frische Obst- und Gemüsesäfte können das Vitaminangebot vervollständigen.
Zur Versorgung mit ungesättigten Fettsäuren – wichtig zum Beispiel für Haut und Haar kann dem Futter einmal wöchentlich ein Teelöffel Pflanzenöl, gutes, kalt gepresstes Sonnenblumenöl, Sojaöl, Weizenkeimöl oder Distelöl zugesetzt werden. Pflanzenöle enthalten wertvolle ungesättigte Fettsäuren, die der Körper des Hundes nicht selbst herstellen kann. Außerdem enthalten Öle die Vitamine E und B sowie Eiweiß. Regelmäßig eine kleine Menge sorgt für glänzendes Fell und ist gut geeignet, um den Fettstoffwechsel zu regulieren. Mittlerweile gibt es kommerziell hergestellte Öle, die ausschließlich auf den Bedarf des Hundes abgestimmt sind. Auch eine Scheibe Brot mit Pflanzenmargarine ist eine vorzügliche Ergänzung, insbesondere gut durchgebackenes Roggenbrot.
Joghurt, Quark, Käse oder Buttermilch liefern hochwertiges Eiweiß, Vitamine, Kalzium und sorgen für ein gutes Darmklima. Hin und wieder Milchprodukte pur oder ins Futter gemischt, halten den Hund gesund und fit. Vorsicht: Viele Hunde, auch Welpen, vertragen den in der Milch enthaltenen Zucker – die Laktose – nicht und bekommen Verdauungsprobleme. In Milchprodukten ist die Laktose jedoch bereits vergoren.
Ab und an ist auch ein wenig Honig gut, entweder vom Löffel geschleckt oder unters Futter gemischt: Honig enthält Vitamine, Mineralien, Enzyme und liefert so wertvolle Energie und gleicht Mangelerscheinungen aus.
Ein Spritzer Apfelessig täglich ins Trinkwasser versorgt den Hund ebenfalls mit Vitaminen und Mineralstoffen, stärkt das Immunsystem und regt den Stoffwechsel an. Mag der Hund das Essigwasser nicht, einfach das Futter mit einem Schuss Apfelessig mischen – das klappt meistens. Noch ein Tipp: Die Hundebürste kann mit Apfelessig desinfiziert werden. Das Bürsten mit Apfelessig pflegt das Fell und bringt es zum Glänzen, außerdem nimmt der Essig Staub und Schuppen auf und vermindert Juckreiz.
Weintrauben und Zwiebeln sind tabu
Vorsicht allerdings bei Weintrauben: Unabhängig voneinander warnen das britische Institut Veterinary Poisons Information und das amerikanische Animal Poisons Control Center (ASPCA) davor, Hunde mit Weintrauben zu füttern. Auffällig oft haben Hunde nach dem Verzehr schwere Symptome von Vergiftung gezeigt: Magenkrämpfe, Erbrechen und Durchfall. In einigen Fällen trat sogar Nierenversagen auf. Bei Verdacht auf Weintraubenvergiftung sollten Sie mit Ihrem Hund schnellst möglichst zu einem Tierarzt gehen, um dem Nierenversagen vorzubeugen. Eventuell kann das Gift im Darm mit Aktivkohle gebunden werden. Die Tierärzte der Institute vermuten, dass Rosinen sogar noch gefährlicher für Hunde sein können, da sie den giftigen Stoff konzentrierter enthalten.
Die Dosis, die den Weintraubengenuss zum Gift für den Hund macht, ist noch nicht bekannt. Die amerikanischen Forscher schätzen, dass umgerechnet 11,6 Gramm (g) Trauben pro Kilogramm (kg) Körpergewicht des Hundes zu Vergiftungserscheinungen führen können (also bei einem 20 kg schweren Hund rund 232 g Trauben). In Großbritannien ermittelten die Wissenschaftler, dass etwa 14 g Rosinen/kg Hund zu einem Todesfall bei einem Labrador Retriever geführt haben.
Auch Zwiebelgewächse sind für Hunde nicht geeignet: Zwiebeln (und Knoblauch) enthalten in hoher Konzentration Schwefelverbindungen, die bei einigen Tierarten (so auch Hunden) zur Zerstörung der roten Blutkörperchen führen – und dies bereits in kleinen Mengen. „Zwar fällt einem Tierbesitzer das sicher erst auf, wenn sein Tier größere Mengen zu sich genommen hat, aber man sollte auf alle Fälle vermeiden, dass ein Hund Zwiebeln oder Knoblauch frisst“, so Professor Roland Friedrich.
Zu schweren Vergiftungserscheinungen eines erwachsenen Hundes kann es kommen, wenn ein Hund 5 bis 10 g Zwiebeln pro kg Körpergewicht frisst. Die Symptome sind Hämoglobinurie, blasse Schleimhäute, schwacher Puls. Aber das bedeutet eben nicht, dass nicht auch bereits kleine Mengen – kleine – Schädigungen hervorrufen können. Bei Welpen sollte man besonders vorsichtig sein.
Übrigens sollte man aus diesem Grund auch keinen Knoblauch gegen Zecken geben. Obwohl schon mehrfach in Testserien nachgewiesen wurde, dass es wirkungslos ist, schwören leider immer noch viele auf diese gefährliche Methode. Die häufige Folge, leichte Trägheit, die vielleicht durch die entstandene Anämie hervorgerufen wird, fällt den Hundebesitzern nicht auf oder sie bringen es nicht mit ihrem vermeintlichen Zeckenschutz in Zusammenhang.
Quellen:
www.aspca.org/site/PageServer?pagename=grapes
www.vetinfo.com/doginfo.html
www.animal-learn-netzwerk.de/informationen.htm
www.vetpharm.unizh.ch/giftdb/pflanzen/0049_vet.htm
Rezepttipp: Karotten-Honigkeks
Zutaten:
300 g Maisgrieß
1/2 Karotte geraspelt
1 Prise Salz oder Fleischbrühe
2 EL Honig
2 EL Sonnenblumenöl
1 Ei
1/4 l Wasser
Zubereitung:
Maisgrieß, Salz, Honig, Ei, Karotte und Öl in eine Schüssel geben. Wasser zum Kochen bringen und die Zutaten übergießen. Alles kräftig umrühren, bis ein fester Teig entsteht. Diesen etwas abkühlen lassen. Mit angefeuchteten Händen kleine Kugeln formen. Diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ungefähr etwa 30 Minuten backen, bis sie schön fest und knackig sind. Kalt servieren!
Futter fürs Pferd
Tägliche Kontrolle von Trog und Tränke
(3.228 Zeichen)
(animal) Futter für Pferde muss richtig gelagert werden, damit es nicht verdirbt. Viele Pferde erhalten von ihren Besitzern Zusatzfutter, das dann auch im Stall aufbewahrt wird. Folgendes müssen Sie beachten, damit Hafer, Pellets, Müsli und Co. nicht schlecht und ungenießbar werden:
- Das Futter vor Feuchtigkeit schützen, damit es nicht schimmelt.
- Direkte Sonneneinstrahlung und starke Temperaturschwankungen vermeiden, da Vitamine und Zusatzstoffe darunter leiden.
- Das Futter vor Dreck und Staub schützen.
- Verhindern, dass Ratten und Mäuse an das Futter heran kommen. Diese Schädlinge verringern nicht nur den Futterbestand, sondern hinterlassen dort auch ihren Kot. Diese Verschmutzung ist nicht nur unappetitlich, sondern kann das Pferd krank machen.
Offene Kisten, Plastiktüten und Papiersäcke sind zum Lagern von Futter nicht geeignet. Für kleinere Mengen sind Plastiktonnen aus dem Baumarkt oder Mülltonnen gut. Wichtig ist, dass der Deckel dicht schließt und das Plastik fest genug ist, damit Mäusezähne keine Chance haben.
Für größere Futtermengen, etwa den ganzen Stall, kann man bei vielen Futtermittelhändlern mobile Silos mieten. Das sind große Säcke aus Kunststoffgewebe, die in einem Metallgestell hängen. Diese Silos haben unten einen Verschluss, aus dem man das Futter abfüllen kann. So wird das Futter bis zum letzten Krümel nutzbar und ist gleichzeitig gut gelagert.
Kontrolle
Steht das Pferd lustlos in der Box und rührt weder Hafer noch Heu an, frisst plötzlich nicht mehr oder nur schlecht, brütet es garantiert etwas aus. Denn Appetitlosigkeit ist fast immer ein untrügliches Zeichen für eine beginnende Krankheit. Das Pferd sollte also genau beobachtet werden. Kennt man das Pferd nicht, sollte man im Zweifel dem Besitzer Bescheid geben. Manche Pferde lassen aber auch einfach immer etwas von ihrem Futter übrig. Dieses sollte täglich entfernt werden, da sich sonst Bakterien und Schimmelpilze bilden können. Verschmutzungen und Fremdkörper sofort aus der Krippe entfernen, damit das Pferd sie nicht versehentlich mitfressen oder sich daran verletzen kann.
Futterverweigerung in Verbindung mit Nasenausfluss kann auf eine Erkrankung im Schlundkopfbereich, wie beispielsweise die Druse (ansteckende Schleimhautentzündung der oberen Atemwege bei gleichzeitiger Vereiterung der Lymphdrüsen) oder ansteckenden Husten hinweisen. In diesem Fall sollte unbedingt ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Möglich ist immer eine Kolik oder ein Parasitenbefall. Eine weitere mögliche Ursache für Appetitlosigkeit sind die Zähne: Fehlstellungen oder, durch eine ungleichmäßige Abnutzung, Haken an den Backenzähnen. Diese scharfen Kanten verletzen die Schleimhaut der Backe oder Zunge und das tut weh. Die Haken entstehen in der Regel am Oberkiefer außen und am Unterkiefer. Erste Anzeichen sind unzerkaute Haferkörner im Kot.
Bei jeden Besuch in der Box des Pferdes sollte man daher einen Blick in den Futtertrog werfen und auch die Wasserversorgung überprüfen.
Ist die Tränke nicht in Ordnung, zugefroren oder voll mit Kot, kann das Pferd nicht trinken und dadurch ebenfalls schnell krank werden. Die Folge können Koliken und Kreislaufversagen sein. Beides kann lebensbedrohlich werden. Verschmutzte Tränken sofort reinigen, damit sich keine Keime bilden können und das Pferd wieder trinken kann.
Bei automatischen Selbsttränken immer prüfen, ob Wasser nachfließt, und das nicht nur im Winter, wenn die Tränken gelegentlich zufrieren. Funktioniert die Tränke nicht, sollte man dem Pferd sofort Wasser aus einem Eimer anbieten und die Tränke reparieren oder reparieren lassen. Bis das Wasser wieder fließt, das Pferd mindestens dreimal täglich tränken. Dabei das Pferd soviel saufen lassen wie es will. Das können auch mal drei Eimer voll oder mehr sein.
Abschied von Hasso
Wenn das geliebte Tier stirbt
(2.225 Zeichen)
(animal) Der Schmerz über den Verlust des langjährigen, treuen Gefährten ist meist groß. Hinzu kommt oft noch das Problem: Wo findet man für das Tier eine würdige Ruhestätte – auf dem Tierfriedhof, im eigenen Garten oder soll es gar eine Urne sein? In den USA sind Tierbestattungen mit Leichenwagen, Pfarrer, Grabrede und Trauermusik durchaus üblich, hierzulande ist es noch nicht soweit.
Immer mehr Tierhalter möchten aber das Tier, das sie über viele Jahre begleitet hat, nicht in der Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgen. Laut Gesetz müssen verstorbene Tiere in der Tierverwertung entsorgt werden. Wer seinen toten Vierbeiner im Wald, am Wegesrand oder sonst wo auf öffentlichem Grund bestattet, macht sich strafbar. Ordnungsstrafen von bis zu € 15.000 sind möglich.
Eine Bestattung auf eigenem Grundstück ist nach § 5 des Tierkörperbeseitigungsgesetzes (TierKBG) nur erlaubt, wenn dieses nicht im oder in unmittelbarer Nähe eines Wasserschutzgebietes liegt und das Grab ein bis zwei Meter von öffentlichen Wegen entfernt ist. Das verstorbene Tier muss von einer mindestens 50 Zentimeter hohen Erdschicht bedeckt sein und sollte in leicht verrottbares Material, zum Beispiel eine Stoffdecke eingewickelt werden. Im eigenen Garten sollten Tierfreunde vor einer Bestattung auf jeden Fall das Einverständnis der Nachbarn einholen. Die Ausnahme gilt für Hunde, Katzen, Kleintiere und Vögel sowie Ferkel, Kaninchen und unter vier Wochen alten Schafe und Ziegen, die nicht an einer meldepflichtigen Krankheit gestorben sind. In einigen Kommunen gelten spezielle Regeln für die Bestattung im eigenen Garten.
Erdbestattungen sind auch ohne eigenes Grundstück möglich. In Deutschland gibt es mittlerweile etwa 120 Tierfriedhöfe.
Keine Einschränkungen gibt es bei Feuerbestattungen. Das Tier wird auf Wunsch im Krematorium einzeln verbrannt, so dass man die Asche in einer Urne zurückbekommt. Meist kann man das über den Tierarzt veranlassen, eventuell kann man auch selbst zu einem Krematorium fahren. Die Asche dürfen Tierfreunde mit nach Hause nehmen und dort in einer Urne aufstellen oder begraben.
Wer ein Begräbnisplatz für seinen Vierbeiner sucht, fragt am besten seinen Tierarzt oder den örtlichen Tierschutzverein. Tierhalter können sich im Bedarfsfall auch direkt an ein sach- und fachgeprüftes Mitglied des Bundesverbandes der Tierbestatter e.V. wenden.
Adresse:
Bundesverband der Tierbestatter e. V. und Förderer der Tierbestattungskultur
Gottlieb-Dunkel-Str. 26 - 27
12099 Berlin
Tel. 0 30 / 70 17 08 92
Fax. 0 30 / 84 10 97 5
E-Mail: bvt(à)bvt-tierbestatter.de
Internet: www.bvt-tierbestattung.de
Dicker Kater, fetter Hund?
Gesundheitsrisiko durch Übergewicht
(3.680 Zeichen)
(animal) Wie beim Menschen gibt es auch für Hunde und Katzen ein Idealgewicht. Bei einem idealen oder perfekten Gewicht ist die Lebenserwartung erhöht und das Tier aktiver.
Unglaubliche 18 Kilogramm wog Kater Mikesch, als er im Frühjahr 2004 in ein Berliner Tierheim kam – gut das Dreifache des Körpergewichtes einer normalen Hauskatze. Selbst die erste Diät des völlig verfetteten Tiers, das sich aus eigener Kraft kaum noch fortbewegen konnte, sorgte für Schlagzeilen.
„Das ist aber ein dicker Hund“. Diesen Satz muss sich Erna S. bei ihren täglichen Spaziergängen mit ihrem sechsjährigen Mops ständig anhören. „Das ist die Rasse“, erwidert sie nur, ist sich aber mittlerweile etwas unsicher, ob Moppel nicht vielleicht doch zu 'stämmig' ist.
Eine tierärztliche Kontrolluntersuchung könnte Aufschluss geben, ob Kater Mikesch oder Mops Moppel zu dick oder normalgewichtig sind. Dabei wird das Tier gewogen und sein Idealgewicht bestimmt. Der Tierarzt wird nach Lebensweise, Bewegung und Ernährung fragen. Auch gewichtsabhängige Risikofaktoren – wie Erkrankungen, Kastration, Alter oder rassebedingte Neigung zur Gewichtszunahme – sind Faktoren, die der Tierarzt bei der Bestimmung des Idealgewichts berücksichtigt. Leidet das Tier an Unter- oder Übergewicht, wird der Tierarzt eine tierärztliche Untersuchung empfehlen. Damit kann sichergestellt werden, dass keine medizinischen Ursachen vorliegen.
Folgende Anhaltspunkte helfen für eine erste Einschätzung:
- Sehr dünn (stark untergewichtig): Die Rippen sind leicht zur fühlen und es gibt keiner-lei Fettpolster. Der Unterleib ist stark eingezogen und von oben gesehen ähnelt der Körper einer Sanduhr.
- Untergewicht: Die Rippen sind leicht zu fühlen und geringe Fettpolster sind ertastbar. Der Unterleib ist eingezogen und das Tier wirkt sehr dünn oder abgemagert.
- Idealgewicht: Die Rippen sind leicht zu fühlen und am Schwanzansatz fühlt man den Knochen unter einem dünnen Fettpolster. Von oben gesehen erkennt man eine gut proportionierte Taille.
- Leichtes Übergewicht: Die Rippen sind schwer zu fühlen und am Schwanzansatz gibt es eine leichte Verdickung, obwohl die Knochen zu fühlen sind. Ein verbreiteter Rücken ist deutlich zu fühlen.
- Schweres Übergewicht: Die Rippen sind kaum noch zu fühlen, da ein dickes Fettpolster diese verdeckt. Der Unterleib hängt stark herunter und der Rücken ist sehr verbreitert.
Nach einer Studie der US-Akademie der Wissenschaften aus dem Jahre 2003 leidet inzwischen ein Viertel der Hunde und Katzen unter zu viel Speck auf den Rippen. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass den fettleibigen Vierbeinern die gleichen gesundheitlichen Gefahren drohen wie ihren Besitzern, darunter vor allem Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme. Auch das Risiko für Arthritis, Bänderrisse, Bandscheibenvorfälle, Infektionskrankheiten und Atemwegserkrankungen steigt, ähnlich wie beim Menschen. Der Tierarzt kann bei einer Gewichts-Untersuchung die Ergebnisse in den Haustier-Vorsorgepass eintragen. Diesen sollte der Tierhalter zu den nächsten Untersuchungen mitbringen, damit das Gewicht erneut kontrolliert werden kann.
Es gibt eine Menge Ernährungsprodukte, die zur Gesundheit des Tieres beitragen können. Fragen Sie Ihren Tierarzt, welches Produkt für Ihr Tier geeignet ist. Und halten Sie sich auch an die Fütterungsanweisungen. Ein Futter zur Gewichtsreduzierung nützt nichts, wenn Sie die doppelte Menge füttern. Die einfachste Art, dem Hund beim Abnehmen zu helfen, ist es, ihm kleinere Portionen zu geben und sicherzustellen, dass er nicht noch die Überreste vom Essen bekommt. Bei Katzen ist der natürliche Sättigungsgrad ausgeprägter, doch auch bei ihnen gibt es 30 bis 40 Prozent, die sich – wenn sie die Möglichkeit dazu bekommen – gerne überfressen. Das kommt selbst in den schlanksten Familien vor.
Übrigens: Die Wellness-Industrie hat Miezi und Bello bereits als Neukunden anvisiert: So gibt es in den USA beispielsweise Hundelaufbänder, stärkere Motoren gegen Aufpreis erhältlich. Und viele Hundebesitzer freuen sich, dass sie gemeinsam mit ihrem Vierbeiner Fitnessübungen machen können – vor dem Fernseher, mit einem „Hunde-Tanz-Video“. Aber auch in Europa ist Wellness für Hunde im Trend: In den Niederlanden und der Schweiz gibt es „Aquadog“, ein Fitnessclub für Hunde mit Schwimmbad.
Nähere Informationen mit Ernährungstipps für Hund und Katz:
New Dietary Guidelines Issued for Cats and Dogs / Nutrient Requirements of Cats and Dogs. September 8, 2003, National Academies: http://dels.nas.edu/banr/petdoor.html
MELDUNGEN
Anschnallpflicht für Tiere
Transportboxen sind der beste Schutz
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(animal) Auf der A1 wurde die 35-jährige Autofahrerin Anne S. (Name von der Redaktion geändert) im Sommer vergangenen Jahres in einer Baustelle bei einem Überholmanöver mit voller Geschwindigkeit von ihrer Spur abgedrängt. Der Wagen überschlug sich und landete total zerstört im Straßengraben. Der Fahrerin erlitt lediglich einige Prellungen, da sie angeschnallt war. Ihrem vierbeinigen Beifahrer wäre mehr passiert, wenn dieser nicht in einer Hundebox transportiert worden wäre. „Hätte er diesen Schutz nicht gehabt, wäre er durchs Auto geschleudert worden und durch die zerschmetterten Scheiben auf die Autobahn befördert worden“, so Anne S. Hätte er diesen Zeitpunkt noch überlebt, wäre er auf der verkehrsreichen Strecke überfahren worden.
Daher gilt nicht nur aus Sicherheit für das Tier: Vierbeiner, das heißt Hunde und auch Katzen, gelten verkehrsrechtlich als „Ladung“. Diese muss nach § 23 der Straßenverkehrsordnung im Auto gesichert sein. Das bedeutet: Anschallpflicht für Hasso und Mieze. Verstöße werden mit bis zu 35 Euro Bußgeld geahndet, bei Gefährdung sogar mit 50 Euro und drei Punkten. Denn: Schon bei einem Aufprall mit Tempo 50 wird ein mittelgroßer Hund mit 20 Kilo Gewicht zu einem lebensgefährlichen Geschoss mit einer Durchschlagskraft von 600 Kilo – das Dreißigfache seines Gewichts. Gefährdet sind bei einem Unfall daher nicht nur das Tier, sondern auch der Mensch.
Hunde oder Katzen sollten sich nicht in den Armen, auf dem Schoß des Beifahrers und schon gar nicht im Fußraum Ihres Fahrzeugs aufhalten. Für Hunde sind im Handel diverse Gurtsysteme für die Rücksitzbank erhältlich. TÜV-geprüfte Systeme weisen eine spezielle Brustpolsterung auf, haben eine breite Brustplatte und vermindern damit Druckstellen. Das Spezialgeschirr wird dem Hund über Kopf und Brustkorb gestülpt und dann am Sicherheitsgurt befestigt.
Aufwändiger und teurer sind vom Autohersteller eingebaute Trenngitter für den Innenraum oder als Laderaumsicherung im Kombi. Vorsicht: Netze, selbst eingebaute Gitter und Querstangen, die nicht sicher befestigt sind, können nicht verhindern, dass ein großer Hund nach vorne fliegt.
Am besten untergebracht sind Hunde und Katzen während der Fahrt in Transportboxen aus Kunststoff. Diese sind in vielen Größen erhältlich. Sie sollten nicht zu groß ausfallen, um das „Höhlengefühl“ und damit das Wohlbefinden des Tiers zu verstärken. Am sichersten sind sie direkt hinter der Rücksitzlehne und quer zur Fahrtrichtung positioniert, bei Schrägheck-Limousinen im Kofferraum (dabei aber unbedingt die Hutablage entfernen). Achtung, große Boxen müssen zusätzlich gesichert werden.
Igel “on tour”
Vorsicht auf der Straße: Im Frühjahr gehen sie auf Nahrungssuche
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(animal) In den ersten warmen Frühlingsnächten erwachen Igel wieder aus ihrem Winterschlaf. Dann kann man sie nachts bei der Nahrungssuche zum Beispiel auf Rasenflächen beobachten. Bei nächtlichen Autofahrten ist daher vermehrte Aufmerksamkeit gefordert, denn jetzt huschen sie wieder als kleine Schatten über die Straße – wenn sie den todbringenden Rädern entrinnen können.Eine wildbiologische Studie hat gezeigt, dass Igel auf der Pirsch häufig größere Streifzüge von mehreren Kilometern unternehmen und dabei zahlreiche Straßen überqueren. Meist erreichen sie die andere Straßenseite unbeschadet, viele Tausende Stacheltiere bleiben jedoch auf der Strecke, und gehören damit zu den häufigsten Straßenopfern innerhalb der Säugetiere.
Igel verhalten sich aktiver auf Straßen als angenommen. Größere Straßen überqueren sie vorsichtig, ohne zu verweilen. Sie scheinen die Gefahr anhand der Straßenbreite einzuschätzen, denn sie überqueren breite Straßen schneller als schmale und meist auf dem kürzesten Weg. Geschichten von Igeln, die auf Straßen Nahrung suchen, diese wegen der abgestrahlten Wärme aufsuchen oder sich vor einem herannahenden Auto einkugeln, gehören ins Reich der Märchen. Die Stacheltiere rollen sich ein, wenn sie berührt werden oder in ihrer unmittelbaren Umgebung eine Erschütterung auftritt. Vor Fahrzeugen versuchen sie zu flüchten. Häufig geht der Flucht ein Zögern voraus, das vermutlich der Orientierung dient. Dies kann fatale Folgen haben, wenn ein Auto heranbraust. Mit unserem Verhalten können wir dazu beitragen, dass Igel die andere Straßenseite unverletzt erreichen. Wer in der Nacht Auto fahren muss, kann bei angepasster Geschwindigkeit in Gefahrensituationen bremsen. Besonders in durchgrünten Siedlungsbereichen auf Igel und andere Wildtiere zu achten bedeutet Tierleben zu schützen.
Quelle: Pro Igel e.V., Lilienweg 22, 24536 Neumünster, www.pro-igel.de
AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Hund und Katz wirken als Stressbremse
Heilmittel auf vier Pfoten
(1.985 Zeichen)
(animal) Stressgeplagt? Wenden Sie sich vertrauensvoll an den besten Freund des Menschen oder an Ihren schnurrenden Stubentiger. Gestresste Menschen sollten sich am besten Hunde oder Katzen anschaffen. Nach einer Studie von Forschern der Universität von Buffalo tragen die Tiere mehr zum Stressabbau bei als ein Gespräch mit der besten Freundin oder dem Ehepartner.
Das berichtete das Fachmagazin „Psychosomatic Medicine“ bereits 2002. Die Wissenschaftler hatten etwa 240 Ehepaare, die Hälfte von ihnen Haustierhalter, einer Stress-Situation ausgesetzt. Die Versuchspersonen mussten knifflige Kopfrechenaufgaben lösen. Sie konnten die Aufgaben entweder allein, im Beisein ihres Hundes oder ihrer Katze, ihres Ehepartners oder mit ihrem besten Freund bestreiten. Bei Probanden mit Haustier stellten die Forscher weniger Stress-Symptome fest. Sie hatten eine niedrigere Herzfrequenz und einen niedrigeren Blutdruck. Auch machten Tierbesitzer weniger Rechenfehler – die meisten verrechneten sich hingegen, wenn der Partner als Unterstützung diente. „Zwar ist vielleicht für manche die Vorstellungen von Haustieren als soziale Hilfe eine merkwürdige“, so Studienleiterin Dr. Karen Allen von der Abteilung für Klinische Pharmakologie der Universität von Buffalo. Doch die Versuche zeigten, dass eine solche Unterstützung durchaus möglich sein kann.
Viele Studien belegen die positive Wirkung der „vier Pfoten“ auf den Menschen: Eine australische Forschungsarbeit zeigte beispielsweise, dass Tierbesitzer niedrigere Blutfettwerte haben. Die Universität Bonn veröffentlichte, dass Katzen bei der Bewältigung von Lebenskrisen wie Arbeitslosigkeit, Trennung oder Krankheit helfen können. Katzenhalter nehmen außerdem weit weniger psychologische Hilfe in Anspruch. Menschen ohne Tier versuchten dagegen, das Problem zu verdrängen.
Haustiere können auch Schmerzpatienten helfen, mit dem Leiden besser fertig zu werden. Wenn man ein Tier streichelt, produziert das Gehirn sofort körpereigene Substanzen, Endorphine, die den Schmerz hemmen. Haustierbesitzer nehmen weniger Schmerzmedikamente.
Dem Gesang des Kanarienvogels lauschen, den Fischen im Aquarium oder der Katze beim Spielen zusehen oder mit dem Hund spazieren gehen – all das hilft Menschen ihre Alltagssorgen zu vergessen und zu entspannen.

Foto: DGK
Gleich und gleich gesellt sich gern
Ähnlichkeiten mit Herrchen oder Frauchen zufällig?
(1.016 Zeichen)
(animal) Ähnlichkeiten zwischen Hundebesitzern und ihren häuslichen Verbeinern beruhen keineswegs nur auf der hämischen Nachrede spöttischer Mitmenschen. Hunde sehen oft tatsächlich aus wie Herrchen oder Frauchen. Diese Beobachtung hat fast jeder schon einmal gemacht. Für reinrassige Hunde konnten Forscher der University of California (USA) die These jetzt bestätigen.
Die Psychologen Dr. Michael M. Roy und Dr. Nicholas J. S. Christenfeld ließen Studenten die Fotos von etwa 45 Hunden und deren Eigentümern zuordnen. Allerdings ging es nicht um oberflächliche Gemeinsamkeiten, etwa wie „kleiner Mensch und kleiner Hund“ oder „lockiger Hund und lockiger Besitzer“, die Ähnlichkeiten seien subtiler, ohne dass die Testpersonen sie genau beschreiben konnten. In der Mehrzahl der Fälle gelang ihnen das, bei reinrassigen Hunden öfter als bei Mischlingen. Bei aller Ähnlichkeit spielte es übrigens keine Rolle, wie lange Mensch und Tier schon unter einem Dach lebten. Die Spürnasen Roy und Christenfeld ziehen daraus den Schluss: „Die meisten Menschen suchen sich ein Tier aus, das ihnen sowohl vom Charakter als auch vom Aussehen her sympathisch ist. Gleich und Gleich gesellt sich eben gern.“
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