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Textanfang / Content
Bei der Behandlung leichter bis mittelschwerer Depressionen hat sich das Johanniskraut inzwischen einen festen Platz erobert. Wissenschaftler von der Universitäts-Hautklinik in Freiburg haben herausgefunden, dass ein innovatives Pflegekonzept auf Johanniskraut-Basis sogar von Neurodermitis geplagten Menschen Erleichterung bringen kann.
Weil ihre entzündete Haut unerträglich juckt, kratzen sich Neurodermitis-Patienten oft blutig. In die offenen Wunden können Bakterien eindringen und eine Infektion auslösen. Dies wiederum verschlimmert die Hautentzündung und ein Teufelskreis kommt in Gang, der den Betroffenen den Schlaf raubt und sie auf Dauer verzweifeln lässt.

Als entscheidenden Inhaltsstoff aus dem Johanniskraut, um diesen Teufelskreis zu unterbrechen, identifizierte die Freiburger Forschergruppe um Dr. Christoph Schempp das Hyperforin. Hochgereinigtes Hyperforin offenbarte ein einzigartiges Wirkspektrum. Es verhindert nicht nur, dass Bakterien wachsen, sondern reguliert auch die Reaktion bestimmter Abwehrzellen des Immunsystems und hemmt so die Entzündungsreaktion in der Haut.
Auf der Grundlage dieser Forschungsergebnisse entwickelten die Freiburger Wissenschaftler eine johanniskrauthaltige Intensivpflegelotion speziell für die trockene Haut von Neurodermitis-Patienten. Getestet wurde diese Bedan-Lotion in einer Pilotstudie an der Freiburger Klinik.
21 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Neurodermitis wurden halbseitig eingecremt, auf die andere Körperhälfte wurde eine Vergleichscreme ohne Wirkstoff aufgetragen. Nach vierwöchiger Behandlung waren die entzündeten Hautstellen auf der „Bedanseite“ bei 75 Prozent der Testpersonen abgeheilt, bei zwei Dritteln wurde der Juckreiz deutlich gemildert.
Da die getestete Lotion frei von Konservierungs- und Duftstoffen war, zeichnete sie sich zudem durch eine sehr gute Verträglichkeit aus. Sie ist inzwischen auch in Apotheken ohne Rezept erhältlich. Zu ähnlichen Ergebnissen wie in Freiburg kam auch eine Studie des Instituts für angewandte dermatologische Forschung in Hamburg, die mit Kleinkindern durchgeführt worden war. Durch die johanniskrauthaltige Intensivpflege konnte die Hautschuppung um 65 Prozent verringert werden.
Neurodermitis, in Fachkreisen auch als Atopische Dermatitis bezeichnet, ist die häufigste Hauterkrankung in Mitteleuropa. Allein in Deutschland sind etwa vier Millionen Menschen betroffen. Vor allem bei Kindern breitet sich die Neurodermitis immer stärker aus, schon jedes achte Schulkind hierzulande leidet unter den chronisch juckenden, schuppenden und stark entzündeten Hautstellen, die vorwiegend im Gesicht, an Hals, Ellenbogen und Kniebeugen, aber auch am gesamten Körper auftreten können.
Als Ursache wird eine Überreaktion des Immunsystems auf an für sich harmlose Stoffe aus der Umwelt vermutet. Die Krankheit wird vielfach von den Eltern an die Kinder weitergegeben. Die Behandlung mit Cortison in den akuten Schüben ist meist wirksam, aber nicht frei von unerwünschten Nebenwirkungen. Das neue Hautpflegekonzept auf Johanniskraut-Basis bietet dazu eine gut verträgliche Ergänzung.
(Sondermeldung Juni 2005)

