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Altern in Würde (AiW)
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Wer schön sein will, muss oft leiden
Lange Nägel sind schick und gerade bei jungen Mädchen sehr beliebt. Die künstlichen Verlängerungen der Finger sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. In den USA sind Nagelstudios fast so gut besucht wie Friseurgeschäfte: 90 Prozent der weiblichen Bevölkerung tragen dort künstliche Nägel. Auch in Deutschland schwört inzwischen jede zehnte Frau auf diese Art von Fingerschmuck. Doch sollte die Kundin die Anbieterinnen genau unter die Lupe nehmen.
Forscher von der Hautklinik der Universität Aachen haben herausgefunden, dass die Dämpfe, die beim Befestigen und Aushärten von künstlichen Fingernägeln frei werden, Allergien der Haut hervorrufen können.
Wer lichthärtende Nägel, Kleber oder Nagelhärter benutzt, atmet acrylhaltige Dämpfe ein. Allergische Reaktionen auf diese Gase können Ekzeme an den Händen, im Gesicht und am Hals sein. Besonders Nagelmodellistinnen seien davon betroffen, so die Forscher. Seit langem ist bekannt, dass acrylhaltige Gase Allergien auslösen. Trotzdem tragen die künstlichen Nagelsets oft die Aufschrift "Unbedenklich bei sachgemäßer Anwendung".
Auch Nagellack ist nicht ohne
Es mag überraschend klingen, ist aber durch mehrere Studien belegt worden: Viele Hautausschläge und Ekzeme im Gesicht werden durch Nagellacke verursacht.
Ekzeme im Gesicht, auf den Wangen und am Augenlid - die Diagnose "Allergie auf Nagellack" trifft viele unerwartet. Aber 90 Prozent aller durch Nagellack verursachten Hautveränderungen betreffen das Gesicht, so die erstaunliche Erkenntnis von Professor Björn Manfred Hausen vom Dermatologischen Zentrum am Krankenhaus Buxtehude.
Der Grund: Hände und Finger berühren im Laufe eines Tages sehr häufig das Gesicht - meist ohne dass man es überhaupt registriert. Frühmorgens etwa reiben wir uns den Schlaf aus den Augen, im Büro kratzt man sich verlegen hinterm Ohr, weil der Chef unzufrieden mit der Arbeit war. Endlich am Schreibtisch angekommen, dient die Hand häufig als Kopfstütze - wieder berühren die lackierten Fingernägel das Gesicht. Da der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung nur schwer nachvollziehbar ist, brauchen viele Frauen Jahre, um zu erkennen, dass der Nagellack die Ursache ihres Leidens ist.
Wie das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST (Ratgeber Kosmetik und Mode 1: September 2000) mitteilt, enthalten viele Nagellacke Zutaten, die Allergien auslösen können. Ein Hinweis auf einen mögliche Gefahr lässt sich an der Liste der Inhaltsstoffe erkennen: Der für einen allergiesche Reaktion verantwortliche Stoff wird meist als Tosylamide/Formaldehyde Resin deklariert. Wer ein Produkt mit dem problematischen Stoff gekauft hat, sollte es vorsichtshalber nicht weiter benutzen und wegwerfen.

